TEIL 1 Was hat es mit den Praktiken, Übungen und Methoden der traditionellen Religionen auf sich? Was hat es zum Beispiel mit „The Secret“ auf sich und was kann ich damit erreichen?
August 26, 2012

Fragen eines Freundes

25.08.2012 Teil 1

Was hat es mit diesen New Age Bewegungen wie zum Beispiel „The Secret“ oder „Bestellungen beim Universum“ auf sich? Funktioniert das überhaupt?

Und in dem Zusammenhang ist die Frage ebenfalls, was hat es mit den Praktiken und Übungen der traditionellen Religionen auf sich? Was soll mit diesen Übungen überhaupt erreicht werden und was kann ich damit wirklich erreichen?

Und wenn du alle diese Fragen beantwortest, woher soll ich wissen, dass du nicht lauter Unsinn erzählst? Woher willst du selber wissen, dass das die Wahrheit ist und du nicht einfach verrückt bist?

 

Das ist insgesamt eine komplexe Fragestellung. Allerdings hat diese Komplexität der Fragestellung einen gemeinsamen Kern oder anders ausgedrückt eine Basis, die man auch Haltung nennen könnte, mit der diese Fragen gestellt werden.

Diese Basis, diese Haltung, von der aus diese Fragen gestellt werden, ist Zweifel. Zweifel an allem was auftaucht.

Diese grundsätzliche Haltung bildet eine sehr gute Basis für ein gemeinsames Gespräch und strahlt eine unvermittelte Schönheit aus.

Diese Art der Suche nach Antworten, hat das Potenzial die Suche zu beenden.

Wenn erkannt wird, dass alle Fragen tatsächlich an die inhärente Weisheit direkt gestellt werden und nicht an irgendeinen Beantworter, dann kann die Wahrheit erscheinen, dass der Fragesteller selber nur Ausdruck dieser Weisheit sein kann.

Der Beantworter ist tatsächlich überflüssig.

Ist dieses Erkennen eingetreten, hat Intelligenz die Zügel schon übernommen. Dann wird gesehen, dass Fragen und Antworten dasselbe ist.

Jetzt sieht es so aus, dass der Beantworter, durch den eine Antwort ausgesprochen wird, vom Fragesteller getrennt ist. Tatsächlich sind zwei Körper zu sehen, von dem ein Körper spricht und der andere zuhört. Das ist unsere normale menschliche Wahrnehmung, die gewöhnlich an den äußeren Formen hängen bleibt.

Doch es kann auch geschehen, dass erkannt wird, dass diese Wahrnehmung nur eine antrainierte, bedingte und unhinterfragte Gewohnheit ist.

Da Gewohnheit die Ursache des Bedingten in sich trägt, kann diese Gewohnheit sterben, da Bedingtheiten sich verändern können. Es ist dann Wahrheit, dass auf diese gewohnte bedingte Wahrnehmung eine andere, vielleicht umfassendere, Wahrnehmung folgen kann. Das auch diese eine Bedingtheit ist und wo die Grenzen dieser Wahrnehmung sind, kannst du selber herausfinden.

Warum sollte hier das Einzige, was verbleiben könnte, genommen werden, nämlich die Grenze der Wahrnehmungsmöglichkeit im menschlichen Muster zu erforschen?

Wir Menschen wollen immer alles vorgekaut haben. Sei einfach unvermittelte Wahrnehmung, sei glühende Forschung. Du bist schon alles, also sei auch dies.

Gehen wir also gemeinsam Schritt für Schritt durch die Fragen und fangen mit dem letzten Abschnitt an.

Dort wurde gefragt, woher ich wissen will, dass die Antwort, die gegeben wird, tatsächlich die Wahrheit ist. Darüber hinaus wurde gefragt, ob es nicht möglich ist, dass das was gesagt wird lauter Unsinn ist und außerdem ob der Beantworter nicht einfach verrückt ist.

Zuerst einmal ist es die Wahrheit, dass ich es nicht weiß und nicht wissen kann.

Die absolute Wahrheit ist, egal wie raffiniert die Sätze gestaltet werden um Wahrheit auszudrücken, sobald es ausgedrückt wird nicht mehr Wahrheit sein kann.

Verstehst du das?

