Finden
Februar 16, 2012

Kuss der Stille

Finden    (Audio)                                          

3.07.2011

Willkommen nun mein liebstes Menschenkind
nach deiner langen Reise
Für dich sind diese Worte

du der an der Schwelle steht
im Rücken die Trümmer seiner Welt
und vor sich ohne Hoffnung nur noch Tränen

Nun höre still mit Herz

An dem geheimen Ort
dort warte ICH auf dich

Mit dem geheimen Zeichen
wirst du als Freund empfangen

Mit dem geheimen Wort
öffnet sich der Schatz

In der geheimen Haltung
blendet Licht die Augen

In der geheimen Absicht
verweile ohne Zweifel

In dem geheimen Zustand
wirst du dann einsam sterben

und in Stille ohne Schätze gehen

Jetzt bist Du das Geheimnis in der Welt
und still wird das Geheimnis leben

ICH werde immer bei Dir sein
und Du MEIN liebend Herz
BIST der Welt geheimnisvollen Schein

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Noch mal eine Frage zur Meditation und zur spirituellen Suche.
Februar 1, 2012

Fragen eines Freundes

05.01.2012

Noch mal eine Frage zur Meditation und zur spirituellen Suche.
Es beruhigt mich ungemein, wenn ich mich hinsetzte und meine Meditationspraxis mache. Dieser Frieden und die Glücksmomente die ich dabei erfahre, bringen mich durch den Tag. Warum sollte ich das aufgeben? Was bleibt mir dann noch?

Niemand gibt hier irgendwelche Ratschläge und fordert dich auf etwas aufzugeben. Es gibt auch keine Vorschläge, dieses zu tun oder jenes zu lassen. Soweit sollte das klar sein.

Hier wird lediglich darauf hingewiesen, dass spirituelle Suche genauso zu einer Sucht werden kann, wie Kaffeetrinken oder Selbstbefriedigung. Sucht ist nicht Freiheit. Süchtige sind nicht frei. Sucht ist Flucht. Also wenn Freiheit gesucht wird, kann die Sucht nicht das Mittel sein Freiheit zu erfahren. Vielleicht kann die Sucht aufzeigen, dass du nicht frei bist. Aber das weißt du doch sowieso schon, sonst würdest du ja nicht auf der Suche nach Freiheit sein müssen.

Abhängige sagen immer: Eines Tages werde ich nicht mehr süchtig sein, dann bin ich frei.
Warum eines Tages? Wann ist irgendwann?
Willst du frei sein? Jetzt?

Finde doch selbst die Antwort in dir. Willst du wirklich frei sein, ohne jetzt zu wissen was das tatsächlich bedeutet? Jenseits deines Klammerns an dein Meditationskissen? Jenseits deiner Angst und Sehnsucht? Wirklich frei sein, jenseits deiner Vorstellungen und deiner Konzepte von Frieden und Freiheit? Kannst du jetzt in Stille und Klarheit nach innen schauen und das Suchtmuster erkennen? Kannst du das ertragen, ohne es zu berühren, ohne es verändern oder transformieren zu müssen? Kannst du dein Klammern an Etwas, um Jemand sein zu können, erkennen? Vielleicht glaubt du auch noch etwas Besonderes, etwas Besseres als dein Nachbar, Lebenspartner oder deine Freundin zu sein? Kannst du deine Flucht erkennen?

So verwandelt dich deine Meditationspraxis in etwas Monströses. Kannst du das krankhafte an diesen Konzepten von >Ich bin spirituell< und >Ich werde erleuchtet< erkennen? Kannst du das sehen? Jetzt?

So jetzt besteht vielleicht die Möglichkeit für ein gesundes Gespräch.

So wie es jetzt aussieht, sitzt du eine halbe Stunde auf dein Kissen und machst diese Erfahrung von Frieden. Diese Erfahrung bringt dich also durch den Tag. Das bedeutet am Abend ist die Erfahrung aufgebraucht, dein Glückseligkeitstank ist leer. Du schleppst dich auf dein Meditationskissen um aufzutanken, doch deine Kinder lassen dich nicht in Ruhe, deine Mutter ruft schon zum fünften Mal an und auf dem Küchentisch liegen die unbezahlten Rechnungen. Die Rechnungen wissen nichts von deinem leeren Konto, doch du weißt davon und du weißt auch, dass verdammt viel Monat noch vor dir liegt.

Das ist die Realität. Du bist nicht alleine damit in dieser verrückten Welt.

Nun, wenn du jetzt den Mut hast, schau dir deine Verzweiflung an, die deine Erfahrung des Friedens ausgelöscht hat. Wie ist das möglich, nach all deinen positiven Erfahrungen und des jahrelangen Trainings in den verschiedensten Methoden? Ist vielleicht etwas falsch mit den Methoden? Suchst du jetzt eine andere bessere Methode, denn die Bisherigen haben es ja nicht gebracht?

Oder ist das Ende der Flucht erreicht? Vielleicht schaust du dir deine Verzweiflung nun an? Kannst du das? Kannst du dir diesen Kummer, diese Einsamkeit anschauen, ohne auf dein Meditationskissen zu flüchten? Es ist der Kummer und die Einsamkeit der ganzen Welt, der gesamten Menschheit. Kannst du dich der Wucht der Trauer dieses Menschseins in dieser irren kalten Welt stellen, nackt, völlig entblößt von jeglicher Methode, verletzlich, ohne auszuweichen, ohne Hoffnung auf Rettung?
Kannst du das mein liebstes Menschenkind?
Kannst du, obwohl du zitterst vor Angst, deine Augen heben und schauen in den anfangslosen Raum der dich umgibt.

Spürst du den Kuss der Stille auf deinen Lippen? Dies kann nie wieder vergessen werden. Du bist schon frei.

Willkommen meine Liebste.