TEIL 2 Was hat es mit den Praktiken, Übungen und Methoden der traditionellen Religionen auf sich? Was hat es zum Beispiel mit „The Secret“ auf sich und was kann ich damit erreichen?
September 9, 2012

Fragen eines Freundes

25.08.2012 Teil 2          mit Teil 1 beginnen

 Was hat es mit diesen New Age Bewegungen wie zum Beispiel „The Secret“ oder „Bestellungen beim Universum“ auf sich? Funktioniert das überhaupt?

Und in dem Zusammenhang ist die Frage ebenfalls, was hat es mit den Praktiken und Übungen der traditionellen Religionen auf sich? Was soll mit diesen Übungen überhaupt erreicht werden und was kann ich damit wirklich erreichen?

Und wenn du alle diese Fragen beantwortest, woher soll ich wissen, dass du nicht lauter Unsinn erzählst? Woher willst du selber wissen, dass das die Wahrheit ist und du nicht einfach verrückt bist?

Furcht ist die grundlegendste Erfahrung von uns Menschen. Furcht ist über alle Kulturen und Gesellschaftformen dieser Welt die beherrschende Basis, es ist die Quelle jeglicher persönlichen Reaktion. Furcht taucht sofort mit Ignoranz und Unwissenheit auf. Furcht ist nicht Produkt oder Ergebnis, sondern Furcht ist der erlebbare, fühlbare Ausdruck von Unwissenheit und Ignoranz.

Furcht ist somit die Basis auf die der Denker erscheinen kann, der dann, als Ergebniss des Vorganges des Denkens, zu erfahren hat, dass er die Ursache all dieser Entsetzlichkeiten, die auf dieser Welt geschehen, sein soll.

Das alles uninhinterfragt akzeptieren zu müssen, ist Unwissenheit. Die durchscheinende Wahrheit nicht zu sehen, dass der Denker, die scheinbare Person, nur ein mögliches Ergebniss ist und sich eher als ein wages Gefühl einer persönlichen Identität etabliert hat, ist Ignoranz.

Muss der Denker endlich nicht mehr erscheinen, verschwindet die Furcht vor der Nichtexistenz. Tatsächlich erscheint dann die Wahrheit, dass nur Existenz ist und zwar manifest oder unmanifest.

Doch muss Denker erscheinen, muss das Gefühl einer persönlichen, unabhängigen Existenz weiter erscheinen, so erscheint auch Furcht und der Mensch fürchtet sich in einer erbarmungslosen Vision der Welt, die durch das Augenlicht zu fließen scheint.

Es ist sicher nicht nötig tiefer auf die Grausamkeiten, die mit uns Menschen auftauchen können, einzugehen. Diese Grausamkeit und die dumpfe Empfindungslosigkeit, die sich durch die menschlichen Wesen gegen alle lebendigen und unbelebten Strukturen richten kann, kann ein entsetzliches Ausmaß annehmen. Besonders gegen die eigene Spezies wird oft mit einer perfiden Raffinesse vorgegangen.

Doch das Höchstmaß der Zerstörungskraft richtet die Person gegen sich selbst. Es sieht aus wie eine Hassliebe, die einerseits möchte dass das alles endet und andererseits alles dafür zu tun scheint, dass alles so endlos weiter gehen kann. Diese Zerrissenheit, dieser Wahnsinn, diese Gespaltenheit kann sofort enden, da das alles eine Lüge ist. Eine Lüge der Ignoranz und eine Lüge da nur die Unwissenheit, wie eine Nebeldecke, die Wahrheit zu überdecken scheint.

Die Angst ist, dass wenn Wahrheit gesehen wird, dass dann das persönliche Leben wie eine Kerze im Wind erlöschen würde. Und es ist auch die Wahrheit, das persönliche Leben erlischt tatsächlich, aber nur weil es nie als eigenständige Existenzform bestanden hat.

Doch, das Erlöschen-dürfen der Empfindung ein persönliches Leben zu haben, ersetzt die Lüge des >ich<, durch die Wahrheit des Lebens selbst und die Schwingen der Freiheit fangen sich an, in diesem individuellen Ausdruck als Mensch, auseinanderzufalten. So stirbst >du< endlich und Leben ist nun möglich.

Das alles ist für die Person höchst befremdlich und die Angst in Wahrheit nicht-zu-sein, verstärkt die vorhandene Furcht zu einer geradezu paranoiden Obsession.