Es ist unmöglich, dass >ich< wirklich weiß. Muss >ich< nicht anwesend sein, kann es nicht gewusst werden. Nur >ich< ist sich immer sicher, solange es nicht zweifeln muss.

Wenn >ich< abwesend sein darf, hat das Ausgesprochene für niemanden eine Bedeutung. Ohne Bedeutung erscheint Schönheit und Harmonie. Das könnte als Emanationen von ursprünglicher Weisheit benannt werden.

Das scheint alles jenseits unseres menschlichen Verständnisses und Verstandes zu liegen und doch ist Verstand auch ein Ausdruck dieser ursprünglichen Weisheit und bildet damit die Basis für dieses Gespräch.

Verstand ist nicht Feind. Verstand ist nur eine bekannte Ausdrucksform in Mitten der unbegrenzten Möglichkeiten der sich ausdrückenden Unbekanntheit.

Also es gibt keine Sicherheit über die Wahrheit. Das Festhalten an Sicherheit und absolute Wahrheit schließen sich gegenseitig aus.

Was du wirklich möchtest ist doch ein Wunder als ultimativen Beweis, dass hier die Wahrheit ausgesprochen wird. Wenn der Körper also levitiert, während hier gesprochen wird, wäre das der ultimative Beweis der Wahrheit für dich?

Kannst du die Absurdität sehen?

Levitieren ist genau so ein Bewegungsform wie laufen, nur eben nicht so gewöhnlich in dieser Dimension.

Was sollte das beweisen?

Es ist doch mehr als einfältig einen Ausdruck von Bewegung, die innerhalb der bedingten Erscheinungswelt auftauchen kann, als Beweis für absolute Wahrheit zu akzeptieren.

Die Beschreibung, die nur als Fingerzeig taugen kann, um darauf hinzuweisen in was diese Erscheinungswelt überhaupt auftaucht, kann nicht die Wahrheit selber sein.

Wenn ein Gespräch zwischen einem Menschen und einem intelligenten Wasserbewohner stattfindet, wer ist näher an der Wahrheit, der der besser schwimmen kann oder der der besser laufen kann?

All das berührt den Kern von Wahrheit überhaupt nicht. All das sind Gedankenkonstrukte darüber wie man die Wahrheit verstehen könnte. All das ist gewaltige Anstrengung, um zu vermeiden die Wahrheit unvermittelt zu erfahren.

All das führt nur zum Übersehen, dass schon Wahrheit ist.

All das ist einfach Angst nicht zu sein.

So gesehen ist klar, dass es eine gewisse Verrücktheit benötigt um überhaupt darüber sprechen zu können.  Somit ist allerdings auch klar, dass der Fragesteller ebenfalls Ausdruck dieser Verrücktheit sein muss, sonst wäre das Gespräch so nicht möglich.

Diese Verrücktheit von der wir hier sprechen, ist die Heilung von dem Wahnsinn auf diesem Planeten. Der Wahnsinn, der sich durch Glauben-müssen des Egos eine separierte Person zu sein, die im Mittelpunkt aller Erscheinungen zu stehen scheint, erhoben hat. Dieser Wahnsinn kann enden und wenn man das in diesem Kontext verrückt nennt, ist das akzeptabel.

Also die einzige Möglichkeit die Wirklichkeit der Wahrheit zu erfahren, ist es zu sehen statt nur zu fragen. Da die absolute Potenzialität in dieser Dimension hier eben als Mensch erscheint, ist es auch möglich. Dann ist die Suche nach Sicherheit beendet. Falls dann über das was gesehen wird gesprochen werden muss, wird sich zeigen welches Potenzial, Wahrheit auszusprechen, sich manifestiert.

Eins kann sicher gesagt werden, darüber zu schweigen ist einfacher.
Doch noch tauchen Fragen auf und es tauchen Antworten auf.
Doch es ist sicher, dass dies ebenfalls enden wird.

Doch scheinbar endet es noch nicht jetzt, denn nun wird weitergefragt, was hat es mit all den Praktiken, Übungen und Methoden der religiösen Bewegungen auf sich. Und was hat es mit den New Ages Bewegungen zum Beispiel wie „The Secret“ und „Bestellungen beim Universum“ auf sich. Funktioniert das und was kannst du damit erreichen.

Diese Fragen können zusammen beantwortet werden, da sie von der Fragestellung her auf das gleiche Motiv verweisen.

