TEIL 2 Was hat es mit den Praktiken, Übungen und Methoden der traditionellen Religionen auf sich? Was hat es zum Beispiel mit „The Secret“ auf sich und was kann ich damit erreichen?
September 9, 2012

Fragen eines Freundes

25.08.2012 Teil 2          mit Teil 1 beginnen

 Was hat es mit diesen New Age Bewegungen wie zum Beispiel „The Secret“ oder „Bestellungen beim Universum“ auf sich? Funktioniert das überhaupt?

Und in dem Zusammenhang ist die Frage ebenfalls, was hat es mit den Praktiken und Übungen der traditionellen Religionen auf sich? Was soll mit diesen Übungen überhaupt erreicht werden und was kann ich damit wirklich erreichen?

Und wenn du alle diese Fragen beantwortest, woher soll ich wissen, dass du nicht lauter Unsinn erzählst? Woher willst du selber wissen, dass das die Wahrheit ist und du nicht einfach verrückt bist?

Furcht ist die grundlegendste Erfahrung von uns Menschen. Furcht ist über alle Kulturen und Gesellschaftformen dieser Welt die beherrschende Basis, es ist die Quelle jeglicher persönlichen Reaktion. Furcht taucht sofort mit Ignoranz und Unwissenheit auf. Furcht ist nicht Produkt oder Ergebnis, sondern Furcht ist der erlebbare, fühlbare Ausdruck von Unwissenheit und Ignoranz.

Furcht ist somit die Basis auf die der Denker erscheinen kann, der dann, als Ergebniss des Vorganges des Denkens, zu erfahren hat, dass er die Ursache all dieser Entsetzlichkeiten, die auf dieser Welt geschehen, sein soll.

Das alles uninhinterfragt akzeptieren zu müssen, ist Unwissenheit. Die durchscheinende Wahrheit nicht zu sehen, dass der Denker, die scheinbare Person, nur ein mögliches Ergebniss ist und sich eher als ein wages Gefühl einer persönlichen Identität etabliert hat, ist Ignoranz.

Muss der Denker endlich nicht mehr erscheinen, verschwindet die Furcht vor der Nichtexistenz. Tatsächlich erscheint dann die Wahrheit, dass nur Existenz ist und zwar manifest oder unmanifest.

Doch muss Denker erscheinen, muss das Gefühl einer persönlichen, unabhängigen Existenz weiter erscheinen, so erscheint auch Furcht und der Mensch fürchtet sich in einer erbarmungslosen Vision der Welt, die durch das Augenlicht zu fließen scheint.

Es ist sicher nicht nötig tiefer auf die Grausamkeiten, die mit uns Menschen auftauchen können, einzugehen. Diese Grausamkeit und die dumpfe Empfindungslosigkeit, die sich durch die menschlichen Wesen gegen alle lebendigen und unbelebten Strukturen richten kann, kann ein entsetzliches Ausmaß annehmen. Besonders gegen die eigene Spezies wird oft mit einer perfiden Raffinesse vorgegangen.

Doch das Höchstmaß der Zerstörungskraft richtet die Person gegen sich selbst. Es sieht aus wie eine Hassliebe, die einerseits möchte dass das alles endet und andererseits alles dafür zu tun scheint, dass alles so endlos weiter gehen kann. Diese Zerrissenheit, dieser Wahnsinn, diese Gespaltenheit kann sofort enden, da das alles eine Lüge ist. Eine Lüge der Ignoranz und eine Lüge da nur die Unwissenheit, wie eine Nebeldecke, die Wahrheit zu überdecken scheint.

Die Angst ist, dass wenn Wahrheit gesehen wird, dass dann das persönliche Leben wie eine Kerze im Wind erlöschen würde. Und es ist auch die Wahrheit, das persönliche Leben erlischt tatsächlich, aber nur weil es nie als eigenständige Existenzform bestanden hat.

Doch, das Erlöschen-dürfen der Empfindung ein persönliches Leben zu haben, ersetzt die Lüge des >ich<, durch die Wahrheit des Lebens selbst und die Schwingen der Freiheit fangen sich an, in diesem individuellen Ausdruck als Mensch, auseinanderzufalten. So stirbst >du< endlich und Leben ist nun möglich.

Das alles ist für die Person höchst befremdlich und die Angst in Wahrheit nicht-zu-sein, verstärkt die vorhandene Furcht zu einer geradezu paranoiden Obsession.

All diese Ungewissheit darüber, ob der nächste Morgen noch erlebt wird, führt zu Ideen und diese wiederrum führen zu Konzepten, die das Leben erst sicherer, anschließend besser und wenn das erreicht ist, schließlich interessanter machen sollen.

Denn das wirklich Verrückte ist doch, wenn irgendwann tatsächlich das Gefühl von Sicherheit eintritt, aus welchem Grund auch immer, kommt sofort das Gefühl von Langeweile und Eintönigkeit auf und irgendetwas interessantes muss her, das dann in der Konsequenz wiederum das Gefühl der Sicherheit in Frage stellen wird. Somit geht die Runde wieder von vorne los.

