Wie sollen Übungen und Methoden dabei helfen Erleuchtung zu erlangen?
Dezember 30, 2017

Wie sollen die Übungen, Praktiken und Methoden dabei  helfen Erleuchtung zu erlangen? Woher soll ich wissen dass es die richtigen Übungen sind? Ich möchte einfach frei und glücklich sein. Es heißt doch wenn man Erleuchtung erlangt  ist man frei und glücklich. Doch andererseits heißt es >du bist schon frei<, also was bringt es?

30.12.2017

Es bringt dir gar nichts und doch hat es seinen Wert. Es kann geschehen dass etwas sehr Vertrautes doch höchst Überflüssiges wegfällt.

Führt dich deine Suche zu einem wahrhaftigen Weg mit seinen Übungen, Praktiken und Methoden, und wendest du diese gewissenhaft und intelligent an, kann irgendwann erkannt werden dass alle Übungen nicht dazu dienen deine Erleuchtung, Buddhaschaft, oder wie auch immer wir das nennen wollen, zu erzeugen. Das ist unmöglich.

Sie dienen hauptsächlich dazu dich auf deine Hindernisse hinzuweisen.

Es sind die Hindernisse die es gewöhnlich verhindern dass wir eine einfache Wahrheit erkennen.

Es geht jedoch in dieser Existenz nur darum diese einzige wichtige Entdeckung zu machen.

Du bist schon komplett und vollständig. Es gibt nichts hinzuzufügen oder zu korrigieren. Es geht nur darum deine wahre Natur zu erkennen und voller Gewissheit und unabgelenkt zu sein, so wie du schon anfangslos bist.

Das kannst du nennen wie du willst, Erleuchtung, Buddhaschaft, Realisierung… völlig egal…. und völlig unwichtig. Wenn du willst kannst du mal in dir nachforschen was da so gerne dem Un-Beschreibbaren allerdings Erlebbaren unbedingt ein  Label aufdrücken muss.

Wenn dir das jetzt zu einfach war, ist die schlechte Nachricht… komplizierter wird es hier nicht. Wenn es dir zu kompliziert war, Entschuldigung, einfacher geht es eben auch nicht.

Die Hindernisse von denen die Rede ist sind ausschließlich Wahrnehmungsstörungen unseres gewöhnlichen Geistes.

Da sind die großen Erwartungen die uns unser Verstand suggeriert und denen wir hoffnungsvoll hinterherhecheln.

Da ist die Ignoranz die uns blind macht oder unseren Blick nach außen zwingt während wir unseren Forschergeist doch eigentlich nach innen richten sollten.

Da ist die Angst die uns stoppt wenn wir gehen sollten und gehen lässt wenn Innehalten die förderlichere Handlung wäre.

Da ist die Bequemlichkeit die uns verführt leeren Worten zu folgen statt in uns selber nach der Wahrheit zu forschen.

Da ist diese immense  Zerstörungswut die sich gegen die eigene Existenz richtet, da wir zu feige sind uns der Verlogenheit, dem Dominanzstreben und der Dummheit unseres Verstandes gewahr zu werden.

In manchen Traditionen werden diese Wahrnehmungsstörungen oder Hindernisse auch Verblendungen genannt. Doch es geht nicht darum diese Hindernisse zu bekämpfen. Du kannst sie sowieso nicht besiegen, da sie Ergebnisse sind und nicht die eigentliche Ursache.

Die Ursache ist schlicht und ergreifend Unwissenheit über unsere wahre Natur.

Unsere wahre Natur wahrzunehmen ist das Gewöhnlichste was uns Menschen geschehen kann.

Sie nicht wahrzunehmen ist extrem anstrengend und erfordert komplexe Rituale. Wir werden lebenslang in diesen Ritualen ausgebildet und bilden uns mit großer Eigeninitiative selber weiter. Unsere Eltern, unsere Freunde und die ganze Gesellschaft helfen uns die Rituale des Nicht-Sehens zu erlernen und ständig auszuüben.

Wenn wir schließlich darin Meisterschaft erlangt haben nennen wir das dann üblicherweise  >Mein Leben<  und sind unglücklich.

Wenn wir dann selber zu nicht-sehende  Experten geworden sind bilden wir wiederum unsere Kinder aus ein Leben in Blindheit zu führen und helfen ihnen somit auch unglücklich zu werden.

