Essenz
März 3, 2012

Kuss der Stille/Tagebuchnotizen 2011

Essenz

3.9.2011

 

Schließlich schien sich dieses leuchtende Zentrum ebenfalls aufzulösen und das Gefühl, dass dort niemand war, verschwand.

Es offenbarte sich einfach eine leuchtende Tiefe, aus der Wahrnehmung geschieht und die mit durchdringender Klarheit sich selbst wahrnimmt.

Die Formenwelt trat einen Schritt zurück und die Lebendigkeit, die reine Essenz Dessen, offenbart sich bei jedem Blick.

Innen-und Außenwelt sind somit nur noch Begriffe, denn da ist nur Wahrnehmung, in der mit klarer Unterscheidungsfähigkeit das Hervortreten und das Vergehen der Formen zu sehen ist.

Niemand in dem leuchtenden Zentrum offenbarte sich zu leuchtendem Nichts. Die Wahrnehmung ist lebendiges Sehen des vibrierenden leuchtenden Nichts. In Zeitlosigkeit entfaltet Wahrnehmung seine Schwingen und ist Alles.

Die leuchtende Tiefe ist endlos.

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Ego
Februar 29, 2012

Kuss der Stille/Tagebuchnotizen 2011

Ego

22.7.2011

Das Bewusstsein, das sich selber reflektiert und sich selbst zum Gegenstand von Betrachtung erfährt, erlebt sich durch diesen Prozess als Selbst-Bewusstsein.

Da aber auch das sich selbst beobachtende Bewusstsein keine anderen Qualitäten aufweist als das sich nicht selbst beobachtende Bewusstsein, ist das Selbst oder auch das Ego nicht das Selbst-Bewusstsein an sich, sondern es entsteht lediglich bei dem Akt des Beobachtens des Bewusstseins, das sich selbst beobachtet, eine Reflektion, die auf sich selbst zurückgeworfen wird, ein eher unbestimmtes Gefühl.

Eine Reflektion, die sich im Spiegel der Bewusstheit selber reflektiert. Gewissermaßen ein Abfallspaltprodukt, dessen Reststrahlung eine Hintergrundstrahlung verursacht. Ein Hintergrundrauschen, das sich selber beim Rauschen hört.

Allein der Vorgang dieser Reflektion erzeugt das Gefühl der unabhängigen Selbstexistenz und wird dann durch reflektorisches Denken unterstützt.

Was für ein gewaltiger Selbstbetrug.

Dieser „innere“ reflektorische Vorgang ist schon alles, worauf der Mensch seine gesamte sogenannte eigenständige Existenz begründet.

Es entsteht der Glaube ein Leben zu haben, statt ein Ausdruck des Lebens zu sein.
Dieser Glaubenssatz wird fast nie hinterfragt.
Dieser Glaube, genannt auch Ego oder Selbst, ist alles, was trennt.
Eine winzige Reflektion auf den Wellen des Ozeans der Unendlichkeit.

Der Mensch, mit dem ungeprüften Glaubenssatz ein unabhängiges Selbst zu sein, wandelt buchstäblich in der Luft ohne festen Grund. Das erzeugt ungeheure Angst.

Diese Angst führt zu Aktivität, die mit Lebendigkeit verwechselt wird.
Willkommen in dieser Welt.

Hier wird jeder Mensch zum Priester der Sekte des heiligen Selbstbetruges ausgebildet.
Die Messe in dieser Kirche wird vierundzwanzig Stunden pro Tag und sieben Tage in der Woche zelebriert.
Sie dient der Zementierung des Glaubenssatzes der unabhängigen Selbstexistenz.
Beweise sollen die Angst bezwingen.

Jedoch sind alle Beweise vom Ego selber konstruiert worden.
Es ist ein Schneeballsystem des Selbstbetruges.

Die letzte Verteidigungslinie lautet: „Aber wenn ich Beweise konstruieren kann, die letztlich durch die Selbstkonstruktion entstehen, so bin ich!“

Das wäre so, als wenn sich die Reflektion in einem Spiegel für permanent existent erklären würde, weil es das reflektierte Objekt vor dem Spiegel als seine Wirkung erklären würde.

Das Gefühl des Egos ist eine Auswirkung des Lebendigseins und nicht die Ursache des Lebens.
Die Ursache könnte man als Quelle bezeichnen, in der Dies alles so erscheint.

Das Ego möchte nicht sterben.
Das Paradox ist, dass das Ego nie gelebt hat.

All das sind Geschichten über das Unerklärbare.
So wie diese Geschichte hier.

Ein Sonnenstrahl gleitet durch die Wolkendecke, die den blauen unendlich weiten Himmel zu bedecken scheint, und wandert über die Erde wie ein Finger aus Licht.

An einer Felswand einer Schlucht bricht sich das Licht in glänzendem Gestein und die wunderbarsten farbigen Reflektionen spiegeln sich unzählige Male wieder und wieder. Das ganze Tal ist erfüllt mit Regenbogenlichtern und glitzernden Farbspielen.

„Oh, wie wunderbar, wie wir alle glitzern und diese Welt in Farbenpracht hüllen“, jubeln die Reflektionen und rätseln über den geheimnisvollen Sonnenstrahl, der die Felswand entlangwandert.

