Muss ich das Ego loswerden um die Stille zu finden? Teil 2
Februar 27, 2012

Fragen eines Freundes

11.01.2012

Muss ich das Ego loswerden um die Stille zu finden? Teil 1

Ist das Ego schuld an dieser kranken Welt? Teil 2

Ich fühle mich innerlich so zerrissen. Was soll ich tun um endlich Ruhe zu haben? Teil 3

Teil 2

Da ist dann diese Frage nach der Schuld des Egos an dieser kranken Welt, an der Zerrissenheit in der wir Menschen leben. Wir haben bei unserer Forschung versucht uns dem zu nähern, das was wir allgemein als Ego bezeichnen. Wir haben das Mechanische in diesem festgestellt. Wir konnten die inhärente Substanzlosigkeit des Mechanismus beschreiben.

Wie kann also etwas Mechanisches an irgendetwas eine Schuld haben? Wie kann Schuld als solche überhaupt bestehen. Weisen wir etwas oder jemandem eine Schuld zu, verleihen wir dem Schuldigen Macht. Wir positionieren uns also als Opfer und das Beschuldigte oder den Beschuldigten als Täter. Das ist es, was derzeit auf dieser Welt in einem ungeheuren Umfang und professionaler Selbstverständlichkeit geschieht. Das ist es, was das Gefängnis in dem wir zu stecken scheinen noch realer macht, dem Gefängnis des Nicht-Erkennens.

Und das ist es auch, was fast kein Mensch wissen möchte.

Doch es ist einfach die Wahrheit. Es gibt keine Schuld, es gibt auch keine Schuldigen und so gibt es auch keine Opfer. Es erscheinen Tatsachen, Geschehnisse, Ereignisse und Vorkommnisse, aber Taten geschehen und Ereignisse ereignen sich einfach. Möglicherweise erscheinen sie dir furchtbar oder möglicherweise wunderschön. Vielleicht spielen fühlende Wesen darin eine Rolle. Sie leben, sterben, sind glücklich oder unglücklich in dieser Rolle.

Ein hauchfeines Gewebe aus Nichts formt sich zu Etwas, um sich schließlich wieder aufzulösen und um sich aufs Neue zu einem Gebilde zu formen, nur um sich wieder aufzulösen. Ununterbrochen, endlos, ewig, zwecklos, schuldlos, opferlos, illusorische Manifestationen unserer scheinbaren festen Realität. Phänomene, Schattenspiele die wie Wolken im leeren Himmel ziehen.

So wird es aus Stille wahrgenommen und so wird mit tiefstem Mitgefühl gesehen, dass alle Schuldzuweisungen und Anklagen nur Nicht-Sehen ist.

Doch Nicht-Sehen ist auch nur eine Illusion von Jemand, der wie durch Hypnose bewegungslos zu Eis erstarrt, fasziniert auf ein Spiegelbild, auf eine Reflexion, auf eine Wolke starrt und diese Erscheinung für sich und real hält. Diese Fixierung kann aufbrechen und alles fällt an seinen Platz, mühelos, zeitlos.

Erkennen der wahren Natur ist jenseits von Zeit. Doch es braucht scheinbar Zeit bis befreite Wahrnehmung an diese menschliche Form gewöhnt ist. Der Körper und Geist muss das Überfluten mit Wahrnehmung aushalten können. Die Irrenhäuser sind voll mit Menschen die Sehen, doch die Intensität hat sie ausgebrannt. Die Intensität hat ihre feinstoffliche Struktur durchgeröstet und  für eine nüchterne Wahrnehmung der Unermesslichkeit untauglich zurück gelassen.

Doch dafür ist niemand verantwortlich oder schuldig. Es geschieht einfach und es muss korrekt noch dazu gefügt werden, dass es auch nur scheinbar geschieht.

Bitte vergessen wir nicht, dass hier Geschichten von etwas Unberichtbarem erzählt werden. Doch es ist wahrnehmbar und dann hören alle Fragen auf. Die scheinbaren Wiedersprüche klären sich selbstbefreit im Sehen Dessen. Freiheit von fixiert sein müssen erscheint als befreite Wahrnehmung, die sich einfach auf alles richten kann.