Doch sobald wir nicht mehr genügend Energie aufbringen die aufwändigen ständigen Rituale des Nicht-Sehens durchzuführen, ordnet sich unsere Wahrnehmung von selbst und es schimmert das klare Licht unserer wahren Natur durch die Wolken der Verblendung.

Das ist kein Metapher, wir können tatsächlich das klare Licht >Dies was wir wirklich sind< wahrnehmen.

Wir haben doch alle als Kinder, wenn der Dreck der Konditionierung uns noch nicht vollständig bedeckt hatte, diese Erfahrung machen können. Es ist möglich dass du dich daran erinnerst, denn du hast es vielleicht nur vergessen. Aber auch als Erwachsene machen wir diese Erfahrung ab und zu, besonders beim Einschlafen bevor wir in die Tiefschlafphase sinken.

Alle wahrhaftigen Pfade, Übungen, Methoden, Praxen und Menschen unterstützen dich den angesammelten Müll zu erkennen. Die Intelligenz, die du tatsächlich bist, ist die Müllabfuhr und übergibt den Dreck den klaren Flammen der Verbrennungsstätte der Erkenntnis, die übrigens mit deiner freigewordenen Energie gespeist wird.

Falls du irgendwann erkennst dass die unabdingbare Wahrhaftigkeit des Pfades, oder der Menschen denen du vielleicht folgst, nicht bestehen sollte, so verschwende keine Zeit, winsele nicht herum und geh einfach weiter. Sammle nicht noch zusätzlichen Müll auf.

Das ist alles was hier dazu gesagt werden kann. Alles Gute.

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Was ist Hingabe?
Februar 16, 2012

Fragen eines Freundes

10.01.2012

Was ist Hingabe?

Das ist die schönste Frage die ein Mensch stellen kann. Diese Frage scheint so unscheinbar, so einfach und so unwichtig, angesichts des Alltags mit seinen Herausforderungen und Kämpfen.

Doch diese Frage berührt etwas sehr Tiefes in uns Menschen. Es berührt unmittelbar unsere wahre unzerstörbare Natur. Gleichzeitigt deckt die Frage nach Hingabe etwas auf, sie zeigt das du kein Mechanismus bist. Sie zeigt, dass Du noch am Leben bist, dass Menschsein dort tief innen lebendig ist.

Kein Mechanismus, kein mechanisches Denken kann diese Frage wirklich so stellen. Denken kalkuliert, handelt, tauscht und feilscht. Doch Hingabe kann in seinem Wortschatz nicht vorkommen, es ist nicht seine Natur.

Da war diese junge Frau, gebildet, schön und auf der Suche nach einem Partner.

Sie legte sich eine Liste mit zehn Kriterien an, die dieser Partner zu erfüllen hatte und dann ging sie auf die Suche. Da waren auch ein paar Kandidaten, doch letztlich stellte sich heraus, dass niemand alle zehn Kriterien erfüllen konnte. Die junge Frau versuchte wirklich alles und doch fand sich niemand der dem Bild entsprach, das sie sich entworfen hatte. Schließlich gab sie auf und blieb lieber allein.

Dann etwas später bekam sie eine Einladung von einem Bekannten, einem jungen Mann der ebenfalls allein war, zu einem Abendessen. Er war überhaupt nicht ihr Typ und entsprach in keinster Weise ihrem Entwurf von dem idealen Partner. Doch er war recht nett und sie war ermüdet von ihrer anstrengenden Suche und einsam, also sagte sie sich, warum denn nicht.

Das Essen war gut, die Unterhaltung amüsant, die Stimmung locker. So kamen sie schließlich auch auf das Thema Partnersuche und sie beklagte sich, dass es heutzutage einfach keine geeignete Partner mehr geben würde. Letztlich schrieben sie beide, einfach so zum Spaß, ihre jeweiligen Anforderungen an einen möglichen Partner auf die Servietten und tauschten sie aus.

Der junge Mann lass die zehn Anforderungen der jungen Frau an den idealen Partner und brach in Tränen aus. Die junge Frau reagierte echt erstaunt und betroffen. Sie machte ihm klar, dass er doch unter keinen Umständen ein Kandidat gewesen wäre und es ihr leid tun würde, wenn er sich falsche Hoffnungen gemacht hätte.

