Muss ich das Ego loswerden um die Stille zu finden? Teil 1
Februar 21, 2012

Fragen eines Freundes

11.01.2012

Muss ich das Ego loswerden um die Stille zu finden? Teil 1
Ist das Ego schuld an dieser kranken Welt? Teil 2
Ich fühle mich innerlich so zerrissen. Was soll ich tun um endlich Ruhe zu haben?

Teil 1

Warum stellen wir eigentlich diese Fragen? Ist es die Hoffnung, dass die Antwort die Lösung unserer Probleme bedeuten könnte? Das die Antwort die Fähigkeit in sich trägt, unsere innere Zerrissenheit und unseren Schmerz auszulöschen? Oder das die Antwort die Welt rettet? Wenn das so wäre, dann wäre unsere Freiheit von Antworten abhängig. Doch Antworten erscheinen hier in Sprache, sie sind also Objekte.

Die Lebensdauer von Objekten ist immer von Umständen abhängig und irgendwann zerfallen alle Objekte. Auch die perfekteste Antwort wird zerfallen, spätestens wenn die Sprache, in der sie erscheint, von niemand mehr gesprochen und verstanden wird. Wenn Freiheit von Objekten abhängen würde, dann müsste die gesamte Menschheit schon lange im Paradies leben, denn Objekte, ob geistiger oder stofflicher Natur, erscheinen ständig.

Doch wenn wir die Welt und unser Leben als Menschen betrachten, müssen wir realistisch feststellen, dass der Schmerz und die Zerrissenheit nicht weniger geworden ist. Wir schauen heute auf eine Welt, die geradezu im Wahnsinn zu versinken scheint. Angeführt von blinden Narren, gefolgt von einer Menschenmenge, gleich einer Schafsherde, die das Lied von Angst, Neid und Gier singen, als ob es das Hohelied der Erlösung wäre. Immer auf der Suche nach beständiger Sicherheit durch die Welt stampfend und dabei alles zerstörend was dabei im Weg steht.

Das ist keine Theorie. Schau dich um in der Welt, der nächste Krieg, die nächste Krise, die nächste Unmenschlichkeit ist schon im Anmarsch.

Wir sollten also unseren Blick über die Antwort hinaus erheben, über das Verstehen hinaus, um zu sehen, auf was die Antwort hinweist.

Dann ist vielleicht Erkennen möglich.

Muss ich das Ego loswerden um die Stille zu finden, ist deine Frage. Wenn du bereit bist, können wir zusammen nach der Antwort forschen. Vielleicht findest du dabei in dir die Antwort auf alle deine Fragen.

Möchtest du finden, liebster Mensch?

Dann lass uns gemeinsam forschen. Doch vielleicht noch das, hier geht es nicht um Glauben oder um Nicht-Glauben. Stelle alles auf den Prüfstand, was hier gesagt wird und finde selbst heraus, ob es die Wahrheit ist. Dein Herz verneigt sich still in Demut vor der Wahrheit. Dein Herz kann durch nichts getäuscht werden. Also forschen wir mit Herz, denn in diesem Licht hat nur Wahrheit bestand.

Alle deine Fragen scheinen auf eine wesentliche Kernfrage hinzudeuten.

Gibt es eine Möglichkeit der menschlichen Existenz, die jenseits von dieser Zerrissenheit, dieser Rastlosigkeit und dieses Zerstörungswahns liegt?

Gibt es eine Existenzmöglichkeit der Menschen, die nicht dem Ausdruck dieser Dynamik des Beherrschens und des Beherrscht-werdens unterworfen ist, mit all seinen Ängsten, Grausamkeiten, Vereinsamung und der verzweifelten, vergeblichen Suche nach dauerhafter Sicherheit?

Müssen wir wieder zu Kindern werden, zurück in Unschuld und Unwissenheit fliehen, zurück in das Mutterleib kriechen, um das verlorene Paradies zu finden?

Kann Flucht zur Freiheit führen?

Also schauen wir doch erst einmal genau hin, vor was wir fliehen.

