Basis, Weg & Frucht
Oktober 1, 2017

Basis, Weg & Frucht

1.Oktober 2017

Der Weg der scheinbar gegangen werden muss, ist der schmale Pfad zur Quelle die Du schon bist.

Auch wenn gerne berichtet wird dass dies der Weg zu dir zurück ist, so brennt doch oft aus diesen Worten zu viel Hoffnung auf das Fortbestehen deiner Existenz, als das was du jetzt glauben-musst-zu-sein.

Mit der Geburt des Mensch-sein erscheinen die Erfahrungen der Formenwelten und diese bergen auch die Möglichkeit des Erkennens der großen Illusion inhärent in sich.

Die Basis für das Erkennen ist die leuchtende Natur, gleichwohl geht es um nicht anderes als genau diese leuchtende Natur zu entdecken. Es ist die Grundlage der Existenz aller fühlende Wesen. Die leuchtende Natur ist unzerstörbar, ursachlos und anfangslos aus sich heraus existent. Der Weg ist diese Wahrheit zu erkennen. Die Frucht ist dass sich diese Wahrheit durch dich manifestiert und Du als Dies erscheinst was schon immer ist.

Falls die Potenzialität der sofortigen Realisierung dieser Wahrheit gegeben ist bleibt vom Mensch-sein nur noch die Form bestehen und dient anderen fühlenden Wesen, die sich verloren haben, als Orientierung.

Kann die inhärente Wahrheit nicht sofort erkannt werden, stehen die Pforten zu den Pfaden der Erkentnis zur Verfügung.

Das Mensch-sein bietet drei Pforten zur Erkenntnis, die wir in unserer gewöhnlichen Verblendung auch gerne als drei Eingänge in unsere ganz persönliche Hölle benutzen. Doch da dieser Aspekt uns sehr vertraut ist, ist es nicht nötig dass dieser hier weiter beschrieben werden muss.

Die drei Pforten sind der Körper, der Geist und die Energie.

Der Blick richtet sich nach innen und durch das Klopfen, an einer dieser Pforten, beginnt die Suche nach Befreiung. Die Information dass du schon ewig und anfangslos frei bist, hat hier für dich noch keinen Wert.

So wirst du zum Sucher werden müssen und die Mühsal beginnt.

Und es ist wahr, all die wahren Wege sind furchtbar steinig, einsam und Lohn winkt nicht, nur Freiheit. Doch da Freiheit den meisten viel zu wenig ist, wendet sich der Blick aus Furcht oft erneut nach außen und Mensch verliert sich wieder sehr leicht im Glauben an die scheinbare Festigkeit der Welt.

Gleichwohl ist klar, das Beschreiten-müssen der Pfade der Befreiung unterliegt nicht dem Menschenwillen, jedoch das Scheitern-wollen schon. Sehr süß schmeckt uns die gewöhnliche Erfahrung der scheinbar menschlichen Unvollkommenheit.

Satt und träge jammern wir ständig und aus Bequemlichkeit hängen wir uns an alle möglichen Dinge und Menschen in der Hoffnung dass diese uns das ersehnte Glück und die Freiheit schenken mögen. Diese Hoffnung ist völlig absurd.

Furcht und Trägheit sind die Fesseln die dich an diese Hölle ketten.

Kann dieser Falle entronnen werden, warten viele weitere Schlingen auf den Suchenden. Doch dein fester Entschluss den Weg zu beginnen, vertreibt langsam den Nebel der Unwissenheit und es legt sich Klarheit in deinen Blick. Zudem wird die Stille dein Stock, der dich stützt falls du über deine Füße stolpern solltest.

Die Person, dass ist dies was Du gelernt hast und gewöhnlich glauben musst zu sein, verschwindet. Vielleicht auf einen Schlag oder vielleicht verschlissen wie ein alter Schuh, fällt sie dir vom Fuß während deiner Reise.

Doch sei achtsam, die Erfahrung der Klarheit ist nur ein Ergebnis und nicht das Ende dieses Pfades!

Bleibst Du nicht an der Klarheit hängen und gelingt es dieser Falle zu entrinnen, so ist die Sicht nun unverhüllt, die Hinweise des Weges sind sich selbst genug, der Geist ist still und der Atem ruhig ohne Furcht. Das sind die Zeichen der Bestätigung  die du vorfinden musst. Alles andere wäre eine Konstruktion deines Verstandes und führt nur wieder in die Irre.

Doch wenn es Wahrheit ist und wie auch immer es geschieht, die Energie die als Illusion der Person gebunden war gibt dir jetzt die Kraft die Schwelle der Erfahrung des Mensch-Sein-Müssens, kriechend auf deinen Knien, nun zu überqueren.

Das ist die Grenze von der du als Person immer wieder abprallst, da dich dein Hochmut aufrecht stolzierend hinüberbringen soll.

Doch über diese Grenze geht es nur in absoluter Hingabe und auf deinen Knien, mein liebes Menschenkind.

Kriechst du über diese Grenze, gibt es für Dich kein Zurück von hier, doch Scheitern ist immer noch die Möglichkeit.

Nun bist Du hier und da stehst Du nun wie eine flackernde Kerze in diesem Sturm des Sehens. Die Gefahr des Verlöschens ist größer als je zuvor, denn es gibt nicht mehr den Schutz durch das Schild der scheinbar festen Formenillusionen.

Nun folgt die Prüfung der Zerstörung Deiner Existenz ansich. Um hier zu bestehen ist die absolute Nacktheit Deines Geistes unerlässlich.

