Wo führt der Weg und die Suche eigentlich wirklich hin?
Juli 23, 2012

Fragen eines Freundes

13.07.2012

Bei all dieser Suche, die aus meiner Verzweiflung zu kommen scheint, fühle ich mich ständig mehr verwirrt.
Da gibt es zwar Momente großer Klarheit und Erkenntnis, doch nur wenig später ist die Verwirrung umso größer. Gibt es Zeichen auf dem Weg und wo führt der Weg und die Suche eigentlich wirklich hin?

Zuerst einmal sollten wir klären was du eigentlich erhoffst mit deinen Fragen. Was ist die Motivation? Das ist der erste Punkt.

Der zweite Punkt ist, dass die Antworten, die auf diese Fragen vielleicht erscheinen, dann mit Sicherheit nur weitere Fragen produzieren werden, wenn der erste Punkt nicht eindeutig geklärt ist.

Gehen wir also Schritt für Schritt vor.

Da taucht scheinbar eine Frage auf, mit der Bitte um eine Antwort. Die Antwort die erscheint, ist der Spiegel in dem du dich sehen kannst, wenn du bereit bist vorurteilsfrei hinzuschauen.

Es geht hier jedoch nicht um die Worte. Verwirrung, Klarheit, Erkenntnis – was bedeuten diese Worte denn tatsächlich? Sie bedeuten gar nichts! Das sind nur Laute die vom konzeptuellen Denken eingefangen worden sind und nun benutzt werden.  Als Werkzeuge für die Besicherung einer Beständigkeit. Es gibt tatsächlich Beständigkeit, es gibt tatsächlich Unbewegtheit, doch nicht auf der Ebene des Geistes.

Also was hoffst du in der Spiegelung deiner Fragen zu  sehen?

Du wirst Nichts sehen und das ist es was du anfangslos bist! Das ist eine Tatsache und du weist es schon längst. Doch der Glaubenssatz der eigenständigen Existenz zwingt dich zur Verleugnung dieser Tatsache. So stellst du weiter Fragen, um die Verleumdung zu verdecken und um die Panik, die diese Verleumdung erzeugt, zu bekämpfen.

Du weist doch schon alles! Somit ist das Fragen und das Hoffen auf eine verständliche Antwort nur ein Ausweichen vor dem Ausgelöscht-werden.

Schau jetzt genau hin was da in diesem Moment so panikhaft auf diese Worte reagiert!

Also ist der erste Punkt klar. Du erwartest keine Antworten auf deine Fragen. Du möchtest nur eine Basis haben um in Verwirrung zu bleiben, die dir so vertraut ist.

Das ist Missbrauch von Sprache. So gehen wir Menschen durch die Zeit der Existenz. Plappernd, schwatzend und schwafelnd schaffen und erhalten wir unsere Verstandeswelt. Wir verstellen uns somit selbst den Blick auf die wahre Natur, die wir wirklich sind.

Eins ist jedenfalls gewiss. Diese Verwirrung wird dir keiner nehmen. Sie wird dir von niemand streitig gemacht. Dort bist du völlig sicher. Zusammen mit all den anderen freiwillig Verwirrten kannst du über diese Dreckswelt jammern bis der Körper auseinander fällt und das wird er eines Tages zweifellos mit der gleichen Sicherheit.

Und deine Frage nach Zeichen: Ja es gibt Zeichen, die einschlägige Literatur ist ja voll von Beschreibungen der Zeichen und der Stufen des Fortschreitens und tatsächlich können solche Erfahrungen auftauchen. Du kannst sie als etwas Wunderbares betrachten und wieder eine Story daraus machen. Doch in Wirklichkeit sind es tatsächlich Zeichen des Sterbens deines persönlichen Begreifens. Wenn die Zeichen und Erfahrungen deine persönliche Story ärmer und dünner erscheinen lassen, ist es der richtige Pfad.

Also gib die Hoffnung auf ein Ergebnis auf, einfach so, dann werden keine Fragen, die deine Ketten nur noch fester zu machen scheinen, mehr auftauchen können. Dann kann nur Antwort sein. Doch da wird niemand sein, den das noch interessieren kann. Doch auch das kann nicht als Ziel des Weges benannt werden.

Denn das wäre Hoffnung auf ein Ergebnis, auf ein Happy-End der Suche, auf das Beenden der Verzweiflung von Jemand, die Hoffnung auf das Finden von Jemand der ein Niemand ist.

