Was ist absolute Wahrheit und wie steht sie in Beziehung zur Realität?
Mai 16, 2012

Fragen eines Freundes

12.05.2012

Was ist die absolute Wahrheit und wie steht sie in Beziehung zur Realität?

Wenn wir über absolute Wahrheit sprechen, sollte uns bewusst sein, dass die Person nicht an der absoluten Wahrheit interessiert ist, sondern daran was man damit anfangen kann.

So arbeitet eben der Verstand von uns Menschen. Wir stellen Fragen und erhoffen uns von den Antworten etwas Praktisches. Vielleicht wollen wir unsere Lebensumstände verbessern oder wir möchten das Leben verstehen und den Sinn des Lebens erfassen.

All das sind die normalen Vorstellungen und praktischen Überlegungen des Frage-und Antwortspiels. Dieses Spiel gehört in diese Dimension.

Wir kennen nichts anderes.
Wir halten sie für die Realität.

Wenn nach der Beziehung zur Realität gefragt wird, ist die absolute Wahrheit, dass es keine Beziehung gibt. Es kann keine Beziehung zu etwas geben, das so nicht existiert.

Realität, wie wir sie auf Grund von Bedingtheit, Prägung und Gewohnheit erfahren, ist in Essenz ein ineinander verwobenes Lichtermeer der Bewusstheit, das absolut  jede Form annehmen kann oder auch Nichts.

Die Kreation einer erkennbaren Vision aus dieser Kakophonie ist Schöpfung durch Intelligenz. Diese Intelligenz spricht sich der Verstand gewöhnlicherweise selber zu.

Tatsächlich ist aber der Verstand Schöpfung der Intelligenz, der unbegreiflicherweise nicht versteht, dass er Ausdruck und Inhalt der Schöpfung und das Geschöpfte selber ist.

Wir müssen also festhalten, dass das was glaubt zu fragen, der ignorante Part der einen unteilbaren anfangslosen sich selbst durchdringenden Intelligenz ist.

Für den Verstand kann es somit keine sinnvolle Antwort geben, da er schon selber Antwort ist. Er ist der nach außen gestülpte Urgrund in sich selbst erscheinend. Und somit könnte man sagen, dass er die Substanz ist, in dem Intelligenz als Inhalt erscheinen kann. Wir nennen das dann Realität.

Alle Bemühungen gehen nun dahin diese aufscheinende Realität festzuhalten, zu stabilisieren und somit die Sicherheit einer festen Wirklichkeit zu erzeugen.

Da Energie allerdings, als der Ausdruck des Urgrundes, immer fließt und nicht festzuhalten ist, muss irgendetwas nachgeben.

Wie wir ständig erfahren, ist es unser Verstand der seine Wahrnehmung und sein Verstehen anpasst und somit nachgibt. Manchmal geschieht das in großen Sprüngen und die Realität kommt uns dann für diesen Moment paradox vor. Wenn Urteil in diesem Moment ruhen kann, ist dies das Tor durch den Freiheit wahrgenommen wird. Intelligenz sieht sich in seiner reinsten Form selber und das ist höchstmöglichste umgeschaffene Realität die noch wahrnehmbar ist. Nur nebenbei, das sieht wirklich fast absurd bunt aus.

Doch es ist nichts Absurdes oder Paradoxes in der fließenden Energie selbst zu sehen. Sie fließt immer ununterbrochen in sich widerspruchslos. Einzig der Versuch des Festhaltens an der Realität, als feste Wirklichkeit, erscheint paradox.

Letztlich gibt der Verstand nach und letztlich zerbricht er an seiner eigenen Unbeweglichkeit. Die Wahrnehmung durch Mensch erlischt dann. Sterben.

Vielleicht geschieht es dort bei dem Fragenden, dass das was wir gewöhnlich glauben-müssen einfach sterben kann und die Potenzialität des unpersönlichen Wahrnehmens sich manifestiert. Dann kann Nicht-Realität erkannt werden, so wie sich Energie ununterbrochen ausdrückt und im scheinbaren Wechselspiel der Reflexionen im Spiegel als scheinbar feste Realität erscheint. Realität wird wahrgenommen als die individuelle Ausprägung des unbewegten Urgrundes in Bewegung, durch Intelligenz, die das inhärente Wesen dieser Bewegung selber ist.

Dann, irgendwann vielleicht, erlischt auch der Eindruck der individuellen Ausprägung, der schließlich die letzte subtile Bastion des subtilsten Selbst darstellt. Was bleibt ist Bewegung. Wahrnehmende Bewegung anfangslos, endlos und ursachlos. Unbedingte Lebendigkeit und absolute Wahrheit in Essenz.

Hier ist nicht die Absicht den Fragenden zu verwirren. Hier ist nicht der Versuch den Fragenden zu überzeugen.
Hier ist allerdings auch nicht der Versuch etwas zu erklären.

Wenn es also eine Beziehung zwischen Urgrund und Manifestation,
zwischen absoluter Wahrheit und Realität geben könnte, dann nur die, dass es so wie es ist perfekt ist.

Also lass uns einfach dieses perfekte Bier hier trinken, denn nun ist ein perfekter Durst erschienen.

Das ist das Wunder!

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Muss ich das Ego loswerden um Stille zu finden?Teil 3
März 15, 2012

Fragen eines Freundes

11.01.2012

Muss ich das Ego loswerden um die Stille zu finden? Teil 1

Ist das Ego schuld an dieser kranken Welt? Teil 2

Ich fühle mich innerlich so zerrissen. Was soll ich tun um endlich Ruhe zu haben?

Teil 3

Wenn du einem fühlendem Wesen, nehmen wir einfach mal einen Menschen, in die Augen schaust, was siehst du?

Kannst du in dieser Dimension der Tiefe die Unendlichkeit der Stille, die absichtslose Liebe, die Manifestation der bedingungslosen Hingabe sehen? Oder spiegelt sich an der Oberfläche nur dein Abbild wieder? Ein Abbild von Zerrissenheit und Angst, verzweifelter Suche nach Ruhe und Sicherheit.

Wieso nimmst du eigentlich an, dass diese Zerrissenheit in dir sein könnte? Vielleicht weil du es irgendwo gelesen hast, oder es jemand gesagt hat und du sprichst es nun einfach ungeprüft nach? Oder weil es bequem ist Vorstellungen, Konzepte, Glaubenssätze und Behauptungen zu übernehmen und zu wiederholen? Seltsam, sonst zweifelst du an allem. Doch dieses Konzept nun übernimmst du einfach ungeprüft und nur allzu bereitwillig. Es wird vielleicht noch so weit kommen, dass du behauptest die Zerrissenheit zu sein und wir müssen auch noch ein Gespräch darüber führen, dass du offensichtlich nur der Ausdruck der anfangslosen Ganzheit sein kannst, jenseits von Ursache und Wirkung.