Wird diese Prüfung überstanden, löst sich der Blick von innen und ist völlig frei. Doch bleib achtsam, nun wird die Energie der Potenzialität vor Dir unvermittelt sichtbar und prüft Dein Gleichmut bis in die tiefsten Winkel Deines Herzens.

Wird nun dieser Test bestanden, offenbart sich die ganze Macht der Existenz und stellt die schwerste Prüfung dar.

Kannst Du der Versuchung widerstehen die Macht – auch im guten Glauben – zu gebrauchen, so bist du diese Falle gerade noch entkommen.

Ist das wirklich so geschehen integriert sich die Illusion des Körpers in die Wahrnehmung die Du nun bist.

Falls die Gnade erscheint dass dies vollständig geschehen kann, verschmelzen alle Pforten zu dem was sie schon immer sind und die Quelle berührt sich selbst als DU.

Für die Welt der Menschen bist DU nun nicht mehr als eine winzig kleine Öffnung in der Mauer zum Unbekannten,  die einfach zur Verfügung steht, falls jemand einen Blick auf die wahre Herrlichkeit werfen möchte.

Da jedoch sehr wenige Menschen einen Blick riskieren wollen, ist der letzte Test den DU zu bestehen hast, es zu ertragen dass DU die Erkenntnis nicht weitergeben kannst. Diese Prüfung wird nun ewig dauern.

Das Transzendieren der Erfahrung des Alterns und des Todes wird DICH das menschliche Leben kosten. Diese Falle ist die letzte und subtilste, um hier zu bestehen muss dein Geist so rein wie ein Spiegel sein.

Ist das so, So Sei!

Wahrnehmung Dessen, freier Blick ohne zu begehren, breiten sich die Schwingen der Freude und  gleiten auf der Liebe Glut im Sehen grenzenloser Dimensionen der Unendlichkeit.

Ungeboren strahlt das Licht in erhabenem Gemälde, unfassbar die Reise in die Ewigkeit.

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Quelle
März 1, 2012

Kuss der Stille

Quelle           

24.07.2011

So Sein
Wahrnehmung Dessen
durchwirkt von vibrierend leuchtend Fäden
versponnen zu dem Traum
der in Dies erscheint
bewegt in Stille
aus dem die Bilder sprechen
ein Film zu sein

Blick in sich
Formen schaffend
gewebt in leuchtend Glanz
der Quelle
berauscht in Kraft
der Strahlen Augenlicht
betrachtend die Welt
des Scheins
versunken in der Freude
und
in Leid geboren
gefroren in dem Wort
das Leben nennt

Gefallen in die Tiefe
ohne Raum
zählt nun Zeit die
Stunden dieser Atemzüge
Gedanke flieht der
Einsamkeit
und denkt sich zwei
im Herz erfriert die
Glut
und Weisheit Blick
zeigt sich als Wut
dem Schmerz
zu dienen

Der Schrei der kalten Lippen
fühlt den Kelch
vergessen in der Illusion
die Suche nach dem Sinn
führt nur zu Nichts
Qual der Sehnsucht
flammend Liebe
erstarrt im Eis
zerstört zu Splittern
Blut der Tränen
tropft flehend nieder
ungehört

Letzter Herzensfunke
erloschen im
eisig Wind der Finsternis
senkt sich die
Dunkelheit
und offenbart dies Alles
doch als Blick der keine
Hoffnung gibt
eingesperrt in Sich
und Selbst gefangen

Nun sieh
Dies alles geschieht
in MIR der Quelle
Trennung war nie möglich
kann nie sein
ICH erscheine nur als
Zwei im Spiel der
Farbenpracht
und
auch Schwarz gehört dazu

Das Selbst geronnen
aus dem Licht des
klaren Klangs
zerschmolzen
in der wahren Liebe
zu dem Jubelschrei
des Seins

So Sei
Wahrnehmung Dessen
freier Blick ohne zu begehren
breiten sich die Schwingen der Freude
gleitend auf der Liebe Glut
im Sehen
grenzenloser Dimension
der Unendlichkeit
ungeboren strahlt das
Licht in
erhabenem Gemälde
unfassbar
die Reise in der Ewigkeit

Licht
Februar 27, 2012

Kuss der Stille

Licht           

 

10.07.2011

Es gibt nichts zu lehren
Es gibt nichts zu wissen
Liebe IST zeitlos
Und Du bist Dies
Uranfänglich rein

Es gibt nichts zu greifen
Es gibt nichts zu leiden
Alles Sein Ist ewig
Und die scheinbar Form
in der ICH wohne
das bist Du

Es gibt nichts zu hoffen
Es gibt nichts zu halten
Alles was ist
Ist Nichts das Alles IST

Es gibt keine Ruhe
Es gibt auch kein Sturm
ICH bin der Wind
in der Stille
also bist Du
der wehende Schein

Es gibt kein Zentrum
Es gibt kein Beginn
Das Spiel ist endlos
Leere spielt ewig
in Liebe sich selbst
und geht nie entzwei

Es gibt kein Ego
Es gibt kein Verlieren des Selbst
Die Täuschung ist wirklich
wie der Mond im Meer erscheint
und seine Strahlen wärmend
die Wellen brechen

Es gibt keine Form
Es gibt keine Zeit
Spieglung der Stille
auf sich selbst geworfen
erscheinen im Sein
fest wie der Wind
leicht wie Gestein

