Dieser ständige innere Dialog Teil 2
Februar 13, 2012

Fragen eines Freundes

08.01.2012

Dieser ständige innere Dialog, diese Gedankenmühle, wie kann ich das stoppen?  (Teil 1)

Wie ist es in Stille sein und wie erkenne ich die Stille?        

Teil 2

Da ist dann diese Frage, wie es in Stille ist. Seltsam, dass du das fragst. Die Stille dort, fragt also die Stille hier, wie Stille IST.

Du bist schon Stille. Das ist die unabweisbare Wahrheit, die dir leider nichts sagt. Das ist das stille Drama auf diesem Planeten. Du trittst in die Dimension dieses Planeten ein, in die Dimension der Stofflichkeit und vergisst augenblicklich deine wahre Natur.

Fasziniert von den erscheinenden Objekten, fällst du in ein Traumkoma, aus dem du erst bei deinem Tod erwachst. Konditioniert von der Erziehung während deiner Aufzucht, handelst du reflektorisch wie ein trainierter Affe. Das klingt hart, aber die Wahrheit ist nicht nett. Die Wahrheit hat keine andere Eigenschaft außer wahr zu sein. Du kannst dich der Wahrheit nicht entziehen, du kannst dich vor der Wahrheit nur verstecken. Eine kurze Zeit jedenfalls, aber auch nicht sehr erfolgreich.

Dein Verstecken hat einen hohen Preis. Du wirst zu einem Sklaven, abhängig von dem, was dir beim Versteckspiel Deckung gibt. Abhängig von deinen Glaubenssätzen und Durchhalteparolen, von deinen Begierden und Ängsten. Abhängig von denen, die dir Freiheit versprechen. Doch niemand kann dir Freiheit geben. Die, die das versprechen, sind selber Sklaven. Vielleicht haben sie mehr Geld oder mehr Macht als du, aber es sind nur reiche Sklaven, mehr nicht. Niemand kann dir Freiheit geben, denn du bist schon frei. Das zu erkennen, ist deine ganze Aufgabe für dieses Leben. Es ist deine einzige Aufgabe.
Du bist kein Sklave, du machst dich zu einem Sklaven.

Du machst dich zu einem Sklaven, da du dein wahres Wesen nicht erkennst, da du dich vergessen hast und alle Anstrengungen unternimmst um dich nicht zu erinnern. Gleichzeitig wühlst du wie ein besessener Wurm im Müll der Objekte und zerstörst sogar die Basis deiner materiellen Existenz in dieser stofflichen Dimension. Bei aller Ignoranz, das kann sogar der Denker schon erkennen.

Und Du meine liebe freie Seele? Wie lange noch willst du die Tränen eines verlorenen Lebens vergießen? Wie lange noch willst du Nicht-Erkennen? Wie lange noch willst du mit Gott kämpfen und deinen Groll pflegen? Was für ein Missverständnis. Du bist göttlich, Du bist schon Alles. Du bist schon Gott, ewig.

Der Gott, der dir in Kirchen verkauft wird, ist nur eine Gedankenkonstruktion, ein Bild, eine Denkfalle.

Die Priester, die Banker, die Politiker, die Generäle, die Wahnsinnigen dieser Welt versuchen dir deine eigene Freiheit zu verkaufen und fordern dein Leben als Preis. Dieses Recht verleihst du ihnen durch deine Ignoranz. Sie nehmen sich die Freiheit heraus, die du ihnen selber gegeben hast. So musst du eben in einer Sklavengesellschaft leben. Viel Glück, mein liebstes Menschenkind.

Und doch steigt immer wieder die Suche nach der Wahrheit aus dieser furchtbaren Finsternis empor. Weißt du warum das so ist? Weil deine leuchtende Natur, die Stille ist, unzerstörbar ist. Egal was geschehen ist, ein Blick auf deine wahre Natur und alles ist uranfänglich rein. Wiedererkennen und du bist befreit. Das ist unvorstellbar für den Verstand, der natürlich um die furchtbaren Dinge die hier geschehen, weiß. Doch das ist nicht die leuchtende Natur, die du wirklich bist. Du bist unschuldig, ewig.

Doch du bist verantwortlich, weil du schlau sein möchtest. Der Denker versucht immer zu betrügen und so fragst du ständig, statt zu erkennen.  So fragst du also nach der Natur der Stille. Du möchtest mogeln. Du möchtest über die Natur der Stille Wissen ansammeln, eine Bibliothek anlegen, darüber reden oder darüber schweigen. Du möchtest darüber Nachdenken, vielleicht bei einem guten Glas Rotwein bei einer brennenden Kerze und einem Räucherstäbchen. Doch das ist Teil des Versteckspieles. Aber wie du willst.

Nun gut, hier ist die Antwort: die Stille hat keine Natur, keine Prägung, keine Struktur. Sie hat nichts worüber man nachdenken kann. Dein Denken rutscht hier ab, fällt ins Nichts, ins Leere. Und nun?

Das mechanische Denken kann enden. Warum? Weil es ein Objekt ist. Es ist inzwischen das Superobjekt in dieser Erscheinungswelt. Doch alle Objekte enden, auch Superobjekte. Auch dein Körper, für den du dich hältst. Alle Objekte zerfallen einmal, das kannst du nachprüfen. Schau, dein Auto muss schon wieder in die Werkstatt. Es zerfällt sichtbar.

