In welcher Beziehung stehen Gedanken und Denken zur Erleuchtung?
Mai 29, 2012

Fragen eines Freundes

21.05.2012

In welcher Beziehung stehen Gedanken und Denken zur Erleuchtung? Oder anders gefragt, ist Nicht-Denken gleichbedeutend mit Erleuchtet-sein?

Es ist sehr schwierig etwas wirklich Wahrhaftiges über Erleuchtung zu sagen, weil es sehr einfach ist darüber zu reden.

Denken, Gedanke, Erleuchtung oder Nicht-Erleuchtung, all das sind Begriffe und Konzepte die in unserem Geist auftauchen können.

Oft können wir der Versuchung nicht widerstehen und stellen zwischen diesen Konzepten eine Beziehung her, ohne die wahre Bedeutung dieser Begrifflichkeiten erfasst zu haben. Wir denken also darüber nach, wir bleiben an der Oberfläche der Worte.

So fügen wir, der ohnehin schon bestehenden Verwirrung, in einem großen Maße weitere Verwirrung hinzu. Am Ende stehen wir total desorientiert da und die Furcht wird größer, statt dass sie abnimmt und schließlich versiegt.

Wir kennen den Grund für diese Frage. Wir suchen das Glücklich-sein und sind es in diesem Moment scheinbar nicht. Oder wir sind gerade glücklich und es besteht die Furcht, dass das Glücklich-sein gleich wieder verschwindet.

Es ist unsere Erfahrung, dass das Glücklich-sein wieder verschwindet und Furcht und Zweifel erscheint. Es ist der oft erfahrene Ausdruck, dieser erscheinenden Welt, dass wirklich alles nicht-dauerhaft ist. Und das gilt in einem besonderen Maße für das Glücklich-sein, zumindest so wie wir Glück gewöhnlich benennen, kennen und erwarten.

Ohne die Erfahrung des Urgrundes, in dem all diese Erfahrungen auftauchen, ist dieses Leben eine orientierungslose Drift über das Meer der vergänglichen Reflektionen.

Deswegen kann es nicht anders sein, als dass hier darauf hingewiesen wird, diese wahre Natur aller Erscheinungen selbst zu erkennen. Alle Worte die dazu gesagt werden können, sind immer nur ein Windhauch in Richtung Wahrheit. Erkennen kann nur dort in dem individuellen Ausdruck des Geistes stattfinden, das hier als ein Fragender erschienen ist.

Was aber erkennt die absolute Wahrheit über die wirkliche Natur des Geistes tatsächlich? Der Geist selber. Da dies immer jenseits aller Begrifflichkeiten und des Begreifens geschieht, sind Worte eben nur Hilfsmittel.

Wenn wir versuchen die Natur des Geistes und somit die Natur der Wirklichkeit zu beschreiben, zerlegen wir natürlich das anfangslos Unteilbare und schreiben diesem dann bestimmte Eigenschaften zu. Wir sprechen dann von Leerheit, Klarheit und Licht. Wir reden von der unendlichen unmanifesten Potenzialität die die Leerheit in Essenz ist. Wir sprechen von der leuchtenden liebenden Natur des Bewusstseins. Hier kommt es aus unserer gewöhnlichen dualistischen Betrachtungsweise zu einem Missverständnis. Es ist nicht so, dass die wahre Natur des Geistes diese Eigenschaften besitzt, sondern die Natur ist einfach schon  Dies unzusammengesetzt und wenn eine Erfahrung erfolgt, wenn sich also Geist selbst erfährt, erfährt es sich als klar, leuchtend, leer, liebend. Unbedingte Liebe ist nicht eine Erscheinung des Geistes. Der Geist IST schon unbedingte Liebe, genau so wie er bedingungslos klar, leer und leuchtend ist.

Es bleibt uns nur zu sagen, dass Gedanke oder Nicht-Gedanke überhaupt nichts mit Erleuchtung oder Nicht-Erleuchtung zu tun haben kann.

Gedanke und Denken erscheint als Ausdruck (treffender ist eigentlich Eindruck) der Natur des Geistes und Nicht-Denken erscheint ebenfalls als ein Ausdruck, als permanent fließende energetischen Ausdruck der wahren Natur der Wirklichkeit.