Was ist das Ego überhaupt? Nein, es geht hier nicht um psychologische Definitionen. Wir betrachten das Ego direkt. Wir betrachten uns direkt. Keine Analyse, sonst würden wir in diesem Leben zu keinem Ergebnis kommen. Analyse ist ein Instrument des Egos, es ist Gedanke. Hier wird nur ein Beobachten vorgeschlagen. Das Beobachten dessen, was in der Suche erscheint, ohne Verurteilung, ohne Verteidigung, kein Ignorieren. Keine Flucht in Selbstbetäubung. Keine Flucht in Analyse.

Beobachten wir einfach wie sich da dieser Gedankenstrom unablässig erhebt. Kreisend und wirbelnd die Bruchstücken von Gedanken verwebt, auseinanderfällt und sich wieder verbindet. Immer in Bewegung. Ruhelos. Wie gespeicherte Erfahrungen in diesem Gedankenwirbelsturm einer rastlosen Begutachtung unterzogen werden. Wie sie zu Glaubenssätzen emporsteigen, wie sie die Begutachtung als wichtig passieren dürfen oder wie sie achtlos fallen gelassen werden, wenn sie als bedeutungslos eingestuft werden.

Beobachte genau und frage dich selbst, hast du irgendeinen Anteil an diesem Vorgang? Hast du irgendeine Möglichkeit diesen Prozess zu beeinflussen oder sogar zu stoppen? Ganz direkt. Jetzt.

Also du kannst es nicht. Das ist die Wahrheit. Seltsam, oder?

Wenn wir über uns Menschen reden, meinen wir dann diesen mechanischen, sich wie ein irrer Kreisel, drehenden Vorgang in unserem Kopf? Das sollen wir also sein, dieser Gedankenmechanismus, den wir als Ego, ich oder das Selbst bezeichnen?

Oder müssten wir ehrlicherweise sagen, da er scheinbar in einer offensichtlich unbeeinflussbaren Art und Weise in uns wirkt, dass dieser Mechanismus inzwischen unser Menschsein definiert?

Doch wie kann so ein rastloser, mechanischer, sich jeder Kontrolle entziehender Gedankenwirbeln diese Aufwertung erfahren, sich für dich auszugeben?

Gehen wir doch noch etwas näher heran, vielleicht finden wir die Lösung, wenn wir tiefer in dieses Rätsel eindringen.

Was finden wir vor, wenn wir die Arbeitsweise dieses Prozesses beobachten? Nach welchen Grundsätzen und Regeln arbeitet dieser Mechanismus. Mit welchem Recht glauben wir Ego zu sein, oder erlauben wir Ego sich als du auszugeben?

Wir stellen fest, dass die Inhalte der Grundsätze, wie zum Beispiel moralische oder ethische Vorstellungen, schon von Mensch zu Mensch, geschweige dann zwischen Kulturen, unterschiedlich sind.

Es scheint keine allgemeingültige Inhalte zu geben, die Variationsbreite ist sehr groß, es scheint einfach alles sein zu können.

Aber doch wird von jedem Menschen, egal welcher Kultur, Gesellschaft oder Epoche, Ego als Ausdruck des Menschenseins fraglos akzeptiert. Dieses fraglose Akzeptieren scheint die Hauptübereinstimmung zu sein. Es scheint das verbindende Merkmal, über alle Unterschiede der Menschen, Kulturen und Epochen hinweg.

Nach welchen Regeln arbeitet dieser Gedankenwirbel, was finden wir hier vor? Wenn wir tief genug vordringen, finden wir unter allem Gedankennebel nur eine Hauptregel und das ist der Befehl zur Bewegung an sich. Der Befehl zur Funktionalität. Wir finden also bei unserer Forschung ein sich aberwitzig, permanent drehendes Gedankenkarussell, das prinzipiell frei von beschränkenden Grundsätzen, inhaltlich alles aufnehmen kann, es betrachtet, archiviert, verknüpft, verwirft usw. und als Hauptregel den Grundsatzbefehl des Funktionieren seiner selbst, sozusagen fest verdrahtet in der Hauptsteuerung, aufweist.