All das ist nur Story. Ein Mind-Fuck des rastlosen Verstandes, der eine temporäre Erscheinung im Geist ist und über seine Kompetenzen und Aufgaben hinaus eine imaginäre Welt des Ich und der Anderen erdacht hat.

Das ist die Denk-Story durch die du erscheinst.

Ohne Story bist du nicht.

Die Suche führt genau hier hin. Die Suche führt zu Nicht. Und somit führt die Suche zu absoluter Lebendigkeit.
Die Suche führt zum Ende deiner persönlichen Denk-Story.
Die Suche führt zu Sein, ohne dass du sein musst.

Es führt zu Dich ohne dir.

Die Suche führt zum Tod dessen was denkt und glaubt suchen zu müssen um Bestand haben zu können.
Somit kann nach dem Sterben des Suchenden dies leben was bestehen kann ohne denken und glauben zu müssen.

Es stirbt die Angst der Nichtexistenz.
Es lebt die Liebe in Form der Menschlichkeit.

Die Welt wird sich weiterdrehen und doch nun kann Wahrnehmung sich unvermittelt ausdehnen.

Zwinge dich nicht zu weiteren Fragen, denn jetzt ist nur Freiheit da.

Sieh dieses absichtslose unablässige Blühen ringsumher.

Sieh dieses Wunder.

Das ist Es!

Selbst-los
Februar 22, 2012

Kuss der Stille/Tagebuchnotizen 2011

Selbst-los

10.7.2011

Das Anschauen des Nichts, das alles allem gleichgestellt sein, das Bedeutungslose und Inhaltslose das sich manifestiert und auflöst. Dies öde trockene Etwas in dem Substanzlosigkeit und Sinnlosigkeit wahrgenommen wird, trocknet alles aus.

Die Wahrnehmung des Wahrgenommenen, die Bedeutung dessen oder auch die Nichtbedeutung ist durchdrungen von Trostlosigkeit und faden Geschmack.

Es ist ein dunkles Leben, dessen einziger Lebensinhalt darin zu bestehen scheint dies mit Gleichmut zu ertragen und endlos anzuschauen bis zum letzten Tag, ohne Ausweg, ohne Hoffnung da es überall zu sein scheint.

So verging eine lange Zeit.
Scheinbar.

Und dann scheinbar grundlos erhebt sich aus dieser Tristesse, die scheinbar andere Seite der Medaille, das Alles des Nichts.
Die Schau ist überwältigend.
Dort wo früher alles gleich tot aussah, wird nun die gleiche Lebendigkeit in den Formen gesehen.

Ein Schleier scheint abgefallen, der alle Formen gleich inhaltslos erscheinen ließ und Gleichmut in Gleichgültigkeit zu verwandeln drohte.
Die Verzweiflung löst sich in Rauch auf und der Rauch steigt in Stille kerzengerade in den blauen Himmel der wolkenlos die Welt umspannt.
Doch es fehlt noch mehr als dieser Schleier und die Vision der düsteren verzweifelten Welt.
Zu Rauch ist auch der geworden der in der Tristesse der Leidende war und verzweifelt nach Befreiung suchte. Diese getriebene Suche nach Glück, Liebe und Wahrheit.
Der Leidende ist weg.
Der Suchende ist weg.

Die Suche nach ihm ergab, das er nie da war, ebenso nicht die düstere Welt mit seinem Leid und den furchtbaren Geschichten.
Doch wer untersuchte jetzt das was scheinbar nie gewesen war?
Der Blick fällt nach innen und es wird niemand wahrgenommen.
Also niemand ist hier. Wer das sieht ist unbekannt.
So bleibt nur das der Jemand selbst der Schleier war der die Welt verdunkelte und die Suche nach dem Licht anstiftete.

Doch das Licht ist immer da, das kann nun mühelos gesehen werden, wenn auch von niemand. Der offenbarte Reichtum glitzert und blitzt im Schein des ewigen anfangslosen Lichtes. Hier lädt alles zum Verweilen ein, das Paradies ist offenbart.

Sonst hat sich nichts geändert und damit alles.

Subtil ist die Versuchung, fein die Falle, das hier als Ziel erfahren zu wollen, obwohl sogar das Wollen abgefallen ist. Das ist ein Rätsel.
Sogar niemand kann ergriffen werden von dieser Pracht.
Als ob Dies, als Verführung, sich selbst verführt um zu bestehen oder um nicht zu bestehen.
Alles ist willkommen, ohne etwas vorzuziehen.

