Das Geheimnis
März 2, 2012

Kuss der Stille

Das Geheimnis (Audio)

25.07.2011

Die Stille ist ein
selten Gut
und überall verfügbar
jeder Blick auf diese
Welt ist aus
diesem Stoff gemacht
so offensichtlich
dass es meist Geheimnis
bleibt

Doch manchmal da
fällt es glitzernd in
das Augenlicht und
unabwendbar
erhellt das Leuchten
selbst die tiefste
Finsternis

Dunkelheit ist nicht
für ewig
nur Dies Ist immer
in dem auch Blindheit
leben kann
genannt auch Ignoranz
oder Fürst der
Nacht
mit Dummheit als
sein Diener

Doch wird nur einmal
Dies gesehen
so bleibt kein Zweifel ob
der Formen Festigkeit
sie sind einfach nur
wie Reflexionen
und Klarheit nimmt der
Dumpfheit Wiederholung
die Kraft
der Wahrheit
noch zu trotzen

Das Selbst
scheinbar Zentrum
dieser scheinbar Existenz
schmilzt im Licht
das Wahrheit spricht
und der Himmel ist
der stumme Zeuge
dass der Käfig in dem Kerker
seiner Macht beraubt
zerbricht

Nun klein ist das
Vögelchen und noch
fett von dem Streben
nach Begehrlichkeiten
ausgebreitet seine Flügel
fliegt es noch
nicht allzu weit
es gleicht mehr
ein Hüpfen und ein Stolpern
auf den Treppen
der Festung Ignoranz
um zu entfliehen
als ein Gleiten auf
der Liebe Glut
über alle Welten

Nun höre
hab Geduld
Wie viel Jahre denkst du
Mensch zu sein?
Verbrennen wird erst
dein Glaube und das
Gefühl allein
und fest zu sein

Die wahre Sicht ist Meine Schau
durch diese Augen
vereint mit dem
blauen Himmelreich
zerstört dumme Träume
und
offenbart die tiefe Klarheit
dessen
Dies So Sein

So verbleibend ohne
Angst und Zweifel
hat das Greifen nach der
Welt keine Macht noch zu bestehen
doch diese Prüfung die wird
endlos scheinen
und Lohn winkt nicht
nur Freiheit
und das ist vielen
wenig

So ist
selten nur der
brennend Wunsch
als Adler gefährlich hoch zu fliegen
die Meisten sind zufrieden
verwandt zu sein mit einer Taube
und
manchmal täuscht der Verstand
sich selbst
und ahmt
auch einen
Papagei

Doch der Adler zieht einsam
seine Kreise
Stille ist sein Freund
in endlos Höhen
andre Vögel sieht man
selten
Die Furcht nicht zu bestehen
lässt sie in Wipfeln großer Bäume
ruh‘n
aber alles ist willkommen

Die Sicht stets vereint
mit Dies das Alles IST
befreit sich des Adlers
liebend Herz in
Licht
und vom Himmel fallen
seine Federn

Aufgelöst ist diese Form
in Dies aus was es
aufgetaucht
Regenbogen jubeln still
und vielleicht
ihr Leuchten
fällt strahlend glitzernd
in des jungen Adlers Auge
der träumend in dem
Käfig sitzend
glaubt nur eine Taube sein
um aus dem Traum
endlich
zu erwachen
und für immer frei zu fliegen
wie ein Stern der Ewigkeit

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Ego
Februar 29, 2012

Kuss der Stille/Tagebuchnotizen 2011

Ego

22.7.2011

Das Bewusstsein, das sich selber reflektiert und sich selbst zum Gegenstand von Betrachtung erfährt, erlebt sich durch diesen Prozess als Selbst-Bewusstsein.

Da aber auch das sich selbst beobachtende Bewusstsein keine anderen Qualitäten aufweist als das sich nicht selbst beobachtende Bewusstsein, ist das Selbst oder auch das Ego nicht das Selbst-Bewusstsein an sich, sondern es entsteht lediglich bei dem Akt des Beobachtens des Bewusstseins, das sich selbst beobachtet, eine Reflektion, die auf sich selbst zurückgeworfen wird, ein eher unbestimmtes Gefühl.

Eine Reflektion, die sich im Spiegel der Bewusstheit selber reflektiert. Gewissermaßen ein Abfallspaltprodukt, dessen Reststrahlung eine Hintergrundstrahlung verursacht. Ein Hintergrundrauschen, das sich selber beim Rauschen hört.

Allein der Vorgang dieser Reflektion erzeugt das Gefühl der unabhängigen Selbstexistenz und wird dann durch reflektorisches Denken unterstützt.