Kannst du den Wahnsinn darin sehen?

Also, all diese Konzepte führen zu Handlungen, die wiederum Erfahrungen produzieren. Das Greifen nach den Erfahrungen führt zu der Wiederholung der jeweiligen Handlung und somit entstehen Rituale. All das führt zu einer Wahrnehmung, in der das Gefühl entsteht, dass jemand etwas erreicht hat oder erreichen kann.

Dieses Gefühl des Erreichen-können von etwas, unterscheidet sich sehr von dem vertrauten Gefühl der Unsicherheit und des Verloren-seins.

Somit erlangt das Gefühl des Erreichen-könnens eine höhere Priorität und wird weiter und intensiver praktiziert. So errichtet dieses Gefühl Kirchen und Tempel. Gründet religiöse Gemeinschaften oder esoterische Bewegungen. Predigt die Methoden des rechten Weges, räumt mögliche Gegner aus dem Weg und preist die Resultate.

Die Ablehnung dieser entsetzlichen Realität, deren Quelle unser Menschsein zu sein scheint und das Greifen nach dem Paradies oder Nirwana, wo alles besser sein soll, ist nur zu verständlich und doch ist es letztlich die Ursache für die Aufrechterhaltung der Entsetzlichkeit.

Hier wird jetzt nicht auf diesen Mechanismus eingegangen, darüber haben wir schon bei anderen Gelegenheiten öfter gesprochen.

Jetzt geht es darum wieso all diese Praktiken und Methoden funktionieren können und was hier funktionieren überhaupt bedeutet soll.

Funktionieren bedeutet, dass Ergebnisse erscheinen können.

Ja, jetzt bist du sehr erstaunt. Rituale können tatsächlich Ergebnisse produzieren.

Allerdings liegt hier ein riesiges Missverständnis vor, falls der Praktizierende  glaubt, dass >er< durch das Wiederholen von Ritualen etwas erreicht.

Schauen wir doch mal genauer hin was hier wirklich vorgeht.

Kann der Aussage gefolgt werden, dass innerhalb des energetischen Musters, Bewegung erfolgen kann?

Kann der Aussage gefolgt werden, dass Bewegungen Inhalte widerspiegeln können, die als Gedankenform identifiziert werden können?

Kann gesehen werden, dass ein Greifen nach diesen Inhalten Denken erzeugt?

Kann dann der Aussage gefolgt werden, dass mit dem Denken als Bewegung an sich, der Denker, also das Gefühl einer eigenständigen Existenz eintritt?

Kann der Aussage gefolgt werden, dass dieses Gefühl schließlich in einen konzeptuellen Ausdruck mündet, der im Allgemeinen mit>ich< benannt wird?

Und schließlich kann dem gefolgt werden, dass dieses >ich< als Resultat des Denkens selber, den Imperativ in sich fühlen muss, die Ursache aller aufscheinenden Prozesse zu sein?

Kann der Aussage gefolgt werden, dass >ich< als Resultat oder Ergebnis unschuldig ist, aber als Nebenprodukt der energetischen Bewegung höchst überflüssig ist?

Und schließlich, kann der Aussage gefolgt werden, dass die Wahrheit, die aufscheint, zeigt, dass die Bewegung des Lebens, wie es beobachtet werden kann und Dies was beobachtet und Dies in dem das alles auftaucht, das Selbe ist?

Das es Eins ist?

Hier geht es nicht um Zustimmung oder darum jemanden zu überzeugen. Es geht nur um das Folgen dieser Aussagen aus der Stille eines ruhigen Geistes, ohne Zustimmung oder Ablehnung. Es geht darum, dass es gesehen wird.

Alles andere ist absolut wertlos.

Wenn also den Aussagen so gefolgt werden konnte, was ist dort zu sehen?

Ist dort das Muster zu sehen, weit bevor Mensch als Objekt erscheint, obwohl alles zeitlos jetzt ist?

Ein Muster, das offensichtlich das unbegrenzte Potenzial in sich trägt alles zu reflektieren, jeglichen Inhalt zu spiegeln.

Wenn das dort wahrgenommen wird, muss klar gesehen werden, dass die Ergebnisse, die durch Rituale erscheinen können, durch niemanden erzeugt wurden.

Wenn jetzt gesehen werden kann, dass >ich< nach den Ergebnissen als eine Erfahrung greifen muss, dann ist ursachlose Freiheit da.

Wenn nicht, dann musst dort weiter geglaubt werden, dass du dir ein neues Haus oder Partner oder sonst etwas wünscht.

Dort muss solange daran geglaubt werden, bis das endlich enden darf.

Wenn du schon praktizieren musst, warum wünscht du dir nicht dass das endlich endet?

Also, was erscheint jetzt?

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