Doch Dualität endet nicht mit dem Auflösen der Person. Das die Dualität endet, ist eine Story über Erleuchtung, die sich jemand ausgedacht hat. Es endet definitiv das tiefsitzende Gefühl und die konditionierte gedankliche Annahme eines persönlichen Erlebens der Welt. Wir können dies gerne das Sterben der Person nennen, doch es trifft nicht den Kern. Denn tatsächlich ist es mehr ein Auslöschen einer nichthinterfragten Annahme, dass da etwas Festes wie eine Person existiert.

Verschwindet diese Annahme, geschieht Wahrnehmung einfach aus sich heraus und insofern ist alles wie immer und doch ist es völlig anders.

Es geschieht also unpersönliche Wahrnehmung und etwas wird wahrgenommen, aber es wird nicht das gefunden was wahrnimmt. Objekte erscheinen weiterhin und in der Wahrnehmung erscheint Unterscheidungsfähigkeit. Es erfolgt weiterhin die Unterscheidung zwischen einer Wand und einer Tür. Es ist für den Körper immer noch besser durch die Tür zu gehen.

Doch das was da wahrnimmt und das was wahrgenommen wird, ist nicht gleich. Dualität bricht nicht zusammen. Bricht Wahrnehmung zusammen, wird bewusst Nichts wahrgenommen. Aber auch hier ist unbekannt was da Nichts wahrnimmt und Spekulationen darüber, was da unbekannt ist, sind nicht möglich.

Es ist möglich, dass das was wahrgenommen wird und das was wahrnimmt verschmilzt. Ob dann noch Dualität besteht ist unbekannt, da das als ein Ereignis rekonstruiert werden muss und somit beim Beschreiben in Objekte zerfällt. Doch auch diese Rekonstruktion wird nicht von einer Person durchgeführt, sondern es geschieht einfach. Die Reise der Wahrnehmung geht also nach dem Verlöschen der Person weiter. Tatsächlich beginnt die Reise erst hier.

Da du es ertragen konntest bis hier mit Aufmerksamkeit zuzuhören, können wir gerne die Frage wiederholen, wer oder was also sollte schuld an der Zerrissenheit dieser Welt sein?

Und wer sollte Opfer sein in diesem Schattenspiel in Nichts und Alles?

Das was hier steht ist Wahrheit und gleichzeitig ist da Gewissheit, dass keine Beschreibung zum Sehen und zur Freiheit führen kann. Also wird sich dein Verstand mit den Wörtern beschäftigen und die Intelligenz kann ihre Arbeit unbemerkt verrichten.

Der intensive Wunsch der bleibt ist, dass DU bald von der Krankheit der Person befreit sein mögest.

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Muss ich das Ego loswerden um die Stille zu finden? Teil 1
Februar 21, 2012

Fragen eines Freundes

11.01.2012

Muss ich das Ego loswerden um die Stille zu finden? Teil 1
Ist das Ego schuld an dieser kranken Welt? Teil 2
Ich fühle mich innerlich so zerrissen. Was soll ich tun um endlich Ruhe zu haben?

Teil 1

Warum stellen wir eigentlich diese Fragen? Ist es die Hoffnung, dass die Antwort die Lösung unserer Probleme bedeuten könnte? Das die Antwort die Fähigkeit in sich trägt, unsere innere Zerrissenheit und unseren Schmerz auszulöschen? Oder das die Antwort die Welt rettet? Wenn das so wäre, dann wäre unsere Freiheit von Antworten abhängig. Doch Antworten erscheinen hier in Sprache, sie sind also Objekte.

Die Lebensdauer von Objekten ist immer von Umständen abhängig und irgendwann zerfallen alle Objekte. Auch die perfekteste Antwort wird zerfallen, spätestens wenn die Sprache, in der sie erscheint, von niemand mehr gesprochen und verstanden wird. Wenn Freiheit von Objekten abhängen würde, dann müsste die gesamte Menschheit schon lange im Paradies leben, denn Objekte, ob geistiger oder stofflicher Natur, erscheinen ständig.

