Sehen
Februar 18, 2012

Kuss der Stille

Sehen              Audio

5.07.2011

Und nun da Du siehst
was Du schon immer bist
vergessen nur in dunklen Tagen
die leuchtend Natur
MEINES liebend Herzens

Nun steh still angesichts von MIR
Rühr Dich nicht
mit keiner Faser
Lass dich vom Sehen überfluten
fasse keins der Dinge an
die erscheinen mögen
nicht im Geiste
nicht im Körper
nicht in Energie

Reglos werde ICH
Dich überall durchdringen
und in Stille
wird jede Pore durch MEINE Liebe
tief gereinigt
von dem Tun in Deiner dunklen Nacht

Schau nun nur auf MICH
auf nichts mehr sonst
So siehst Du alle Dinge
die erscheinen können
erschein in MIR
und das bin ICH

Atme und schau still
in MEIN HERZ
ohne Reaktion
auf die Schönheit die sich offenbart
benenne nichts
auch nicht das Wundervolle
das sich durch Dich nun
selber sehen kann

Formen sich Worte aus der Stille ohne Müh
sprechen sie sich selber aus
und ausgesprochen verschwinden sie
leer zurück in leuchtend Ruhe

Bleib still
lass alles fallen

Nur Sehen aus der Stille bleibt
Und Du bist nun für
immer frei

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Was ist diese Stille die ständig gesucht wird? Brauchen wir nun Gurus oder Meister um Stille zu erfahren? Brauchen wir Meditationstechniken?
Februar 2, 2012

Fragen eines Freundes

06.01.2012

Was ist diese Stille die ständig gesucht wird? Brauchen wir nun Gurus oder Meister um Stille zu erfahren? Brauchen wir Meditationstechniken?

 

Wird diese Frage gestellt um Antworten anzuhäufen, sie zu archivieren, zu diskutieren oder um Argumente für oder wider deiner Überzeugungen zu sammeln? Dann hat die Antwort keinen Wert für dich, außer dass du noch mehr Ballast mit dir herumschleppst. Überprüfe doch bitte deine Motivation. Möchtest du mehr Ballast oder Freiheit. Beides zusammen geht nicht. Das ist eine Tatsache. Doch glaube nichts, überprüfe selber ob das die Wahrheit ist. Schau dir still dein Leben an und finde es selbst heraus. Nur eine Bitte, folge der Antwort, die hier hervortritt für diesen Moment einfach ganz still. Keine Ablehnung, keine Zustimmung, nur stille Achtsamkeit. Vielleicht gelingt es dir so nicht noch mehr Müll zu deinem Ballast hinzu zufügen. Du gehst schon ganz krumm unter dem ganzen Gewicht deiner Müllbeutel.

Die gewöhnliche Reaktion von uns Menschen ist grundsätzlich extrem. Entweder wir lehnen etwas ab, in der Extremform hassen wir es dann. Oder wir greifen danach und verteidigen es mit allem was uns an Mitteln zur Verfügung steht. Dann hassen wir, wieder in seiner Extremausprägung, diejenigen die das ablehnen, an was wir glauben. Wir beginnen unseren Glauben zu verteidigen. Eine dritte gewöhnliche Reaktion ist Ignoranz. Doch in seinem Kern ist Ignoranz keine Reaktion, sondern Nichterkennen oder Nichtwahrnehmen. Es ist also eher Dummheit oder Dumpfheit und beinhaltet keinerlei Intelligenz. Während in den erstgenannten beiden Reaktionsformen eine Art von Intelligenz wahrgenommen werden kann. Hier ist ein Rest von Lebendigkeit erkennbar.

Was ist also diese Stille und können wir Mediationsmethoden gebrauchen um die Natur dieser Stille zu erfahren? Bitte forsche still in dir mit, folge nicht den Worten, sondern schau in was diese Worte erscheinen, auf was sie hinweisen. Wir haben einen Deal ausgemacht, keine Diskussion in dir.