Es gibt kein Verloren
Es gibt auch kein Schrein
nach Liebe und Hoffnung
und Ruhe im Herzen
Du bist schon zu Hause
ICH bin das Heim

Es gibt keine Sehnsucht
Es gibt kein Konzept
Jedes Konstrukt hält Dich
vermeintlich gefangen
doch es verdeckt nur scheinbar
die Sicht

Es gibt Liebe
die Liebe bin ICH
Du bist scheinbar der Funke
und ICH bin das Licht
Doch auch das gibt es nicht

Es Ist Licht
das blendend Sein das leuchtet
Du bist das Glitzern und Funkeln
Meines Augenlichts
Das sich liebend selbst erblickt

Du bist die Stille
die niemals geht
Unverdorben
Ungeboren
fällt Dein liebend Blick
auf MICH
und all Dies
schmilzt
in MEINEM Herzen zu
ALLES in NICHTS

Nichts
Februar 22, 2012

Kuss der Stille

Nichts

7.07.2011

Dies ist Liebe
Dies wie zwei Erscheint
ohne zu erscheinen
zeitlos ewig ungetrennt

Unteilbar im Spiel
des Seins
erscheint nur Dies
wie buntes Licht
des Nichts als Alles
unendlich Potenzial

In keiner Zeit
In keinem Raum
In keiner Dimension
erhebt sich Nichts um Nichts zu schauen
das Alles IST

Kein Licht
Kein Schatten
erscheint im Traum
der Schattenspiele
ungeboren
ungesehen
nur Dies als leuchtend Liebe
das mit jedem Wort
zerfällt in eine Lüge
in das ebenfalls nur Dies
des endlos Sein

Kein Wort kann Dies beschreiben
Kein Ton kann Dies besingen
Kein Blick kann Dies beschauen
Und so geschieht auch dies zum Schein
im Traum der Huldigung
des Eines
des Dies in Stille Nichts
Liebe küssend Alles
Als wenn das jemals möglich wär

Der scheinbar Schein erscheint
als Diese Stille
und verweist im Schein
der Scheinbarkeit
auf IST der Quelle
alles Seins
ohne existent zu sein
wie das Wort hoffnungsvoll verspricht

Hoffnungsvoll für dich
der hofft zu sein
und einen Sinn verstehen möchte
doch der Sinn bist du
ohne Sinn zu sein

Dies IST du
scheinbar lebend im Traum der Schattenspiele
an eine scheinbar Wand geworfen
erscheint nur Dies in Dies als Dies
des Nichts das Alles IST
in der Quelle Licht

Das Licht das selber IST
und somit in sich selbst erscheint
wenn das nur ginge
doch auch das geht nicht
da es schon zeitlos IST

du bist Nichts also Alles Dies
Dies als du erscheint
Dies als du nun lesend
Worte sich selber lesend
selbst verstehend scheinen
würden sie einen Sinn für dich ergeben
falscher nicht verstanden worden wären

Wahrheit offenbart sich niemand im Dies so Sein
der nicht nur niemand wäre
denn auch das ist scheinbar lesend Dies
als niemand lesend Schein

Endet das Verstehen
So endet das Verstehen in Dies hinein
verschwindet scheinbar in sich selbst

Wolken die es nie gegeben hat
verdampfen in der Glut des Sehens
Enthüllt was nie verschleiert war
das Antlitz Allem
das Auge das sich selbst anschaut
des Wortes Sinn sich anfangslos entziehend
in Dies das endlos scheint erscheinend
IST zeitlos
LIEBE

Selbst-los
Februar 22, 2012

Kuss der Stille/Tagebuchnotizen 2011

Selbst-los

10.7.2011

Das Anschauen des Nichts, das alles allem gleichgestellt sein, das Bedeutungslose und Inhaltslose das sich manifestiert und auflöst. Dies öde trockene Etwas in dem Substanzlosigkeit und Sinnlosigkeit wahrgenommen wird, trocknet alles aus.

Die Wahrnehmung des Wahrgenommenen, die Bedeutung dessen oder auch die Nichtbedeutung ist durchdrungen von Trostlosigkeit und faden Geschmack.

Es ist ein dunkles Leben, dessen einziger Lebensinhalt darin zu bestehen scheint dies mit Gleichmut zu ertragen und endlos anzuschauen bis zum letzten Tag, ohne Ausweg, ohne Hoffnung da es überall zu sein scheint.

So verging eine lange Zeit.
Scheinbar.

Und dann scheinbar grundlos erhebt sich aus dieser Tristesse, die scheinbar andere Seite der Medaille, das Alles des Nichts.
Die Schau ist überwältigend.
Dort wo früher alles gleich tot aussah, wird nun die gleiche Lebendigkeit in den Formen gesehen.

Ein Schleier scheint abgefallen, der alle Formen gleich inhaltslos erscheinen ließ und Gleichmut in Gleichgültigkeit zu verwandeln drohte.
Die Verzweiflung löst sich in Rauch auf und der Rauch steigt in Stille kerzengerade in den blauen Himmel der wolkenlos die Welt umspannt.
Doch es fehlt noch mehr als dieser Schleier und die Vision der düsteren verzweifelten Welt.
Zu Rauch ist auch der geworden der in der Tristesse der Leidende war und verzweifelt nach Befreiung suchte. Diese getriebene Suche nach Glück, Liebe und Wahrheit.
Der Leidende ist weg.
Der Suchende ist weg.