Doch wenn wir die Welt und unser Leben als Menschen betrachten, müssen wir realistisch feststellen, dass der Schmerz und die Zerrissenheit nicht weniger geworden ist. Wir schauen heute auf eine Welt, die geradezu im Wahnsinn zu versinken scheint. Angeführt von blinden Narren, gefolgt von einer Menschenmenge, gleich einer Schafsherde, die das Lied von Angst, Neid und Gier singen, als ob es das Hohelied der Erlösung wäre. Immer auf der Suche nach beständiger Sicherheit durch die Welt stampfend und dabei alles zerstörend was dabei im Weg steht.

Das ist keine Theorie. Schau dich um in der Welt, der nächste Krieg, die nächste Krise, die nächste Unmenschlichkeit ist schon im Anmarsch.

Wir sollten also unseren Blick über die Antwort hinaus erheben, über das Verstehen hinaus, um zu sehen, auf was die Antwort hinweist.

Dann ist vielleicht Erkennen möglich.

Muss ich das Ego loswerden um die Stille zu finden, ist deine Frage. Wenn du bereit bist, können wir zusammen nach der Antwort forschen. Vielleicht findest du dabei in dir die Antwort auf alle deine Fragen.

Möchtest du finden, liebster Mensch?

Dann lass uns gemeinsam forschen. Doch vielleicht noch das, hier geht es nicht um Glauben oder um Nicht-Glauben. Stelle alles auf den Prüfstand, was hier gesagt wird und finde selbst heraus, ob es die Wahrheit ist. Dein Herz verneigt sich still in Demut vor der Wahrheit. Dein Herz kann durch nichts getäuscht werden. Also forschen wir mit Herz, denn in diesem Licht hat nur Wahrheit bestand.

Alle deine Fragen scheinen auf eine wesentliche Kernfrage hinzudeuten.

Gibt es eine Möglichkeit der menschlichen Existenz, die jenseits von dieser Zerrissenheit, dieser Rastlosigkeit und dieses Zerstörungswahns liegt?

Gibt es eine Existenzmöglichkeit der Menschen, die nicht dem Ausdruck dieser Dynamik des Beherrschens und des Beherrscht-werdens unterworfen ist, mit all seinen Ängsten, Grausamkeiten, Vereinsamung und der verzweifelten, vergeblichen Suche nach dauerhafter Sicherheit?

Müssen wir wieder zu Kindern werden, zurück in Unschuld und Unwissenheit fliehen, zurück in das Mutterleib kriechen, um das verlorene Paradies zu finden?

Kann Flucht zur Freiheit führen?

Also schauen wir doch erst einmal genau hin, vor was wir fliehen.

Was ist das Ego überhaupt? Nein, es geht hier nicht um psychologische Definitionen. Wir betrachten das Ego direkt. Wir betrachten uns direkt. Keine Analyse, sonst würden wir in diesem Leben zu keinem Ergebnis kommen. Analyse ist ein Instrument des Egos, es ist Gedanke. Hier wird nur ein Beobachten vorgeschlagen. Das Beobachten dessen, was in der Suche erscheint, ohne Verurteilung, ohne Verteidigung, kein Ignorieren. Keine Flucht in Selbstbetäubung. Keine Flucht in Analyse.

Beobachten wir einfach wie sich da dieser Gedankenstrom unablässig erhebt. Kreisend und wirbelnd die Bruchstücken von Gedanken verwebt, auseinanderfällt und sich wieder verbindet. Immer in Bewegung. Ruhelos. Wie gespeicherte Erfahrungen in diesem Gedankenwirbelsturm einer rastlosen Begutachtung unterzogen werden. Wie sie zu Glaubenssätzen emporsteigen, wie sie die Begutachtung als wichtig passieren dürfen oder wie sie achtlos fallen gelassen werden, wenn sie als bedeutungslos eingestuft werden.

Beobachte genau und frage dich selbst, hast du irgendeinen Anteil an diesem Vorgang? Hast du irgendeine Möglichkeit diesen Prozess zu beeinflussen oder sogar zu stoppen? Ganz direkt. Jetzt.

Also du kannst es nicht. Das ist die Wahrheit. Seltsam, oder?