Lass das doch einfach gehen und entspann dich. Es kann dir keine Ganzheit geschenkt, verliehen oder erweckt werden. Deine Zerrissenheit ist eine Illusion, möglicherweise eine schmerzhafte, aber eben eine Täuschung. Ganzheit ist Realität. Die Suche nach Ganzheit, das Weglaufen von dem Gefühl der Zerrissenheit wird das Leid nicht beenden. Es wird die Täuschung nicht beenden, da du, erst durch die Suche nach Ganzheit, der Täuschung der Zerrissenheit einen gewissen Wert gibst.

Wenn der innige verzweifelte Wunsch besteht Ganzheit zu erfahren, so schau doch deine Zerrissenheit genau an. Schau genau hin und forsche nach was sich da so zerrissen fühlt. Diese Forschung kann niemand für dich machen, es ist deine Aufgabe. Dafür brauchst du keinen anderen Menschen. Deine inhärente Qualität ist völlig ausreichend und du musst nur aufrichtig sein, das zu akzeptieren was bei deiner Forschung zu tage kommt. Hier kannst du deinen Verstand einsetzen, deine Klugheit, deinen Willen und deine Entschlossenheit dein Leiden zu beenden.

Wird wirklich aufrichtig mit einem Forschergeist geforscht, wird nicht auf vorgefertigte Antworten zurückgegriffen, wird nicht vor dem Schmerz zurückgewichen, wird nicht vor der Liebe geflüchtet, ja dann kann da etwas geschehen das bisher nicht vorstellbar war.

Vielleicht findest du dann keine Worte um es auszudrücken, doch das ist völlig in Ordnung.
Vielleicht kommen ungeahnte Erfahrungen, auch das ist völlig in Ordnung.
Bleib ganz ruhig und greif nach nichts, was da auch immer in deiner Wahrnehmung erscheinen mag.

Da ist vielleicht nur eine stille leuchtende offene klare geistige Verfassung, die in sich ruht.
Gut.
Jetzt ruht der Verstand, und das ist auch völlig in Ordnung.

Doch keine Angst, der Verstand geht nicht weg, genau so wenig wie das Hören verschwindet oder die Fähigkeit des Riechens, Fühlens und Sehens.
Doch die Sinne können, befreit für einen Augenblick, wirklich frei wahrnehmen und das Wahrgenommene muss nicht durch den Filter von Konzepten und Verstandesarbeit durchgezogen werden.
Welch eine Last fällt da von den Schultern des Verstandes, entledigt von einer Aufgabe die viel zu groß für ihn ist, kann er in sich ruhen, wenn er nicht gebraucht wird.

Hier fällt jedes Gefühl von der Illusion der Zerrissenheit formlos in sich zusammen und es kann gesehen werden, dass Illusion einfach nur ein Nicht-Erkennen ist.

Erkennen zerstört jede Illusion und das Erkennen der Ganzheit, die du schon immer bist, vertreibt jeden Nebel der Täuschung.

Was bleibt ist ein einfaches nacktes Leben, wirklich recht simpel. Entspannt, ruhig, wahrnehmend, unterscheidungsfähig, unaufgeregt und aus sich heraus wissend.

In gewisser Hinsicht erscheint so ein Leben einfacher als das gewohnte Leben durch ein Selbst, unspektakulärer eben.

Es ist nüchtern und klar, doch scheinbar kann so die volle Ladung der Liebe, die durch die Form aufscheint, erlebt werden, ohne das Form sofort verglüht.

Das Selbst ist tatsächlich die einzige Verteidigungslinie vor dem bedingungslosen Aufglühen dieser unfassbaren Wahrnehmung, doch der Preis ist verflucht hoch dafür.

So schau doch in dir nach, ob du bereit bist den Preis noch zu bezahlen.
Wenn ja, ist es völlig in Ordnung.

Doch wenn du fühlst, für dein sogenanntes Leben genug bezahlt zu haben, dann musst du dich darauf einstellen, dass Freiheit völlig kostenlos ist.

Das wird vielleicht ein Schock sein.

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Der Versuch einer Bilanz
Februar 28, 2012

Der Versuch einer Bilanz

28.02.2012

Die Jagd nach  Erkenntnis, die Suche nach Erleuchtung hatte viele Jahre eine geradezu rücksichtslose Getriebenheit angenommen. Da waren die neunziger Jahre in Mexiko auf der Jagd nach Castaneda, Hexen, Brujos und Schamanen. Eine rastlose Suche durch Süd-,Mittel- und Nordmexiko in die entlegensten Winkel und auf einsame Hochplateaus. Weil es nicht anders ging nahm ich meinen kleinen Sohn mit.

Erstaunlich was Kinder ertragen können. Er machte wirklich alles klaglos mit und saß geduldig neben mir, wenn wir tausend Meter über der Wüstenebene auf dem Gipfel eines Berges scheinbar ewig dem Wind lauschten. Er klagte nicht, wenn ich das Trinkwasser vergaß und wir nur sehr knapp mit dem Leben davon kamen. Er blieb still, wenn wir durch den Urwald wanderten, ins Nirgendwo, wo es gar nichts mehr gab, außer Schlangen, Moskitos und Skorpione. Er jammerte auch nicht über die brutale Hitze, wenn wir ziellos durch öde Halbwüsten streiften. Auf einer Kaimauer einer kleinen Stadt am pazifischen Ozean fiel er mit elf Jahren das erste Mal in Stille, das erzählte er mir heute, anderthalb Jahrzehnte später. Ich kann nicht ausschließen, dass es die Erschöpfung war. Tatsache jedoch ist, dass dort in diesem kleinen Menschen Finden stattfand und ich habe es nicht wahrnehmen können.

Spirituelle Suche kann ein ziemlicher Egotrip sein, ein gigantischer Kopftrip ist es allemal.

Irgendwann war Schluss. Mein Sohn weigerte sich entschieden in Ixtlan aus dem Bus zu steigen und so flogen wir zurück nach Europa. Ich kann nicht davon  berichten in Mexiko einem erleuchteten Lehrer begegnet zu sein, der einen spirituellen Pfad der Befreiung unterrichtet hätte. Wenn ich einem begegnet sein sollte, so ist heute klar, dass ein Erkennen meinerseits sowieso nicht möglich gewesen wäre. Der Kopf war zu voll mit Konzepten, Wünschen und Hoffnungen.

Und doch kehrte eine Art von Ruhe ein. Eine Ruhe, die man vielleicht als eine Stille vor dem Sturm bezeichnen könnte.