Doch viele Reflektionen beschäftigen sich lieber mit der Farbenpracht und unterteilen sie in Kategorien und geben sich Namen, wie blau, gelb oder rot. Diese dann wurden von anderen Reflektionen wieder in Unterkategorien unterteilt, um dann diese noch weiter zu unterteilen. Denn die ersten groben Farbunterteilungen waren doch vielen Reflektionen nicht genug.

So fühlte sich oft eine Reflektion mit dem Namen Indigoblau als das bessere Blau, besonders im Vergleich mit einem simplen Hellblau.

Der Sonnenstrahl wanderte das Tal entlang. Die Reflektionen wurden geboren und vergingen. Dann erreichte der Sonnenstrahl das Ende des Tals, um schließlich seine Reise über den angrenzenden Ozean fortzusetzen.

Die letzten Reflektionen am Ausgang des Tales erzählten sich flüsternd Geschichten aus längst vergangenen Zeiten, in denen das Tal förmlich in allen Farben geglüht habe, und ihre verblassenden Farben sangen ein letztes Lied über die Kürze des Lebens. Und dann war Dunkelheit.

Der Sonnenstrahl tanzte weiter über das Meer und sein Licht brach sich an der Wasseroberfläche in wundervolle Farben und kleine Wellen warfen sich Regenbogenlichter zu.

Selbst-los
Februar 22, 2012

Kuss der Stille/Tagebuchnotizen 2011

Selbst-los

10.7.2011

Das Anschauen des Nichts, das alles allem gleichgestellt sein, das Bedeutungslose und Inhaltslose das sich manifestiert und auflöst. Dies öde trockene Etwas in dem Substanzlosigkeit und Sinnlosigkeit wahrgenommen wird, trocknet alles aus.

Die Wahrnehmung des Wahrgenommenen, die Bedeutung dessen oder auch die Nichtbedeutung ist durchdrungen von Trostlosigkeit und faden Geschmack.

Es ist ein dunkles Leben, dessen einziger Lebensinhalt darin zu bestehen scheint dies mit Gleichmut zu ertragen und endlos anzuschauen bis zum letzten Tag, ohne Ausweg, ohne Hoffnung da es überall zu sein scheint.

So verging eine lange Zeit.
Scheinbar.

Und dann scheinbar grundlos erhebt sich aus dieser Tristesse, die scheinbar andere Seite der Medaille, das Alles des Nichts.
Die Schau ist überwältigend.
Dort wo früher alles gleich tot aussah, wird nun die gleiche Lebendigkeit in den Formen gesehen.

Ein Schleier scheint abgefallen, der alle Formen gleich inhaltslos erscheinen ließ und Gleichmut in Gleichgültigkeit zu verwandeln drohte.
Die Verzweiflung löst sich in Rauch auf und der Rauch steigt in Stille kerzengerade in den blauen Himmel der wolkenlos die Welt umspannt.
Doch es fehlt noch mehr als dieser Schleier und die Vision der düsteren verzweifelten Welt.
Zu Rauch ist auch der geworden der in der Tristesse der Leidende war und verzweifelt nach Befreiung suchte. Diese getriebene Suche nach Glück, Liebe und Wahrheit.
Der Leidende ist weg.
Der Suchende ist weg.

Die Suche nach ihm ergab, das er nie da war, ebenso nicht die düstere Welt mit seinem Leid und den furchtbaren Geschichten.
Doch wer untersuchte jetzt das was scheinbar nie gewesen war?
Der Blick fällt nach innen und es wird niemand wahrgenommen.
Also niemand ist hier. Wer das sieht ist unbekannt.
So bleibt nur das der Jemand selbst der Schleier war der die Welt verdunkelte und die Suche nach dem Licht anstiftete.

Doch das Licht ist immer da, das kann nun mühelos gesehen werden, wenn auch von niemand. Der offenbarte Reichtum glitzert und blitzt im Schein des ewigen anfangslosen Lichtes. Hier lädt alles zum Verweilen ein, das Paradies ist offenbart.

Sonst hat sich nichts geändert und damit alles.

Subtil ist die Versuchung, fein die Falle, das hier als Ziel erfahren zu wollen, obwohl sogar das Wollen abgefallen ist. Das ist ein Rätsel.
Sogar niemand kann ergriffen werden von dieser Pracht.
Als ob Dies, als Verführung, sich selbst verführt um zu bestehen oder um nicht zu bestehen.
Alles ist willkommen, ohne etwas vorzuziehen.

Nun hilft scheinbar der trainierte Gleichmut, die gedrillte Geduld das Nichts ertragen zu müssen, als Jemand noch das Glück jagte.
Das hilft zwar niemand, doch so trägt die Ruhe oder umgekehrt diese Ruhe trägt das Alles einfach auch als Nichts gesehen wird. Und so erhebt sich Dies unberührt aus sich heraus und sinkt in Dies auch wieder unberührt ein.

Mühelose Manifestation von Nichts in Allem und Allem in Nichts, gestreichelt von niemand klaren Blick.
So wird gesehen das auch in der Fülle des Nichts alles gleich Ist.

Kein Greifen, nur Freiheit auch von Allem.
Unberührbar, unbefleckbar, nur Sehen dessen.
Da ist nur Gleichmut. Das Jemand verschwand in niemand.
Jemand war nie gewesen.
Niemand wird nie sein.
Dies schaut.
Wahrnehmung ist das Wahrgenommene, das sich wahrnimmt.
Einfach.