Wenn wir über uns Menschen reden, meinen wir dann diesen mechanischen, sich wie ein irrer Kreisel, drehenden Vorgang in unserem Kopf? Das sollen wir also sein, dieser Gedankenmechanismus, den wir als Ego, ich oder das Selbst bezeichnen?

Oder müssten wir ehrlicherweise sagen, da er scheinbar in einer offensichtlich unbeeinflussbaren Art und Weise in uns wirkt, dass dieser Mechanismus inzwischen unser Menschsein definiert?

Doch wie kann so ein rastloser, mechanischer, sich jeder Kontrolle entziehender Gedankenwirbeln diese Aufwertung erfahren, sich für dich auszugeben?

Gehen wir doch noch etwas näher heran, vielleicht finden wir die Lösung, wenn wir tiefer in dieses Rätsel eindringen.

Was finden wir vor, wenn wir die Arbeitsweise dieses Prozesses beobachten? Nach welchen Grundsätzen und Regeln arbeitet dieser Mechanismus. Mit welchem Recht glauben wir Ego zu sein, oder erlauben wir Ego sich als du auszugeben?

Wir stellen fest, dass die Inhalte der Grundsätze, wie zum Beispiel moralische oder ethische Vorstellungen, schon von Mensch zu Mensch, geschweige dann zwischen Kulturen, unterschiedlich sind.

Es scheint keine allgemeingültige Inhalte zu geben, die Variationsbreite ist sehr groß, es scheint einfach alles sein zu können.

Aber doch wird von jedem Menschen, egal welcher Kultur, Gesellschaft oder Epoche, Ego als Ausdruck des Menschenseins fraglos akzeptiert. Dieses fraglose Akzeptieren scheint die Hauptübereinstimmung zu sein. Es scheint das verbindende Merkmal, über alle Unterschiede der Menschen, Kulturen und Epochen hinweg.

Nach welchen Regeln arbeitet dieser Gedankenwirbel, was finden wir hier vor? Wenn wir tief genug vordringen, finden wir unter allem Gedankennebel nur eine Hauptregel und das ist der Befehl zur Bewegung an sich. Der Befehl zur Funktionalität. Wir finden also bei unserer Forschung ein sich aberwitzig, permanent drehendes Gedankenkarussell, das prinzipiell frei von beschränkenden Grundsätzen, inhaltlich alles aufnehmen kann, es betrachtet, archiviert, verknüpft, verwirft usw. und als Hauptregel den Grundsatzbefehl des Funktionieren seiner selbst, sozusagen fest verdrahtet in der Hauptsteuerung, aufweist.

Wir müssen weiter feststellen, dass wir anscheinend keine Macht über diesen Mechanismus haben, um ihn z.B. zu stoppen. Die Inhalte, mit denen sich dieser Mechanismus beschäftigt, scheinen in Abhängigkeit von kulturellen Kontexten, sozialen Konditionierungsvorgängen und von genetischen bedingten Gegebenheiten definiert zu sein. Auf diese Umstände hatten wir also ebenfalls nie Einfluss.

Wir müssen feststellen, dass wir diesen Mechanismus nicht geschaffen haben können, es übersteigt bei weitem unsere Fähigkeit. Wir haben keinen Schlüssel zum Kontrollzentrum und wir haben keine Macht über ihn.

Und doch können wir diesen Mechanismus untersuchen. Wir können sogar bei genug Mut in seinen Kern eindringen. Wenn Wahrnehmung dorthin vordringt, finden wir etwas sehr Seltsames vor. Im Kern, im Zentrum des Gedankenwirbels herrscht absolute Ruhe, wie in dem Auge eines Wirbelsturms. Hier dreht sich kein Gedanke, kein Lüftchen bewegt sich.

Das kannst du selber nachprüfen, es braucht nur ein bisschen Courage und Forschungsdrang. Dein Leid könnte Antrieb genug sein, dieser Angelegenheit auf den Grund zu gehen. Denn hier finden wir tatsächlich den bewegungslosen Bodensatz des Denkmechanismus. Diese Ruhe hier ist ein wenig dumpf, man kann hier nicht lange bleiben.