All diese Ungewissheit darüber, ob der nächste Morgen noch erlebt wird, führt zu Ideen und diese wiederrum führen zu Konzepten, die das Leben erst sicherer, anschließend besser und wenn das erreicht ist, schließlich interessanter machen sollen.

Denn das wirklich Verrückte ist doch, wenn irgendwann tatsächlich das Gefühl von Sicherheit eintritt, aus welchem Grund auch immer, kommt sofort das Gefühl von Langeweile und Eintönigkeit auf und irgendetwas interessantes muss her, das dann in der Konsequenz wiederum das Gefühl der Sicherheit in Frage stellen wird. Somit geht die Runde wieder von vorne los.

Kannst du den Wahnsinn darin sehen?

Also, all diese Konzepte führen zu Handlungen, die wiederum Erfahrungen produzieren. Das Greifen nach den Erfahrungen führt zu der Wiederholung der jeweiligen Handlung und somit entstehen Rituale. All das führt zu einer Wahrnehmung, in der das Gefühl entsteht, dass jemand etwas erreicht hat oder erreichen kann.

Dieses Gefühl des Erreichen-können von etwas, unterscheidet sich sehr von dem vertrauten Gefühl der Unsicherheit und des Verloren-seins.

Somit erlangt das Gefühl des Erreichen-könnens eine höhere Priorität und wird weiter und intensiver praktiziert. So errichtet dieses Gefühl Kirchen und Tempel. Gründet religiöse Gemeinschaften oder esoterische Bewegungen. Predigt die Methoden des rechten Weges, räumt mögliche Gegner aus dem Weg und preist die Resultate.

Die Ablehnung dieser entsetzlichen Realität, deren Quelle unser Menschsein zu sein scheint und das Greifen nach dem Paradies oder Nirwana, wo alles besser sein soll, ist nur zu verständlich und doch ist es letztlich die Ursache für die Aufrechterhaltung der Entsetzlichkeit.

Hier wird jetzt nicht auf diesen Mechanismus eingegangen, darüber haben wir schon bei anderen Gelegenheiten öfter gesprochen.

Jetzt geht es darum wieso all diese Praktiken und Methoden funktionieren können und was hier funktionieren überhaupt bedeutet soll.

Funktionieren bedeutet, dass Ergebnisse erscheinen können.

Ja, jetzt bist du sehr erstaunt. Rituale können tatsächlich Ergebnisse produzieren.

Allerdings liegt hier ein riesiges Missverständnis vor, falls der Praktizierende  glaubt, dass >er< durch das Wiederholen von Ritualen etwas erreicht.

Schauen wir doch mal genauer hin was hier wirklich vorgeht.

Kann der Aussage gefolgt werden, dass innerhalb des energetischen Musters, Bewegung erfolgen kann?

Kann der Aussage gefolgt werden, dass Bewegungen Inhalte widerspiegeln können, die als Gedankenform identifiziert werden können?

Kann gesehen werden, dass ein Greifen nach diesen Inhalten Denken erzeugt?

Kann dann der Aussage gefolgt werden, dass mit dem Denken als Bewegung an sich, der Denker, also das Gefühl einer eigenständigen Existenz eintritt?

Kann der Aussage gefolgt werden, dass dieses Gefühl schließlich in einen konzeptuellen Ausdruck mündet, der im Allgemeinen mit>ich< benannt wird?

Und schließlich kann dem gefolgt werden, dass dieses >ich< als Resultat des Denkens selber, den Imperativ in sich fühlen muss, die Ursache aller aufscheinenden Prozesse zu sein?

Kann der Aussage gefolgt werden, dass >ich< als Resultat oder Ergebnis unschuldig ist, aber als Nebenprodukt der energetischen Bewegung höchst überflüssig ist?

Und schließlich, kann der Aussage gefolgt werden, dass die Wahrheit, die aufscheint, zeigt, dass die Bewegung des Lebens, wie es beobachtet werden kann und Dies was beobachtet und Dies in dem das alles auftaucht, das Selbe ist?

Das es Eins ist?

Hier geht es nicht um Zustimmung oder darum jemanden zu überzeugen. Es geht nur um das Folgen dieser Aussagen aus der Stille eines ruhigen Geistes, ohne Zustimmung oder Ablehnung. Es geht darum, dass es gesehen wird.

Alles andere ist absolut wertlos.

