Was ist Hingabe?
Februar 16, 2012

Fragen eines Freundes

10.01.2012

Was ist Hingabe?

Das ist die schönste Frage die ein Mensch stellen kann. Diese Frage scheint so unscheinbar, so einfach und so unwichtig, angesichts des Alltags mit seinen Herausforderungen und Kämpfen.

Doch diese Frage berührt etwas sehr Tiefes in uns Menschen. Es berührt unmittelbar unsere wahre unzerstörbare Natur. Gleichzeitigt deckt die Frage nach Hingabe etwas auf, sie zeigt das du kein Mechanismus bist. Sie zeigt, dass Du noch am Leben bist, dass Menschsein dort tief innen lebendig ist.

Kein Mechanismus, kein mechanisches Denken kann diese Frage wirklich so stellen. Denken kalkuliert, handelt, tauscht und feilscht. Doch Hingabe kann in seinem Wortschatz nicht vorkommen, es ist nicht seine Natur.

Da war diese junge Frau, gebildet, schön und auf der Suche nach einem Partner.

Sie legte sich eine Liste mit zehn Kriterien an, die dieser Partner zu erfüllen hatte und dann ging sie auf die Suche. Da waren auch ein paar Kandidaten, doch letztlich stellte sich heraus, dass niemand alle zehn Kriterien erfüllen konnte. Die junge Frau versuchte wirklich alles und doch fand sich niemand der dem Bild entsprach, das sie sich entworfen hatte. Schließlich gab sie auf und blieb lieber allein.

Dann etwas später bekam sie eine Einladung von einem Bekannten, einem jungen Mann der ebenfalls allein war, zu einem Abendessen. Er war überhaupt nicht ihr Typ und entsprach in keinster Weise ihrem Entwurf von dem idealen Partner. Doch er war recht nett und sie war ermüdet von ihrer anstrengenden Suche und einsam, also sagte sie sich, warum denn nicht.

Das Essen war gut, die Unterhaltung amüsant, die Stimmung locker. So kamen sie schließlich auch auf das Thema Partnersuche und sie beklagte sich, dass es heutzutage einfach keine geeignete Partner mehr geben würde. Letztlich schrieben sie beide, einfach so zum Spaß, ihre jeweiligen Anforderungen an einen möglichen Partner auf die Servietten und tauschten sie aus.

Der junge Mann lass die zehn Anforderungen der jungen Frau an den idealen Partner und brach in Tränen aus. Die junge Frau reagierte echt erstaunt und betroffen. Sie machte ihm klar, dass er doch unter keinen Umständen ein Kandidat gewesen wäre und es ihr leid tun würde, wenn er sich falsche Hoffnungen gemacht hätte.

Noch erstaunter aber vernahm sie seine Antwort. Er weine nicht um sich, sondern um sie. Er weine um ihre Einsamkeit, um ihre Verzweiflung, um ihre Blindheit, um ihre Angst und der aussichtslosen Suche nach Sicherheit.

Beide sahen sich nie wieder und was aus der jungen Frau geworden ist, ist unbekannt. Doch der junge Mann starb wenige Monate später an einer unheilbaren Krankheit. Er wusste dass er sterben würde, er wusste von seiner Endlichkeit. Er hatte das unglaubliche Glück von seiner Endlichkeit zu erfahren bevor er starb.

Auf seiner Serviette stand nur das Wort Liebe.

Hingabe ist bedingungslose Liebe.
Hingabe ist jenseits von Forderung, Verzicht und Kalkül.
Hingabe ist kein Willensakt oder eine Handlung, die durchgeführt werden kann.
Hingabe kann zu nichts führen, es bringt nichts ein.
Hingabe ist kein Geschäft.

Hingabe ist unsere wahre Natur, die als bedingungslose Liebe erscheint, durchdringend und leuchtend in Ewigkeit.

Du bist schon ewig Hingabe.

Du hast es nur vergessen liebster Mensch.

Du selbst bist die Antwort.

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Erscheinungen
Februar 3, 2012

Kuss der Stille / Tagebuchnotizen 2011

Erscheinungen

04.7.2011

Die Stille ist grenzenlos, unendlich tief und alles ist in Stille, immer.
Sprache ist Stille und erscheint als gesprochene Stille.
Stille schwingt leer als Sprache und ist gleichzeitig erfüllt mit dem Gesprochenen. Sprechende Stille ist Stille gefüllt mit sich selbst als Inhalt dessen, was sich ausspricht.
Ist das zu Sprechende ausgesprochen, verschwindet Sprache ohne noch etwas zu berühren.
Sprache löst sich in dem Ausgesprochenen und somit in sich selber auf.
Es bleiben keine Rückstände weder von Sprache, weder von den ausgesprochenen Worten, noch von dem Inhalt als Bedeutung.

Stille.

Kein Sprecher.
Kein Schreiber.
Worte in den Sturm der Stille geflüstert.

Wird das Gesprochene nicht sofort fixiert, in Schrift zum Beispiel, so scheint es zu verschwinden, ohne dass eine Möglichkeit zu bestehen scheint, es je wiederzufinden.
So erscheint Sprechen in der Stille immer frisch, nie alt und nie abgekaut.
Mit einer Frage erhebt sich gleichzeitig Antwort und gleichzeitig damit Ausdruck. Das kann vielleicht Sprechen oder Schreiben sein, aber natürlich gibt es unendliche Formen des Ausdrucks mit unendlichen Facetten.
Diese Welt Ist Frage, Antwort und Ausdruck in einem.
Sie ist das scheinbar auseinandergefaltete Eine.
Jetzt in Zeitlosigkeit entfaltet wird Stille als Frage-Antwort-Ausdruck gesehen.
Der Ausdruck Dessen als unendliche Form, endlos sich ausdrückend und endlos sterbend.
So manifestiert sich Nichts in Form aus dem Unmanifesten.
Welch lebendiges Spiel, unendlich tief, unendlich lebendig, unendlich unerkennbar.