Wir müssen weiter feststellen, dass wir anscheinend keine Macht über diesen Mechanismus haben, um ihn z.B. zu stoppen. Die Inhalte, mit denen sich dieser Mechanismus beschäftigt, scheinen in Abhängigkeit von kulturellen Kontexten, sozialen Konditionierungsvorgängen und von genetischen bedingten Gegebenheiten definiert zu sein. Auf diese Umstände hatten wir also ebenfalls nie Einfluss.

Wir müssen feststellen, dass wir diesen Mechanismus nicht geschaffen haben können, es übersteigt bei weitem unsere Fähigkeit. Wir haben keinen Schlüssel zum Kontrollzentrum und wir haben keine Macht über ihn.

Und doch können wir diesen Mechanismus untersuchen. Wir können sogar bei genug Mut in seinen Kern eindringen. Wenn Wahrnehmung dorthin vordringt, finden wir etwas sehr Seltsames vor. Im Kern, im Zentrum des Gedankenwirbels herrscht absolute Ruhe, wie in dem Auge eines Wirbelsturms. Hier dreht sich kein Gedanke, kein Lüftchen bewegt sich.

Das kannst du selber nachprüfen, es braucht nur ein bisschen Courage und Forschungsdrang. Dein Leid könnte Antrieb genug sein, dieser Angelegenheit auf den Grund zu gehen. Denn hier finden wir tatsächlich den bewegungslosen Bodensatz des Denkmechanismus. Diese Ruhe hier ist ein wenig dumpf, man kann hier nicht lange bleiben.

Die Gravitationsauswirkungen des Denken-müssen beeinflusst hier die Reinheit der Wahrnehmung. Aus dieser Perspektive scheint die inhärente Aufgabe von Denken-müssen die Untersuchung durch unterscheidungsloses Zerlegen des Untersuchten zu sein, um schließlich unterscheidungsfähige Erkenntnisse zu gewinnen und zu speichern. Jede Methode, jedes Wort über eine auf diese Art gewonnene Erkenntnis, jede bekannte Definition, jede Schlussfolgerung und wirkt sie noch so scharfsinnig, jede philosophische Betrachtungsweise, ist von hier geborgt.

Auch diese Beschreibung, die gerade stattfindet.

Wir können uns hier nicht lange aufhalten. Die Betrachtung dieses mechanischen Zerlegungsdrangs führt recht schnell zu einer Niedergeschlagenheit, die zu einer ausgewachsenen Depression mit nihilistischen Ausprägungen anwachsen kann.

Diese Ruhe, diese Art Stille besitzt also Eigenschaften, weist Qualitäten auf. Es kann also nicht STILLE sein. STILLE IST schon ewig, jenseits von allen Eigenschaften, von allen Qualitäten. Jedoch in STILLE können alle Qualitäten, Eigenschaften erscheinen.

Doch für einen kurzen Blick, aus dem ruhigen Zentrum des Gedankensturmes auf die Struktur des Wirbels, reicht es. Was nehmen wir hier wahr? Was nimmst du von hier wahr?

Nichts.

Genau, auch das ist die Wahrheit.

Von hier wird gesehen, dass das, was von „außen“ betrachtet mächtig und beherrschend erscheint, sich als Nichts aus Nichts erhebt und auch darin wieder versinkt.

Ein dynamischer blinder Prozess, ein Abtasten der Erscheinungen, ein Aufsammeln von Ereignissen, ein Abspeichern von Geschichten, ein Zerlegen von Objekten,  ein ständiges Messen, Wiegen und Beurteilen durch das Raum und Zeit auftaucht.

Das kannst Du nicht sein, denn Du stehst gerade im Zentrum dieser Maschine und nimmst wahr.

Also wer bist Du dann, wenn Du dieser mechanische Vorgang nicht sein kannst?

Vielleicht kannst Du jetzt erkennen, dass alle Fragen nur dazu dienen, diese eine Qualität zu enthüllen. Dies was Du tatsächlich bist. Diese Qualität können wir gerne auch Intelligenz nennen. Gerne auch intelligente Wahrnehmung.