Wenn also den Aussagen so gefolgt werden konnte, was ist dort zu sehen?

Ist dort das Muster zu sehen, weit bevor Mensch als Objekt erscheint, obwohl alles zeitlos jetzt ist?

Ein Muster, das offensichtlich das unbegrenzte Potenzial in sich trägt alles zu reflektieren, jeglichen Inhalt zu spiegeln.

Wenn das dort wahrgenommen wird, muss klar gesehen werden, dass die Ergebnisse, die durch Rituale erscheinen können, durch niemanden erzeugt wurden.

Wenn jetzt gesehen werden kann, dass >ich< nach den Ergebnissen als eine Erfahrung greifen muss, dann ist ursachlose Freiheit da.

Wenn nicht, dann musst dort weiter geglaubt werden, dass du dir ein neues Haus oder Partner oder sonst etwas wünscht.

Dort muss solange daran geglaubt werden, bis das endlich enden darf.

Wenn du schon praktizieren musst, warum wünscht du dir nicht dass das endlich endet?

Also, was erscheint jetzt?

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Muss ich das Ego loswerden um die Stille zu finden? Teil 1
Februar 21, 2012

Fragen eines Freundes

11.01.2012

Muss ich das Ego loswerden um die Stille zu finden? Teil 1
Ist das Ego schuld an dieser kranken Welt? Teil 2
Ich fühle mich innerlich so zerrissen. Was soll ich tun um endlich Ruhe zu haben?

Teil 1

Warum stellen wir eigentlich diese Fragen? Ist es die Hoffnung, dass die Antwort die Lösung unserer Probleme bedeuten könnte? Das die Antwort die Fähigkeit in sich trägt, unsere innere Zerrissenheit und unseren Schmerz auszulöschen? Oder das die Antwort die Welt rettet? Wenn das so wäre, dann wäre unsere Freiheit von Antworten abhängig. Doch Antworten erscheinen hier in Sprache, sie sind also Objekte.

Die Lebensdauer von Objekten ist immer von Umständen abhängig und irgendwann zerfallen alle Objekte. Auch die perfekteste Antwort wird zerfallen, spätestens wenn die Sprache, in der sie erscheint, von niemand mehr gesprochen und verstanden wird. Wenn Freiheit von Objekten abhängen würde, dann müsste die gesamte Menschheit schon lange im Paradies leben, denn Objekte, ob geistiger oder stofflicher Natur, erscheinen ständig.

Doch wenn wir die Welt und unser Leben als Menschen betrachten, müssen wir realistisch feststellen, dass der Schmerz und die Zerrissenheit nicht weniger geworden ist. Wir schauen heute auf eine Welt, die geradezu im Wahnsinn zu versinken scheint. Angeführt von blinden Narren, gefolgt von einer Menschenmenge, gleich einer Schafsherde, die das Lied von Angst, Neid und Gier singen, als ob es das Hohelied der Erlösung wäre. Immer auf der Suche nach beständiger Sicherheit durch die Welt stampfend und dabei alles zerstörend was dabei im Weg steht.

Das ist keine Theorie. Schau dich um in der Welt, der nächste Krieg, die nächste Krise, die nächste Unmenschlichkeit ist schon im Anmarsch.

Wir sollten also unseren Blick über die Antwort hinaus erheben, über das Verstehen hinaus, um zu sehen, auf was die Antwort hinweist.

Dann ist vielleicht Erkennen möglich.

Muss ich das Ego loswerden um die Stille zu finden, ist deine Frage. Wenn du bereit bist, können wir zusammen nach der Antwort forschen. Vielleicht findest du dabei in dir die Antwort auf alle deine Fragen.

Möchtest du finden, liebster Mensch?

Dann lass uns gemeinsam forschen. Doch vielleicht noch das, hier geht es nicht um Glauben oder um Nicht-Glauben. Stelle alles auf den Prüfstand, was hier gesagt wird und finde selbst heraus, ob es die Wahrheit ist. Dein Herz verneigt sich still in Demut vor der Wahrheit. Dein Herz kann durch nichts getäuscht werden. Also forschen wir mit Herz, denn in diesem Licht hat nur Wahrheit bestand.

Alle deine Fragen scheinen auf eine wesentliche Kernfrage hinzudeuten.

Gibt es eine Möglichkeit der menschlichen Existenz, die jenseits von dieser Zerrissenheit, dieser Rastlosigkeit und dieses Zerstörungswahns liegt?