Grundsätzlich sind alle Methoden eine Art und Weise Erfahrungen zu überprüfen. Da gibt es zum Beispiel eine Methode um aus Trauben ein alkoholhaltiges Getränk herzustellen. Doch zuerst war da die Erfahrung, dass irgendwie aus Trauben eine berauschende Substanz entstehen konnte. Durch unbekannte Umstände, vielleicht Wärme und bestimmte Einflüsse ist da etwas entstanden. Du kostest von dieser Substanz. Du bist berauscht. Das gefällt dir. Du denkst dir eine Methode aus um diese Erfahrung zu wiederholen. Du hast Erfolg und denkst dir eine Methode aus, wie diese Erfahrung dauerhaft wiederholt werden kann. Du hast Erfolg und du denkst dir eine Methode aus, einfacher und mehr von dieser Substanz herzustellen. Du hast Erfolg und so hast du dir eine funktionierende Technologie erdacht. Du produzierst jetzt eine Menge davon und benennst das Ergebnis. Es heißt ab jetzt Wein. Die Menschen um dich herum möchten das auch haben. Du gibst es ihnen. Es gefällt ihnen. Sie lieben dich. Du bist ein Wunder. Du bist ein Meister. Du bist Gott. Du glaubst es selber. Du bist ein Narr.

Die Erfahrung war also plötzlich da und das Denken hat eine Methode erdacht, diese Erfahrung noch einmal hervor zu bringen, zu wiederholen, zu sichern.

Da ist also eine Erfahrung der Stille und du denkst dir eine Methode aus um diese Erfahrung zu wiederholen. Du hast die besten Absichten. Du wendest diese Methode an. Das Erfahrene erkennt sich wieder.  Die Menschen um dich herum möchten auch diese Erfahrung haben. Du gibst ihnen die Methode. Du begehst das Gute*. Sie wenden die Methode an. Doch sie hatten nicht diese Erfahrung. Was soll denn nun eigentlich erfahren werden? Wie soll also ein Wiedererkennen erfolgen, wenn die Erfahrung dort nicht erfolgt ist? Sie fragen dich. Du erklärst die unerklärliche Erfahrung, die unabweisbar erfolgt ist. Du erklärst die Stille mit Worten. Du erklärst die undenkbare Stille mit Sprache, die ein Instrument des Denkens ist. Du erklärst Stille mit Denken. Die Menschen verstehen nicht. Die Menschen wenden die Methode an. Eine Erfahrung taucht auf. Mit der Erfahrung taucht der Gedanke auf: das könnte gemeint sein, jetzt habe ich es. Sie kommen zu dir und legen dir den Gedanken der Erfahrung zu deinen Füssen. Eine Trophäe der Jagd nach Stille. Ein Objekt. Du musst sagen, dass es das nicht ist.

Die eine Hälfte ist wütend. So viele Jahre der Methode, völlig umsonst. Sie schreien dich an und beschuldigen dich der Scharlatanerie. Sie gründen eine eigene Bewegung mit einer besseren Methode.

Einige gehen nach Hause und betrinken sich mit Wein für den Rest ihres Lebens.

Die andere Hälfte denkt sich: wenn ich nur lange genug die Methode anwende, dann werde ich diese Erfahrung schon irgendwann mal haben. Ich muss nur härter meditieren. Du sagst ihnen, dass sie die Erfahrung nicht haben können, weil sie schon das Erfahrene sind. Du sagst ihnen, dass sie die Erfahrung nicht zu einem Objekt machen dürfen. Du sagst ihnen, dass sie sich die Stille nicht erdenken können. Du sagst ihnen, dass sie schon Stille sind. Es geht um das Wiedererkennen deiner wahren Natur. Du sagst ihnen, entspannt euch.

Sie verstehen dich nicht. Sie wenden die Methode noch härter an.

Du gehst in den Wald und in der Stille, die du bist, erscheint Trauer.

Die Natur des Denkens ist grundsätzlich mechanisch. Mechanik ist nicht intelligent. Mechanik produziert Stückwerk, Bruchstücke, Splitter, doch es kann sie nicht zu einem Gesamtbild zusammensetzten, dazu brauchte es Intelligenz. Schau dich einfach in der Welt um, jede Menge Fragmente, kein funktionierendes Gesamtbild und dazwischen verwirrte Menschen die Unsinn reden und glauben alles im Griff zu haben. Narren.