Die Gravitationsauswirkungen des Denken-müssen beeinflusst hier die Reinheit der Wahrnehmung. Aus dieser Perspektive scheint die inhärente Aufgabe von Denken-müssen die Untersuchung durch unterscheidungsloses Zerlegen des Untersuchten zu sein, um schließlich unterscheidungsfähige Erkenntnisse zu gewinnen und zu speichern. Jede Methode, jedes Wort über eine auf diese Art gewonnene Erkenntnis, jede bekannte Definition, jede Schlussfolgerung und wirkt sie noch so scharfsinnig, jede philosophische Betrachtungsweise, ist von hier geborgt.

Auch diese Beschreibung, die gerade stattfindet.

Wir können uns hier nicht lange aufhalten. Die Betrachtung dieses mechanischen Zerlegungsdrangs führt recht schnell zu einer Niedergeschlagenheit, die zu einer ausgewachsenen Depression mit nihilistischen Ausprägungen anwachsen kann.

Diese Ruhe, diese Art Stille besitzt also Eigenschaften, weist Qualitäten auf. Es kann also nicht STILLE sein. STILLE IST schon ewig, jenseits von allen Eigenschaften, von allen Qualitäten. Jedoch in STILLE können alle Qualitäten, Eigenschaften erscheinen.

Doch für einen kurzen Blick, aus dem ruhigen Zentrum des Gedankensturmes auf die Struktur des Wirbels, reicht es. Was nehmen wir hier wahr? Was nimmst du von hier wahr?

Nichts.

Genau, auch das ist die Wahrheit.

Von hier wird gesehen, dass das, was von „außen“ betrachtet mächtig und beherrschend erscheint, sich als Nichts aus Nichts erhebt und auch darin wieder versinkt.

Ein dynamischer blinder Prozess, ein Abtasten der Erscheinungen, ein Aufsammeln von Ereignissen, ein Abspeichern von Geschichten, ein Zerlegen von Objekten,  ein ständiges Messen, Wiegen und Beurteilen durch das Raum und Zeit auftaucht.

Das kannst Du nicht sein, denn Du stehst gerade im Zentrum dieser Maschine und nimmst wahr.

Also wer bist Du dann, wenn Du dieser mechanische Vorgang nicht sein kannst?

Vielleicht kannst Du jetzt erkennen, dass alle Fragen nur dazu dienen, diese eine Qualität zu enthüllen. Dies was Du tatsächlich bist. Diese Qualität können wir gerne auch Intelligenz nennen. Gerne auch intelligente Wahrnehmung.

Beweglich, lebendig, leuchtend, durchdringend.

Das Verhüllen, oder das Vergessen von Intelligenz selbst, führt anscheinend zu einer Identifikation mit Etwas. Es führt zu dem großen Vergessen. Da Vergessen stattgefunden hat, führt nun ein blindes mechanisches Etwas.

Doch du kannst dieses Etwas nicht zerstören, du hast es auch nicht erschaffen. Aber es kann zum Erliegen kommen, völlig spontan und jenseits aller Vorstellungen.

Wie, fragst du?

Aber schau doch genau hin. Ist gerade Denken-müssen da? Nein, na also.

Völlige Stille, absolute Intelligenz.

Frag nicht wie Dies bleiben kann, bleib einfach ohne Greifen.

Dies kann nicht bleiben, weil es schon IST.

Hier ist kein Raum für Etwas, hier ist keine Grundlage für Ego. Hier ist nur Sehen DESSEN. Hier ist nur Hineinschmelzen in sich selbst, in den Urgrund.

Jetzt, völlig jenseits von Bewegungslosigkeit, erscheint Bewegung und Intelligenz. Schau genau hin, hat jetzt dieser verrückt rotierende Mechanismus bestand?

Schau genau hin, du strahlst höchste Lebendigkeit aus und bist nicht zu Gemüse geworden oder zu einem unwissenden Fötus.

Jetzt kann es geschehen, dass die äußere Form als Mensch zu einem leuchtenden Gefäß der Intelligenz aufscheint. Dann erkennst Du, dass Menschsein das ist, was es schon immer IST, eine Manifestation der Liebe, der Intelligenz, der unterscheidungsfähigen Wahrnehmung.