Gibt es eine Existenzmöglichkeit der Menschen, die nicht dem Ausdruck dieser Dynamik des Beherrschens und des Beherrscht-werdens unterworfen ist, mit all seinen Ängsten, Grausamkeiten, Vereinsamung und der verzweifelten, vergeblichen Suche nach dauerhafter Sicherheit?

Müssen wir wieder zu Kindern werden, zurück in Unschuld und Unwissenheit fliehen, zurück in das Mutterleib kriechen, um das verlorene Paradies zu finden?

Kann Flucht zur Freiheit führen?

Also schauen wir doch erst einmal genau hin, vor was wir fliehen.

Was ist das Ego überhaupt? Nein, es geht hier nicht um psychologische Definitionen. Wir betrachten das Ego direkt. Wir betrachten uns direkt. Keine Analyse, sonst würden wir in diesem Leben zu keinem Ergebnis kommen. Analyse ist ein Instrument des Egos, es ist Gedanke. Hier wird nur ein Beobachten vorgeschlagen. Das Beobachten dessen, was in der Suche erscheint, ohne Verurteilung, ohne Verteidigung, kein Ignorieren. Keine Flucht in Selbstbetäubung. Keine Flucht in Analyse.

Beobachten wir einfach wie sich da dieser Gedankenstrom unablässig erhebt. Kreisend und wirbelnd die Bruchstücken von Gedanken verwebt, auseinanderfällt und sich wieder verbindet. Immer in Bewegung. Ruhelos. Wie gespeicherte Erfahrungen in diesem Gedankenwirbelsturm einer rastlosen Begutachtung unterzogen werden. Wie sie zu Glaubenssätzen emporsteigen, wie sie die Begutachtung als wichtig passieren dürfen oder wie sie achtlos fallen gelassen werden, wenn sie als bedeutungslos eingestuft werden.

Beobachte genau und frage dich selbst, hast du irgendeinen Anteil an diesem Vorgang? Hast du irgendeine Möglichkeit diesen Prozess zu beeinflussen oder sogar zu stoppen? Ganz direkt. Jetzt.

Also du kannst es nicht. Das ist die Wahrheit. Seltsam, oder?

Wenn wir über uns Menschen reden, meinen wir dann diesen mechanischen, sich wie ein irrer Kreisel, drehenden Vorgang in unserem Kopf? Das sollen wir also sein, dieser Gedankenmechanismus, den wir als Ego, ich oder das Selbst bezeichnen?

Oder müssten wir ehrlicherweise sagen, da er scheinbar in einer offensichtlich unbeeinflussbaren Art und Weise in uns wirkt, dass dieser Mechanismus inzwischen unser Menschsein definiert?

Doch wie kann so ein rastloser, mechanischer, sich jeder Kontrolle entziehender Gedankenwirbeln diese Aufwertung erfahren, sich für dich auszugeben?

Gehen wir doch noch etwas näher heran, vielleicht finden wir die Lösung, wenn wir tiefer in dieses Rätsel eindringen.

Was finden wir vor, wenn wir die Arbeitsweise dieses Prozesses beobachten? Nach welchen Grundsätzen und Regeln arbeitet dieser Mechanismus. Mit welchem Recht glauben wir Ego zu sein, oder erlauben wir Ego sich als du auszugeben?

Wir stellen fest, dass die Inhalte der Grundsätze, wie zum Beispiel moralische oder ethische Vorstellungen, schon von Mensch zu Mensch, geschweige dann zwischen Kulturen, unterschiedlich sind.

Es scheint keine allgemeingültige Inhalte zu geben, die Variationsbreite ist sehr groß, es scheint einfach alles sein zu können.

Aber doch wird von jedem Menschen, egal welcher Kultur, Gesellschaft oder Epoche, Ego als Ausdruck des Menschenseins fraglos akzeptiert. Dieses fraglose Akzeptieren scheint die Hauptübereinstimmung zu sein. Es scheint das verbindende Merkmal, über alle Unterschiede der Menschen, Kulturen und Epochen hinweg.