Doch am Ego selbst ist nichts verkehrt. Es ist Dies das als Ego erscheint. Das Ego ist das Selbst das unglücklich im Schatten nach dem Licht umher sucht, im Schatten den es selber wirft.
Das beendete Unglück ist das Ende des Egos, nicht mehr und auch nicht weniger.

Selbst-los.

Es gibt keine zwei Seiten einer Medaille.
Das Eine IST, das scheinbar als zwei erscheint.
Na und, die Welt endet nicht.
Wahrnehmung endet nicht.
Der Traum bricht nicht zusammen, obwohl auch das geschehen kann.

Alles ist so wie vorher.
Alles ist fundamental neu!

Wahrnehmung
Februar 5, 2012

Kuss der Stille/Tagebuchnotizen 2011

Wahrnehmung

05.7.2011

Ein unerhörter Strom von Lichtketten, Lichtwolken, Lichtfetzen mit einer unmenschlichen Geschwindigkeit schießt durch den Körper, so scheint es.

Der Körper ist diesem unaufhörlichen Strom leer und mit einer Hülle wie aus dünnem Papier ausgesetzt. Wie erstarrt und gleichzeitig mit jeder Faser vibrierend liegt der Körper im Bett. Jegliches bekannte Wollen scheint ausgelöscht, jegliches bekannte Körpergefühl scheint ausgelöscht und Bewegen scheint kaum möglich.

Alles scheint zu sterben. Das Körpergefühl schmilzt und es bleibt nur Wahrnehmung.
Es ist nichts Glückseliges oder Euphorisches in dem, nur reine Wahrnehmung in vollem Bewusstsein.

Angst taucht nicht auf.

Es gibt kein Ort, wo Angst auftauchen könnte.
So etwas wie Einverständnis taucht auf und die letzten dünnen Grenzen scheinen wegzuschmelzen.
Einverständnis taucht aus sich selber auf, weder Körper noch Geist, noch irgendwas ist dabei involviert.
Jede Zelle vibrierend fällt endlos in leuchtende Leere, durchströmt von reiner Lebendigkeit.

Irgendwie wird aus dem Endlosstrom etwas fixiert und entlädt sein Inhalt im gleichen Augenblick. Bilder, Ereignisse, Einblicke, es gibt keine Begrenzung.
Wie das geschieht, es gibt keine Worte dafür.

Manche dieser Inhalte können einen Sinn geben, das bedeutet, es kann irgendwie eine Beziehung zwischen gesehenem Inhalt und dem Sehen hergestellt werden, und dann entstehen Worte, die auf Papier erscheinen.
Das Meiste dessen geht verloren, die Geschwindigkeit ist zu hoch oder der Körper zu langsam.

Es ist, als ob ein Fernsehgerät alle Kanäle gleichzeitig anzeigt.
Allerdings nicht in kleinen Bildchen nebeneinander, sondern tatsächlich alles gleichzeitig, übereinandergelegt, ineinander verschlungen, sich durchdringend.

Der Körper ist entsetzlich müde.

Dann ist da oft ein Kommentar, der aber keine Stimme ist, die von irgendwo kommt. Es ist mehr eine Gewissheit zu wissen, was zu tun oder zu lassen ist. Ein Wissen, was anweist dieses anzuschauen oder jenes zu lassen oder das nicht anzufassen. Das ist diese Gewissheit, die man aus Gewohnheit Stimme nennen könnte, und sie ist immer richtig. Es gibt da keine Fehler.

Und doch ist es nur eine Erfahrung der Fehlerlosigkeit.
Stille als fehlerlose Gewissheit. Bedeutungslos angesichts der Unermesslichkeit dessen, was sich offenbart.

Ab und zu scheint es so, als ob das Gehirn versucht irgendein Teil des Mechanismus anzuwerfen, aber die gewohnten Automatismen mit ihren Interpretationen funktionieren nicht mehr.

Manchmal hört sich das an wie ein altes Echo aus einer tiefen Schlucht, bis es schließlich wieder verstummt. Der Mechanismus scheint zu zerfallen und die einzelnen Teile, so ist die Vermutung, zerfallen selbst weiter in Teile.
Vermutung deshalb, weil es keine Reflektion über das alte Innenleben gibt.

So ist Vermutung das Einzige, was verbleibt, wenn sich Aufmerksamkeit darauf richtet. Das ist aber nicht oft der Fall. Dort wo mal etwas gewesen zu sein scheint, ist Leere. Leere, die Stille Ist und die wahrnimmt.
Da das nicht durch Rückmeldung bestätigt werden kann, kann nur durch die Auswirkungen geschlossen werden, dass da nichts ist.

Vieles von dem, was da im Strom der Sicht vorüber zieht, gibt überhaupt keinen Sinn. Es gibt keine Möglichkeit, das irgendeinem Kontext zuzuordnen, und es gibt nichts, was man dazu niederschreiben könnte. Es gibt keinen bekannten Bezugsrahmen, der sinnvolle Worte für dies bereitstellt.

Das betrifft das Allermeiste von dem, was sich offenbart.

Humane Interpretationskontexte scheinen in der Unermesslichkeit des Gesehenen eher selten.
Alles passiert, wenn man das überhaupt so beschreiben kann – denn es passiert nichts – sondern es IST jetzt alles. Und dies wird vom gesamten Körper wahrgenommen. Wahrnehmung dessen geschieht überall gleichzeitig.