Die Suche ging weiter. Es ist sicher heutzutage einfacher jede Art von Meister oder Lehrer in Europa zu finden, einfacher als im Hochland von Mexiko oder in den Schluchten des Himalayas auch nur einen Menschen zu finden, dessen Sprache man versteht.

Vom Theravada-Buddhismus über den tibetischen Vajrayana, über Bön hin zu den unermesslich kostbaren Dzogchenlehren, von hinduistischen Religionsströmungen aller Couleur bis zur kontemplativen Traditionen innerhalb des Christentums, die Tafel in Europa ist für den spirituell Suchenden reich gedeckt.

Meine Suche erstickte schier am Überfluss, kam scheinbar zum Erliegen, um doch nur noch heftiger wieder aufzuerstehen.  Es kann nicht gesagt werden, dass während der ganzen Zeit tatsächlich irgendetwas verstanden wurde. Es wurde auch nicht verstanden, dass es nicht um das Verstehen geht.

Schließlich wurde in diesem ständigen Versuch des Verstehen-Wollens, der gesamte Körper und Geist Ende 2010 von einer Art Nervenfieber geschüttelt und kollabierte regelrecht. Ich schleppte mich ins Bett und war einverstanden zu sterben. Das zog sich über zwei Wochen hin, doch der Körper starb nicht.

Im Januar 2011 eines Nachts, auf dem Weg von der Toilette, implodierte plötzlich die Welt. In einer Reihenfolge von innen nach außen wurde alles wie in ein bodenloses schwarzes Loch aufgesaugt und verschwand rückstandslos im nirgendwo. Als Letztes wurde von diesem schwarzen Loch die Vision des mit einer Kerze beleuchteten Schlafzimmers  aufgesogen, dann brach alles Bekannte zusammen und die Welt erlosch.

Der Körper erwachte auf dem Boden. Wie lange er dort gelegen hatte, kann man nicht sagen. Vielleicht Stunden oder schon immer? Doch ein durchdringendes Gefühl, dass irgendetwas fehlte, war zu bemerken und überlagerte jede andere Frage. In den folgenden Tagen und Wochen erholte sich der Körper und der sonst immer ruhelose Verstand blieb einfach stumm. Es gab keine Antworten auf die Frage, was da anders war. Ein erstaunliches Merkmal dieser Ruhe im Kopf war, dass es keine Spur von Angst gab. Es war nicht mehr möglich Angst zu haben. Der Körper reagierte ganz natürlich bei Situationen von Gefährdung, aber das geschah völlig selbständig und unspektakulär.

Keine Beschreibung in der Literatur konnte gefunden werden, die das erklärte was da geschah. Die essentiell größtmögliche Näherung konnte ich in dem Buch von Bernadette Roberts finden, allerdings gab es da Schwierigkeiten mit dem Verstehen des christlichen Kontexts.

Monate später schaute ich einem Menschen in die Augen, wie in einen tiefen Spiegel. Die Stille stand als dieser Mensch einfach zur Verfügung, ohne Regung, ohne Absicht. Dort fand plötzlich Erkennen statt und alles Nicht-Gewusste fiel an seinen Platz, einfach so, völlig mühelos.

Es folgte ein ungekanntes Aufblühen von Klarheit und Lichtheit, in einer Schlichtheit des Sehens, die unbeschreibbar ist. Lichtheit ist hier wörtlich zu nehmen. Es konnte ein inneres Leuchten wahrgenommen werden, als wenn eine kleine Sonne verschluckt wurde. In diesem Sturm in Stille reihten sich einfach Worte aneinander und versuchten das Unbeschreibbare zu beschreiben. In Tagebuchnotizen versuchte ich wenigsten einen Schimmer der Sicht festzuhalten. Doch gelungen ist das wohl eher nicht.

Es wurde klar, dass die Person oder das Selbst weg war und nichts an deren Stelle getreten ist. Ich würde es als ein Wegfallen von etwas völlig Überflüssigem bezeichnen. Man kann ganz gut ohne ein persönliches Gefühl einer Existenz leben, sowieso gibt es keine Wahl, denn die Person kam nicht zurück.

Im Herbst dann, wurde die Stille noch tiefer und obwohl das kaum für möglich gehalten wurde, kann auch das Nicht-Selbst verschwinden. Das Gefühl dazu ist als ob der gesamte Bewusstseinsinhalt durch ein winziges Schlüsselloch in eine unerkennbare Dimension gedrückt wird. Dabei gibt es gute Tage, in denen diese Fixierung auf das „Schlüsselloch“ nicht so ausgeprägt ist und es gibt schlechte Tage, da ist außer dem Hinstarren auf diese winzige Öffnung nichts möglich. Körper und Geist ist dann so fixiert, dass dann keine Regung möglich ist, stundenlang. Wo das hinführt ist unbekannt, aber es ist einfach so. Heute ist ein guter Tag.

Manchmal finden Gespräche mit Menschen statt und auf die Fragen kommen einfach Antworten. Die Antworten werden entweder aufgezeichnet oder sie lösen sich einfach auf. Das Gedächtnis funktioniert tadellos, allerdings kann es irgendwie nichts lernen und in einer bekannten Art und Weise speichern. Es findet einfach in spontaner Form ein beantworten statt und nach dem Aussprechen der Antwort ist dann einfach nur antwortlose Stille da, in sich spannungsfrei. Es ist einfach Antwort da, weil eine Frage auftaucht. So ist es auch mit allen Dingen des täglichen Lebens.

Die Reise ist nicht zu Ende, aber alle Erwartungen sind beendet.

Falls noch Antworten kommen, werden sie hier vielleicht wiedergegeben. Wenn nicht, ist es auch gut.

Muss ich das Ego loswerden um die Stille zu finden? Teil 2
Februar 27, 2012

Fragen eines Freundes

11.01.2012

Muss ich das Ego loswerden um die Stille zu finden? Teil 1

Ist das Ego schuld an dieser kranken Welt? Teil 2

Ich fühle mich innerlich so zerrissen. Was soll ich tun um endlich Ruhe zu haben? Teil 3

Teil 2

Da ist dann diese Frage nach der Schuld des Egos an dieser kranken Welt, an der Zerrissenheit in der wir Menschen leben. Wir haben bei unserer Forschung versucht uns dem zu nähern, das was wir allgemein als Ego bezeichnen. Wir haben das Mechanische in diesem festgestellt. Wir konnten die inhärente Substanzlosigkeit des Mechanismus beschreiben.