Die Suche nach ihm ergab, das er nie da war, ebenso nicht die düstere Welt mit seinem Leid und den furchtbaren Geschichten.
Doch wer untersuchte jetzt das was scheinbar nie gewesen war?
Der Blick fällt nach innen und es wird niemand wahrgenommen.
Also niemand ist hier. Wer das sieht ist unbekannt.
So bleibt nur das der Jemand selbst der Schleier war der die Welt verdunkelte und die Suche nach dem Licht anstiftete.

Doch das Licht ist immer da, das kann nun mühelos gesehen werden, wenn auch von niemand. Der offenbarte Reichtum glitzert und blitzt im Schein des ewigen anfangslosen Lichtes. Hier lädt alles zum Verweilen ein, das Paradies ist offenbart.

Sonst hat sich nichts geändert und damit alles.

Subtil ist die Versuchung, fein die Falle, das hier als Ziel erfahren zu wollen, obwohl sogar das Wollen abgefallen ist. Das ist ein Rätsel.
Sogar niemand kann ergriffen werden von dieser Pracht.
Als ob Dies, als Verführung, sich selbst verführt um zu bestehen oder um nicht zu bestehen.
Alles ist willkommen, ohne etwas vorzuziehen.

Nun hilft scheinbar der trainierte Gleichmut, die gedrillte Geduld das Nichts ertragen zu müssen, als Jemand noch das Glück jagte.
Das hilft zwar niemand, doch so trägt die Ruhe oder umgekehrt diese Ruhe trägt das Alles einfach auch als Nichts gesehen wird. Und so erhebt sich Dies unberührt aus sich heraus und sinkt in Dies auch wieder unberührt ein.

Mühelose Manifestation von Nichts in Allem und Allem in Nichts, gestreichelt von niemand klaren Blick.
So wird gesehen das auch in der Fülle des Nichts alles gleich Ist.

Kein Greifen, nur Freiheit auch von Allem.
Unberührbar, unbefleckbar, nur Sehen dessen.
Da ist nur Gleichmut. Das Jemand verschwand in niemand.
Jemand war nie gewesen.
Niemand wird nie sein.
Dies schaut.
Wahrnehmung ist das Wahrgenommene, das sich wahrnimmt.
Einfach.

Doch am Ego selbst ist nichts verkehrt. Es ist Dies das als Ego erscheint. Das Ego ist das Selbst das unglücklich im Schatten nach dem Licht umher sucht, im Schatten den es selber wirft.
Das beendete Unglück ist das Ende des Egos, nicht mehr und auch nicht weniger.

Selbst-los.

Es gibt keine zwei Seiten einer Medaille.
Das Eine IST, das scheinbar als zwei erscheint.
Na und, die Welt endet nicht.
Wahrnehmung endet nicht.
Der Traum bricht nicht zusammen, obwohl auch das geschehen kann.

Alles ist so wie vorher.
Alles ist fundamental neu!

Was ist eigentlich Meditation und was genau kann ich dadurch erreichen?
Januar 30, 2012

Fragen eines Freundes

03.01.2012

Was ist eigentlich Meditation und was genau kann ich dadurch erreichen?

Sehr oft wird Meditation mit den Methoden der Meditation verwechselt. Das ist so als wenn man die Medizin mit der Heilung bzw. mit Heil sein verwechselt. Was bedeutet Heil-Sein eigentlich? Schauen wir uns doch erst mal ganz genau dieses Heil-Sein an. Jedes fühlende Wesen sucht Glück und möchte Leid vermeiden. Das ist nicht nur eine 2500 Jahre alte Weisheit, sondern das kann jeder mit ein wenig Selbsterforschung bei sich entdecken.

Jede unserer Bewegungen beschäftigen sich, ob uns das bewusst ist oder nicht, mit dem Erlangen und Erhalten von Glück und mit dem Zurückweisen von Leid. Da das jeder Mensch auch jetzt in dieser Zeit noch erforschen und nachvollziehen kann, ist das keine alte tote Behauptung sondern ein lebendiges Bedürfnis von jedem Menschen.

Was ist dann also dieses Glück, das alle immer und pausenlos so intensiv erlangen wollen? Was lässt uns so angespannt erst im Äußeren und dann im Inneren nach Glück suchen, ohne dass uns eigentlich klar ist, was denn nun gesucht wird? Es scheint offensichtlich etwas zu fehlen oder abhanden gekommen zu sein. Wir vermissen scheinbar immer etwas, sonst würde ja die Jagd nach dem Glück nicht nötig sein.

Und dann ist da noch das Leid, das wir auf jeden Fall vermeiden oder loswerden wollen. Was ist also dieses Leid, das uns so erschreckt, dass wir davor fliehen müssen? Diese Flucht vor dem Leid scheint ebenfalls äußerlich und innerlich statt zu finden. Auch das kann jeder Mensch an sich selbst erforschen. Wir können es natürlich auch bei jedem anderen Menschen sehen, aber hier geht es um Selbsterforschung und das erfordert Mut. Sind wir mutig genug dafür? Bist du mutig genug dafür?

Sind wir mutig genug, das was sich bei unserer Selbsterforschung offenbart vorbehaltlos anzusehen und zu akzeptieren? Zu akzeptieren wenn sich unsere eigene Zerrissenheit, Intoleranz und mechanisierte Dumpfheit offenbart. Wenn der Mangel an Liebe, der Hass und die daraus resultierende Wut sich zeigt. Unsere eigene Gier nach immer mehr offenkundig wird und der Zerstörungswahn der alles vernichtet was in unsere Reichweite gerät. Unsere Gleichgültigkeit und unsere innere Todheit, die uns mechanisch wie ferngelenkte Roboter erscheinen lässt. Wenn das alles durchdringende Gefühl der eigenen Wertlosigkeit über dich hereinbricht. Hält dein Blick dem stand?