Es gibt keinen bevorzugten Ort im Körper für Wahrnehmung wie den Kopf oder die Augen. Die Hand, der Fuß, der Oberkörper „sehen“ genauso.
Alles nimmt wahr, ununterbrochene, uninterpretierende Wahrnehmung, nur Ist sehend.

Manchmal ist der Druck des Sehens so hoch, dass sich Bewusstsein vom Körper zu trennen scheint. Wie eine kleine Ohnmacht, die nur Millisekunden zu dauernd scheint. Als ob ein Stromkreis zusammenbricht und sich wieder aufbaut. Doch weder Bewusstsein noch Wahrnehmung geht verloren.

Doch dann wird nur Leere, Stille ohne Inhalt gesehen, und obwohl es dann so scheint, als ob das Sehen auch zusammenbricht, sieht das Sehen weiter. Es sieht dann nur Nichts. Der Zusammenbruch des inhaltlichen Sehens wird währenddessen wahrgenommen und nicht später rekonstruiert.

Also sehende Wahrnehmung als Sehen bleibt auch dann bestehen, auch wenn Nichts gesehen wird.
Es sieht so aus, als ob Sehen unabhängig vom System Mensch erfolgen kann. Das Sehen seiner selbst benötigt kein menschliches Wesen, aber es ist auch durch ein menschliches Wesen möglich. Die Menschen sind weit davon entfernt, die Krone irgendeiner Schöpfung zu sein. Sie reihen sich nur ein in einer unbeschreiblich großen Anzahl von fühlenden wahrnehmenden Erscheinungsformen.

Für die Beschreibung des Gesehenen braucht es scheinbar diesen menschlichen Körper, da eben für Menschen geschrieben wird.

Dies braucht nichts, auch keine Menschen. Dies erscheint unter vielem anderen auch als Mensch. Eine kleine Welle auf dem endlosen Ozean der Tiefe.

Ein Rückschluss, dass der alte Mechanismus mit seinem ich und selbst kaputt sein muss, ist, dass er Dies sicher nicht aushalten würde.
Der zweite Rückschluss ist, dass wenn er noch da wäre, dieses Schreiben nicht funktionieren würde. Die Direktheit des Sehens erlaubt keine Reflektion oder ein mechanisches Aufnehmen und Wiedergeben.

Gewissheit, dass der Mechanismus kaputt ist, beziehungsweise nicht mehr da ist, gibt es nur indirekt. Die Leitung zum Maschinenraum ist gekappt worden und es gibt keine Regung sie auch wieder herzustellen.

Da ist nur Sehen und es erfordert alle Kraft.
Und diese Kraft wird mit dem Sehen zur Verfügung gestellt und dient nur dem Sehen selbst.

Der Körper hat fast keine Kraft für etwas anderes als für sich selbst.
So bleibt es beim Sehen und sonst nichts.

All dies ist in endloser Stille und die Schau ist grandios, endlos tief, leuchtend und voller Wunder.

Was ist diese Stille die ständig gesucht wird? Brauchen wir nun Gurus oder Meister um Stille zu erfahren? Brauchen wir Meditationstechniken?
Februar 2, 2012

Fragen eines Freundes

06.01.2012

Was ist diese Stille die ständig gesucht wird? Brauchen wir nun Gurus oder Meister um Stille zu erfahren? Brauchen wir Meditationstechniken?

 

Wird diese Frage gestellt um Antworten anzuhäufen, sie zu archivieren, zu diskutieren oder um Argumente für oder wider deiner Überzeugungen zu sammeln? Dann hat die Antwort keinen Wert für dich, außer dass du noch mehr Ballast mit dir herumschleppst. Überprüfe doch bitte deine Motivation. Möchtest du mehr Ballast oder Freiheit. Beides zusammen geht nicht. Das ist eine Tatsache. Doch glaube nichts, überprüfe selber ob das die Wahrheit ist. Schau dir still dein Leben an und finde es selbst heraus. Nur eine Bitte, folge der Antwort, die hier hervortritt für diesen Moment einfach ganz still. Keine Ablehnung, keine Zustimmung, nur stille Achtsamkeit. Vielleicht gelingt es dir so nicht noch mehr Müll zu deinem Ballast hinzu zufügen. Du gehst schon ganz krumm unter dem ganzen Gewicht deiner Müllbeutel.

Die gewöhnliche Reaktion von uns Menschen ist grundsätzlich extrem. Entweder wir lehnen etwas ab, in der Extremform hassen wir es dann. Oder wir greifen danach und verteidigen es mit allem was uns an Mitteln zur Verfügung steht. Dann hassen wir, wieder in seiner Extremausprägung, diejenigen die das ablehnen, an was wir glauben. Wir beginnen unseren Glauben zu verteidigen. Eine dritte gewöhnliche Reaktion ist Ignoranz. Doch in seinem Kern ist Ignoranz keine Reaktion, sondern Nichterkennen oder Nichtwahrnehmen. Es ist also eher Dummheit oder Dumpfheit und beinhaltet keinerlei Intelligenz. Während in den erstgenannten beiden Reaktionsformen eine Art von Intelligenz wahrgenommen werden kann. Hier ist ein Rest von Lebendigkeit erkennbar.