Noch erstaunter aber vernahm sie seine Antwort. Er weine nicht um sich, sondern um sie. Er weine um ihre Einsamkeit, um ihre Verzweiflung, um ihre Blindheit, um ihre Angst und der aussichtslosen Suche nach Sicherheit.

Beide sahen sich nie wieder und was aus der jungen Frau geworden ist, ist unbekannt. Doch der junge Mann starb wenige Monate später an einer unheilbaren Krankheit. Er wusste dass er sterben würde, er wusste von seiner Endlichkeit. Er hatte das unglaubliche Glück von seiner Endlichkeit zu erfahren bevor er starb.

Auf seiner Serviette stand nur das Wort Liebe.

Hingabe ist bedingungslose Liebe.
Hingabe ist jenseits von Forderung, Verzicht und Kalkül.
Hingabe ist kein Willensakt oder eine Handlung, die durchgeführt werden kann.
Hingabe kann zu nichts führen, es bringt nichts ein.
Hingabe ist kein Geschäft.

Hingabe ist unsere wahre Natur, die als bedingungslose Liebe erscheint, durchdringend und leuchtend in Ewigkeit.

Du bist schon ewig Hingabe.

Du hast es nur vergessen liebster Mensch.

Du selbst bist die Antwort.

Dieser ständige innere Dialog Teil 2
Februar 13, 2012

Fragen eines Freundes

08.01.2012

Dieser ständige innere Dialog, diese Gedankenmühle, wie kann ich das stoppen?  (Teil 1)

Wie ist es in Stille sein und wie erkenne ich die Stille? (Audio)

Teil 2

Da ist dann diese Frage, wie es in Stille ist. Seltsam, dass du das fragst. Die Stille dort, fragt also die Stille hier, wie Stille IST.

Du bist schon Stille. Das ist die unabweisbare Wahrheit, die dir leider nichts sagt. Das ist das stille Drama auf diesem Planeten. Du trittst in die Dimension dieses Planeten ein, in die Dimension der Stofflichkeit und vergisst augenblicklich deine wahre Natur.

Fasziniert von den erscheinenden Objekten, fällst du in ein Traumkoma, aus dem du erst bei deinem Tod erwachst. Konditioniert von der Erziehung während deiner Aufzucht, handelst du reflektorisch wie ein trainierter Affe. Das klingt hart, aber die Wahrheit ist nicht nett. Die Wahrheit hat keine andere Eigenschaft außer wahr zu sein. Du kannst dich der Wahrheit nicht entziehen, du kannst dich vor der Wahrheit nur verstecken. Eine kurze Zeit jedenfalls, aber auch nicht sehr erfolgreich.

Dein Verstecken hat einen hohen Preis. Du wirst zu einem Sklaven, abhängig von dem, was dir beim Versteckspiel Deckung gibt. Abhängig von deinen Glaubenssätzen und Durchhalteparolen, von deinen Begierden und Ängsten. Abhängig von denen, die dir Freiheit versprechen. Doch niemand kann dir Freiheit geben. Die, die das versprechen, sind selber Sklaven. Vielleicht haben sie mehr Geld oder mehr Macht als du, aber es sind nur reiche Sklaven, mehr nicht. Niemand kann dir Freiheit geben, denn du bist schon frei. Das zu erkennen, ist deine ganze Aufgabe für dieses Leben. Es ist deine einzige Aufgabe.
Du bist kein Sklave, du machst dich zu einem Sklaven.

Du machst dich zu einem Sklaven, da du dein wahres Wesen nicht erkennst, da du dich vergessen hast und alle Anstrengungen unternimmst um dich nicht zu erinnern. Gleichzeitig wühlst du wie ein besessener Wurm im Müll der Objekte und zerstörst sogar die Basis deiner materiellen Existenz in dieser stofflichen Dimension. Bei aller Ignoranz, das kann sogar der Denker schon erkennen.

Und Du meine liebe freie Seele? Wie lange noch willst du die Tränen eines verlorenen Lebens vergießen? Wie lange noch willst du Nicht-Erkennen? Wie lange noch willst du mit Gott kämpfen und deinen Groll pflegen? Was für ein Missverständnis. Du bist göttlich, Du bist schon Alles. Du bist schon Gott, ewig.