Beweglich, lebendig, leuchtend, durchdringend.

Das Verhüllen, oder das Vergessen von Intelligenz selbst, führt anscheinend zu einer Identifikation mit Etwas. Es führt zu dem großen Vergessen. Da Vergessen stattgefunden hat, führt nun ein blindes mechanisches Etwas.

Doch du kannst dieses Etwas nicht zerstören, du hast es auch nicht erschaffen. Aber es kann zum Erliegen kommen, völlig spontan und jenseits aller Vorstellungen.

Wie, fragst du?

Aber schau doch genau hin. Ist gerade Denken-müssen da? Nein, na also.

Völlige Stille, absolute Intelligenz.

Frag nicht wie Dies bleiben kann, bleib einfach ohne Greifen.

Dies kann nicht bleiben, weil es schon IST.

Hier ist kein Raum für Etwas, hier ist keine Grundlage für Ego. Hier ist nur Sehen DESSEN. Hier ist nur Hineinschmelzen in sich selbst, in den Urgrund.

Jetzt, völlig jenseits von Bewegungslosigkeit, erscheint Bewegung und Intelligenz. Schau genau hin, hat jetzt dieser verrückt rotierende Mechanismus bestand?

Schau genau hin, du strahlst höchste Lebendigkeit aus und bist nicht zu Gemüse geworden oder zu einem unwissenden Fötus.

Jetzt kann es geschehen, dass die äußere Form als Mensch zu einem leuchtenden Gefäß der Intelligenz aufscheint. Dann erkennst Du, dass Menschsein das ist, was es schon immer IST, eine Manifestation der Liebe, der Intelligenz, der unterscheidungsfähigen Wahrnehmung.

In dieser Glut schmilzt alles und Selbstlosigkeit erkennt sich als Wesen der Intelligenz.

Doch das ist nicht das Ende, das ist erst der Beginn der Reise.

weiterlesen  Teil 2

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Was ist diese Stille die ständig gesucht wird? Brauchen wir nun Gurus oder Meister um Stille zu erfahren? Brauchen wir Meditationstechniken?
Februar 2, 2012

Fragen eines Freundes

06.01.2012

Was ist diese Stille die ständig gesucht wird? Brauchen wir nun Gurus oder Meister um Stille zu erfahren? Brauchen wir Meditationstechniken?

 

Wird diese Frage gestellt um Antworten anzuhäufen, sie zu archivieren, zu diskutieren oder um Argumente für oder wider deiner Überzeugungen zu sammeln? Dann hat die Antwort keinen Wert für dich, außer dass du noch mehr Ballast mit dir herumschleppst. Überprüfe doch bitte deine Motivation. Möchtest du mehr Ballast oder Freiheit. Beides zusammen geht nicht. Das ist eine Tatsache. Doch glaube nichts, überprüfe selber ob das die Wahrheit ist. Schau dir still dein Leben an und finde es selbst heraus. Nur eine Bitte, folge der Antwort, die hier hervortritt für diesen Moment einfach ganz still. Keine Ablehnung, keine Zustimmung, nur stille Achtsamkeit. Vielleicht gelingt es dir so nicht noch mehr Müll zu deinem Ballast hinzu zufügen. Du gehst schon ganz krumm unter dem ganzen Gewicht deiner Müllbeutel.

Die gewöhnliche Reaktion von uns Menschen ist grundsätzlich extrem. Entweder wir lehnen etwas ab, in der Extremform hassen wir es dann. Oder wir greifen danach und verteidigen es mit allem was uns an Mitteln zur Verfügung steht. Dann hassen wir, wieder in seiner Extremausprägung, diejenigen die das ablehnen, an was wir glauben. Wir beginnen unseren Glauben zu verteidigen. Eine dritte gewöhnliche Reaktion ist Ignoranz. Doch in seinem Kern ist Ignoranz keine Reaktion, sondern Nichterkennen oder Nichtwahrnehmen. Es ist also eher Dummheit oder Dumpfheit und beinhaltet keinerlei Intelligenz. Während in den erstgenannten beiden Reaktionsformen eine Art von Intelligenz wahrgenommen werden kann. Hier ist ein Rest von Lebendigkeit erkennbar.