Wie kann also etwas Mechanisches an irgendetwas eine Schuld haben? Wie kann Schuld als solche überhaupt bestehen. Weisen wir etwas oder jemandem eine Schuld zu, verleihen wir dem Schuldigen Macht. Wir positionieren uns also als Opfer und das Beschuldigte oder den Beschuldigten als Täter. Das ist es, was derzeit auf dieser Welt in einem ungeheuren Umfang und professionaler Selbstverständlichkeit geschieht. Das ist es, was das Gefängnis in dem wir zu stecken scheinen noch realer macht, dem Gefängnis des Nicht-Erkennens.

Und das ist es auch, was fast kein Mensch wissen möchte.

Doch es ist einfach die Wahrheit. Es gibt keine Schuld, es gibt auch keine Schuldigen und so gibt es auch keine Opfer. Es erscheinen Tatsachen, Geschehnisse, Ereignisse und Vorkommnisse, aber Taten geschehen und Ereignisse ereignen sich einfach. Möglicherweise erscheinen sie dir furchtbar oder möglicherweise wunderschön. Vielleicht spielen fühlende Wesen darin eine Rolle. Sie leben, sterben, sind glücklich oder unglücklich in dieser Rolle.

Ein hauchfeines Gewebe aus Nichts formt sich zu Etwas, um sich schließlich wieder aufzulösen und um sich aufs Neue zu einem Gebilde zu formen, nur um sich wieder aufzulösen. Ununterbrochen, endlos, ewig, zwecklos, schuldlos, opferlos, illusorische Manifestationen unserer scheinbaren festen Realität. Phänomene, Schattenspiele die wie Wolken im leeren Himmel ziehen.

So wird es aus Stille wahrgenommen und so wird mit tiefstem Mitgefühl gesehen, dass alle Schuldzuweisungen und Anklagen nur Nicht-Sehen ist.

Doch Nicht-Sehen ist auch nur eine Illusion von Jemand, der wie durch Hypnose bewegungslos zu Eis erstarrt, fasziniert auf ein Spiegelbild, auf eine Reflexion, auf eine Wolke starrt und diese Erscheinung für sich und real hält. Diese Fixierung kann aufbrechen und alles fällt an seinen Platz, mühelos, zeitlos.

Erkennen der wahren Natur ist jenseits von Zeit. Doch es braucht scheinbar Zeit bis befreite Wahrnehmung an diese menschliche Form gewöhnt ist. Der Körper und Geist muss das Überfluten mit Wahrnehmung aushalten können. Die Irrenhäuser sind voll mit Menschen die Sehen, doch die Intensität hat sie ausgebrannt. Die Intensität hat ihre feinstoffliche Struktur durchgeröstet und  für eine nüchterne Wahrnehmung der Unermesslichkeit untauglich zurück gelassen.

Doch dafür ist niemand verantwortlich oder schuldig. Es geschieht einfach und es muss korrekt noch dazu gefügt werden, dass es auch nur scheinbar geschieht.

Bitte vergessen wir nicht, dass hier Geschichten von etwas Unberichtbarem erzählt werden. Doch es ist wahrnehmbar und dann hören alle Fragen auf. Die scheinbaren Wiedersprüche klären sich selbstbefreit im Sehen Dessen. Freiheit von fixiert sein müssen erscheint als befreite Wahrnehmung, die sich einfach auf alles richten kann.

Doch Dualität endet nicht mit dem Auflösen der Person. Das die Dualität endet, ist eine Story über Erleuchtung, die sich jemand ausgedacht hat. Es endet definitiv das tiefsitzende Gefühl und die konditionierte gedankliche Annahme eines persönlichen Erlebens der Welt. Wir können dies gerne das Sterben der Person nennen, doch es trifft nicht den Kern. Denn tatsächlich ist es mehr ein Auslöschen einer nichthinterfragten Annahme, dass da etwas Festes wie eine Person existiert.

Verschwindet diese Annahme, geschieht Wahrnehmung einfach aus sich heraus und insofern ist alles wie immer und doch ist es völlig anders.

Es geschieht also unpersönliche Wahrnehmung und etwas wird wahrgenommen, aber es wird nicht das gefunden was wahrnimmt. Objekte erscheinen weiterhin und in der Wahrnehmung erscheint Unterscheidungsfähigkeit. Es erfolgt weiterhin die Unterscheidung zwischen einer Wand und einer Tür. Es ist für den Körper immer noch besser durch die Tür zu gehen.

Doch das was da wahrnimmt und das was wahrgenommen wird, ist nicht gleich. Dualität bricht nicht zusammen. Bricht Wahrnehmung zusammen, wird bewusst Nichts wahrgenommen. Aber auch hier ist unbekannt was da Nichts wahrnimmt und Spekulationen darüber, was da unbekannt ist, sind nicht möglich.

Es ist möglich, dass das was wahrgenommen wird und das was wahrnimmt verschmilzt. Ob dann noch Dualität besteht ist unbekannt, da das als ein Ereignis rekonstruiert werden muss und somit beim Beschreiben in Objekte zerfällt. Doch auch diese Rekonstruktion wird nicht von einer Person durchgeführt, sondern es geschieht einfach. Die Reise der Wahrnehmung geht also nach dem Verlöschen der Person weiter. Tatsächlich beginnt die Reise erst hier.

Da du es ertragen konntest bis hier mit Aufmerksamkeit zuzuhören, können wir gerne die Frage wiederholen, wer oder was also sollte schuld an der Zerrissenheit dieser Welt sein?

Und wer sollte Opfer sein in diesem Schattenspiel in Nichts und Alles?

Das was hier steht ist Wahrheit und gleichzeitig ist da Gewissheit, dass keine Beschreibung zum Sehen und zur Freiheit führen kann. Also wird sich dein Verstand mit den Wörtern beschäftigen und die Intelligenz kann ihre Arbeit unbemerkt verrichten.

Der intensive Wunsch der bleibt ist, dass DU bald von der Krankheit der Person befreit sein mögest.

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Worte
Februar 20, 2012

Kuss der Stille/Tagebuchnotizen 2011

Worte

09.7.2011

 

Erklärungen sind nie das Erklärte. Worte sind nie die Bedeutung an sich. Manchmal deutet Sprache als Instrument auf Dies hin. Wird Sprache nur verstanden, verhindert das Verstehen die Sicht auf Das, aus dem die Sprache kommt, das was Ist, in dem Dies als Sprache erscheint. Manche Wörter scheinen den Verstand besonders zu verwirren und er verstrickt sich in Begriffen.

Der Begriff Unendlichkeit oder Ewigkeit scheint im Verstehen immer mit subtilen Zeitvorstellungen befüllt zu werden.

So scheint „seit Ewigkeit“ oder „in Ewigkeit“ oder „in alle Ewigkeit“ die Zeitvorstellungen von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in der Beschreibung von Zeitlosigkeit als Verstehen von Zeitlosigkeit mitzuschwingen.“ Seit Ewigkeit“ impliziert, dass es eine ewige Vergangenheit gibt oder „in alle Ewigkeit“ erscheint als die Zukunft, die ewig wäre.