Jede Methode, die das Denken erdenken kann, ist somit ein Fragment, eine Scherbe. Jede Meditationsmethode, die das Denken erdacht hat, ist der fragmentarische Versuch über sein eigenes Denkuniversum hinaus zu schauen, um einen Blick auf das Gesamtbild erhaschen zu können. Das Denken kann ganz schön schlau sein. Es weiß von seiner fragmentarischen Natur und versucht sich umzuschauen nach Ganzheit, ohne aber seine mechanische Natur aufgeben zu wollen. Du bist ganz schon schlau, du möchtest dein Ballast behalten und dich mit Gepäck in die Freiheit mogeln. Aus Sicherheitsgründen, denn man weiß ja nie, oder?

Doch Schlauheit ist nicht Intelligenz. Stille ist Intelligenz. Stille ist leuchtende intelligente Lebendigkeit. Stille ist knisterndes Potenzial. Stille ist Gesamtheit, ist Einheit. In der Stille erscheint diese Welt mit seinem Denken. Du bist Stille, die in Stille als Denker erscheint, der denkt nicht in Stille zu sein.

Geht’s noch deutlicher? Natürlich. Sieh doch selbst.

Ein Mensch, in dem die Mechanik des Denkens angehalten hat, ist Stille. Stille das sich wiedererkennt, dass es Stille ist, in einer menschlichen Form, nennt man Meister auf dieser Erde. Eigentlich müsste es einfach Mensch heißen, doch diesen Titel hat sich schon der Denker geraubt.

Da jeder Mensch Stille ist, kann er nicht mechanisches Denken sein. Das ist erfahrbar und wahrnehmbar. Hier ist die Aufforderung das selber herauszufinden, sonst machst du diese Antworten zu einem Objekt. Wenn du eine Methode anwendest, berühre die Erfahrung nicht und die Stille fließt durch die Scherbe der Erfahrung zu dem Gesamtbild zusammen, zu dem Spiegel in dem alles erscheint.

Das bist ewig DU.

Ist es nicht seltsam, dass wir immer gebettelt werden müssen unser Leiden zu beenden. Du brennst ab wie eine Fackel und hier kommt höflich, bittend, bettelnd der Hinweis; Eh, du brennst wie eine Scheune, wie wäre es denn mal mit einem Sprung ins Wasser? Ah, jetzt noch nicht, ok. Später vielleicht?

Der Mensch in Stille ist der lebendige Hinweis, dass du diese Stille ebenfalls bist. Machst du ihn zu einem Gott, bewirfst du ihn mit deinem Müll. Würde er diesen Müll annehmen, wäre er ein Idiot.

Wenn die Mechanik des Denkens aussetzt, ist spontan die Gesamtheit wieder da. Es wird gesehen, dass sie nie weg war, sondern nur überdeckt.

Von hier geht Lebendigkeit erst los. Hier ist alles möglich.

Lebendig Stille
Dein glühend Kuss
verbrennt die Dunkelheit
zu leuchtend Sternenstaub
reine Liebe entfaltet ihre Feuerschwingen
und offenbart die Dimension der Ewigkeit

*dieser Ausspruch stammt von einem unbekannten Schüler von Frau Míla Tomášová

Angst
Januar 29, 2012

Kuss der Stille/Tagebuchnotizen 2011

Angst

30.6.2011

Gestern Abend auf dem Berg mit dem Blick über die Stadt und den Fluss blieb man noch auf einer Wiese sitzen. Zwischen vielen Menschen, die ebenfalls dort saßen, und laufenden Hunden, die sich schwanzwedelnd gegenseitig beschnupperten und je nach Alter und Gemüt miteinander spielten oder sich faul auf dem Rasen ausstreckten.

Die Hitze des Tages hatte nachgelassen. Die Sonne war schon hinter dem Horizont verschwunden und ließ einen kräftigen dunkelblauen Abendhimmel zurück, in dem, trotz der hellen Lichter der Stadt, die ersten Sterne schimmerten.

Die Laternen warfen ihr gelbliches Licht sanft auf die Bäume und ihr Blätterkleid zauberte ein fantastisches Schattenspiel auf die Welt. Der süße Duft der Lindenblüten lag wie ein Seidendach hauchfein gewebt über der Wiese und die Menschen lachten und schwatzten, ihre Sorgen des Tages vergessend.

Pärchen küssten sich und hielten sich versonnen in den Armen.

Tiefer Friede lag in dieser lärmenden Szenerie und der fröhliche schwatzende Lärm wurde aus der Stille gesehen, wie es IST. Dies als schwatzende Stille, die sich erhebt und wieder einsinkt – ohne Dies zu berühren oder zu verändern.