Was ist also diese Stille und können wir Mediationsmethoden gebrauchen um die Natur dieser Stille zu erfahren? Bitte forsche still in dir mit, folge nicht den Worten, sondern schau in was diese Worte erscheinen, auf was sie hinweisen. Wir haben einen Deal ausgemacht, keine Diskussion in dir.

Grundsätzlich sind alle Methoden eine Art und Weise Erfahrungen zu überprüfen. Da gibt es zum Beispiel eine Methode um aus Trauben ein alkoholhaltiges Getränk herzustellen. Doch zuerst war da die Erfahrung, dass irgendwie aus Trauben eine berauschende Substanz entstehen konnte. Durch unbekannte Umstände, vielleicht Wärme und bestimmte Einflüsse ist da etwas entstanden. Du kostest von dieser Substanz. Du bist berauscht. Das gefällt dir. Du denkst dir eine Methode aus um diese Erfahrung zu wiederholen. Du hast Erfolg und denkst dir eine Methode aus, wie diese Erfahrung dauerhaft wiederholt werden kann. Du hast Erfolg und du denkst dir eine Methode aus, einfacher und mehr von dieser Substanz herzustellen. Du hast Erfolg und so hast du dir eine funktionierende Technologie erdacht. Du produzierst jetzt eine Menge davon und benennst das Ergebnis. Es heißt ab jetzt Wein. Die Menschen um dich herum möchten das auch haben. Du gibst es ihnen. Es gefällt ihnen. Sie lieben dich. Du bist ein Wunder. Du bist ein Meister. Du bist Gott. Du glaubst es selber. Du bist ein Narr.

Die Erfahrung war also plötzlich da und das Denken hat eine Methode erdacht, diese Erfahrung noch einmal hervor zu bringen, zu wiederholen, zu sichern.

Da ist also eine Erfahrung der Stille und du denkst dir eine Methode aus um diese Erfahrung zu wiederholen. Du hast die besten Absichten. Du wendest diese Methode an. Das Erfahrene erkennt sich wieder.  Die Menschen um dich herum möchten auch diese Erfahrung haben. Du gibst ihnen die Methode. Du begehst das Gute*. Sie wenden die Methode an. Doch sie hatten nicht diese Erfahrung. Was soll denn nun eigentlich erfahren werden? Wie soll also ein Wiedererkennen erfolgen, wenn die Erfahrung dort nicht erfolgt ist? Sie fragen dich. Du erklärst die unerklärliche Erfahrung, die unabweisbar erfolgt ist. Du erklärst die Stille mit Worten. Du erklärst die undenkbare Stille mit Sprache, die ein Instrument des Denkens ist. Du erklärst Stille mit Denken. Die Menschen verstehen nicht. Die Menschen wenden die Methode an. Eine Erfahrung taucht auf. Mit der Erfahrung taucht der Gedanke auf: das könnte gemeint sein, jetzt habe ich es. Sie kommen zu dir und legen dir den Gedanken der Erfahrung zu deinen Füssen. Eine Trophäe der Jagd nach Stille. Ein Objekt. Du musst sagen, dass es das nicht ist.

Die eine Hälfte ist wütend. So viele Jahre der Methode, völlig umsonst. Sie schreien dich an und beschuldigen dich der Scharlatanerie. Sie gründen eine eigene Bewegung mit einer besseren Methode.

Einige gehen nach Hause und betrinken sich mit Wein für den Rest ihres Lebens.

Die andere Hälfte denkt sich: wenn ich nur lange genug die Methode anwende, dann werde ich diese Erfahrung schon irgendwann mal haben. Ich muss nur härter meditieren. Du sagst ihnen, dass sie die Erfahrung nicht haben können, weil sie schon das Erfahrene sind. Du sagst ihnen, dass sie die Erfahrung nicht zu einem Objekt machen dürfen. Du sagst ihnen, dass sie sich die Stille nicht erdenken können. Du sagst ihnen, dass sie schon Stille sind. Es geht um das Wiedererkennen deiner wahren Natur. Du sagst ihnen, entspannt euch.

Sie verstehen dich nicht. Sie wenden die Methode noch härter an.

Du gehst in den Wald und in der Stille, die du bist, erscheint Trauer.

Die Natur des Denkens ist grundsätzlich mechanisch. Mechanik ist nicht intelligent. Mechanik produziert Stückwerk, Bruchstücke, Splitter, doch es kann sie nicht zu einem Gesamtbild zusammensetzten, dazu brauchte es Intelligenz. Schau dich einfach in der Welt um, jede Menge Fragmente, kein funktionierendes Gesamtbild und dazwischen verwirrte Menschen die Unsinn reden und glauben alles im Griff zu haben. Narren.

Jede Methode, die das Denken erdenken kann, ist somit ein Fragment, eine Scherbe. Jede Meditationsmethode, die das Denken erdacht hat, ist der fragmentarische Versuch über sein eigenes Denkuniversum hinaus zu schauen, um einen Blick auf das Gesamtbild erhaschen zu können. Das Denken kann ganz schön schlau sein. Es weiß von seiner fragmentarischen Natur und versucht sich umzuschauen nach Ganzheit, ohne aber seine mechanische Natur aufgeben zu wollen. Du bist ganz schon schlau, du möchtest dein Ballast behalten und dich mit Gepäck in die Freiheit mogeln. Aus Sicherheitsgründen, denn man weiß ja nie, oder?