So Ist Dies aber nicht.

Genau wie „in Ewigkeit“ gerne eine endlose Gegenwart projiziert wird, quasi ein immerwährender jetziger Moment. Doch es ist immer nur eine Beschreibung, die auf das Unbeschreibbare hinweist. Der Verstand kann Dies nicht verstehen. Der Verstand erscheint als Dies und Dies erscheint als verstehen wollen.

Dies IST zeitlos, ohne Bewegung in der Bewegung scheinbar erscheint und scheinbar wieder verschwindet.

„Jetzt“ oder „dieser Moment“ werden somit von Jemand, der glaubt zu verstehen, im Verstand mit Bedeutung verknüpft und dessen Gedanken formt Nicht-Zeit in den Begriff einer Zeitform, die „Jetzt“ genannt wird.

Sie bleibt eine Nicht-Zeit, von Niemand, dessen Lippen scheinbar ein Wort formuliert, dass das Unerklärliche transportiert, also leer Ist.

So ist das Wort „Jetzt“ einfach Dies als Wort erscheinend, rein und unberührt.

Jedoch versteht Jemand dieses Wort, so schaut er in die entgegengesetzte Richtung und Dies zu Sehen scheint dann nicht möglich.

Worte sind in sich bedeutungslose Laute und erst durch Befüllung von Jemand für Jemanden wird Bedeutung erfahren. An dieser Bedeutung richtet sich Jemand auf und bekommt die erwünschte Festigkeit um Jemand zu bleiben.

So ist jedes Wort der ewig vergebliche Versuch Dies zu beschreiben, Dies, das zeitlos bewegungslos IST.

Doch kommen immer wieder Worte und Dies erscheint sich beschreibend.

Immer wieder, trotz der Vergeblichkeit.

Doch Dies kann sich erfahren.

Scheinbar.

 

Ich habe diese Stille schon erfahren. Doch es scheint als ob sie immer wieder entgleitet. Wie kann ich Stille dauerhaft erfahren?
Februar 15, 2012

Fragen eines Freundes

09.01.2012

 

Ich habe diese Stille, diese Ruhe im Kopf, schon erfahren. Doch es scheint so als ob sie mir immer wieder entgleitet, als ob sie verschwindet. Wie kann ich diese Stille dauerhaft erfahren?

Du kennst schon die einzige Bedingung, während wir hier dieses Gespräch über Stille führen, oder? Diese Bedingung ist notwendig, damit überhaupt ein Gespräch stattfinden kann, damit beim Frager dies ankommt, dies was mittels des Sprechers ausgedrückt wurde. Die Bedingung ist ein vorurteilsfreies Zuhören dessen, was bei der Antwort ausgedrückt wird. Kein Annehmen, kein Ablehnen, kein Ignorieren, einfach nur still zuhören. Das scheint recht einfach und ist gleichzeitig die schwierigste Aufgabe, die wir von unserem zersplitterten ruhelosen Verstand verlangen können.

Wie du selbst bemerkst, kämpfst du schon mit dieser kleinen Bedingung. Wie wird es dann erst mit der Antwort sein? Vielleicht gefällt dir die Antwort und sie passt in dein Konzept von Wahrheit und Wirklichkeit. Dann wirst du zustimmen und die Antwort als weise preisen. Dann speicherst du sie ab unter „gute Antwort“. Oder, du lehnst sie kategorisch ab, ja sie macht dich sogar wütend. So sollte die Antwort nicht sein, sagst du. Du empfindest die Antwort als nutzlos, denn sie bringt dich nicht weiter. Vielleicht sagt du einfach, das verstehe ich nicht und wendest dich irgendeiner anderen Beschäftigung zu und vergisst sogar deine Frage vollständig. All das ist eine mögliche Reaktionsform.

Du kennst all diese Reaktionsformen genau. Es ist die Art wie wir Menschen ständig reagieren. Es ist unser mechanischer Reaktionsautomatismus, er unterstützt die Blase in der wir gewöhnlich bis zum Tod eingehüllt bleiben. Wenn wir sterben reißt diese Hülle auf und wir erhaschen ein Blick auf das Unvorstellbare, auf das Undenkbare.

Die Blase sollte eigentlich unserer Sicherheit dienen, doch nun ist es ein Gefängnis geworden und wir drohen darin zu ersticken. Deine Frage ist ein Ausbruchversuch aus dem Gefängnis. Die Antwort kann die Strickleiter sein, die dir hilft ein Blick über die Mauern zu werfen, doch klettern musst du selber. Die Frage ist doch ob du den Mut hast die paar Sprossen hochzuklettern. Bist du mutig genug?

Also gut, dann klettern wir ein paar Sprossen gemeinsam empor.

Stille an sich ist kein Objekt was erlangt wird und von jemand erfahren werden kann. Erkennt sich Stille als Stille in Form, zum Beispiel in der Form eines Menschen, so verschwindet dieser Jemand. Es verschwindet die gedachte und gefühlte Person augenblicklich, da diese psychologische Person das eigentliche Hindernis für dieses Erkennen darstellt.

Für eine Person ist diese Wahrheit ein schwerer Schlag, da sie ja davon ausgegangen ist, wenn sie nach Erkenntnis fragt auch als Lohn Erkenntnis bekommt. Für den Verstand ist das die größte Niederlage, die er zur Kenntnis nehmen muss. Es folgen die drei bekannten Reaktionsformen in unterschiedlichen Heftigkeiten und ihren jeweiligen Ausprägungen. Zwischen heller Wut und tiefer Depression ist alles möglich. Diese Reaktionen kennst du genau. Es ist dieser Reaktionsmechanismus, der uns Menschen das Leben ständig schwieriger erscheinen lässt. Alles wird komplizierter und wir fühlen uns tiefer und tiefer verstrickt in die Angelegenheiten des Lebens. Wir sind unglücklich, oder wir bemerken sogar unser unglücklich-sein nicht einmal mehr. Dann scheint alles in einer Art von Dumpfheit, von Betäubung, zu versinken.

Und plötzlich taucht da eine Erfahrung der Stille auf, eine Erfahrung der Ruhe im Kopf. Nun schau doch einfach mal genau hin. Hat Jemand, eine Person, Anteil an dieser Erfahrung gehabt oder ist die Erfahrung einfach aufgetaucht? Genau, du konntest zum Auftauchen der Erfahrung nichts beitragen. Das ist die Wahrheit. Jetzt greifst du nach dieser Erfahrung, weil es schön war endlich Ruhe zu haben und möchtest diese Erfahrung wieder haben. Du bist ein kluger Mensch mit einem scharfen Verstand und doch kannst du diese Erfahrung nicht replizieren. Das ist eine Tatsache. Das hast du selber herausgefunden. Kannst du diese Tatsache einfach sehen, ohne ein begriffliches denkbares Objekt daraus zu kreieren?