Nach welchen Regeln arbeitet dieser Gedankenwirbel, was finden wir hier vor? Wenn wir tief genug vordringen, finden wir unter allem Gedankennebel nur eine Hauptregel und das ist der Befehl zur Bewegung an sich. Der Befehl zur Funktionalität. Wir finden also bei unserer Forschung ein sich aberwitzig, permanent drehendes Gedankenkarussell, das prinzipiell frei von beschränkenden Grundsätzen, inhaltlich alles aufnehmen kann, es betrachtet, archiviert, verknüpft, verwirft usw. und als Hauptregel den Grundsatzbefehl des Funktionieren seiner selbst, sozusagen fest verdrahtet in der Hauptsteuerung, aufweist.

Wir müssen weiter feststellen, dass wir anscheinend keine Macht über diesen Mechanismus haben, um ihn z.B. zu stoppen. Die Inhalte, mit denen sich dieser Mechanismus beschäftigt, scheinen in Abhängigkeit von kulturellen Kontexten, sozialen Konditionierungsvorgängen und von genetischen bedingten Gegebenheiten definiert zu sein. Auf diese Umstände hatten wir also ebenfalls nie Einfluss.

Wir müssen feststellen, dass wir diesen Mechanismus nicht geschaffen haben können, es übersteigt bei weitem unsere Fähigkeit. Wir haben keinen Schlüssel zum Kontrollzentrum und wir haben keine Macht über ihn.

Und doch können wir diesen Mechanismus untersuchen. Wir können sogar bei genug Mut in seinen Kern eindringen. Wenn Wahrnehmung dorthin vordringt, finden wir etwas sehr Seltsames vor. Im Kern, im Zentrum des Gedankenwirbels herrscht absolute Ruhe, wie in dem Auge eines Wirbelsturms. Hier dreht sich kein Gedanke, kein Lüftchen bewegt sich.

Das kannst du selber nachprüfen, es braucht nur ein bisschen Courage und Forschungsdrang. Dein Leid könnte Antrieb genug sein, dieser Angelegenheit auf den Grund zu gehen. Denn hier finden wir tatsächlich den bewegungslosen Bodensatz des Denkmechanismus. Diese Ruhe hier ist ein wenig dumpf, man kann hier nicht lange bleiben.

Die Gravitationsauswirkungen des Denken-müssen beeinflusst hier die Reinheit der Wahrnehmung. Aus dieser Perspektive scheint die inhärente Aufgabe von Denken-müssen die Untersuchung durch unterscheidungsloses Zerlegen des Untersuchten zu sein, um schließlich unterscheidungsfähige Erkenntnisse zu gewinnen und zu speichern. Jede Methode, jedes Wort über eine auf diese Art gewonnene Erkenntnis, jede bekannte Definition, jede Schlussfolgerung und wirkt sie noch so scharfsinnig, jede philosophische Betrachtungsweise, ist von hier geborgt.

Auch diese Beschreibung, die gerade stattfindet.

Wir können uns hier nicht lange aufhalten. Die Betrachtung dieses mechanischen Zerlegungsdrangs führt recht schnell zu einer Niedergeschlagenheit, die zu einer ausgewachsenen Depression mit nihilistischen Ausprägungen anwachsen kann.

Diese Ruhe, diese Art Stille besitzt also Eigenschaften, weist Qualitäten auf. Es kann also nicht STILLE sein. STILLE IST schon ewig, jenseits von allen Eigenschaften, von allen Qualitäten. Jedoch in STILLE können alle Qualitäten, Eigenschaften erscheinen.

Doch für einen kurzen Blick, aus dem ruhigen Zentrum des Gedankensturmes auf die Struktur des Wirbels, reicht es. Was nehmen wir hier wahr? Was nimmst du von hier wahr?

Nichts.

Genau, auch das ist die Wahrheit.

Von hier wird gesehen, dass das, was von „außen“ betrachtet mächtig und beherrschend erscheint, sich als Nichts aus Nichts erhebt und auch darin wieder versinkt.

Ein dynamischer blinder Prozess, ein Abtasten der Erscheinungen, ein Aufsammeln von Ereignissen, ein Abspeichern von Geschichten, ein Zerlegen von Objekten,  ein ständiges Messen, Wiegen und Beurteilen durch das Raum und Zeit auftaucht.

Das kannst Du nicht sein, denn Du stehst gerade im Zentrum dieser Maschine und nimmst wahr.

Also wer bist Du dann, wenn Du dieser mechanische Vorgang nicht sein kannst?

Vielleicht kannst Du jetzt erkennen, dass alle Fragen nur dazu dienen, diese eine Qualität zu enthüllen. Dies was Du tatsächlich bist. Diese Qualität können wir gerne auch Intelligenz nennen. Gerne auch intelligente Wahrnehmung.