In dieser Glut schmilzt alles und Selbstlosigkeit erkennt sich als Wesen der Intelligenz.

Doch das ist nicht das Ende, das ist erst der Beginn der Reise.

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Dieser ständige innere Dialog, wie kann ich das stoppen?
Februar 8, 2012

Fragen eines Freundes

08.01.2012

Dieser ständige innere Dialog, diese Gedankenmühle, wie kann ich das stoppen?            

Wie ist es in Stille sein und wie erkenne ich die Stille? (Teil 2)

 Teil 1

Lass uns doch erst einmal ein eventuelles Missverständnis klären. Hier ist keine Antwortmaschine, oder okkultischer Mittler, oder Orakel wo eine Frage eingeworfen werden kann und die Antwort wie ein Goldstück der Stille und Wahrheit heraus purzelt. Toll, die absolute Wahrheit in einem Satz und danach gibt es Kaffee mit Apfelkuchen.

Es wäre grotesk anzunehmen, dass Antworten die Wahrheit sein könnten. Sie sind immer nur ein Hinweis, bestenfalls ein Wink in die Richtung der Wahrheit. Schon das Medium mit dem Antworten vermittelt werden müssen, in dem Fall Sprache, bedingt, dass Antworten zu Objekten werden. Objekte gehören nun mal aber zu der Welt des Denkens, der Dualität. Denken kann niemals, wirklich niemals die wahre Natur erfahren. Denken kann nur Kopien anlegen. Kopien von Erfahrungen. Denken ist immer Vergangenheit oder Zukunft. Doch Stille ist sogar jenseits vom Jetzt. Wie soll das Denken Dies verstehen, geschweige dann erfahren? Unmöglich!

Das hier ist eine Forschung. Es ist deine Forschung. Es ist die Forschung von allen die weiter gehen müssen, als nur bis zur Erfahrung der Glückseligkeit. Diese Erfahrung wird wieder vergehen und die Verzweiflung wird dann stärker sein als vorher. Wenn du nicht bis zum Finale gehen willst, dann fang besser gar nicht erst mit der Suche an, doch wenn du begonnen hast, bringe es besser zu Ende. Allerdings ist die Wahrheit, dass beides nicht in deiner Hand liegt.

Forschen wir also. Die Frage ist, wie kann ich den inneren Dialog stoppen. Bitte, folgen wir einfach, ohne innere Bewegung, der Spur die die Worte hinterlassen, denn die Worte sind nicht die Antwort. Auch nicht, wenn sie zu einem verständlichen Satz zusammengesetzt sind. Möglicherweise gerade dann nicht.

Die Antwort hast du doch schon selber erfahren. Den inneren Dialog kannst du nicht stoppen. Das Gerede in deinem Kopf, die ständigen Urteile und Kommentare, das ständige Benennen-müssen von allem was angeschaut wird, das Nachdenken-müssen über die Vergangenheit und die sorgenvollen Gedanken über die Zukunft, das alles ist ein pausenloses Tun. Jetzt möchtest du diesen ständigen inneren Dialog also stoppen.

Das Stoppen-wollen ist aber auch ein Tun.

Du sagst zu dir: >Ich sollte still sein und keine Gedanken haben, dann ist endlich Stille.<
Doch das ist nur ein weiterer Gedanke über das Still-sein.

Du sagst zu dir: >Wenn ich keinen inneren Dialog mehr habe, dann bin ich erleuchtet.<
Doch auch das ist nur ein Gedanke über Erleuchtung.

Es ist ein gedankliches Konzept über Stille und Erleuchtung und die möglichen Voraussetzungen und richtigen Schritte um sie zu erreichen.

Wie soll ein gedankliches Konzept zu Stille führen, wenn genau dieses gedankliche Konzept selbst die Stille zu verschleiern scheint?
Wie willst du also mit einem vergänglichen Tun ein anderes vergängliches Tun dauerhaft beenden? Die beste Technik oder Methode kann das nicht erreichen. Es sei denn, du lässt dein Gehirn entfernen und das scheint eine nicht besonders vielversprechende Methode zu sein. Also möchtest du Konzeptlosigkeit erreichen. Doch das wäre nur ein weiterer Gedanke über ein konzeptloses Erreichen der Stille.