Wenn wir schon Erleuchtung definieren müssen, so können wir nur sagen, dass der Geist selbst seine wahre Natur, die leer, klar, leuchtend, liebend aufscheint, erkannt hat und die Energie, die sich in jegliche Form und Nicht-Form manifestiert kann, als Ausdruck seiner unbegrenzten Potenzialität erkennt. Dieses Erkennen ist die wahre Natur des Lebendig-Sein und das verankerte permanente Erkennen ist unzerstörbares Glück-Sein.

Jetzt erscheinen Gedanken und Denken völlig spontan und lösen sich genauso spontan wieder auf. Gedanke und Denken berührt einfach nichts. Durch sie kann nur noch die gleiche Leerheit, Klarheit und leuchtende Liebe  erfahren werden, die der Geist selber anfangslos ist.

Es geht jetzt wirklich nicht um das Verstehen! Wenn überhaupt, geht es um Erkennen. Es geht um das pure Sein.

Wer braucht denn da noch Fragen über Erleuchtung?

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Was ist absolute Freiheit?
Mai 2, 2012

Fragen eines Freundes

19.04.2012

Was ist absolute Freiheit?

Die absolute Freiheit ist so gewöhnlich,
dass sie normalerweise einfach übersehen wird.

Wird absolute Freiheit erfahren, ist es fast ein Schock
die Außergewöhnlichkeit der Normalität zu sehen.

Oft werden diese Schocks des Sehens vom konzeptuellen Denken
vereinnahmt und so zu einer spirituellen Erfahrung verarbeitet.

Das Erfahren von absoluter Freiheit ist Wirklichkeit.
Das Rekapitulieren darüber eine Kopie des Verstandes.

So kommt es zwangsläufig zu Aussagen über Leerheit.
So kommt es zwangsläufig zu einem konzeptuellen Verständnis über Leerheit.

Das ist nicht absolute Freiheit.
Das ist Wissen von oder über Etwas.

So geschieht es dann, dass Gefangenschaft
im Wissen über Freiheit ist.

Hier der Wissende, dort die Leerheit.
Hier der Sehende, dort das aufscheinende Licht der Unendlichkeit.
Hier der Fragende, dort die absolute Freiheit.

So sieht spirituelle Gefangenschaft aus.
So sieht absolute Freiheit in der Form des Dualismus aus.

Doch auch diese Manifestation an sich,
ist die Potenzialität als Ausdruck der Essenz in sich selbst.

Dies gerade sich ausdrückend, ist Leerheit,
die sich ausdrückt als Formhaftigkeit
des ewig ungeborenen Einen Unbewegten
in Bewegung.

Auf was wartest du?
Es wird kein Licht der Erleuchtung in dein Innerstes fallen,
um dir die absolute Freiheit aufzuzeigen!

Dein Blick nach außen gerichtet, wird von den phänomenalen Erscheinungen, die nur Ausdruck der unendlichen Potenzialität der Essenz sind, verwirrt.

Dein Blick nach innen gerichtet, wird von deinem Verlangen nach etwas, das schon anfangslos als Alles erscheint, verzerrt.

Das Ungeborene spielt sich selbst den Streich, in dem es sich in der Form dieses fragenden Menschen für suchend und unwissend hält.

Das Ungeborene spielt sich selbst den Streich, in dem es sich in der Form dieses fragenden Menschen für findend und wissend hält.

Jedes Wort, natürlich auch dies, ist somit nur Brennstoff für das gespielte Verlangen in der Unwissenheit des Fragens und in der gespielten Verwirrung des Verstehens der Antwort zu verweilen.

Das ist also das Spiel des Versteckens,
vor der absoluten Freiheit des Einfach-So-Seins.

Doch nun wird dir kein Brennstoff mehr angeboten.

Schau nirgendwo hin und lass den Blick einfach in sich ruhen.
Und unabgelenkt scheint das So-Sein selbstbefreit auf.

Sieh!

Nennst du das jetzt absolute Freiheit, müssen wir von vorne beginnen.
Selbst dein Schweigen ist hier so laut wie ein donnernder Wasserfall.

Sieh, diese blühende Kirsche.
Sieh, wie diese Pracht einfach in dem leeren blauen Himmel erscheinen kann.
Hörst du den Ruf des Pfau‘s dort unten aus dem Garten?

Das ist es!