Ja, das ist alles in uns und deswegen können wir es auch außen entdecken. Das dort draußen, in der Welt, das haben wir angerichtet. Es ist unsere Gestörtheit und es ist unser innerer Schmerz, nur nach außen gespiegelt.

Doch forsche selber nach und schau ob du das was du siehst erträgst, ohne Ausflüchte, ohne Ausreden, ohne Ausweichen, ohne Entschuldigungen. Einfach nur der stille Blick, völlig reglos und ganz tief nach innen. Regloses Schauen dessen was sich dort offenbart. Wenn du das erträgst, ohne den Blick abzuwenden, ohne shoppen gehen zu müssen oder dich betäuben zu müssen, dann meditierst Du. Das ist die höchste Meditation. Das ist Meditation jenseits von Methode. Das ist Heilung und Medizin zugleich.

Nun kann etwas Wundervolles geschehen. Dieser klare ehrliche unverstellte Blick, dieses Nicht-Mehr-Ausweichen, das aus der tiefsten Motivation kommt, vermag ein Wunder zu bewirken. Es kann zu einem Erkennen kommen, zu einem Aufblitzen deiner wahren Natur.

Jetzt Siehst Du!

Es ist das Wiedererkennen, die Vereinigung von dem was nie Getrennt war. Das ist Das was Du gesucht hast. Sieh das Licht und spüre die Liebe die Dich überwältigt. Das ist lebendige Ekstase. Heil-sein, Einheit, Ganzheit, reines Sein.

Das bist DU!

Vielleicht war es nur ein kurzes Aufblitzen. Doch nun weißt Du Bescheid und Du musst nicht mehr im Abfall der Dinge wühlen oder Dich betäuben um das Glück zu jagen und das Leid zu vermeiden. DU bist schon Alles, auch das Glück.

Alle ernsthaften Methoden der Meditation führen hierher, direkt oder indirekt, früher oder später. Die Methoden führen nur zur Erkenntnis das DU schon immer bist. Jenseits von allen Methoden.

Also warum nimmst Du nicht den kurzen Weg und lässt den ganzen Unsinn?

Die letzte Nacht
Januar 20, 2012

Die letzte Nacht

16.06.2011

In der Nacht wenn Du einsam bist
Spüre die Zweifel auf Deinen Lippen

In der Nacht wenn Du einsam bist
Spüre die Angst in Deinen Augen

In der Nacht wenn Du einsam bist
Spüre den Zorn in Deinem Herzen

In der Nacht wenn Du einsam bist
Spüre was Du wirklich bist

In der Nacht wenn Du einsam bist
Siehst Du
kein Zweifel, Angst und Zorn
ist jemals dort gewesen

In der Nacht wenn Du einsam bist
Siehst Du
In der Dunkelheit die leuchtenden Sterne
Und der Mondschein lächelt sein Licht in die endlose Tiefe

In der Nacht wenn Du einsam bist
Siehst Du was DU immer warst

In der Nacht wenn Du einsam bist
Sitz nun still in Deinem Haus
In der Nacht wenn Du einsam bist
In dieser Stille lös Dich auf

In der Nacht wenn Du einsam bist
Kannst Du endlich gehen und niemand kommt zurück

In der Nacht wenn Du einsam bist
Lebt dann Niemand ein Leben bis zum letzten Tag

Drei
Januar 18, 2012

Drei

Dies zu beschreiben ist völlig mühelos.

Dies zu verstehen ist unmöglich.

Es ist Nacht.

Der Blick fällt auf ein Bild an der Wand.

Wissen über dieses Bild ist nicht anwesend.

Kein Gefühl eines Körpers.

Gewissheit einer Existenz verschwand spurlos.

Jenseits von Angst erlosch die Welt.

Der Körper erwacht auf dem Boden.

Die Wahrnehmung setzte wieder ein. Das Erinnern setzte wieder ein, doch die Erinnerungen blieben leblos und flach. Außerdem bestand kein großes Interesse an ihnen.

Das Gefühl einer Existenz setzte nicht wieder ein.

Es gab auch keinen Versuch dazu. Es gab auch keine Möglichkeiten für einen Versuch.

So vergingen Wochen.

Eine der spürbarsten Veränderungen ist das Fehlen einer bestimmten inneren Anspannung oder eines Zusammengezogen-seins.

Es ist jedoch keine Entspannung erfolgt, im Sinne des Wortes, bei der eine Verspannung, ob geistiger oder körperlicher Natur, Linderung erfährt.

Es kann auch nicht über einen Entspannungs-Prozess gesprochen werden, der auf einer Zeitlinie mit bestimmten Ereignisabläufen erfolgte und bei dem als Ergebnis etwas wegfiel.

Wenn überhaupt, war es eine Bewegung, die man mit „Der-Einen-Bewegung“ umschreiben könnte, „Der-Einen-Bewegung“ des Auslöschens.

Es wurde angenommen, dass diese innere Anspannung, dieses Zusammengezogen-sein, das Gefühl der persönlichen Existenz war.

So kann man sagen, dass eines Nachts einfach das Auslöschen der persönlichen Existenz geschah, in dem das angespannte Gefühl verschwand.