Nun hilft scheinbar der trainierte Gleichmut, die gedrillte Geduld das Nichts ertragen zu müssen, als Jemand noch das Glück jagte.
Das hilft zwar niemand, doch so trägt die Ruhe oder umgekehrt diese Ruhe trägt das Alles einfach auch als Nichts gesehen wird. Und so erhebt sich Dies unberührt aus sich heraus und sinkt in Dies auch wieder unberührt ein.

Mühelose Manifestation von Nichts in Allem und Allem in Nichts, gestreichelt von niemand klaren Blick.
So wird gesehen das auch in der Fülle des Nichts alles gleich Ist.

Kein Greifen, nur Freiheit auch von Allem.
Unberührbar, unbefleckbar, nur Sehen dessen.
Da ist nur Gleichmut. Das Jemand verschwand in niemand.
Jemand war nie gewesen.
Niemand wird nie sein.
Dies schaut.
Wahrnehmung ist das Wahrgenommene, das sich wahrnimmt.
Einfach.

Doch am Ego selbst ist nichts verkehrt. Es ist Dies das als Ego erscheint. Das Ego ist das Selbst das unglücklich im Schatten nach dem Licht umher sucht, im Schatten den es selber wirft.
Das beendete Unglück ist das Ende des Egos, nicht mehr und auch nicht weniger.

Selbst-los.

Es gibt keine zwei Seiten einer Medaille.
Das Eine IST, das scheinbar als zwei erscheint.
Na und, die Welt endet nicht.
Wahrnehmung endet nicht.
Der Traum bricht nicht zusammen, obwohl auch das geschehen kann.

Alles ist so wie vorher.
Alles ist fundamental neu!

Was ist Hingabe?
Februar 16, 2012

Fragen eines Freundes

10.01.2012

Was ist Hingabe?

Das ist die schönste Frage die ein Mensch stellen kann. Diese Frage scheint so unscheinbar, so einfach und so unwichtig, angesichts des Alltags mit seinen Herausforderungen und Kämpfen.

Doch diese Frage berührt etwas sehr Tiefes in uns Menschen. Es berührt unmittelbar unsere wahre unzerstörbare Natur. Gleichzeitigt deckt die Frage nach Hingabe etwas auf, sie zeigt das du kein Mechanismus bist. Sie zeigt, dass Du noch am Leben bist, dass Menschsein dort tief innen lebendig ist.

Kein Mechanismus, kein mechanisches Denken kann diese Frage wirklich so stellen. Denken kalkuliert, handelt, tauscht und feilscht. Doch Hingabe kann in seinem Wortschatz nicht vorkommen, es ist nicht seine Natur.

Da war diese junge Frau, gebildet, schön und auf der Suche nach einem Partner.

Sie legte sich eine Liste mit zehn Kriterien an, die dieser Partner zu erfüllen hatte und dann ging sie auf die Suche. Da waren auch ein paar Kandidaten, doch letztlich stellte sich heraus, dass niemand alle zehn Kriterien erfüllen konnte. Die junge Frau versuchte wirklich alles und doch fand sich niemand der dem Bild entsprach, das sie sich entworfen hatte. Schließlich gab sie auf und blieb lieber allein.

Dann etwas später bekam sie eine Einladung von einem Bekannten, einem jungen Mann der ebenfalls allein war, zu einem Abendessen. Er war überhaupt nicht ihr Typ und entsprach in keinster Weise ihrem Entwurf von dem idealen Partner. Doch er war recht nett und sie war ermüdet von ihrer anstrengenden Suche und einsam, also sagte sie sich, warum denn nicht.

Das Essen war gut, die Unterhaltung amüsant, die Stimmung locker. So kamen sie schließlich auch auf das Thema Partnersuche und sie beklagte sich, dass es heutzutage einfach keine geeignete Partner mehr geben würde. Letztlich schrieben sie beide, einfach so zum Spaß, ihre jeweiligen Anforderungen an einen möglichen Partner auf die Servietten und tauschten sie aus.

Der junge Mann lass die zehn Anforderungen der jungen Frau an den idealen Partner und brach in Tränen aus. Die junge Frau reagierte echt erstaunt und betroffen. Sie machte ihm klar, dass er doch unter keinen Umständen ein Kandidat gewesen wäre und es ihr leid tun würde, wenn er sich falsche Hoffnungen gemacht hätte.