Der Verstand kann das nicht begreifen.
Er ist ganz still und das Gehirn scheint wie eingefroren.

Die Stille kommt nicht irgendwo her, alles Ist Stille. Und in Stille scheint etwas zu geschehen und es kommt auch scheinbar wieder etwas zur Ruhe. Gedanken steigen in der Stille auf, denken sich oder auch nicht, und verbrennen an sich selbst, völlig lautlos.

Das Gehirn scheint am Denken, wenn es auftaucht, nicht beteiligt zu sein.
Es sieht so aus, als ob der Gedanke das Potenzial zu denken und gedacht zu werden in sich selbst trägt.

Das Gehirn erscheint aus dieser Perspektive nur wie ein Spiegel, in dem sich die Gedanken spiegeln.
Der Spiegel ist unbeeindruckbar von dem, was er reflektiert.

Das Gehirn erscheint in Diesem nicht mehr wie ein Denkapparat.
Und in der Sicht sieht es eher so aus, als ob dieser Apparat allerdings nie Denken konnte. Es scheint eher wie ein Aufzeichnungsmechanismus, der etwas speichert, weiterverarbeitet, vervielfältigt, kopiert und wiederholt.
Ohne jede eigene Kreativität, nur funktionell mechanisch.
Dieser Mechanismus scheint nun nicht mehr zu funktionieren.

Ein Gedanke steigt auf, entleert sich in einer einzigen Bewegung, leer ist der Gedanke, Leerheit in sich selbst, und sinkt darin zurück.
Dies ist kein Prozess, der einen Ablauf in sich trägt. Nur die Beschreibung dessen erzeugt scheinbar diesen Anschein.
In Stille geschieht Dies als eine Bewegung, in keiner Zeit, ohne Bemühen.

Ist das Gehirn „eingefroren“, so wird der Inhalt überhaupt nicht verarbeitet.
Da bleibt nur der Moment, in dem sich der Gedanke entleert hat, der entleerte Inhalt in der Sicht erscheint und wieder versinkt.
Oft entleert sich der Gedanke nicht und sinkt zurück in Leerheit. Der Inhalt wird dann Nicht-Gewusst. Oft kommt kein Gedanke.

Nichts stört in der Stille. Da alle Formen in Stille sind, sind sie nicht aus Stille gemacht, sondern Stille, die sich formt.
So erhebt sich Stille als Form in Ausdruck und Inhalt.
So wird gesehen und gewusst ohne eigene Bewegung.
So-Sein ist Leben als Energie geformt, wie es jetzt erscheint.

Diese Energie ist der Ausdruck der Form, der sich ausgeformt selbst beinhaltet und der Inhalt beinhaltet das Sehen dessen ebenso.
Mit der Erkenntnis über die endlose Tiefe der Stille verschwindet die Sicht, dass jetzt gesehen wird.

Es bleibt nur Sicht in Stille.
Sprache in Stille.
Ausdruck in Stille.
Form in Stille.
Es bleibt Nichts.

So kommt der Eindruck zustande, dass dort Niemand ist und dass Niemand dies schreibt.
Natürlich ist das auch die Wahrheit.

Der Wind weht.
Stille windend wehend.
Stille schreibend formt Sätze.

Nichts ist Stille in Alles als potenzielle Abwesenheit von Allem.
Alles ist Stille in Nichts als Form oder Formlosigkeit, manifestiert oder unmanifestiert, existent oder nicht existent.

NICHTS und ALLES sind keine Gegensätze, sondern das Eine in sich selbst gefaltet.

ALLES erscheint scheinbar in gegensätzlichen Paaren, in Stille mit Bedeutung.

NICHTS in Stille ist scheinbar die Abwesenheit von Erscheinung und somit die Abwesenheit von Bedeutung, für die es aber kein Gegenstück geben kann, sonst würde Stille die Stille stillen.

Tatsächlich ist das auch so.

Stille verschwindet in Stille, also in sich selbst, und ist immer nicht-existent.
Um gleichzeitig in Zeitlosigkeit immer als Stille zu erscheinen.
Da nicht-existent Nicht-Ist, ist die Möglichkeit existent-Sein unendlich.
Das geschieht gleichzeitig nie und immer.

Das könnte man als jetzigen Moment umschreiben.

Natürlich sind alle Worte, die für Dies benutzt werden, paradoxer Ausdruck des Unsagbaren.
Jetzt pulst Dies nicht messbar und nicht beschreibbar, und doch erfahrbar, also bar jeder Erfahrung offenbart es sich selbst.
Der große Knall ist immer.
Stille ist als Dies immer und immer nicht.

Würde Dies nicht So-Sein, würde Dies (Unbenennbare) nicht pulsen also auch nicht Nichtpulsen und so endlos in Nichts nicht erscheinen.
So könnte Nichts auch nicht als Alles, als unendliche Möglichkeit in Stille erscheinen.

In der Sicht scheint es so, als ob das Ereignis seine eigene Ursache für das Erscheinen schafft, um das Erscheinen überhaupt möglich zu machen.

In der Sicht scheint es so, dass das Ereignis seinen eigenen Horizont erschafft, um in diesem Horizont sichtbar werden zu können. Dafür bricht das Ereignis zusammen, bevor es überhaupt entstanden ist und provoziert so den Zusammenbruch des Ereignishorizonts, um entstehen zu können.

Alles kann sich manifestieren.

Auch Dies.