Das Ego oder das Selbst war verschwunden und niemand trat an seine Stelle.

Diese Worte werden Monate nach diesem aufgeschrieben, denn diese Bewegung erlaubte lange nichts anderes als Dies zu schauen.

Jetzt erscheint Dies als Bewegung, die das hier beschreibt.

Es entstand ein Impuls nachzuforschen, was eigentlich geschehen war.

Die Nachforschung durch eine intensive Innenschau ergab nichts. Das heißt, sie hatte schon ein Ergebnis, nur es machte keinen Sinn. Es wurde quasi ein Nicht-Zentrum wahrgenommen, ein Zentrum, in dem Nichts war und in dem Alles in voller Lebendigkeit leuchtete.

Alles erschien dort und alles löste sich dort auf.

Jeglicher Sturm ist Stille gewichen. In Stille erhob sich Alles. In Stille erhob sich das Sehen. Das Sehen Dessen ist immer neu und unberührt. Das Sehen ist frisch wie Morgentau auf einer Wiesenblume und in den Wassertropfen glitzern die ersten Strahlen der aufgehenden Sonne.

Dies war völlig unbekannt und völlig unverstehbar.

Irgendetwas versuchte zu verstehen, doch es funktionierte nicht.

Jedoch es war wahrnehmbar.

Allerdings konnte kein Wahrnehmender gefunden werden. Es konnte nicht herausgefunden werden, was oder wer eigentlich wahrnahm. In diesem leuchtenden leeren Zentrum konnte niemand gefunden werden. Es musste festgestellt werden, dass niemand wahrnahm und trotzdem Wahrnehmung geschah.

So kann nur gesagt werden, dass die Wahrnehmung einfach aus sich heraus erfolgte.

Die Wahrnehmung konnte unterschiedliche Intensitäten annehmen. Manchmal führte das Sehen Dessen zu Black-Outs.

Es fühlte sich dann so an, als ob der Körper der Intensität der Sicht Dessen manchmal nicht standhalten konnte.

Es fühlte sich dann an, wie ein Überfluten der Wahrnehmung, das dann zu ohnmachtsähnlichen Zuständen führte. Allerdings blieb selbst in diesen Zuständen Bewusstsein wach. Es wurde dann einfach nur nichts wahrgenommen. Allmählich hielt die Wahrnehmung dem Druck des Sehens stand und stabilisierte sich.

All das wurde von einem alles umschließenden Druck begleitet, der hauptsächlich im Kopf erfahren wurde. Das Gefühl, das diese Kraft auslöste, kann als ein Gefühl beschrieben werden, als ob das Hirn einfror und den gesamten Körper fixierte.

Dann war keinerlei Regung irgendeiner inneren Bewegung mehr möglich. Dann verschwand das Gefühl eines Körpers total und alles war nur noch pure Wahrnehmung von allem was auftauchte.

Die gewohnte Art zu Denken funktionierte nicht mehr. Der Verstand erschien völlig still. Trotzdem stiegen gelegentlich Gedanken aus diesem stillen Zentrum auf und manchmal entleerten sie ihren Inhalt mit einer einzigen Bewegung.

Doch das führte nicht zu einem Darüber-Nachdenken der möglichen Bedeutung des entleerten Inhalts.

Die Inhalte lösten sich einfach in Stille auf, ohne irgendetwas zu berühren.

Manchmal erschienen Gedanken, ohne ihre Inhalte preiszugeben und oft erschienen keine Gedanken.

Das Sehen in der Stille offenbarte Einsichten und Erfahrungen. Diese gingen und kamen. Doch die Stille blieb und es manifestierten sich in dieser leuchtenden Fülle Verse und Notizen.

Dann offenbarte sich, dass die Stille in dem Alles erschien, sowohl die Erscheinung ist und gleichzeitig auch Dies, in dem die Erscheinung erscheint.

Das leuchtende Zentrum der Wahrnehmung offenbarte sich als leuchtendes Nichts das als lebendiges Alles erschien.

Die Suche war beendet.

Dies erscheint als die Suche in der Stille.

Stille erscheint als Dies des Findens.

Nichts erscheint als Alles der potenziellen Möglichkeit.

Alles IST Nichts.

Somit hat es nie eine Suche gegeben.

Ein Lächeln erscheint.

Lebendig Stille

Dein glühend Kuss

verbrennt die Dunkelheit

zu leuchtend Sternenstaub

reine Liebe entfaltet ihre Feuerschwingen

und offenbart die Dimension der Ewigkeit

  ও

Zwei
Januar 17, 2012

Zwei

Der gleiche Impuls, der mich als Zweijährigen aus dem Bett getrieben hatte, um in die Freiheit zu fliegen, führte zu einer Suche, die die nächsten achtundvierzig Jahre anhalten sollte.

Zuerst führte die Suche dazu Freiheit außen zu suchen. Die Suche, die über viele Länder dieser Erde führte, könnte sicher Bände füllen, doch das Resultat lässt sich in wenigen Worten zusammenfassen.

Das was gesucht wurde, konnte nicht außen sein. Zudem war immer noch nicht ganz klar, WAS eigentlich gesucht wurde. Da war nur dieses alles durchdringende Gefühl von Mangel. Nicht dass die Dinge selber mangelhaft erschienen oder mit einem Makel behaftet waren, nein so einfach war das nicht zu lösen.

Dieses grundsätzliche Gefühl von Mangel hatte scheinbar tiefere Ursachen und oft erschienen mir die Dinge so unwirklich und fremd, dass sich ein Lebensgefühl manifestierte, das von großer Verzweiflung geprägt war.