Noch erstaunter aber vernahm sie seine Antwort. Er weine nicht um sich, sondern um sie. Er weine um ihre Einsamkeit, um ihre Verzweiflung, um ihre Blindheit, um ihre Angst und der aussichtslosen Suche nach Sicherheit.

Beide sahen sich nie wieder und was aus der jungen Frau geworden ist, ist unbekannt. Doch der junge Mann starb wenige Monate später an einer unheilbaren Krankheit. Er wusste dass er sterben würde, er wusste von seiner Endlichkeit. Er hatte das unglaubliche Glück von seiner Endlichkeit zu erfahren bevor er starb.

Auf seiner Serviette stand nur das Wort Liebe.

Hingabe ist bedingungslose Liebe.
Hingabe ist jenseits von Forderung, Verzicht und Kalkül.
Hingabe ist kein Willensakt oder eine Handlung, die durchgeführt werden kann.
Hingabe kann zu nichts führen, es bringt nichts ein.
Hingabe ist kein Geschäft.

Hingabe ist unsere wahre Natur, die als bedingungslose Liebe erscheint, durchdringend und leuchtend in Ewigkeit.

Du bist schon ewig Hingabe.

Du hast es nur vergessen liebster Mensch.

Du selbst bist die Antwort.

Sturm der Stille
Februar 11, 2012

Kuss der Stille/Tagebuchnotizen 2011

Sturm der Stille

06.7.2011

Gehen ohne Ziel, der Blick ein paar Meter voraus auf den Boden gerichtet, der Kopf gleichzeitig voll und leer. Jede einzelne Zelle im Körper scheint zu brennen, die Wahrnehmung überflutet, Gedanken entleeren explosionsartig ihren Inhalt. Alles gleichzeitig brutal direkt, unvermittelt und gleichzeitig wie ein flüchtiger Kuss einer unbekannten Liebe.

In diesem Feuer setzt der Körper längst vergessene Erlebnisse frei, die intensiver erscheinen als zum Zeitpunkt des Erlebens.

Geräusche, Gerüche, Gefühle entfalten sich dazu wie der Duft einer wunderschönen Blume. Projizierte Bilder, Sehnsüchte und Verzweiflung erscheinen besitzergreifend und lösen sich bei der nächsten Regung rückstandslos auf. Um dann mit aller Kraft wieder zu erscheinen und wieder zu verschwinden.

Der Geist ist unbewegt, das Hirn stumm und Schweigen ist die Antwort auf den Sturm. Gehen ist wie eine Meditation und die Gespräche der Menschen umher verhelfen der Stille sich zu zeigen, der Stille in der Alles erscheint.

Auch Dieses.

Die Sonne strahlt über das Dach gegenüber des kleinen Cafés, zu dem die Füße wie von selber gingen.

Schreiben mildert den Druck im Kopf und kühlt die brennenden Zellen des müden Körpers.

Alles ist ohne Mühe perfekt an seinem Platz.

Die Welt fügt sich immer wieder aufs Neue zur anbetungswürdigen Schönheit zusammen.

Aus der Stille gebiert sie sich selbst, nur um für sich selbst zu blühen und um im gleichen Moment in sich zu sterben.

Welch zwecklose Schönheit ohne Absicht zu gefallen, lieg ich DIR zu Füssen und DEIN Herz küsst meine Stirn mit glühenden Lippen.

Ein Trompeter bläst vom Turm auf dem Platz und die Töne verklingen im Abendhimmel. Ein Taxi fährt vorbei.
Das Ist ALLES.

Dieser ständige innere Dialog, wie kann ich das stoppen?
Februar 8, 2012

Fragen eines Freundes

08.01.2012

Dieser ständige innere Dialog, diese Gedankenmühle, wie kann ich das stoppen?   (Audio)

Wie ist es in Stille sein und wie erkenne ich die Stille? (Teil 2)

 Teil 1

Lass uns doch erst einmal ein eventuelles Missverständnis klären. Hier ist keine Antwortmaschine, oder okkultischer Mittler, oder Orakel wo eine Frage eingeworfen werden kann und die Antwort wie ein Goldstück der Stille und Wahrheit heraus purzelt. Toll, die absolute Wahrheit in einem Satz und danach gibt es Kaffee mit Apfelkuchen.