Doch Schlauheit ist nicht Intelligenz. Stille ist Intelligenz. Stille ist leuchtende intelligente Lebendigkeit. Stille ist knisterndes Potenzial. Stille ist Gesamtheit, ist Einheit. In der Stille erscheint diese Welt mit seinem Denken. Du bist Stille, die in Stille als Denker erscheint, der denkt nicht in Stille zu sein.

Geht’s noch deutlicher? Natürlich. Sieh doch selbst.

Ein Mensch, in dem die Mechanik des Denkens angehalten hat, ist Stille. Stille das sich wiedererkennt, dass es Stille ist, in einer menschlichen Form, nennt man Meister auf dieser Erde. Eigentlich müsste es einfach Mensch heißen, doch diesen Titel hat sich schon der Denker geraubt.

Da jeder Mensch Stille ist, kann er nicht mechanisches Denken sein. Das ist erfahrbar und wahrnehmbar. Hier ist die Aufforderung das selber herauszufinden, sonst machst du diese Antworten zu einem Objekt. Wenn du eine Methode anwendest, berühre die Erfahrung nicht und die Stille fließt durch die Scherbe der Erfahrung zu dem Gesamtbild zusammen, zu dem Spiegel in dem alles erscheint.

Das bist ewig DU.

Ist es nicht seltsam, dass wir immer gebettelt werden müssen unser Leiden zu beenden. Du brennst ab wie eine Fackel und hier kommt höflich, bittend, bettelnd der Hinweis; Eh, du brennst wie eine Scheune, wie wäre es denn mal mit einem Sprung ins Wasser? Ah, jetzt noch nicht, ok. Später vielleicht?

Der Mensch in Stille ist der lebendige Hinweis, dass du diese Stille ebenfalls bist. Machst du ihn zu einem Gott, bewirfst du ihn mit deinem Müll. Würde er diesen Müll annehmen, wäre er ein Idiot.

Wenn die Mechanik des Denkens aussetzt, ist spontan die Gesamtheit wieder da. Es wird gesehen, dass sie nie weg war, sondern nur überdeckt.

Von hier geht Lebendigkeit erst los. Hier ist alles möglich.

Lebendig Stille
Dein glühend Kuss
verbrennt die Dunkelheit
zu leuchtend Sternenstaub
reine Liebe entfaltet ihre Feuerschwingen
und offenbart die Dimension der Ewigkeit

*dieser Ausspruch stammt von einem unbekannten Schüler von Frau Míla Tomášová

Suche
Januar 31, 2012

Suche            

27.06.2011

Die Liebe ist das Leben in Lebendigkeit
Und Dieses Leben kannst du nicht erlangen
nicht durch Methode oder Tun
Doch Sehnsucht treibt die arme Seele wie ein führerloses Boot auf dem endlos Ozean
ein fernes Feuerlicht entgegen

Die Wärme dieses fernen Blitzens ist dir auf unbekannte Art vertraut und
in deinem Herzen glüht der winzig kleine Tropfen
der dir geblieben ist in deiner kalten lauten Welt

Das treibt dich raus aus der vertrauten Wärme der Gemeinschaft
der Menge die durch aneinander Reibung verzweifelt sich bemüht die Wärme zu erzeugen die der Kampf ums Überleben mit seinem Stolz und Gier verbraucht
Dies alles treibt dich raus in Angst um auch nicht zu erstarren in gut gemeinter Herzenskälte und konditionierter Reglosigkeit

Die Wüste die nun folgt ist Einsam und
die Kälte nimmt noch zu statt ab
Und die zurückgebliebenen Freunde
deren Mut zu bleiben noch größer ist als die Angst zu gehen
locken dich mit amüsanten Lampions zurück ins bunte Leben
 

„Bleib hier bei uns du Narr“ so scheinen sie zu rufen
„In der Wüste gibt es nichts zu holen dort wartet nur auf dich der Tod“

Und Beides ist nun wahr
dort in der Wüste einsam und allein da gibt es kein Gewinn zu holen
und der Tod wartet als Begleiter geduldig bis zu seinem Tag

Doch nicht nur hier in der Wüste deines Lebens
Er sitzt auch auf der Schulter deiner Freunde und flüstert ungebeten Rat in deren Ohr
Nur im Lärm der Menge ist dieser Rat oft ungehört und so leben sie ein lautes Leben bis die Stille sie sanft trennt und den ausgeliehenen Körper durch Urkraft aller Elemente endgültig vernichtet und rücksichtslos verbrennt

Doch Du kannst nun den flüstern Rat des ewigen Begleiters in der stillen Wüste klar vernehmen und so ziehst Du einsam doch nicht allein Deiner Wege und schon durch die furchterzeugte Weite dieser Wüste stirbt schließlich selbst die Hoffnung
und die Trauer über die Trostlosigkeit

Was bleibt
der Blick auf das glühend Leuchten irgendwo am fernen Horizont
geführt vom Funken Deines Herzens
den Weg zu gehen und die Stille die sich freundlich senkt wie ein warmes Feuer in der schweigend Ewigkeit

Da gibt‘s viel zu berichten
von den Nächten der Verzweiflung und von den Tagen deren sengend Glut Geist und Körper dörrten
Die Füße wund vom Weg der nicht gegangen werden kann
ausgepresst und nichts mehr vor den Augen
scheinbar auf ewig verirrt und gestrandet auf der Suche nach der Liebe in der Unendlichkeit