Aber Stille ist schon, jenseits von Konzeptlosigkeit.

Doch das mechanische Denken kann enden.
Aber deine Frage nach dem Wie, ist wieder eine Frage nach einer Methode.
Eine Methode ist immer ein vergängliches Tun, das zu vergänglichen Resultaten führen muss und so drehst du dich im Kreis, endlos, schon ewig.
Das ist unintelligent, allerdings verständlich.

Die Gedanken sind doch nicht das Problem, sondern das Greifen nach ihnen, die Identifikation mit ihren Inhalten.
Das Resultat irgendeiner Methode kann eine Erfahrung sein. Die Erfahrung ist nicht das Erfahrene selbst, da es sofort in der Vergangenheitsform abgespeichert wird. Fasse die Erfahrung nicht an, hole sie nicht aus dem Speicher der Vergangenheit. So ist das Sehen der Stille, in dem jede Erfahrung erscheint, immer frisch. Sie erscheint in sich selbst.
Das zu erkennen ist intelligent, allerdings unverständlich.

Das Kämpfen mit dem Denken, das Ablehnen der Gedanken und ihrer Inhalte führt nur zu einer Spaltung innerhalb der Spaltung. Die Angelegenheit wird nur noch komplizierter. Das Denken kämpft mit sich selber. Gedanke gegen Gedanke. Das führt dich entweder in ein Irrenhaus oder in ein Wirtshaus. Es führt dich also in diese Welt.

Statt die Gedanken zu bekämpfen oder nach ihnen zu greifen, kann da auch nur ein Beobachten ihres Entstehens sein? Beobachten, wie sie aus dem Nichts erscheinen, wie das gewohnheitsmäßige Greifen geschieht, wie begierig die Inhalten aufgesaugt werden, wie die Augen leer werden, wenn diese Gedankenwelt die gesamte Aufmerksamkeit absorbiert, wie der erste Gedanke zum nächsten führt, wie in diesem Gedankenuniversum das Vergessen geschieht, schließlich wie du glaubst Gedanke zu sein. Schließlich wie du fraglos akzeptiert der Denker zu sein. Schließlich wie der Denker aus dem Beobachten ein Konzept entwickelt und wie aus dem Konzept eine Methode wird. Beobachte still genau das.

Befreiung erfolgt durch das Erkennen, was da abläuft. Die Intelligenz, die Stille erkennt was da abläuft. Du bist die Intelligenz, Du bist schon die Stille, jenseits von Beobachtung.

Der Augenblick des Erkennens ist Befreiung. Das mechanische Denken stockt.Stille.

STILLE

Dann kommt ziemlich bald der nächste Gedanke. >Was war denn das?< lautet er vielleicht und der innere Dialog beginnt von vorne.

Na und.

Beobachte ohne Urteil oder innerer Regung eben diesen inneren Dialog.

Das Wiedererkennen ist konzeptlos, methodenlos.
Wenn du einen vertrauten lieben Menschen vom Bahnhof abholst, brauchst du doch kein Konzept oder Methode um ihn zu erkennen. Du beobachtest doch die Menge an Menschen nur um diesen lieben Menschen nicht zu verpassen. Du bist der Liebe wegen hier.
Wenn du abgelenkt bist verpasst du ihn.
Dann plötzlich leuchtet dieser Mensch in der Menge auf und du fällst ihm um den Hals und küsst ihn. Völlig spontan.

Wiedererkennen ist zeitlos, es geschieht einfach.
Beobachte einfach ruhig die Menge deiner Gedanken, auf dem Bahnhof deines Lebens. Benenne nichts, egal was erscheint und dann plötzlich packt die Stille zu und küsst dich mitten in dein Herz.

Ah, Erkennen.

Was erkennt sich? Stille erkennt sich als Du in Stille. Als Stille das in Gedanken versunken war, im Traum ein Leben zu haben.

Du bist das Leben und das kannst Du ziemlich wörtlich nehmen, wenn du möchtest.

Wie kann das Leben ein Leben haben, wenn es schon anfangslos Alles ist?

weiterlesen  Teil 2

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