Der Gott, der dir in Kirchen verkauft wird, ist nur eine Gedankenkonstruktion, ein Bild, eine Denkfalle.

Die Priester, die Banker, die Politiker, die Generäle, die Wahnsinnigen dieser Welt versuchen dir deine eigene Freiheit zu verkaufen und fordern dein Leben als Preis. Dieses Recht verleihst du ihnen durch deine Ignoranz. Sie nehmen sich die Freiheit heraus, die du ihnen selber gegeben hast. So musst du eben in einer Sklavengesellschaft leben. Viel Glück, mein liebstes Menschenkind.

Und doch steigt immer wieder die Suche nach der Wahrheit aus dieser furchtbaren Finsternis empor. Weißt du warum das so ist? Weil deine leuchtende Natur, die Stille ist, unzerstörbar ist. Egal was geschehen ist, ein Blick auf deine wahre Natur und alles ist uranfänglich rein. Wiedererkennen und du bist befreit. Das ist unvorstellbar für den Verstand, der natürlich um die furchtbaren Dinge die hier geschehen, weiß. Doch das ist nicht die leuchtende Natur, die du wirklich bist. Du bist unschuldig, ewig.

Doch du bist verantwortlich, weil du schlau sein möchtest. Der Denker versucht immer zu betrügen und so fragst du ständig, statt zu erkennen.  So fragst du also nach der Natur der Stille. Du möchtest mogeln. Du möchtest über die Natur der Stille Wissen ansammeln, eine Bibliothek anlegen, darüber reden oder darüber schweigen. Du möchtest darüber Nachdenken, vielleicht bei einem guten Glas Rotwein bei einer brennenden Kerze und einem Räucherstäbchen. Doch das ist Teil des Versteckspieles. Aber wie du willst.

Nun gut, hier ist die Antwort: die Stille hat keine Natur, keine Prägung, keine Struktur. Sie hat nichts worüber man nachdenken kann. Dein Denken rutscht hier ab, fällt ins Nichts, ins Leere. Und nun?

Das mechanische Denken kann enden. Warum? Weil es ein Objekt ist. Es ist inzwischen das Superobjekt in dieser Erscheinungswelt. Doch alle Objekte enden, auch Superobjekte. Auch dein Körper, für den du dich hältst. Alle Objekte zerfallen einmal, das kannst du nachprüfen. Schau, dein Auto muss schon wieder in die Werkstatt. Es zerfällt sichtbar.

Das mechanische Denken hat sich eine eigene Welt erdacht und möchte nicht zerfallen. Das Denken ist nicht intelligent, doch es hat herausbekommen das es sofort zerfällt wenn es zur Ruhe kommt. Doch das ist alles ebenfalls Stille. Denken kann das nicht erkennen, es kann seine eigene Natur nicht erkennen. So bleibt Denken immer in Bewegung, weil es glaubt zu müssen.

Schau raus in die Welt, schau dich um. Immer ist Bewegung da, immer geschieht etwas. Da ist die nächste Finanzkrise, der nächste Krieg, dein Partner ist untreu, dein Geld ist alle, du gewinnst im Lotto, das Finanzamt schickt den Steuerbescheid, du betrinkst dich, du meditierst, du denkst, Europa ist pleite, du magst deine Figur nicht, du magst niemanden, du magst alle, du verliebst dich, du stirbst.

Alles einfach nur Gedanke in Bewegung, alles nur um nicht zu zerfallen, alles nur um nicht zu erkennen.

Das Denken als Superobjekt, denkt sich die Stille als ein Megaobjekt und versucht nun irgendwie dorthin zu gelangen, um dort auf ewig Bestand zu haben. Eine Gedankenzuflucht. Eine Gedankenfestung gegen das Zerfallen.

Kannst du das Abstruse daran erkennen? Überall sucht das mechanische Denken nach der Stille, ohne erkennen zu können, dass Gedanke denkt, dass es nicht in Stille ist. Stille hat keine Absichten. Stille ist keine Zuflucht. Stille IST ALLES. Stille IST NICHTS. Stille IST Potenzialität manifest und unmanifest. Stille ist noch nicht mal objektlos. Alles kann manifest werden, auch Gedanke.

Doch wie stehst nun mit dir?