Gut, jetzt haben wir eine Basis für dieses Gespräch.

Bei diesem Gespräch geht es um das wichtigste Thema für die Menschen überhaupt. Es geht um Freiheit. Es geht um deine Freiheit. Jedes fühlende Wesen sucht letztlich Freiheit. Freiheit von Schmerz, von Unsicherheit, von Armut, von Unglück und vom Leiden.

Die Suche nach Ganzheit ist die Suche nach Freiheit von der inneren Zerrissenheit, von der inneren Zersplitterung.

Wenn du jetzt wieder deine Klugheit benutzt, kannst du vielleicht entdecken, wer oder was sich da in unserem Leben so zerrissen und zersplittert empfindet?

Aha, du bist es selber. Und was ist dieses du? Nein, bitte keine psychologische Definition! Zeig doch einfach mit der Hand auf das>du<. Nun, das ist der Körper, da ist kein du zu sehen.

Ok. Also das>du< können wir nicht finden, aber es ist irgendwie scheinbar doch da. Es erscheint jetzt allerdings nun etwas substanzloser, nicht mehr so fest, während unserer Forschung. Gut, bleibe einfach so, greife nicht nach der Erfahrung von Substanzlosigkeit.

Dann kannst du als nächsten Schritt forschen ob in der Erfahrung der Stille, die erfolgt ist, diese Zersplittertheit ebenfalls erfahren wurde. Genau, dort war diese Zersplittertheit abwesend. Was also genau war dann abwesend, wenn die Erfahrung von Stille erfahren wurde?

Es wurde also die gleiche Substanzlosigkeit des >du< erfahren, die es ermöglichte die Erfahrung der Abwesenheit von Zerplittertheit zu erfahren. Es war also plötzlich Raum vorhanden in der Stille leuchten konnte.

Für einen Bruchteil warst du scheinbar nicht so fest, so dass sich die wahre Natur offenbaren konnte. Und hast du aufgehört zu existieren oder bist du wahnsinnig geworden? Nein. Also wo vor hast du Angst? Wenn du willst, finde doch heraus was da eigentlich Angst hat. Denn du hast ja bei dieser Erfahrung der Stille keinerlei Schaden genommen. Finde doch selber heraus was sich da so sehr fürchtet und gleichzeitig so entsetzlich sehnt.

Vielleicht stößt du bei deiner Forschung auf die Wahrheit. Nur wenn du selber darauf stößt, ist es von Bedeutung, von dauerhafter Natur. Dann zerfällt es auch nicht mehr bei jeder kleinsten Bewegung im Leben. Dann endet Suche, dann ist sogar Finden bedeutungslos. Dann erwacht Menschsein. Dann leuchtet bedingungslose Liebe auf.

Dann kann sich das Eine endlich auch durch zwei Menschen umarmen. Dann können wir zusammen eine Tasse Tee trinken und lachen.

Forsche mutig.

Das Teewasser kocht schon.

Erscheinungen
Februar 3, 2012

Kuss der Stille / Tagebuchnotizen 2011

Erscheinungen

04.7.2011

Die Stille ist grenzenlos, unendlich tief und alles ist in Stille, immer.
Sprache ist Stille und erscheint als gesprochene Stille.
Stille schwingt leer als Sprache und ist gleichzeitig erfüllt mit dem Gesprochenen. Sprechende Stille ist Stille gefüllt mit sich selbst als Inhalt dessen, was sich ausspricht.
Ist das zu Sprechende ausgesprochen, verschwindet Sprache ohne noch etwas zu berühren.
Sprache löst sich in dem Ausgesprochenen und somit in sich selber auf.
Es bleiben keine Rückstände weder von Sprache, weder von den ausgesprochenen Worten, noch von dem Inhalt als Bedeutung.

Stille.

Kein Sprecher.
Kein Schreiber.
Worte in den Sturm der Stille geflüstert.

Wird das Gesprochene nicht sofort fixiert, in Schrift zum Beispiel, so scheint es zu verschwinden, ohne dass eine Möglichkeit zu bestehen scheint, es je wiederzufinden.
So erscheint Sprechen in der Stille immer frisch, nie alt und nie abgekaut.
Mit einer Frage erhebt sich gleichzeitig Antwort und gleichzeitig damit Ausdruck. Das kann vielleicht Sprechen oder Schreiben sein, aber natürlich gibt es unendliche Formen des Ausdrucks mit unendlichen Facetten.
Diese Welt Ist Frage, Antwort und Ausdruck in einem.
Sie ist das scheinbar auseinandergefaltete Eine.
Jetzt in Zeitlosigkeit entfaltet wird Stille als Frage-Antwort-Ausdruck gesehen.
Der Ausdruck Dessen als unendliche Form, endlos sich ausdrückend und endlos sterbend.
So manifestiert sich Nichts in Form aus dem Unmanifesten.
Welch lebendiges Spiel, unendlich tief, unendlich lebendig, unendlich unerkennbar.

Der Verstand kann das nicht begreifen.
Er ist ganz still und das Gehirn scheint wie eingefroren.

Die Stille kommt nicht irgendwo her, alles Ist Stille. Und in Stille scheint etwas zu geschehen und es kommt auch scheinbar wieder etwas zur Ruhe. Gedanken steigen in der Stille auf, denken sich oder auch nicht, und verbrennen an sich selbst, völlig lautlos.

Das Gehirn scheint am Denken, wenn es auftaucht, nicht beteiligt zu sein.
Es sieht so aus, als ob der Gedanke das Potenzial zu denken und gedacht zu werden in sich selbst trägt.

Das Gehirn erscheint aus dieser Perspektive nur wie ein Spiegel, in dem sich die Gedanken spiegeln.
Der Spiegel ist unbeeindruckbar von dem, was er reflektiert.

Das Gehirn erscheint in Diesem nicht mehr wie ein Denkapparat.
Und in der Sicht sieht es eher so aus, als ob dieser Apparat allerdings nie Denken konnte. Es scheint eher wie ein Aufzeichnungsmechanismus, der etwas speichert, weiterverarbeitet, vervielfältigt, kopiert und wiederholt.
Ohne jede eigene Kreativität, nur funktionell mechanisch.
Dieser Mechanismus scheint nun nicht mehr zu funktionieren.