Nun ist der Moment gekommen
wo in dem Funken Deines Herzens die Suche endgültig verglüht und nichts mehr bleibt
Hier sinkt auch der Blick der letzten Freunde
denn der Anblick Nichts zu sehen erscheint Wahnsinn für die ungebrannte Seele
und nun bist Du auf ewig ausgebrannt
einsam und allein

Doch schau
Aus dem reinen Atem deiner Herzensschlacke zündet die Liebe nun an Deiner Stelle Ihr wahres Feuer an
um im Schein der Flamme endlich Alles so Geheime und zeitlos Versteckte zu beleuchten und für immer zu enthüll’n

Doch in Diesem wird nun wahrgenommen
dass die heiße Glut in dem die Suche nun verbrannte
dass dies auch der Scheiterhaufen für den Sucher war

So bleibt Niemand der das Geheimste des Geheimen auch nur sehen
geschweige dann genießen kann
Und da brandet das Gelächter
als Gebet des Lächelns an sich selbst
aus der Tiefe der Lebendigkeit und belebt das Herz das nun in Niemand schlägt

Und die früher Glühend Leuchte am fernen Horizont das bist nun alles DU
als die Liebe jetzt und bleibend
willkommen in dem Reich Endlosigkeit

In der Zeit hast Du Dich selbst verloren
gefunden in der Ewigkeit
zieht nun DEIN Leuchten Liebe Lachen
scheinbar fern am Horizont den sehnsuchtsvollen Blick eines einsam Herzens in dem noch ein Tropfen Glut besteht

Trotz des Lärms der Menge seines Lebens und
unbesehen seiner Angst
beginnen seine Füße die Reise zu DEINER Herrlichkeit
Und auf den Lippen ein Gebet des Lächelns an sich selbst in der Lebendigkeit

Allwissenheit
Januar 30, 2012

Kuss der Stille/Tagebuchnotizen 2011

Allwissenheit

01.7.2011

Alles ist schon anfangslos leuchtend und vollkommen.

So lange Etwas, insbesondere Jemand, erleuchtet werden möchte, also eine Form, die sich verdunkelt fühlt, in der mit verlangender Sehnsucht etwas beleuchtet werden soll, also die Form Er-leuchtet werden soll, wird es endlose Suche geben und Finden kann nie stattfinden.

Finden ist das Sehen durch niemanden, dass die Form keine inhärente Existenz hat, die Er-leuchtet werden könnte, weil schon alles leuchtet.

Bringt eine Kerze in die Sonne um die Sonne zu erleuchten.

Das ist die Suche der Form nach mehr, als schon Ist.

Wenn all dieser Unsinn fällt, dann fällt auch das du.

Und anfangslos strahlst DU als Sonne, die Du immer Ist.

Das Sehen ist klar und einfach. Atem geschieht, Kaffee kochen geschieht, Kaffeetrinken geschieht, alles voller Lebendigkeit, ohne Greifen, ohne Urteil.

Der Kaffee ist zu heiß, wenn er zu heiß ist, aus sich selbst heraus, nur Worte, keine andere Bedeutung außer eben Dies.

Ein blauer Himmel, wenig Wolken, die goldene Turmuhr, die Kirche – fällt der Blick darauf, gibt der Blick das Wissen preis, was gewusst wird. Fällt der Blick auf etwas anderes, wird das Nicht-Wissen der Kirche, Uhr, Himmel gewusst.

Ganz leicht und wunderbar.

Werden die Augen geschlossen, so ist das Nicht-Wissen des Körpers da und der Körper, das Gefühl von der Realität des Körpers, verschwindet. Keine Geschichte.

So verbraucht es keine Energie.

Die Allwissenheit, die das Ego durch das Sehen erwartet, ist vorhanden. Doch nicht so, wie sich das das Ego vorstellt, als Gott des Wissens über Gott zu stehen. Das Wissen, was zu wissen gilt über etwas, auf das der Blick fällt, ist das, was es zu wissen gilt und das ist perfekt, so wie es Ist.

Das Ego fordert mehr, als nur das, was das Sehen offenbart, doch das ist ein Konstrukt des Verstandes.

So stellt sich das Ego das Sehen vor mit Aussicht auf Gewinn und Macht – mit einer Absicht.

Nur Sehen ist schon Alles – es ist alles leuchtend klar und die vollständige Abwesenheit von irgendetwas, wie eine Absicht von irgendjemand oder irgendetwas.

Das Sehen ist Absicht als Sehen und Ist genügend als Sehen selbst.

Die Stille ist tief und geheimnisvoll, die sofort die Geheimnisse preisgibt, sobald das Sehen von niemanden, der kein jemand ist, der niemand sein möchte, darauf fällt.

Ein Vogelgezwitscher auf dem Baum im Park vor der alten Kirche.

Die Blätter der Pflanzen auf dem Balkon der Wohnung wiegen sich im leichten Morgenwind – wie wunderbar.

Lebendigkeit
Januar 23, 2012

Lebendigkeit

18.06.2011

Und das ist dies!