Du bist nicht mechanischer Gedanke. Du bist hier nicht gebunden. Stille kann nicht gebunden sein. Du bist Stille. Das ist die Wahrheit. Überprüfe es doch selbst. Finde deine Ungebundenheit doch heraus, wenn du willst.

Willst du?

Du bist auf der Durchreise hier und bist betäubt vom Denken. Betäubt von den Objekten, die vor dir erscheinen. Betäubt von dem Greifen nach diesen Objekten, als ob sie irgendeinen Wert darstellen könnten.

Wach auf, mein allerliebstes Menschenkind und sieh die Antwort.

Möchtest du aufwachen?

Dieser ständige innere Dialog, wie kann ich das stoppen?
Februar 8, 2012

Fragen eines Freundes

08.01.2012

Dieser ständige innere Dialog, diese Gedankenmühle, wie kann ich das stoppen?   (Audio)

Wie ist es in Stille sein und wie erkenne ich die Stille? (Teil 2)

 Teil 1

Lass uns doch erst einmal ein eventuelles Missverständnis klären. Hier ist keine Antwortmaschine, oder okkultischer Mittler, oder Orakel wo eine Frage eingeworfen werden kann und die Antwort wie ein Goldstück der Stille und Wahrheit heraus purzelt. Toll, die absolute Wahrheit in einem Satz und danach gibt es Kaffee mit Apfelkuchen.

Es wäre grotesk anzunehmen, dass Antworten die Wahrheit sein könnten. Sie sind immer nur ein Hinweis, bestenfalls ein Wink in die Richtung der Wahrheit. Schon das Medium mit dem Antworten vermittelt werden müssen, in dem Fall Sprache, bedingt, dass Antworten zu Objekten werden. Objekte gehören nun mal aber zu der Welt des Denkens, der Dualität. Denken kann niemals, wirklich niemals die wahre Natur erfahren. Denken kann nur Kopien anlegen. Kopien von Erfahrungen. Denken ist immer Vergangenheit oder Zukunft. Doch Stille ist sogar jenseits vom Jetzt. Wie soll das Denken Dies verstehen, geschweige dann erfahren? Unmöglich!

Das hier ist eine Forschung. Es ist deine Forschung. Es ist die Forschung von allen die weiter gehen müssen, als nur bis zur Erfahrung der Glückseligkeit. Diese Erfahrung wird wieder vergehen und die Verzweiflung wird dann stärker sein als vorher. Wenn du nicht bis zum Finale gehen willst, dann fang besser gar nicht erst mit der Suche an, doch wenn du begonnen hast, bringe es besser zu Ende. Allerdings ist die Wahrheit, dass beides nicht in deiner Hand liegt.

Forschen wir also. Die Frage ist, wie kann ich den inneren Dialog stoppen. Bitte, folgen wir einfach, ohne innere Bewegung, der Spur die die Worte hinterlassen, denn die Worte sind nicht die Antwort. Auch nicht, wenn sie zu einem verständlichen Satz zusammengesetzt sind. Möglicherweise gerade dann nicht.

Die Antwort hast du doch schon selber erfahren. Den inneren Dialog kannst du nicht stoppen. Das Gerede in deinem Kopf, die ständigen Urteile und Kommentare, das ständige Benennen-müssen von allem was angeschaut wird, das Nachdenken-müssen über die Vergangenheit und die sorgenvollen Gedanken über die Zukunft, das alles ist ein pausenloses Tun. Jetzt möchtest du diesen ständigen inneren Dialog also stoppen.

Das Stoppen-wollen ist aber auch ein Tun.

Du sagst zu dir: >Ich sollte still sein und keine Gedanken haben, dann ist endlich Stille.<
Doch das ist nur ein weiterer Gedanke über das Still-sein.

Du sagst zu dir: >Wenn ich keinen inneren Dialog mehr habe, dann bin ich erleuchtet.<
Doch auch das ist nur ein Gedanke über Erleuchtung.

Es ist ein gedankliches Konzept über Stille und Erleuchtung und die möglichen Voraussetzungen und richtigen Schritte um sie zu erreichen.

Wie soll ein gedankliches Konzept zu Stille führen, wenn genau dieses gedankliche Konzept selbst die Stille zu verschleiern scheint?
Wie willst du also mit einem vergänglichen Tun ein anderes vergängliches Tun dauerhaft beenden? Die beste Technik oder Methode kann das nicht erreichen. Es sei denn, du lässt dein Gehirn entfernen und das scheint eine nicht besonders vielversprechende Methode zu sein. Also möchtest du Konzeptlosigkeit erreichen. Doch das wäre nur ein weiterer Gedanke über ein konzeptloses Erreichen der Stille.