Ein Gedanke steigt auf, entleert sich in einer einzigen Bewegung, leer ist der Gedanke, Leerheit in sich selbst, und sinkt darin zurück.
Dies ist kein Prozess, der einen Ablauf in sich trägt. Nur die Beschreibung dessen erzeugt scheinbar diesen Anschein.
In Stille geschieht Dies als eine Bewegung, in keiner Zeit, ohne Bemühen.

Ist das Gehirn „eingefroren“, so wird der Inhalt überhaupt nicht verarbeitet.
Da bleibt nur der Moment, in dem sich der Gedanke entleert hat, der entleerte Inhalt in der Sicht erscheint und wieder versinkt.
Oft entleert sich der Gedanke nicht und sinkt zurück in Leerheit. Der Inhalt wird dann Nicht-Gewusst. Oft kommt kein Gedanke.

Nichts stört in der Stille. Da alle Formen in Stille sind, sind sie nicht aus Stille gemacht, sondern Stille, die sich formt.
So erhebt sich Stille als Form in Ausdruck und Inhalt.
So wird gesehen und gewusst ohne eigene Bewegung.
So-Sein ist Leben als Energie geformt, wie es jetzt erscheint.

Diese Energie ist der Ausdruck der Form, der sich ausgeformt selbst beinhaltet und der Inhalt beinhaltet das Sehen dessen ebenso.
Mit der Erkenntnis über die endlose Tiefe der Stille verschwindet die Sicht, dass jetzt gesehen wird.

Es bleibt nur Sicht in Stille.
Sprache in Stille.
Ausdruck in Stille.
Form in Stille.
Es bleibt Nichts.

So kommt der Eindruck zustande, dass dort Niemand ist und dass Niemand dies schreibt.
Natürlich ist das auch die Wahrheit.

Der Wind weht.
Stille windend wehend.
Stille schreibend formt Sätze.

Nichts ist Stille in Alles als potenzielle Abwesenheit von Allem.
Alles ist Stille in Nichts als Form oder Formlosigkeit, manifestiert oder unmanifestiert, existent oder nicht existent.

NICHTS und ALLES sind keine Gegensätze, sondern das Eine in sich selbst gefaltet.

ALLES erscheint scheinbar in gegensätzlichen Paaren, in Stille mit Bedeutung.

NICHTS in Stille ist scheinbar die Abwesenheit von Erscheinung und somit die Abwesenheit von Bedeutung, für die es aber kein Gegenstück geben kann, sonst würde Stille die Stille stillen.

Tatsächlich ist das auch so.

Stille verschwindet in Stille, also in sich selbst, und ist immer nicht-existent.
Um gleichzeitig in Zeitlosigkeit immer als Stille zu erscheinen.
Da nicht-existent Nicht-Ist, ist die Möglichkeit existent-Sein unendlich.
Das geschieht gleichzeitig nie und immer.

Das könnte man als jetzigen Moment umschreiben.

Natürlich sind alle Worte, die für Dies benutzt werden, paradoxer Ausdruck des Unsagbaren.
Jetzt pulst Dies nicht messbar und nicht beschreibbar, und doch erfahrbar, also bar jeder Erfahrung offenbart es sich selbst.
Der große Knall ist immer.
Stille ist als Dies immer und immer nicht.

Würde Dies nicht So-Sein, würde Dies (Unbenennbare) nicht pulsen also auch nicht Nichtpulsen und so endlos in Nichts nicht erscheinen.
So könnte Nichts auch nicht als Alles, als unendliche Möglichkeit in Stille erscheinen.

In der Sicht scheint es so, als ob das Ereignis seine eigene Ursache für das Erscheinen schafft, um das Erscheinen überhaupt möglich zu machen.

In der Sicht scheint es so, dass das Ereignis seinen eigenen Horizont erschafft, um in diesem Horizont sichtbar werden zu können. Dafür bricht das Ereignis zusammen, bevor es überhaupt entstanden ist und provoziert so den Zusammenbruch des Ereignishorizonts, um entstehen zu können.

Alles kann sich manifestieren.

Auch Dies.

Was ist Erleuchtung?
Januar 31, 2012

Fragen eines Freundes

04.01.2012

Was ist Erleuchtung? Ich lese so oft von spirituellen Suchenden, die um Erleuchtung zu erlangen zu einem Guru oder Meister gehen. Was hat es mit der Erleuchtung auf sich und was kann ich überhaupt von so einem Meister erhalten oder erwarten. Ehrlich gesagt habe ich tiefe Zweifel an dem Sinn dieses ganzen Rummels. Aber ich muss auch zugeben, dass ich Angst und Sorgen vor der Zukunft habe. Würden meine Ängste und meine Sorgen verschwinden wenn ich erleuchtet wäre?

Was ist Erleuchtung? Wir sind es gewohnt Fragen zu stellen und sind es gewohnt sofortige Antworten zu bekommen. Bekommen wir die Antworten nicht sofort und verständlich, verlieren wir das Interesse oder fühlen uns bestätigt in unseren Überzeugungen, z.B. das die Angelegenheit so oder so sei. Oder wir schauen im Internet nach einer Definition über Erleuchtung. Und dann sagen wir, aha das ist es also so. Erleuchtung ist also dieses oder jenes.

Doch das ist alles Wissen aus der Konservendose. Eine Konservendose deren Haltbarkeit schon lange abgelaufen ist, und wenn wir die Dose aufmachen stinkt uns der Inhalt entgegen und wir sagen; klar, habe ich schon mal gelesen oder na klar, das weiß ich doch schon längst. Dann wenden wir uns dem nächsten Objekt zu und so kann uns die Wahrheit nie erreichen.

Also lass uns gemeinsam die Antwort finden und stimme weder zu, noch lehne ab. Einfach nur stilles Zuhören ohne Akzeptieren oder Zurückweisen. So forscht du in dir selber nach der Wahrheit und der, der hier spricht, ist nur eine Stimme, die auf jenes oder dieses hinweist, keinerlei Autorität. Sei besser misstrauisch wenn dir jemand sagt: ich gebe dir die Antwort auf deine Frage und diese Antwort ist selbstverständlich die Wahrheit. Vielleicht ist es tatsächlich die Wahrheit, vielleicht ist es sogar die absolute Wahrheit. Doch was nutzt es, wenn du die Wahrheit nicht selber sehen kannst?

Vielleicht ist der, den du fragst, genauso blind wie du. Du kannst es ja nicht sehen, ob der andere blind ist, du bist ja auch blind, sonst würdest du nicht fragen. Vielleicht behauptet er ja nur dass er sehen kann und dann verirrt ihr euch beide. Also sei achtsam und still. Kannst du achtsam und still sein?