Das Leichteste vielleicht vorweg, es funktioniert und du kannst damit überhaupt nichts erreichen.

Jetzt machst du wirklich ein erstauntes Gesicht.
Bleib am besten so erstaunt.
Beim unvermittelten Erstaunen kommt nicht ständig das Denken-müssen in die Quere und die Essenz, auf die die Worte nur hinweisen können, kann vielleicht direkt wahrgenommen werden.

Mit diesen Themen bewegen wir uns in einem potenziellen Minenfeld aller möglichen Missverständnisse.
Umso mehr bedarf es eine besondere Sorgfältigkeit.
Also forschen wir sorgfältig nach der Antwort und finden vielleicht heraus was es damit auf sich hat.

Weiter mit Teil 2

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Stille
Februar 3, 2012

Kuss der Stille

Stille     (Audio)       

28.06.2011

Im Schauen des Sehens in der Stille
liegt das Geheimnis dieser Welt

Dies ist das Geheime das offen zur Verfügung steht
Dem Schatz der alles überragt was jemals Ist
Weil er die Summe Allens und auch dessen Inhalt IST
Doch nur Schritt für Schritt ganz leise
kommst Du dem Schatz der Schätze nun ganz nah

Nicht weil der Schatz entfliehen könnte
Nein das ist nicht möglich
Er IST seit Ewigkeit
und wird so lange bleiben
wie die Ewigkeit besteht

Doch Du bist noch zu voll
mit wertlosem Geschwätz
über den Wert des Schatzes
so das Du in Dein Begehren
geblendet von dem Glanz
das offensichtlich Wirken nicht erkennen kannst

Doch nun ein Schritt auf das Geheime zu
als ob es Schritte gäbe
Doch in MEINER Liebe geh ICH auf Dein Flehen ein
Und zeige mit Meiner LIEBE Hand auf das Wissen
was sich selber ständig offenbart

Das Sehen in der Stille war schon immer da
Denn ICH bin ALLES anfangslos
Dein Auge war nie nötig um Dies zu Sehen
was schon immer IST
Die Stille ist ICH in Allmacht Liebe
und das Sehen Dessen ist die Frucht
MEINER Hochzeitsnacht

Die Vereinigung von ALLEM
hat auch Dich hervorgebracht
So bist Du mein Sehen dieser Welt
und die Schau des Sehens in der Stille
ist MEIN Brautgeschenk an MICH
als dieses reine Kind
Du
unbefleckbar
da
Du MEINES Geistes bist
Und dasselbe substanzielle Wesen
trägst nun Du zur Schau
in dieser Welt

Die Schau des Sehens in der Stille
Die Schau, das kleine Sehen Meiner Herrlichkeit
Ist immer da
klein, nicht weil es unvollkommen ist
doch die Eigenschaften deiner Form erlauben Dir nur diesen Blick
Du würdest sonst vor Deiner Zeit verglüh‘n
Wenn das letzte große Sehen jetzt schon in Dir wär

Das wird tatsächlich auch geschehen
Wenn DU Mich in DEINE Arme schließen kannst
Und Du gehst einverstanden und im Glück
das dann ewig dauern mag
Doch Geduld
noch ist es nicht soweit

Die Schau des Sehens in der Stille ist die Welt
wie ICH Mich sehen würde
wenn ICH mich jemals selber sah
und so siehst Du ewig MICH
bei Deiner Schau

Dein ungetrübter Blick ist die Reinheit die von Nöten ist
um die Reinheit Alles Seins ohne Haftung zu erfassen
die Reinheit aller Formen in denen ICH
entstehe und vernichte
alles in der geheimen Dimension der Zeit
Dies Alles JETZT
in dem einen ewig dauernden Moment

Das NICHTS des Wissens ist unabdingbar die Bedingung
in der bedingungslosen Schau des Sehens in der Stille
So entfaltet sich die Welt
die Du nun siehst
frisch und ohne Müh für Dein Aug

Benutzt du aber dein altes Wissen um die Welt
und blickst du so darauf
So ist sie trüb und fade
und du jammerst um den Mangel
das da etwas fehlen mag
Natürlich fehlt etwas in diesem stumpfen Glotzen
du hast MEINE ewig Frische eingetauscht auf dem Basar
gegen Tand
und nun trägst du in deinem Kopf
Augen aus poliertem Stein
nur nebenbei
in deinem Herzen sieht‘s nicht besser aus