Aber Stille ist schon, jenseits von Konzeptlosigkeit.

Doch das mechanische Denken kann enden.
Aber deine Frage nach dem Wie, ist wieder eine Frage nach einer Methode.
Eine Methode ist immer ein vergängliches Tun, das zu vergänglichen Resultaten führen muss und so drehst du dich im Kreis, endlos, schon ewig.
Das ist unintelligent, allerdings verständlich.

Die Gedanken sind doch nicht das Problem, sondern das Greifen nach ihnen, die Identifikation mit ihren Inhalten.
Das Resultat irgendeiner Methode kann eine Erfahrung sein. Die Erfahrung ist nicht das Erfahrene selbst, da es sofort in der Vergangenheitsform abgespeichert wird. Fasse die Erfahrung nicht an, hole sie nicht aus dem Speicher der Vergangenheit. So ist das Sehen der Stille, in dem jede Erfahrung erscheint, immer frisch. Sie erscheint in sich selbst.
Das zu erkennen ist intelligent, allerdings unverständlich.

Das Kämpfen mit dem Denken, das Ablehnen der Gedanken und ihrer Inhalte führt nur zu einer Spaltung innerhalb der Spaltung. Die Angelegenheit wird nur noch komplizierter. Das Denken kämpft mit sich selber. Gedanke gegen Gedanke. Das führt dich entweder in ein Irrenhaus oder in ein Wirtshaus. Es führt dich also in diese Welt.

Statt die Gedanken zu bekämpfen oder nach ihnen zu greifen, kann da auch nur ein Beobachten ihres Entstehens sein? Beobachten, wie sie aus dem Nichts erscheinen, wie das gewohnheitsmäßige Greifen geschieht, wie begierig die Inhalten aufgesaugt werden, wie die Augen leer werden, wenn diese Gedankenwelt die gesamte Aufmerksamkeit absorbiert, wie der erste Gedanke zum nächsten führt, wie in diesem Gedankenuniversum das Vergessen geschieht, schließlich wie du glaubst Gedanke zu sein. Schließlich wie du fraglos akzeptiert der Denker zu sein. Schließlich wie der Denker aus dem Beobachten ein Konzept entwickelt und wie aus dem Konzept eine Methode wird. Beobachte still genau das.

Befreiung erfolgt durch das Erkennen, was da abläuft. Die Intelligenz, die Stille erkennt was da abläuft. Du bist die Intelligenz, Du bist schon die Stille, jenseits von Beobachtung.

Der Augenblick des Erkennens ist Befreiung. Das mechanische Denken stockt.Stille.

STILLE

Dann kommt ziemlich bald der nächste Gedanke. >Was war denn das?< lautet er vielleicht und der innere Dialog beginnt von vorne.

Na und.

Beobachte ohne Urteil oder innerer Regung eben diesen inneren Dialog.

Das Wiedererkennen ist konzeptlos, methodenlos.
Wenn du einen vertrauten lieben Menschen vom Bahnhof abholst, brauchst du doch kein Konzept oder Methode um ihn zu erkennen. Du beobachtest doch die Menge an Menschen nur um diesen lieben Menschen nicht zu verpassen. Du bist der Liebe wegen hier.
Wenn du abgelenkt bist verpasst du ihn.
Dann plötzlich leuchtet dieser Mensch in der Menge auf und du fällst ihm um den Hals und küsst ihn. Völlig spontan.

Wiedererkennen ist zeitlos, es geschieht einfach.
Beobachte einfach ruhig die Menge deiner Gedanken, auf dem Bahnhof deines Lebens. Benenne nichts, egal was erscheint und dann plötzlich packt die Stille zu und küsst dich mitten in dein Herz.

Ah, Erkennen.

Was erkennt sich? Stille erkennt sich als Du in Stille. Als Stille das in Gedanken versunken war, im Traum ein Leben zu haben.

Du bist das Leben und das kannst Du ziemlich wörtlich nehmen, wenn du möchtest.

Wie kann das Leben ein Leben haben, wenn es schon anfangslos Alles ist?

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