Es wäre grotesk anzunehmen, dass Antworten die Wahrheit sein könnten. Sie sind immer nur ein Hinweis, bestenfalls ein Wink in die Richtung der Wahrheit. Schon das Medium mit dem Antworten vermittelt werden müssen, in dem Fall Sprache, bedingt, dass Antworten zu Objekten werden. Objekte gehören nun mal aber zu der Welt des Denkens, der Dualität. Denken kann niemals, wirklich niemals die wahre Natur erfahren. Denken kann nur Kopien anlegen. Kopien von Erfahrungen. Denken ist immer Vergangenheit oder Zukunft. Doch Stille ist sogar jenseits vom Jetzt. Wie soll das Denken Dies verstehen, geschweige dann erfahren? Unmöglich!

Das hier ist eine Forschung. Es ist deine Forschung. Es ist die Forschung von allen die weiter gehen müssen, als nur bis zur Erfahrung der Glückseligkeit. Diese Erfahrung wird wieder vergehen und die Verzweiflung wird dann stärker sein als vorher. Wenn du nicht bis zum Finale gehen willst, dann fang besser gar nicht erst mit der Suche an, doch wenn du begonnen hast, bringe es besser zu Ende. Allerdings ist die Wahrheit, dass beides nicht in deiner Hand liegt.

Forschen wir also. Die Frage ist, wie kann ich den inneren Dialog stoppen. Bitte, folgen wir einfach, ohne innere Bewegung, der Spur die die Worte hinterlassen, denn die Worte sind nicht die Antwort. Auch nicht, wenn sie zu einem verständlichen Satz zusammengesetzt sind. Möglicherweise gerade dann nicht.

Die Antwort hast du doch schon selber erfahren. Den inneren Dialog kannst du nicht stoppen. Das Gerede in deinem Kopf, die ständigen Urteile und Kommentare, das ständige Benennen-müssen von allem was angeschaut wird, das Nachdenken-müssen über die Vergangenheit und die sorgenvollen Gedanken über die Zukunft, das alles ist ein pausenloses Tun. Jetzt möchtest du diesen ständigen inneren Dialog also stoppen.

Das Stoppen-wollen ist aber auch ein Tun.

Du sagst zu dir: >Ich sollte still sein und keine Gedanken haben, dann ist endlich Stille.<
Doch das ist nur ein weiterer Gedanke über das Still-sein.

Du sagst zu dir: >Wenn ich keinen inneren Dialog mehr habe, dann bin ich erleuchtet.<
Doch auch das ist nur ein Gedanke über Erleuchtung.

Es ist ein gedankliches Konzept über Stille und Erleuchtung und die möglichen Voraussetzungen und richtigen Schritte um sie zu erreichen.

Wie soll ein gedankliches Konzept zu Stille führen, wenn genau dieses gedankliche Konzept selbst die Stille zu verschleiern scheint?
Wie willst du also mit einem vergänglichen Tun ein anderes vergängliches Tun dauerhaft beenden? Die beste Technik oder Methode kann das nicht erreichen. Es sei denn, du lässt dein Gehirn entfernen und das scheint eine nicht besonders vielversprechende Methode zu sein. Also möchtest du Konzeptlosigkeit erreichen. Doch das wäre nur ein weiterer Gedanke über ein konzeptloses Erreichen der Stille.

Aber Stille ist schon, jenseits von Konzeptlosigkeit.

Doch das mechanische Denken kann enden.
Aber deine Frage nach dem Wie, ist wieder eine Frage nach einer Methode.
Eine Methode ist immer ein vergängliches Tun, das zu vergänglichen Resultaten führen muss und so drehst du dich im Kreis, endlos, schon ewig.
Das ist unintelligent, allerdings verständlich.

Die Gedanken sind doch nicht das Problem, sondern das Greifen nach ihnen, die Identifikation mit ihren Inhalten.
Das Resultat irgendeiner Methode kann eine Erfahrung sein. Die Erfahrung ist nicht das Erfahrene selbst, da es sofort in der Vergangenheitsform abgespeichert wird. Fasse die Erfahrung nicht an, hole sie nicht aus dem Speicher der Vergangenheit. So ist das Sehen der Stille, in dem jede Erfahrung erscheint, immer frisch. Sie erscheint in sich selbst.
Das zu erkennen ist intelligent, allerdings unverständlich.