Und die Methoden
Die Reduktion des Angeschauten ist auch nur ein Konstrukt
vom Denken der Gedanken
durch Meinen lieben alten Diener
gefallen in der Arroganz Mir gleich zu sein
vergessen das Du schon immer bist in MIR
nun aber in der Not selbsterzeugter Dunkelheit
benutzt
um mehr zu sehen als Trostlosigkeit
vielleicht brauchbar willst du Leben spielen
doch Unsinn für die wahre Schau des Lebens Selbst

All das von deinem willen Unsinn muss erst sterben
Bevor du stirbst und Du erscheinen darfst
Und MEIN Wille
durch Dein klares Auge sehen mag

Doch auf diesen Erden kann ICH nur in Dir wirken
Wenn Du es sagst
das ICH in MIR willkommen bin
Ach und übrigens
Es ist recht und
wirklich gut wenn Dein Körper
Für den du dich gewöhnlich hältst
Auch noch atmet und
noch nicht in Elemente aus denen er besteht zerfällt
wenn ich in Dir wirken darf

Hast du genug von deinem Jammer
und gibst deinen kleinen willen auf
dann wirk ICH in Dir
mit lieber zarter Hand
mal laut mal leis
Das liegt ganz an der Härte deines Denkens
und an dem Panzer den du dir erdacht
Den zu durchbrechen hast du Dir selbst
nicht leicht gemacht

Nicht dass Mich irgendetwas hindert
Nur Du
Geschöpf von Meinem Willen LIEBE
Du bist so wunderschön und zart
Und das letzte was ICH will
dies durch Dich selber zu verletzen
Dies
was auf ewig unverletzbar sei

Nun höre!

Wie Du MICH erkennst
ist einfach
denn wenn du gehst
zieht
NIEMAND
in das leere Haus
Doch gib acht
versucht JEMAND einzuziehen
bin
ICH es nicht
Denn ICH bin schon immer Du
Und somit auch das leere Haus
IST ICH
Bleib standhaft
Und nun bleibt es für immer leer

Nun werden Deine Augen zu Brillanten
scharf geschliffen und ganz rein
und kein Gedankenschatten trübt das glitzernd Licht
das durch diese Öffnung funkelnd scheint

Nun ist die Mühsal der Erklärung
der dem trüben alten Blick erklärte
um zu versteh‘n was er nun sah nicht länger Not
Sondern ohne willen
völlig friedlich
erhebt sich frei die Schau der Sicht
wenn Dein Blick
auf dem Geschöpf der Schöpfung ruht

Das Wissen was sich während dessen offenbart
wird nur gewusst in dem Moment des Schauens
und wird nicht mehr eingesperrt in dunkle Speicher
wo es modernd wartend an sich selbst verkam

Da der Blick nun frei von allem
immer auch auf Allem ruht
streift das Wissen des Geschauten
zart Dein Herz
wie des Vogels Schwingen die Luft berührt
während sie ihn trägt

So ist das Wissen in reinem Blick gegründet
So ist das Schauen des Sehens in der Stille
Wandert der Blick
frei von Zwang etwas andres anzuschau’n
zum nächsten Augenblick
in der geheimen Zeit
so erhebt sich ganz spontan von
Diesem was zu wissen gilt

Das andere davor wird nicht gewusst
doch nicht vergessen
Die Reflektion ist nicht beschädigt
sie wird nur nicht mehr gebraucht
bei dieser reinen Schau

So sinkt MEIN Sehen
in Deine Schau noch tiefer ein
und
Ist nun wie immer schon
MEIN Wesen
das durch Dich
Substanz bekommt in dieser Welt

Nichts kann die Schau mehr stören
Gedanken sind nur leichte Fetzen
die raumlos vorüber ziehen
mal zwitschernd ihren Inhalt singen
mal stumm die Kreise drehen
um leise zu verschwinden
bis vielleicht auch das vergeht

Nichts fehlt
Nichts kommt hinzu
Da
Alles kommt aus MEINER Stille
ist es perfekt
wie ICH als
Dies erschein

Nun schaust Du
ICH in Herrlichkeit
Das letzte Suchen endet hier an dieser Stelle
Und das Finden wird bedeutungslos geschaut
Die Schau des Sehens in der Stille
IST Dein Leben nun

Der Friede ist jetzt endlos tief
Weil ICH schon ohne Anfang BIN
und jenseits der Süße der Erfahrung
verbleibt ein Leben
Frei
im Schau der Ewigkeit der leuchtend Leere

Was ist eigentlich Meditation und was genau kann ich dadurch erreichen?
Januar 30, 2012

Fragen eines Freundes

03.01.2012

Was ist eigentlich Meditation und was genau kann ich dadurch erreichen?