Ein Fremder auf einem fremden Planeten umgeben von fremden unbekannten Wesen. Nicht dass diese fremden Wesen unbedingt bedrohlich erschienen, doch ihre Anschauungen, Ängste, Sorgen, Wünsche, Hoffnungen und Reaktionen waren oft so fremdartig, das ich darauf nur mit Sprachlosigkeit reagieren konnte.

An einem bestimmten Punkt kippte die äußere Suche und der Blick richtete sich nach innen.

Diese nach innen gerichtete Wahrnehmung erlaubte es schließlich, dass in dem äußeren Leben Menschen entdeckt werden konnten, die auf eine ähnliche Weise die Welt wahrnahmen. Das war zwar nicht die Lösung, doch es war ein Trost nicht völlig allein auf diesem Planeten zu sein.

Die innere Suche führte zu wunderbaren Menschen, zu fantastischen Lehren und letztlich zu einem grundsätzlichen Verstehen, um was es bei der Suche überhaupt ging.

Es kam zu überwältigenden Erfahrungen von Glückseligkeit und Klarheit, die mit Worten nicht zu beschreiben sind.

Es führte zur Einsichten, die tief wie der Ozean erschienen.

Im Körper manifestierten sich Erfahrungen, die nie für möglich gehalten wurden.

Luzide Traumerlebnisse manifestierten sich mit einer Intensität, in der, verglichen mit der sogenannten Realität, die Welt nur ein langweiliges, angestaubtes Theaterstück zu sein schien.

Doch all dies blieb nicht. Es kam und ging.

Der größten Offenbarung konnte der tiefste Fall in Unwissenheit und Verzweiflung  folgen. Da schien keine Stabilität zu sein. Ein Gefühl der Ohnmacht und Vergeblichkeit schien das Gefühl des grundsätzlichen Mangels abgelöst zu haben, ohne allerdings die Suche zu beenden.

Schließlich erfolgte doch eine Stabilisierung, doch das lässt sich am besten als eine Fixierung der Wahrnehmung auf Nichts beschreiben, die dann Jahre andauerte.

Tatsächlich wurde gesehen, dass da Nichts ist und in diesem Nichts wurde alles gleich leblos wahrgenommen. Es wurde ein Leben des grundsätzlichen Versinkens in Trostlosigkeit und Tristesse.

All die Suche hatte nun zu diesem Punkt geführt, zu diesem leblosen Anblick der toten Substanz aller Erscheinungen, die nun ertragen werden musste. Es schien endgültig hoffnungslos.

Doch irgendetwas war auch mit diesem Leben in Hoffnungslosigkeit und tiefer Verzweiflung einverstanden. Es könnte als ein Gefühl von Gleichmut beschrieben werden und dieses Gefühl schien der einzig verbliebene Posten geblieben zu sein. Dorthin zog sich die Wahrnehmung zurück und von dort erfolgte in den nächsten Jahren jede Reaktion, sowohl was alle Angelegenheiten der äußeren als auch die der innere Welt anbetraf.

Dieser Gleichmut war nicht mit Gleichgültigkeit zu verwechseln.

Der Gleichmut war der einzig lebende Ort in der inneren Wüste, der einen grundsätzlichen Impuls an Lebendigkeit ausstrahlte. Vielleicht lässt es sich mit Aussöhnung am besten beschreiben. Aussöhnung und Vergebung für grundsätzlich alles, was sich manifestierte. Zusätzlich wurde dieses Gefühl der Vergebung mit einem überwältigenden Gefühl von Trauer über das menschliche Leben, wie es sich darstellte, durchdrungen.

So konnte in jeder Regung, in jeder Hoffnung, in diesem Wollen der Menschen der grundliegende Impuls, der zum Scheitern führen musste, wahrgenommen werden. Gleichzeitig machte es auch keinen Sinn das Gesehene zu offenbaren und wenn, dann führte es verständlicherweise zu heftigen Gegenreaktionen.

Irgendwann erschien das Einverständnis, dass das Leben eben in dieser Weise bis zu seinem Ende zu leben ist.

Hier erlosch jede Hoffnung auf Rettung, starb jeder Impuls auszubrechen aus dieser Sicht der Trostlosigkeit und es verging jede Regung des eigenen Wollens.

Es folgte ein Zustand der Reglosigkeit, einer Ruhe, wie in dem Zentrum eines Sturms. Ringsherum drehte das Leben seine wirbelnden Runden und hier im Zentrum war scheinbar nur Bewegungslosigkeit.

In dieser inneren Reglosigkeit kamen und gingen Zustände und Erfahrungen, doch die Reglosigkeit selber wurde davon nicht berührt.

Emotionslos, fast monolithisch spiegelten sich alle Zustände, die kamen und gingen in diesem Zentrum der Reglosigkeit wieder.

Aus diesem Zentrum stieg ein Sehen auf die Welt hervor, dass von einer gewissen Qualität des Mit-Fühlens geprägt wurde. Wohin der Blick auch fiel, überall musste das Leiden und das verzweifelte Streben nach Glück völlig unvermittelt wahrgenommen werden, es gab da scheinbar keine Wahl. Die Art dieser Sicht hatte allerdings noch ein anderes Merkmal, es war völlig unterscheidungslos. Aus dem Mit-Fühlen erhob sich eine unterscheidungslose Sicht auf das vergebliche Tun und Lassen der Menschen, egal wohin der Blick auch fiel.