Was für ein gewaltiger Selbstbetrug.

Dieser „innere“ reflektorische Vorgang ist schon alles, worauf der Mensch seine gesamte sogenannte eigenständige Existenz begründet.

Es entsteht der Glaube ein Leben zu haben, statt ein Ausdruck des Lebens zu sein.
Dieser Glaubenssatz wird fast nie hinterfragt.
Dieser Glaube, genannt auch Ego oder Selbst, ist alles, was trennt.
Eine winzige Reflektion auf den Wellen des Ozeans der Unendlichkeit.

Der Mensch, mit dem ungeprüften Glaubenssatz ein unabhängiges Selbst zu sein, wandelt buchstäblich in der Luft ohne festen Grund. Das erzeugt ungeheure Angst.

Diese Angst führt zu Aktivität, die mit Lebendigkeit verwechselt wird.
Willkommen in dieser Welt.

Hier wird jeder Mensch zum Priester der Sekte des heiligen Selbstbetruges ausgebildet.
Die Messe in dieser Kirche wird vierundzwanzig Stunden pro Tag und sieben Tage in der Woche zelebriert.
Sie dient der Zementierung des Glaubenssatzes der unabhängigen Selbstexistenz.
Beweise sollen die Angst bezwingen.

Jedoch sind alle Beweise vom Ego selber konstruiert worden.
Es ist ein Schneeballsystem des Selbstbetruges.

Die letzte Verteidigungslinie lautet: „Aber wenn ich Beweise konstruieren kann, die letztlich durch die Selbstkonstruktion entstehen, so bin ich!“

Das wäre so, als wenn sich die Reflektion in einem Spiegel für permanent existent erklären würde, weil es das reflektierte Objekt vor dem Spiegel als seine Wirkung erklären würde.

Das Gefühl des Egos ist eine Auswirkung des Lebendigseins und nicht die Ursache des Lebens.
Die Ursache könnte man als Quelle bezeichnen, in der Dies alles so erscheint.

Das Ego möchte nicht sterben.
Das Paradox ist, dass das Ego nie gelebt hat.

All das sind Geschichten über das Unerklärbare.
So wie diese Geschichte hier.

Ein Sonnenstrahl gleitet durch die Wolkendecke, die den blauen unendlich weiten Himmel zu bedecken scheint, und wandert über die Erde wie ein Finger aus Licht.

An einer Felswand einer Schlucht bricht sich das Licht in glänzendem Gestein und die wunderbarsten farbigen Reflektionen spiegeln sich unzählige Male wieder und wieder. Das ganze Tal ist erfüllt mit Regenbogenlichtern und glitzernden Farbspielen.

„Oh, wie wunderbar, wie wir alle glitzern und diese Welt in Farbenpracht hüllen“, jubeln die Reflektionen und rätseln über den geheimnisvollen Sonnenstrahl, der die Felswand entlangwandert.

Doch viele Reflektionen beschäftigen sich lieber mit der Farbenpracht und unterteilen sie in Kategorien und geben sich Namen, wie blau, gelb oder rot. Diese dann wurden von anderen Reflektionen wieder in Unterkategorien unterteilt, um dann diese noch weiter zu unterteilen. Denn die ersten groben Farbunterteilungen waren doch vielen Reflektionen nicht genug.

So fühlte sich oft eine Reflektion mit dem Namen Indigoblau als das bessere Blau, besonders im Vergleich mit einem simplen Hellblau.

Der Sonnenstrahl wanderte das Tal entlang. Die Reflektionen wurden geboren und vergingen. Dann erreichte der Sonnenstrahl das Ende des Tals, um schließlich seine Reise über den angrenzenden Ozean fortzusetzen.

Die letzten Reflektionen am Ausgang des Tales erzählten sich flüsternd Geschichten aus längst vergangenen Zeiten, in denen das Tal förmlich in allen Farben geglüht habe, und ihre verblassenden Farben sangen ein letztes Lied über die Kürze des Lebens. Und dann war Dunkelheit.

Der Sonnenstrahl tanzte weiter über das Meer und sein Licht brach sich an der Wasseroberfläche in wundervolle Farben und kleine Wellen warfen sich Regenbogenlichter zu.

IST
Februar 17, 2012

Kuss der Stille/Tagebuchnotizen 2011

IST

08.7.2011

Das Gesehene, also das Wahrgenommene, und das, was Wahrnimmt, ist Eins.
Es ist nicht so, als ob der Körper bei der Wahrnehmung mit dem Wahrgenommenen verschmilzt.
Tatsächlich ist einfach nichts da und Wahrnehmung geschieht.