Sehr oft wird Meditation mit den Methoden der Meditation verwechselt. Das ist so als wenn man die Medizin mit der Heilung bzw. mit Heil sein verwechselt. Was bedeutet Heil-Sein eigentlich? Schauen wir uns doch erst mal ganz genau dieses Heil-Sein an. Jedes fühlende Wesen sucht Glück und möchte Leid vermeiden. Das ist nicht nur eine 2500 Jahre alte Weisheit, sondern das kann jeder mit ein wenig Selbsterforschung bei sich entdecken.

Jede unserer Bewegungen beschäftigen sich, ob uns das bewusst ist oder nicht, mit dem Erlangen und Erhalten von Glück und mit dem Zurückweisen von Leid. Da das jeder Mensch auch jetzt in dieser Zeit noch erforschen und nachvollziehen kann, ist das keine alte tote Behauptung sondern ein lebendiges Bedürfnis von jedem Menschen.

Was ist dann also dieses Glück, das alle immer und pausenlos so intensiv erlangen wollen? Was lässt uns so angespannt erst im Äußeren und dann im Inneren nach Glück suchen, ohne dass uns eigentlich klar ist, was denn nun gesucht wird? Es scheint offensichtlich etwas zu fehlen oder abhanden gekommen zu sein. Wir vermissen scheinbar immer etwas, sonst würde ja die Jagd nach dem Glück nicht nötig sein.

Und dann ist da noch das Leid, das wir auf jeden Fall vermeiden oder loswerden wollen. Was ist also dieses Leid, das uns so erschreckt, dass wir davor fliehen müssen? Diese Flucht vor dem Leid scheint ebenfalls äußerlich und innerlich statt zu finden. Auch das kann jeder Mensch an sich selbst erforschen. Wir können es natürlich auch bei jedem anderen Menschen sehen, aber hier geht es um Selbsterforschung und das erfordert Mut. Sind wir mutig genug dafür? Bist du mutig genug dafür?

Sind wir mutig genug, das was sich bei unserer Selbsterforschung offenbart vorbehaltlos anzusehen und zu akzeptieren? Zu akzeptieren wenn sich unsere eigene Zerrissenheit, Intoleranz und mechanisierte Dumpfheit offenbart. Wenn der Mangel an Liebe, der Hass und die daraus resultierende Wut sich zeigt. Unsere eigene Gier nach immer mehr offenkundig wird und der Zerstörungswahn der alles vernichtet was in unsere Reichweite gerät. Unsere Gleichgültigkeit und unsere innere Todheit, die uns mechanisch wie ferngelenkte Roboter erscheinen lässt. Wenn das alles durchdringende Gefühl der eigenen Wertlosigkeit über dich hereinbricht. Hält dein Blick dem stand?

Ja, das ist alles in uns und deswegen können wir es auch außen entdecken. Das dort draußen, in der Welt, das haben wir angerichtet. Es ist unsere Gestörtheit und es ist unser innerer Schmerz, nur nach außen gespiegelt.

Doch forsche selber nach und schau ob du das was du siehst erträgst, ohne Ausflüchte, ohne Ausreden, ohne Ausweichen, ohne Entschuldigungen. Einfach nur der stille Blick, völlig reglos und ganz tief nach innen. Regloses Schauen dessen was sich dort offenbart. Wenn du das erträgst, ohne den Blick abzuwenden, ohne shoppen gehen zu müssen oder dich betäuben zu müssen, dann meditierst Du. Das ist die höchste Meditation. Das ist Meditation jenseits von Methode. Das ist Heilung und Medizin zugleich.