Das Kämpfen mit dem Denken, das Ablehnen der Gedanken und ihrer Inhalte führt nur zu einer Spaltung innerhalb der Spaltung. Die Angelegenheit wird nur noch komplizierter. Das Denken kämpft mit sich selber. Gedanke gegen Gedanke. Das führt dich entweder in ein Irrenhaus oder in ein Wirtshaus. Es führt dich also in diese Welt.

Statt die Gedanken zu bekämpfen oder nach ihnen zu greifen, kann da auch nur ein Beobachten ihres Entstehens sein? Beobachten, wie sie aus dem Nichts erscheinen, wie das gewohnheitsmäßige Greifen geschieht, wie begierig die Inhalten aufgesaugt werden, wie die Augen leer werden, wenn diese Gedankenwelt die gesamte Aufmerksamkeit absorbiert, wie der erste Gedanke zum nächsten führt, wie in diesem Gedankenuniversum das Vergessen geschieht, schließlich wie du glaubst Gedanke zu sein. Schließlich wie du fraglos akzeptiert der Denker zu sein. Schließlich wie der Denker aus dem Beobachten ein Konzept entwickelt und wie aus dem Konzept eine Methode wird. Beobachte still genau das.

Befreiung erfolgt durch das Erkennen, was da abläuft. Die Intelligenz, die Stille erkennt was da abläuft. Du bist die Intelligenz, Du bist schon die Stille, jenseits von Beobachtung.

Der Augenblick des Erkennens ist Befreiung. Das mechanische Denken stockt.Stille.

STILLE

Dann kommt ziemlich bald der nächste Gedanke. >Was war denn das?< lautet er vielleicht und der innere Dialog beginnt von vorne.

Na und.

Beobachte ohne Urteil oder innerer Regung eben diesen inneren Dialog.

Das Wiedererkennen ist konzeptlos, methodenlos.
Wenn du einen vertrauten lieben Menschen vom Bahnhof abholst, brauchst du doch kein Konzept oder Methode um ihn zu erkennen. Du beobachtest doch die Menge an Menschen nur um diesen lieben Menschen nicht zu verpassen. Du bist der Liebe wegen hier.
Wenn du abgelenkt bist verpasst du ihn.
Dann plötzlich leuchtet dieser Mensch in der Menge auf und du fällst ihm um den Hals und küsst ihn. Völlig spontan.

Wiedererkennen ist zeitlos, es geschieht einfach.
Beobachte einfach ruhig die Menge deiner Gedanken, auf dem Bahnhof deines Lebens. Benenne nichts, egal was erscheint und dann plötzlich packt die Stille zu und küsst dich mitten in dein Herz.

Ah, Erkennen.

Was erkennt sich? Stille erkennt sich als Du in Stille. Als Stille das in Gedanken versunken war, im Traum ein Leben zu haben.

Du bist das Leben und das kannst Du ziemlich wörtlich nehmen, wenn du möchtest.

Wie kann das Leben ein Leben haben, wenn es schon anfangslos Alles ist?

weiterlesen  Teil 2

Noch mal eine Frage zur Meditation und zur spirituellen Suche.
Februar 1, 2012

Fragen eines Freundes

05.01.2012

Noch mal eine Frage zur Meditation und zur spirituellen Suche.
Es beruhigt mich ungemein, wenn ich mich hinsetzte und meine Meditationspraxis mache. Dieser Frieden und die Glücksmomente die ich dabei erfahre, bringen mich durch den Tag. Warum sollte ich das aufgeben? Was bleibt mir dann noch?

Niemand gibt hier irgendwelche Ratschläge und fordert dich auf etwas aufzugeben. Es gibt auch keine Vorschläge, dieses zu tun oder jenes zu lassen. Soweit sollte das klar sein.

Hier wird lediglich darauf hingewiesen, dass spirituelle Suche genauso zu einer Sucht werden kann, wie Kaffeetrinken oder Selbstbefriedigung. Sucht ist nicht Freiheit. Süchtige sind nicht frei. Sucht ist Flucht. Also wenn Freiheit gesucht wird, kann die Sucht nicht das Mittel sein Freiheit zu erfahren. Vielleicht kann die Sucht aufzeigen, dass du nicht frei bist. Aber das weißt du doch sowieso schon, sonst würdest du ja nicht auf der Suche nach Freiheit sein müssen.