Es ist Nacht.
Das offene Fenster bildet den Rahmen für den sinnflutartigen Regen, der vom Himmel auf die Erde stürzt.
Es gibt da kein Wissen über Regen, der am Fenster vorbeiströmt, und es gibt auch kein Regen oder Fenster, das nicht Wahrnehmung sein könnte.

Kein Wahrnehmender, der Wahrnehmung wahrnimmt.
Wahrnehmung ist total.

Regen ist total und ist Dies, regnend, zeitlos wahrnehmend in Zeitlosigkeit.
Also regnet es immer bis es nicht-immer regnet.
Dies sieht Sich aus sich heraus und ist zeitlos Sicht und das Gesehene zusammen, ohne zwei Seiten einer Medaille zu sein.

Bei diesem totalen Sehen brach die Sicht nicht in sich zusammen, wie es scheinbar manchmal geschieht, kein Black-out, einfach nur Dies.

Vollkommend selbstbefreite Wahrnehmung, ohne dass etwas befreit wurde.
Kein Ort, keine Zeit, nur Wahrnehmung ohne Bezug.

Dann anscheinend einen Schritt zurück.
Nun Sehen aus dem selbstlosen Zentrum. Hier sieht niemand, selbst-los.

Niemand, der sieht, kann nicht gefunden oder erfahren werden.
Es gibt aber eine scheinbare Referenz zu einem gefühlten Wissen, dass das Zentrum früher mit etwas besetzt gewesen sein könnte und nun nicht mehr.

Das ist mehr ein Gefühl, dass etwas abgefallen ist, als ein Wissen, was es war. Die Beschreibung von einem Selbst oder einem Ego ist bekannt, nur die Bedeutung ist verloren gegangen.

Es gibt Geschichten über das Leben mit Zentrum als Selbst, aber das ist nicht das Wissen direkt, wie das Leben des Selbst ist. Doch es gibt keine Möglichkeit es zu rekonstruieren und es erscheint anscheinend auch keine Absicht dazu.

Dies scheint unumkehrbar und erfährt sich selbstlos.
Dies ist so unspektakulär und einfach.

Es ist so, als ob sich das Sehen ohne Zentrum in sich selbst verzehrt und übrig bleibt was immer IST, pure Wahrnehmung.

Wahrnehmung ist nur ein Wort, doch tatsächlich ist Wahrnehmung die größtmögliche Näherung einer Beschreibung Dieses, das nicht beschrieben werden kann, aber ohne Zweifel bei vollem Bewusstsein wahrnimmt.

Das kann nur beschrieben werden als Rückblick aus dem Zentrum ohne etwas. Es ist das Malen eines Bildes mit Farben aus Worten und die Wirklichkeit erstarrt sofort beim ersten Pinselstrich, beim ersten Satz.

Beschreibung bei IST Wahrnehmung ist dann schon Schreiben aus dem Zentrum ohne etwas und ist Nicht-IST-Wahrnehmung.
IST-Wahrnehmung ist Lebendigkeit formlos sehend, im Gewahrsein der Formlosigkeit wissend, dies entspringt jedem Wissen des Seins, ohne es je integrieren zu können, da Alles IST.

Die Beschreibung ist das Zerlegen des IST in Beschreibungen und fällt somit sofort in Raum und Zeit auseinander.

Die Sätze, „Regen IST zeitlos Sehen und es regnet zeitlos immer und dann ohne Ursache ist Regen zeitlos nicht. Dies IST Regen Bewusstheit regnend und Lebendigkeit in sich selbst ausdrückend. Dies IST zeitlose Reglosigkeit in Bewegung, bewusst lebendig. Regen nimmt sich als Regen innerhalb des regnens bewusst wahr, ist regnendes Bewusstsein sich wahrnehmend. Wasser, das sich selber trinkt.“ sind für Jemand eine Geschichte, vielleicht noch eine unverständliche dazu.

Doch ist Niemand da, ist es Wahrheit und die Wirklichkeit IST einfach.

IST-Geräusch, IST-Himmel, IST-Regen.

Keine Möglichkeit einer sinnvolleren Erklärung für Dies. Außer Dies zu Sehen, und dann braucht es keine Erklärungen.
IST-Wahrnehmung hat kein Bezugsobjekt, keinen Referenten, das ist nicht möglich.

Das Beobachtete ist der Beobachter als wahrnehmendes Bewusstsein.

Ein Jemand nimmt die Wirklichkeit als fest und wahr.
DIES erscheint als Jemand im So-Sein.
Niemand sieht die Unmöglichkeit der Wirklichkeit.
DIES erscheint niemandem.
IST-Wahrnehmung ist Wirklichkeit, die all Dies IST.