Nun kann etwas Wundervolles geschehen. Dieser klare ehrliche unverstellte Blick, dieses Nicht-Mehr-Ausweichen, das aus der tiefsten Motivation kommt, vermag ein Wunder zu bewirken. Es kann zu einem Erkennen kommen, zu einem Aufblitzen deiner wahren Natur.

Jetzt Siehst Du!

Es ist das Wiedererkennen, die Vereinigung von dem was nie Getrennt war. Das ist Das was Du gesucht hast. Sieh das Licht und spüre die Liebe die Dich überwältigt. Das ist lebendige Ekstase. Heil-sein, Einheit, Ganzheit, reines Sein.

Das bist DU!

Vielleicht war es nur ein kurzes Aufblitzen. Doch nun weißt Du Bescheid und Du musst nicht mehr im Abfall der Dinge wühlen oder Dich betäuben um das Glück zu jagen und das Leid zu vermeiden. DU bist schon Alles, auch das Glück.

Alle ernsthaften Methoden der Meditation führen hierher, direkt oder indirekt, früher oder später. Die Methoden führen nur zur Erkenntnis das DU schon immer bist. Jenseits von allen Methoden.

Also warum nimmst Du nicht den kurzen Weg und lässt den ganzen Unsinn?

Allwissenheit
Januar 30, 2012

Kuss der Stille/Tagebuchnotizen 2011

Allwissenheit

01.7.2011

Alles ist schon anfangslos leuchtend und vollkommen.

So lange Etwas, insbesondere Jemand, erleuchtet werden möchte, also eine Form, die sich verdunkelt fühlt, in der mit verlangender Sehnsucht etwas beleuchtet werden soll, also die Form Er-leuchtet werden soll, wird es endlose Suche geben und Finden kann nie stattfinden.

Finden ist das Sehen durch niemanden, dass die Form keine inhärente Existenz hat, die Er-leuchtet werden könnte, weil schon alles leuchtet.

Bringt eine Kerze in die Sonne um die Sonne zu erleuchten.

Das ist die Suche der Form nach mehr, als schon Ist.

Wenn all dieser Unsinn fällt, dann fällt auch das du.

Und anfangslos strahlst DU als Sonne, die Du immer Ist.

Das Sehen ist klar und einfach. Atem geschieht, Kaffee kochen geschieht, Kaffeetrinken geschieht, alles voller Lebendigkeit, ohne Greifen, ohne Urteil.

Der Kaffee ist zu heiß, wenn er zu heiß ist, aus sich selbst heraus, nur Worte, keine andere Bedeutung außer eben Dies.

Ein blauer Himmel, wenig Wolken, die goldene Turmuhr, die Kirche – fällt der Blick darauf, gibt der Blick das Wissen preis, was gewusst wird. Fällt der Blick auf etwas anderes, wird das Nicht-Wissen der Kirche, Uhr, Himmel gewusst.

Ganz leicht und wunderbar.

Werden die Augen geschlossen, so ist das Nicht-Wissen des Körpers da und der Körper, das Gefühl von der Realität des Körpers, verschwindet. Keine Geschichte.

So verbraucht es keine Energie.

Die Allwissenheit, die das Ego durch das Sehen erwartet, ist vorhanden. Doch nicht so, wie sich das das Ego vorstellt, als Gott des Wissens über Gott zu stehen. Das Wissen, was zu wissen gilt über etwas, auf das der Blick fällt, ist das, was es zu wissen gilt und das ist perfekt, so wie es Ist.

Das Ego fordert mehr, als nur das, was das Sehen offenbart, doch das ist ein Konstrukt des Verstandes.

So stellt sich das Ego das Sehen vor mit Aussicht auf Gewinn und Macht – mit einer Absicht.

Nur Sehen ist schon Alles – es ist alles leuchtend klar und die vollständige Abwesenheit von irgendetwas, wie eine Absicht von irgendjemand oder irgendetwas.

Das Sehen ist Absicht als Sehen und Ist genügend als Sehen selbst.

Die Stille ist tief und geheimnisvoll, die sofort die Geheimnisse preisgibt, sobald das Sehen von niemanden, der kein jemand ist, der niemand sein möchte, darauf fällt.

Ein Vogelgezwitscher auf dem Baum im Park vor der alten Kirche.

Die Blätter der Pflanzen auf dem Balkon der Wohnung wiegen sich im leichten Morgenwind – wie wunderbar.