Was ist also diese Stille und können wir Mediationsmethoden gebrauchen um die Natur dieser Stille zu erfahren? Bitte forsche still in dir mit, folge nicht den Worten, sondern schau in was diese Worte erscheinen, auf was sie hinweisen. Wir haben einen Deal ausgemacht, keine Diskussion in dir.

Grundsätzlich sind alle Methoden eine Art und Weise Erfahrungen zu überprüfen. Da gibt es zum Beispiel eine Methode um aus Trauben ein alkoholhaltiges Getränk herzustellen. Doch zuerst war da die Erfahrung, dass irgendwie aus Trauben eine berauschende Substanz entstehen konnte. Durch unbekannte Umstände, vielleicht Wärme und bestimmte Einflüsse ist da etwas entstanden. Du kostest von dieser Substanz. Du bist berauscht. Das gefällt dir. Du denkst dir eine Methode aus um diese Erfahrung zu wiederholen. Du hast Erfolg und denkst dir eine Methode aus, wie diese Erfahrung dauerhaft wiederholt werden kann. Du hast Erfolg und du denkst dir eine Methode aus, einfacher und mehr von dieser Substanz herzustellen. Du hast Erfolg und so hast du dir eine funktionierende Technologie erdacht. Du produzierst jetzt eine Menge davon und benennst das Ergebnis. Es heißt ab jetzt Wein. Die Menschen um dich herum möchten das auch haben. Du gibst es ihnen. Es gefällt ihnen. Sie lieben dich. Du bist ein Wunder. Du bist ein Meister. Du bist Gott. Du glaubst es selber. Du bist ein Narr.

Die Erfahrung war also plötzlich da und das Denken hat eine Methode erdacht, diese Erfahrung noch einmal hervor zu bringen, zu wiederholen, zu sichern.

Da ist also eine Erfahrung der Stille und du denkst dir eine Methode aus um diese Erfahrung zu wiederholen. Du hast die besten Absichten. Du wendest diese Methode an. Das Erfahrene erkennt sich wieder.  Die Menschen um dich herum möchten auch diese Erfahrung haben. Du gibst ihnen die Methode. Du begehst das Gute*. Sie wenden die Methode an. Doch sie hatten nicht diese Erfahrung. Was soll denn nun eigentlich erfahren werden? Wie soll also ein Wiedererkennen erfolgen, wenn die Erfahrung dort nicht erfolgt ist? Sie fragen dich. Du erklärst die unerklärliche Erfahrung, die unabweisbar erfolgt ist. Du erklärst die Stille mit Worten. Du erklärst die undenkbare Stille mit Sprache, die ein Instrument des Denkens ist. Du erklärst Stille mit Denken. Die Menschen verstehen nicht. Die Menschen wenden die Methode an. Eine Erfahrung taucht auf. Mit der Erfahrung taucht der Gedanke auf: das könnte gemeint sein, jetzt habe ich es. Sie kommen zu dir und legen dir den Gedanken der Erfahrung zu deinen Füssen. Eine Trophäe der Jagd nach Stille. Ein Objekt. Du musst sagen, dass es das nicht ist.

Die eine Hälfte ist wütend. So viele Jahre der Methode, völlig umsonst. Sie schreien dich an und beschuldigen dich der Scharlatanerie. Sie gründen eine eigene Bewegung mit einer besseren Methode.

Einige gehen nach Hause und betrinken sich mit Wein für den Rest ihres Lebens.

Die andere Hälfte denkt sich: wenn ich nur lange genug die Methode anwende, dann werde ich diese Erfahrung schon irgendwann mal haben. Ich muss nur härter meditieren. Du sagst ihnen, dass sie die Erfahrung nicht haben können, weil sie schon das Erfahrene sind. Du sagst ihnen, dass sie die Erfahrung nicht zu einem Objekt machen dürfen. Du sagst ihnen, dass sie sich die Stille nicht erdenken können. Du sagst ihnen, dass sie schon Stille sind. Es geht um das Wiedererkennen deiner wahren Natur. Du sagst ihnen, entspannt euch.