Abhängige sagen immer: Eines Tages werde ich nicht mehr süchtig sein, dann bin ich frei.
Warum eines Tages? Wann ist irgendwann?
Willst du frei sein? Jetzt?

Finde doch selbst die Antwort in dir. Willst du wirklich frei sein, ohne jetzt zu wissen was das tatsächlich bedeutet? Jenseits deines Klammerns an dein Meditationskissen? Jenseits deiner Angst und Sehnsucht? Wirklich frei sein, jenseits deiner Vorstellungen und deiner Konzepte von Frieden und Freiheit? Kannst du jetzt in Stille und Klarheit nach innen schauen und das Suchtmuster erkennen? Kannst du das ertragen, ohne es zu berühren, ohne es verändern oder transformieren zu müssen? Kannst du dein Klammern an Etwas, um Jemand sein zu können, erkennen? Vielleicht glaubt du auch noch etwas Besonderes, etwas Besseres als dein Nachbar, Lebenspartner oder deine Freundin zu sein? Kannst du deine Flucht erkennen?

So verwandelt dich deine Meditationspraxis in etwas Monströses. Kannst du das krankhafte an diesen Konzepten von >Ich bin spirituell< und >Ich werde erleuchtet< erkennen? Kannst du das sehen? Jetzt?

So jetzt besteht vielleicht die Möglichkeit für ein gesundes Gespräch.

So wie es jetzt aussieht, sitzt du eine halbe Stunde auf dein Kissen und machst diese Erfahrung von Frieden. Diese Erfahrung bringt dich also durch den Tag. Das bedeutet am Abend ist die Erfahrung aufgebraucht, dein Glückseligkeitstank ist leer. Du schleppst dich auf dein Meditationskissen um aufzutanken, doch deine Kinder lassen dich nicht in Ruhe, deine Mutter ruft schon zum fünften Mal an und auf dem Küchentisch liegen die unbezahlten Rechnungen. Die Rechnungen wissen nichts von deinem leeren Konto, doch du weißt davon und du weißt auch, dass verdammt viel Monat noch vor dir liegt.

Das ist die Realität. Du bist nicht alleine damit in dieser verrückten Welt.

Nun, wenn du jetzt den Mut hast, schau dir deine Verzweiflung an, die deine Erfahrung des Friedens ausgelöscht hat. Wie ist das möglich, nach all deinen positiven Erfahrungen und des jahrelangen Trainings in den verschiedensten Methoden? Ist vielleicht etwas falsch mit den Methoden? Suchst du jetzt eine andere bessere Methode, denn die Bisherigen haben es ja nicht gebracht?

Oder ist das Ende der Flucht erreicht? Vielleicht schaust du dir deine Verzweiflung nun an? Kannst du das? Kannst du dir diesen Kummer, diese Einsamkeit anschauen, ohne auf dein Meditationskissen zu flüchten? Es ist der Kummer und die Einsamkeit der ganzen Welt, der gesamten Menschheit. Kannst du dich der Wucht der Trauer dieses Menschseins in dieser irren kalten Welt stellen, nackt, völlig entblößt von jeglicher Methode, verletzlich, ohne auszuweichen, ohne Hoffnung auf Rettung?
Kannst du das mein liebstes Menschenkind?
Kannst du, obwohl du zitterst vor Angst, deine Augen heben und schauen in den anfangslosen Raum der dich umgibt.

Spürst du den Kuss der Stille auf deinen Lippen? Dies kann nie wieder vergessen werden. Du bist schon frei.

Willkommen meine Liebste.

Friedhof des Lebens
Januar 24, 2012

Kuss der Stille/Tagebuchnotizen 2011

Friedhof des Lebens

27.6.2011

Das Mechanische, das die Menschen jede Minute steuert, ist erschreckend anzusehen. Als ob dieses stumpfe Leben, scheinbar von außen kommend, fraglos und pausenlos interpretiert, sich endlos wiederholend, ein würdiges Dasein darstellen könnte.
Inmitten aller Herrlichkeit ein Lebensablauf mechanisch funktionierend, wie ein schnurrendes Uhrwerk, das eines Tages überraschen stehen bleibt.