Beweglich, lebendig, leuchtend, durchdringend.

Das Verhüllen, oder das Vergessen von Intelligenz selbst, führt anscheinend zu einer Identifikation mit Etwas. Es führt zu dem großen Vergessen. Da Vergessen stattgefunden hat, führt nun ein blindes mechanisches Etwas.

Doch du kannst dieses Etwas nicht zerstören, du hast es auch nicht erschaffen. Aber es kann zum Erliegen kommen, völlig spontan und jenseits aller Vorstellungen.

Wie, fragst du?

Aber schau doch genau hin. Ist gerade Denken-müssen da? Nein, na also.

Völlige Stille, absolute Intelligenz.

Frag nicht wie Dies bleiben kann, bleib einfach ohne Greifen.

Dies kann nicht bleiben, weil es schon IST.

Hier ist kein Raum für Etwas, hier ist keine Grundlage für Ego. Hier ist nur Sehen DESSEN. Hier ist nur Hineinschmelzen in sich selbst, in den Urgrund.

Jetzt, völlig jenseits von Bewegungslosigkeit, erscheint Bewegung und Intelligenz. Schau genau hin, hat jetzt dieser verrückt rotierende Mechanismus bestand?

Schau genau hin, du strahlst höchste Lebendigkeit aus und bist nicht zu Gemüse geworden oder zu einem unwissenden Fötus.

Jetzt kann es geschehen, dass die äußere Form als Mensch zu einem leuchtenden Gefäß der Intelligenz aufscheint. Dann erkennst Du, dass Menschsein das ist, was es schon immer IST, eine Manifestation der Liebe, der Intelligenz, der unterscheidungsfähigen Wahrnehmung.

In dieser Glut schmilzt alles und Selbstlosigkeit erkennt sich als Wesen der Intelligenz.

Doch das ist nicht das Ende, das ist erst der Beginn der Reise.

weiterlesen  Teil 2

3. Wie wichtig ist die Absicht
Januar 25, 2012

15.07.2011

Fragen eines Freundes

1. Wie wird der Funke zum Feuer, das andere ansteckt?

2. Ab welchem Zeitpunkt wird das Feuer manifest?

3. Wie wichtig ist die Absicht?

4. Und in welchem Zusammenhang steht es mit der Ist-Zeit?

 

Dies erscheint als Feuer absichtslos.

„Wichtig“ ist eine Bedeutung die ein zweites Objekt benötigt um wichtiger zu erscheinen.

Wichtig erscheint es Jemand in einer ganzen Kette von Urteilen über etwas anderes.

Nur da ist Nichts, nur ein Spiel von bunten Lichtern.

Dies Ist die Abwesenheit von Absicht.

Dies Ist kein Plan, kein Ziel und keine Aufgabe und du bist Dies geträumt in einem Spiel Namens Leben, das einen Sinn haben soll für dich.

So sagst du „ich habe die Absicht, dass mein Leben einen Sinn haben soll“.

Doch auch Dies ist Dies, dass scheinbar diesen Satz durch die scheinbar feste Form eines du ausspricht.

Der Traum treibt dahin und Dinge geschehen scheinbar und anderes geschieht nicht.

Absicht wird als wichtig empfunden vom Verstand der eine Bedeutung braucht, eine Aufgabe, irgendetwas.

So kann auch Absicht als wichtig empfunden werden, er hat den gleichen Stellenwert wie ein Glas Wasser trinken oder Ausatmen und nicht mehr Einzuatmen.

Die Dinge erscheinen scheinbar im Traum und haben ihre Absicht zu erscheinen schon durch das Erscheinen ohne Wichtigkeit erfüllt.

Doch auch der Verstand der nach etwas strebt wie Wichtigkeit, ist Dies und das kann er nicht verstehen.

Das Gefühl ohne Wichtigkeit und Absicht dahin zu treiben ist nichts für den Verstand.

Ohne Aufgabe glaubt der Verstand wahnsinnig zu werden. Dabei ist der Wahnsinn das der Verstand mehr zu wollen scheint als Dies Ist.

Wenn das Zappeln des Verstandes niemand stört, da niemand da ist, so kann Dies alles gesehen werden ohne Absicht oder Wollen, ohne Wichtigkeit da auch Unwichtigkeit nicht existiert.

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