Bemerkst du das Geschwätz in deinem Kopf? Das Kommen und Gehen der Gedanken, die ständigen Kommentare und Urteile. Kannst du dieses ständige Brummen im Kopf abstellen? Kannst du ohne Gedanken zuhören? Völlig ruhig in Stille sitzen und ohne greifen nach Bedeutung von Wörtern und Konzepten zuhören? Kannst du das Geschwätz jetzt abstellen? Genau jetzt? Überprüfe das einfach, finde es in dir heraus.

Aha, es geht also nicht. Seltsam, oder? Wo wir doch so gebildet und wissend sind, so viele Dinge tun können und clever unsere Bedürfnisse erfüllen können. Doch der Verstand denkt einfach was er will und wann er will. Wir können zwar sagen „sei still !“  doch er schwatzt einfach weiter und darüber hinaus ist es uns oft noch nicht mal bewusst, dass der Verstand genau das tut. Finde selber heraus ob das die Wahrheit ist.

Kannst du also das Geschwätz abschalten? Die Tatsache ist das wir das nicht können. Niemand kann das, selbst der größte Meister kann das Geschwätz nicht abschalten. Wenn der Meister oder Guru ehrlich ist, muss er diese Antwort geben.

Doch das Geschwätz kann enden. Das pausenlose Rotieren des Verstandes kann zum Stillstand kommen. Stille. Nun kann gesehen werden wie sich Energie in Gedanke formt, aus der Tiefe aufsteigend wie bunte Seifenblasen, vorüberzieht und ohne das der Gedanke gedacht werden musste wieder vergeht.

Was für eine Befreiung.

Freiheit

Freiheit nicht von Gedanken (Gedanken kommen oder kommen nicht), aber vom Denken müssen.

Was kümmert dich das Geschwätz von Erleuchtung? Was kümmert dich das Geschwafel von spiritueller Suche? Die Sklavenschaft des Denken-Müssens kann enden. Der mechanische Verstand kann völlig stillstehen und in dieser Stille kann gesehen werden was du schon immer bist. Finde es heraus, wenn du genug hast von deinen Ängsten und Sorgen. Hast du genug?

Ein wahrer Meister kann dir nichts geben. Er hat nichts mehr was er deinem Geschwätz hinzufügen könnte. Du bist schon so voll, wie willst du da etwas entgegen nehmen können? Ein wahrer Meister ist Stille selbst. Das Geschwätz endete. Diese Stille ist ansteckend. Ein wahrer Meister steckt dich mit Stille an, weil es nicht seine oder deine Stille ist. Die Stille, die Du bist, erkennt die Stille die der Meister Ist. Die Stille erkennt sich wieder. Die Stille, die DU schon immer anfangslos bist. Du hast es nur vergessen. Du schwatzt zu laut.

Finde es selbst heraus, wenn du willst. Willst du?

3. Wie wichtig ist die Absicht
Januar 25, 2012

15.07.2011

Fragen eines Freundes

1. Wie wird der Funke zum Feuer, das andere ansteckt?

2. Ab welchem Zeitpunkt wird das Feuer manifest?

3. Wie wichtig ist die Absicht?

4. Und in welchem Zusammenhang steht es mit der Ist-Zeit?

 

Dies erscheint als Feuer absichtslos.

„Wichtig“ ist eine Bedeutung die ein zweites Objekt benötigt um wichtiger zu erscheinen.

Wichtig erscheint es Jemand in einer ganzen Kette von Urteilen über etwas anderes.

Nur da ist Nichts, nur ein Spiel von bunten Lichtern.

Dies Ist die Abwesenheit von Absicht.

Dies Ist kein Plan, kein Ziel und keine Aufgabe und du bist Dies geträumt in einem Spiel Namens Leben, das einen Sinn haben soll für dich.

So sagst du „ich habe die Absicht, dass mein Leben einen Sinn haben soll“.

Doch auch Dies ist Dies, dass scheinbar diesen Satz durch die scheinbar feste Form eines du ausspricht.

Der Traum treibt dahin und Dinge geschehen scheinbar und anderes geschieht nicht.

Absicht wird als wichtig empfunden vom Verstand der eine Bedeutung braucht, eine Aufgabe, irgendetwas.

So kann auch Absicht als wichtig empfunden werden, er hat den gleichen Stellenwert wie ein Glas Wasser trinken oder Ausatmen und nicht mehr Einzuatmen.

Die Dinge erscheinen scheinbar im Traum und haben ihre Absicht zu erscheinen schon durch das Erscheinen ohne Wichtigkeit erfüllt.

Doch auch der Verstand der nach etwas strebt wie Wichtigkeit, ist Dies und das kann er nicht verstehen.

Das Gefühl ohne Wichtigkeit und Absicht dahin zu treiben ist nichts für den Verstand.

Ohne Aufgabe glaubt der Verstand wahnsinnig zu werden. Dabei ist der Wahnsinn das der Verstand mehr zu wollen scheint als Dies Ist.

Wenn das Zappeln des Verstandes niemand stört, da niemand da ist, so kann Dies alles gesehen werden ohne Absicht oder Wollen, ohne Wichtigkeit da auch Unwichtigkeit nicht existiert.

2. Ab welchem Zeitpunkt wird das Feuer manifest?
Januar 25, 2012

15.07.2011

Fragen eines Freundes

1. Wie wird der Funke zum Feuer, das andere ansteckt?

2. Ab welchem Zeitpunkt wird das Feuer manifest?

3. Wie wichtig ist die Absicht?

4. Und in welchem Zusammenhang steht es mit der Ist-Zeit?

 

Der Verstand versucht zu verstehen und dazu gehört der Versuch einer Wirkung eine Ursache zuzuordnen. Eine Wirkungskette wird erdacht und einem Zeitablauf zugeordnet. Die Zuordnung schafft Ordnung und somit Sicherheit im Denkuniversum des Verstandes.

Doch der ganze Traum wird geträumt von niemand in absoluter Stille und Abwesenheit von Zeit.

Alles erscheint völlig Ursachlos und frei von Absicht.

Spontan frei von nichts bedingt erscheint es jetzt in Zeitpunktlosigkeit.

Das Feuer brennt immer in Zeitlosigkeit. Es ist immer hier im Traum der Suche nach Wärme und es kann nie woanders sein als eben hier, da du hier zu sein scheinst und damit der Traum das Dies ist.

Es gibt nichts außerhalb dessen, hat es nie gegeben, kann es nie geben.

So erscheint das Feuer zeitpunktlos absichtslos und ist somit immer anfangslos manifest.

Ohne deine scheinbare Existenz gibt es kein scheinbares Feuer.

Ohne deine scheinbare Existenz gibt es keinen scheinbaren Zeitpunkt.

Ohne deine scheinbare Existenz gibt es keine scheinbaren Manifestationen.

Das ist der Traum der scheinbaren Existenz.

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