Das mechanische Denken hat sich eine eigene Welt erdacht und möchte nicht zerfallen. Das Denken ist nicht intelligent, doch es hat herausbekommen das es sofort zerfällt wenn es zur Ruhe kommt. Doch das ist alles ebenfalls Stille. Denken kann das nicht erkennen, es kann seine eigene Natur nicht erkennen. So bleibt Denken immer in Bewegung, weil es glaubt zu müssen.

Schau raus in die Welt, schau dich um. Immer ist Bewegung da, immer geschieht etwas. Da ist die nächste Finanzkrise, der nächste Krieg, dein Partner ist untreu, dein Geld ist alle, du gewinnst im Lotto, das Finanzamt schickt den Steuerbescheid, du betrinkst dich, du meditierst, du denkst, Europa ist pleite, du magst deine Figur nicht, du magst niemanden, du magst alle, du verliebst dich, du stirbst.

Alles einfach nur Gedanke in Bewegung, alles nur um nicht zu zerfallen, alles nur um nicht zu erkennen.

Das Denken als Superobjekt, denkt sich die Stille als ein Megaobjekt und versucht nun irgendwie dorthin zu gelangen, um dort auf ewig Bestand zu haben. Eine Gedankenzuflucht. Eine Gedankenfestung gegen das Zerfallen.

Kannst du das Abstruse daran erkennen? Überall sucht das mechanische Denken nach der Stille, ohne erkennen zu können, dass Gedanke denkt, dass es nicht in Stille ist. Stille hat keine Absichten. Stille ist keine Zuflucht. Stille IST ALLES. Stille IST NICHTS. Stille IST Potenzialität manifest und unmanifest. Stille ist noch nicht mal objektlos. Alles kann manifest werden, auch Gedanke.

Doch wie stehst nun mit dir?

Du bist nicht mechanischer Gedanke. Du bist hier nicht gebunden. Stille kann nicht gebunden sein. Du bist Stille. Das ist die Wahrheit. Überprüfe es doch selbst. Finde deine Ungebundenheit doch heraus, wenn du willst.

Willst du?

Du bist auf der Durchreise hier und bist betäubt vom Denken. Betäubt von den Objekten, die vor dir erscheinen. Betäubt von dem Greifen nach diesen Objekten, als ob sie irgendeinen Wert darstellen könnten.

Wach auf, mein allerliebstes Menschenkind und sieh die Antwort.

Möchtest du aufwachen?

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Januar 24, 2012

Kuss der Stille/Tagebuchnotizen 2011

Nicht-Sein

26.6.2011

Sofort morgens nach dem Aufwachen, wenn alles zum Leben erwacht und noch bevor die Welt auftaucht, ist er wieder da, der Druck im Kopf.
Die Stille ist davon nicht berührt.
Zu sagen, dass das alles in Stille stattfindet, kommt dem zwar am nächsten, doch es beschreibt es nur, ohne es wirklich zu erfassen.
Komplette Sätze formen sich im Kopf und drängen nach außen.
Allerdings ist es schwer außen und innen zu unterscheiden. Schreiben mindert den Druck und etwas Ruhe kehrt ein.
Der Himmel über der Stadt ist bedeckt und im Grau der Wolken sind feine Nuancen zu erkennen.
Schmale dünne Regenstreifen huschen durch das Bild, das der Rahmen des Fensters bildet, und die schöne alte Kirche bewirkt eine würdige Kulisse.
Stolz und gleichzeitig bescheiden steht sie da, als ob die Jahrhunderte ihr Gemäuer weise gemacht haben. Vielleicht weiser als die Menschen und die Priester, die kamen und gingen.
Der leichte Sommerregen wäscht die Kopfsteinstraßen sauber und übergibt sie gereinigt den Menschen, die heute Abend von ihren Wochenendhäusern zurückkehren, für eine neue Arbeitswoche.
Das Grün des Daches, das den Wachturm mit der großen Uhr schmückt, ist streifig und fleckig. Tauben fliegen in kleinen Formationen und die goldenen Zeiger der Turmuhr rücken etwas weiter.
Der Wind hat das Grau der Wolken ein wenig aufgerissen und küsst die flatternde Landesflagge, die gegenüber am Eingang des Hotels aufgezogen wurde.
Ohne diese Flagge könnte diese Stadt überall stehen, so scheint es. Es gäbe keine Zuordnung oder benennbare Identität. Es wäre nur eine Stadt, irgendwo.
Die Farben der Flagge verleihen den Menschen eines Landes die Sicherheit, jemand zu sein, hierher zu gehören, eine Identität zu besitzen und Rechte zu haben. Ohne die Farben der Flagge scheint es nicht mehr so klar und etwas müsste an ihre Stelle treten, um die Ungewissheit des Nichtseins, der Nichtidentität aufzufangen.
Was würde passieren, wenn von den allen Menschen gesehen werden würde, dass Nicht-Sein ihre Natur ist?
Die Natur der Ist-heit, dies So-Sein, so wie sie erscheint und vergeht seit Ewigkeit, ist sie so beängstigend?
Es gibt keine Erinnerung daran. Es gibt keine Angst und in dem leuchtenden Zentrum ist nur Schweigen.
Die Zeiger der Turmuhr rücken voran und zeigen, dass es Zeit ist aufzubrechen.
Ein Friedhof soll besucht werden, der am Rande der Stadt wartet.

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