Kommen und gehen aus sich heraus, immer frisch und neu.

Was für ein Wunder!

Dann kam im Gespräch die Frage auf, ist dieses Sehen in der Stille die Stille selbst, oder eine Erfahrung über die Stille, die wieder geht, wie schon so viele andere Erfahrungen zuvor.

Die Frage brach unvermittelt in die süße Schau. Wer dort schaute war nicht bekannt und doch wurde eine erste spontane Reaktion bemerkt.

Die Reaktion war Abwehr, die sofort, fast augenblicklich in der Stille verbrannte, ohne Widerstand.

Dann wurde in der Stille gesehen, dass da kein Zweifel bestand. Da gab es kein Platz, in dem Zweifel hätte bestehen können. Diese Stille war keine Erfahrung, sie war einfach und sie bleibt, weil sie einfach IST. Sie ist tatsächlich Alles, und Dies ist unzerstörbar. Dann wurde gesehen, die Stille hatte keine Mitte, kein Zentrum, dort war Nichts, und daraus kommt heraus was geschaut wird und verschwindet auch wieder darin.

Doch da fehlte etwas. Dass etwas fehlte wurde gesehen, doch nicht gewusst, was es war. Die Leere in der Mitte der Stille war früher ausgefüllt mit etwas und das war weg. Etwas was man als großes Zusammenziehen bezeichnen könnte, vielleicht kommt das dem am besten nahe. Nun war es weg und an seine Stelle ist Nichts getreten. Durch die Frage und das Verbrennen der Abwehr auf die Frage wurde gesehen, dass die Stille unbezweifelbar das ist was immer IST.

Doch wurde auch gesehen, dass da Angst unter der Abwehr sich verbarg, und da die Abwehr sofort hingegeben wurde, lag diese Angst nun offen.

Die Angst bezog sich nicht auf Zweifel an der Stille, da gab es keine. Oder an der Schau und der Reinheit (absichtslos) des Sehens, da gab es auch keine Angst.

Es war viel raffinierter und doch so einfach. Die Angst war gefüllt mit der Angst, dass wieder da, wo im Zentrum nun Nichts war, wieder das Alte einziehen könnte. Und doch war dort niemand, der Angst haben könnte, wie paradox.

Das wurde ausgesprochen, damit die Angst, die in der Stille als Gedankenform gesehen werden konnte, sich nicht mehr verstecken konnte. In der Stille, in diesem Bekanntmachen dessen, brannte die Angst lichterloh.

Doch so einfach ging die Angst nicht weg, obwohl sie brannte wie eine Scheune, und die Stille hielt weil sie nichts verdeckt.

Irgendwie stand es auf Messerschneide, so schien es.

Dass Panik aus Stille aufsteigen kann, wurde bis dahin noch nie erfahren, doch Panik beschreibt es am besten.

Völlig unbewegt außen und innen stieg ein Gefühl von Panik auf, an die sich die Angstgedankenform heften konnte. Das ist schrecklich, als ob man am lebendigen Leib geröstet wird.

Im Gespräch kam der Vorschlag auf, wenn die Stille wieder geht, dann geht sie eben, na und!

Der Feuersturm, der auf diese Worte hin ausbrach, lässt sich nicht beschreiben.

Doch die Stille hielt dem völlig unberührt stand, nur schien sie etwas blasser.

Dieses schien etwas blasser ließ das Entsetzen noch eine Stufe steigen, vor der Angst, dass das Alte wieder seinen Platz einnehmen könnte. Dabei war die Stille ruhig und das Zentrum leer. Der Feuersturm tobte überall im Inneren, aber das beeindruckt das was IST überhaupt nicht.

Und wenn die Stille wieder geht, na und!

Dann ist es eben so, dass sich das Leben so lebt. Dies mit tiefstem Herzen angenommen löschte die Angst aus, wie eine Kerze, die ausgeblasen wurde, und das stille Leuchten der Stille breitete sich aus und lächelte.

Oh, da fehlen alle Worte, und Tränen voll mit Dankbarkeit und Freude (Worte die so blass erscheinen) laufen jetzt noch am Morgen danach über das Gesicht.

Oh, welch Glückseligkeit, oh.

Danke, Danke.

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