In der bedingungslosen Ruhe und dieser unterscheidungslosen Sicht blieb nicht viel übrig, was man noch als ein persönliches Leben mit seinen normalen Wünschen und Sehnsüchten bezeichnen hätte können.

Irgendwie führte das zu einer Bewegung, die als Hingeben dessen, was noch da war, bezeichnet werden könnte.

Da in der gesellschaftlichen und persönlichen Erziehung religiöse Vorstellungen nie eine Rolle spielten und durch das Starren in dieses tote Nichts gesehen werden konnte, dass da Gott nicht zu finden war, blieb nur das Hingeben dessen, was noch war, als Hingabe an das Nichts übrig.

Diese Hingabe war von totaler Natur und der jahrelang trainierte Gleichmut war die Basis dafür. Diese absolute Hingabe, wenn auch an Nichts, führte scheinbar zu einem neuen Zustand. Denn die Hingabe war so intensiv, so formulierten sich wie von selbst spontane fieberhafte Gebete, die die endgültige Auflösung aller inneren Hindernisse zum Gegenstand hatten, dass es letztlich zu einem Aufgeben führte.

Tatsächlich kann man sagen, dass diese fieberhafte letzte Hingabe als ein Aufgeben der Gewissheit, ein menschliches Leben zu haben, erschien. Tatsächlich bot diese glühende Hingabe dieses persönliche menschliche Leben an. Besser können Worte das nicht beschreiben, obwohl nicht gesagt werden kann, an wen oder was überhaupt dieses Hingeben erfolgte, denn da gab es kein Wissen über die Natur dieses Nichts, das bedingungslos angestarrt werden musste – es blieb nur diese absichtslose glühende Hingabe, dieses menschliche Leben hinzugeben.

Nur um Missverständnisse vorzubeugen, es ging nicht darum das physische Leben für oder gegen etwas zu opfern. Es ging ausschließlich darum, diesen tief sitzenden, gefühlten Besitzanspruch, nämlich ein persönliches Lebens zu haben, hinzugeben.

Da Gott nicht gefunden werden konnte, richtete sich die Hingabe dessen auf das Nichts, das ständig umfassend unabweisbar wahrgenommen werden musste.

Schließlich wurde in all dem eine Art innere Grenze wahrgenommen. Eine Wand des Wiederstandes, an dem diese intensive Hingabe immer wieder abzuprallen schien. Es war ein Punkt über den es scheinbar zu gehen galt. Gleichzeitig wurde die Unmöglichkeit bemerkt, über diese Grenze gehen zu können. Es war keine Angst, die das Überwinden dieser inneren Trennlinie verhinderte, obwohl über dieses „jenseits dessen“ überhaupt keine Informationen gesammelt werden konnte. Auch angestrengtes Starren in das Nichts brachte keine weiteren Erkenntnisse. Dann erschien eines Tages die Einsicht, dass das was diese scheinbare Grenze bemerkte, das Selbe war, was es unmöglich machte diese Grenze zu überqueren. Das was bisher bereitwillig die Suche angetrieben hatte, war das eigentliche Hindernis, dass das Finden überhaupt geschehen konnte.

Ich war selbst das Hindernis.

Es war eine furchtbare Sackgasse, aus der es kein Entkommen zu geben schien, denn ein Zurückgehen war nicht möglich.

Ich steckte fest. Es schien das Ende der Reise, ohne jemals Finden zu können.

Die unsagbare Verzweiflung, die aus dieser Erkenntnis emporloderte, überstieg alles was bisher erlebt wurde und führte in kurzen Abständen zu mehreren körperlichen Zusammenbrüchen, die sich wie energetische Kurzschlüsse anfühlten.

Trotz der Gewissheit der Vergeblichkeit hielt das Gebet der Hingabe an, vielleicht weil nichts anderes mehr übrig blieb.

Zum ersten Mal fürchtete ich sogar wahnsinnig zu sein. Vielleicht war es dieser Wahnsinn, der in dieser tiefen Verzweiflung die fieberhaften Gebete der Hingabe sogar noch verstärkte.

Schließlich eines Tages wurde das Hingeben angenommen.

Damit hatte ich nicht gerechnet.

Eins
Januar 17, 2012

Eins

Mit der Geburt scheint auch die Suche geboren zu werden. Mit der Trennung vom Mutterleib beginnt die unstillbare Sehnsucht nach der ungeteilten Einheit.

Auch wenn da das Vergessen war, was das eigentlich ist.

Die Geburt in diese Welt erfolgte mit einer Zange.

Die daraus resultierenden Kopfverformungen haben sich schnell zurück gebildet, doch insgeheim waren sie für meine Mutter immer eine grundsätzliche Erklärung für das seltsame Verhalten ihres Kindes.

Mit etwas über zwei Jahren hatte ich scheinbar genug von dieser Welt. Eines schönen Sommerabends trieb mich ein Impuls aus dem Bett und ich kletterte aus dem Fenster unserer Wohnung auf das Flachdach eines angrenzenden Gebäudes.

In einiger Entfernung standen Holzmasten und auf den durchhängenden Kabeln zwischen ihnen sonnten sich einige Vögel in der Abendsonne. Einige von ihnen flogen auf, drehten ein paar Runden und gesellten sich wieder zu den Anderen.

Ich wollte fliegen wie diese Vögel.

Ich stieg auf die freistehende Umrandung des Daches, breitete die Arme und stieß mich ab.