Gestern auf dem kleinen Friedhof, umgeben von ein paar Bäumen, am Rande eines Dorfleins, das heute zu der großen Stadt gehört, gefressen von der Expansion nach außen und nach mehr, da konnte man die Grabsteine mit den Inschriften betrachten.
Die Steine, obwohl unterschiedlich in Form und Farbe, haben eines gemeinsam. Sie stehen in Reih und Glied, diszipliniert, gezähmt bis in den Tod.
Ein geordnetes Leben und ein geordneter Tod.
Die Wasserstelle mit der kleinen Handpumpe, deren grüne Farbe schon lange verblichen ist, wird von zwei riesigen Linden beschützt, die ihre Zweige behütend über den Brunnen ausgebreitet haben. Die Blüten duften in der Sonne und die Blätter reiben sich raschelnd im lauen Wind aneinander.
Diese Bäume, Zeugen von Verzweiflung und Kummer, sahen gewiss viele Trauernde, die ihre Angehörigen dort in der Erde begruben. Um nur wenige Jahre später, in denen die Zwillingslinden am Umfang gerade mal wenige Zentimeter zugenommen hatten, nun ihrerseits beerdigt zu werden.
Blendend weiße Wolken treiben über den Himmel, im Spiel sich selbst auflösend und neue Formen annehmend. Der Himmel spannt sich darüber majestätisch und völlig rein.
In manchen Grabsteinen neueren Datums waren mit Lasertechnologie die Gesichter der Begrabenen in den polierten Granit gebrannt. Manche wirkten in ihrer Mehrdimensionalität so echt, dass man glauben konnte, die Gesichter der Menschen seien auf ewig in dem glänzenden Gestein gefangen.
Vor dem Geburtsjahr war oft ein Stern in den Stein geschnitten und wie eine Sternschnuppe tritt die lebendig scheinende Form in die Atmosphäre dieser Erde ein, glüht auf und verlöscht. So kurz ist ein Leben.
Jedes Grab hatte ein kleines Blechschild mit einer Nummer, das auf den Boden davor gesteckt war.
Ein paar Vögel sitzen auf den unteren Ästen der Linden und zwitschern unbeschwert in die Nachmittagssonne. Ihr Gesang, das Rauschen der Blätter und die Stille verweben sich zu einer unendlich süßen Melodie.

Später dann, auf der Terrasse eines kleinen Restaurants, war es so, dass der Druck im Kopf das Gehirn scheinbar von innen an die Schädeldecke presste und im Zentrum blieb nichts. Mit unbarmherziger Kraft wurde jede Regung zur Ruhe gebracht und das Gefühl der Stille wurde fast schmerzlich präsent.
Während am Tisch das Gespräch über alltägliche Dinge dahinplätscherte, wurde gesehen, dass alles in Stille war. Nicht die Stille war in allem, sondern alles Ist in Stille.
Ein Baum bewegt elegant seine feingeschnittenen Blätter im Nachmittagswind.
Durch die Zwischenräume, die das Blätterwerk ließ, konnte man den blauen Himmel sehen, bis gesehen wurde, dass der Himmel als Baum erschien.
Alles war in Stille gehüllt und nichts außerhalb dessen existierte.
Neben der Terrasse, des kleinen Weges entlang, war ein Parkplatz in einer langen Reihe mit alten dicken Holzbalken ausgelegt.
Dort standen ordentlich aufgereiht die Autos und zeigten ihr Heck mit ihren Nummern in Blech geprägt.

Menschenkind
Januar 23, 2012

Menschenkind           

17.06.2011

Spüre die Verzweiflung. Kannst du sie fühlen?
Dann spüre die Energie, die sie antreibt.
Gut!
Dann gehe hinein in diese dunkle Wolke.
Nun mach keine der drei üblichen Bewegungen
Hin-Weg-Dagegen.

Bleib still und rühr Dich nicht!

Die Kraft, die alles antreibt, wird auch alles stoppen.

Nun ist die Verzweiflung Dein bester Freund,
sie gibt Dir alles, um nun für immer anzuhalten.

Sie ist die Treppe zu Deinem Tempel, der in deinem Herzen auf Dich wartet.

Dort opfere Dein Leben, das Du nie besessen hast.

Hinauf geht ein Mensch, der sich als Gott fühlt, und herunter kommt das Göttliche, was sich verloren hatte-im Spiel ein Mensch zu sein.

Nun da Du siehst, von allem verlassen, es war nie real.

Nun da keine Hoffnung auf irgendwas besteht,
lodert die Liebe im Herzen und wird die Sonne sein.

Das ist die Wahrheit über den Weg Jesu zu Christus.