Sie verstehen dich nicht. Sie wenden die Methode noch härter an.

Du gehst in den Wald und in der Stille, die du bist, erscheint Trauer.

Die Natur des Denkens ist grundsätzlich mechanisch. Mechanik ist nicht intelligent. Mechanik produziert Stückwerk, Bruchstücke, Splitter, doch es kann sie nicht zu einem Gesamtbild zusammensetzten, dazu brauchte es Intelligenz. Schau dich einfach in der Welt um, jede Menge Fragmente, kein funktionierendes Gesamtbild und dazwischen verwirrte Menschen die Unsinn reden und glauben alles im Griff zu haben. Narren.

Jede Methode, die das Denken erdenken kann, ist somit ein Fragment, eine Scherbe. Jede Meditationsmethode, die das Denken erdacht hat, ist der fragmentarische Versuch über sein eigenes Denkuniversum hinaus zu schauen, um einen Blick auf das Gesamtbild erhaschen zu können. Das Denken kann ganz schön schlau sein. Es weiß von seiner fragmentarischen Natur und versucht sich umzuschauen nach Ganzheit, ohne aber seine mechanische Natur aufgeben zu wollen. Du bist ganz schon schlau, du möchtest dein Ballast behalten und dich mit Gepäck in die Freiheit mogeln. Aus Sicherheitsgründen, denn man weiß ja nie, oder?

Doch Schlauheit ist nicht Intelligenz. Stille ist Intelligenz. Stille ist leuchtende intelligente Lebendigkeit. Stille ist knisterndes Potenzial. Stille ist Gesamtheit, ist Einheit. In der Stille erscheint diese Welt mit seinem Denken. Du bist Stille, die in Stille als Denker erscheint, der denkt nicht in Stille zu sein.

Geht’s noch deutlicher? Natürlich. Sieh doch selbst.

Ein Mensch, in dem die Mechanik des Denkens angehalten hat, ist Stille. Stille das sich wiedererkennt, dass es Stille ist, in einer menschlichen Form, nennt man Meister auf dieser Erde. Eigentlich müsste es einfach Mensch heißen, doch diesen Titel hat sich schon der Denker geraubt.

Da jeder Mensch Stille ist, kann er nicht mechanisches Denken sein. Das ist erfahrbar und wahrnehmbar. Hier ist die Aufforderung das selber herauszufinden, sonst machst du diese Antworten zu einem Objekt. Wenn du eine Methode anwendest, berühre die Erfahrung nicht und die Stille fließt durch die Scherbe der Erfahrung zu dem Gesamtbild zusammen, zu dem Spiegel in dem alles erscheint.

Das bist ewig DU.

Ist es nicht seltsam, dass wir immer gebettelt werden müssen unser Leiden zu beenden. Du brennst ab wie eine Fackel und hier kommt höflich, bittend, bettelnd der Hinweis; Eh, du brennst wie eine Scheune, wie wäre es denn mal mit einem Sprung ins Wasser? Ah, jetzt noch nicht, ok. Später vielleicht?

Der Mensch in Stille ist der lebendige Hinweis, dass du diese Stille ebenfalls bist. Machst du ihn zu einem Gott, bewirfst du ihn mit deinem Müll. Würde er diesen Müll annehmen, wäre er ein Idiot.

Wenn die Mechanik des Denkens aussetzt, ist spontan die Gesamtheit wieder da. Es wird gesehen, dass sie nie weg war, sondern nur überdeckt.

Von hier geht Lebendigkeit erst los. Hier ist alles möglich.

Lebendig Stille
Dein glühend Kuss
verbrennt die Dunkelheit
zu leuchtend Sternenstaub
reine Liebe entfaltet ihre Feuerschwingen
und offenbart die Dimension der Ewigkeit

*dieser Ausspruch stammt von einem unbekannten Schüler von Frau Míla Tomášová

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