Das Leben scheint wie Flüssigkeit in dem Gefäß
Da ist das Lebendige, was sich wie Öl in deinen Zellen regt
und nur aus sich heraus bewusst und leuchtend scheint

Da ist der Körper, der Dich trägt und deine Welt zusammenhält
ohne Öl, bewusst und leuchtend ist er nur ein leeres Glas
Ein Stoß genügt und die Gemeinschaft geht verloren
der Anker löst sich aus dem Grund und die Vision verschwindet
wie ein verlöschter Sonnenstrahl

Aber nun schau ICH durch dieses zarte Instrument
unverstellt MEIN Blick und sehe das elegante Spiel der Formen

Und nun was bleibt
wo Du und ICH das Selbe sind?

Spürst Du die reine Freude, wenn Du MICH siehst?
Dann genieß das Spiel der Formen
bis auch das vergeht

Die letzte Nacht
Januar 20, 2012

Die letzte Nacht

16.06.2011

In der Nacht wenn Du einsam bist
Spüre die Zweifel auf Deinen Lippen

In der Nacht wenn Du einsam bist
Spüre die Angst in Deinen Augen

In der Nacht wenn Du einsam bist
Spüre den Zorn in Deinem Herzen

In der Nacht wenn Du einsam bist
Spüre was Du wirklich bist

In der Nacht wenn Du einsam bist
Siehst Du
kein Zweifel, Angst und Zorn
ist jemals dort gewesen

In der Nacht wenn Du einsam bist
Siehst Du
In der Dunkelheit die leuchtenden Sterne
Und der Mondschein lächelt sein Licht in die endlose Tiefe

In der Nacht wenn Du einsam bist
Siehst Du was DU immer warst

In der Nacht wenn Du einsam bist
Sitz nun still in Deinem Haus
In der Nacht wenn Du einsam bist
In dieser Stille lös Dich auf

In der Nacht wenn Du einsam bist
Kannst Du endlich gehen und niemand kommt zurück

In der Nacht wenn Du einsam bist
Lebt dann Niemand ein Leben bis zum letzten Tag

Drei
Januar 18, 2012

Drei

Dies zu beschreiben ist völlig mühelos.

Dies zu verstehen ist unmöglich.

Es ist Nacht.

Der Blick fällt auf ein Bild an der Wand.

Wissen über dieses Bild ist nicht anwesend.

Kein Gefühl eines Körpers.

Gewissheit einer Existenz verschwand spurlos.

Jenseits von Angst erlosch die Welt.

Der Körper erwacht auf dem Boden.

Die Wahrnehmung setzte wieder ein. Das Erinnern setzte wieder ein, doch die Erinnerungen blieben leblos und flach. Außerdem bestand kein großes Interesse an ihnen.

Das Gefühl einer Existenz setzte nicht wieder ein.

Es gab auch keinen Versuch dazu. Es gab auch keine Möglichkeiten für einen Versuch.

So vergingen Wochen.

Eine der spürbarsten Veränderungen ist das Fehlen einer bestimmten inneren Anspannung oder eines Zusammengezogen-seins.

Es ist jedoch keine Entspannung erfolgt, im Sinne des Wortes, bei der eine Verspannung, ob geistiger oder körperlicher Natur, Linderung erfährt.

Es kann auch nicht über einen Entspannungs-Prozess gesprochen werden, der auf einer Zeitlinie mit bestimmten Ereignisabläufen erfolgte und bei dem als Ergebnis etwas wegfiel.

Wenn überhaupt, war es eine Bewegung, die man mit „Der-Einen-Bewegung“ umschreiben könnte, „Der-Einen-Bewegung“ des Auslöschens.

Es wurde angenommen, dass diese innere Anspannung, dieses Zusammengezogen-sein, das Gefühl der persönlichen Existenz war.

So kann man sagen, dass eines Nachts einfach das Auslöschen der persönlichen Existenz geschah, in dem das angespannte Gefühl verschwand.

Das Ego oder das Selbst war verschwunden und niemand trat an seine Stelle.

Diese Worte werden Monate nach diesem aufgeschrieben, denn diese Bewegung erlaubte lange nichts anderes als Dies zu schauen.

Jetzt erscheint Dies als Bewegung, die das hier beschreibt.

Es entstand ein Impuls nachzuforschen, was eigentlich geschehen war.

Die Nachforschung durch eine intensive Innenschau ergab nichts. Das heißt, sie hatte schon ein Ergebnis, nur es machte keinen Sinn. Es wurde quasi ein Nicht-Zentrum wahrgenommen, ein Zentrum, in dem Nichts war und in dem Alles in voller Lebendigkeit leuchtete.

Alles erschien dort und alles löste sich dort auf.

Jeglicher Sturm ist Stille gewichen. In Stille erhob sich Alles. In Stille erhob sich das Sehen. Das Sehen Dessen ist immer neu und unberührt. Das Sehen ist frisch wie Morgentau auf einer Wiesenblume und in den Wassertropfen glitzern die ersten Strahlen der aufgehenden Sonne.

Dies war völlig unbekannt und völlig unverstehbar.

Irgendetwas versuchte zu verstehen, doch es funktionierte nicht.

Jedoch es war wahrnehmbar.

Allerdings konnte kein Wahrnehmender gefunden werden. Es konnte nicht herausgefunden werden, was oder wer eigentlich wahrnahm. In diesem leuchtenden leeren Zentrum konnte niemand gefunden werden. Es musste festgestellt werden, dass niemand wahrnahm und trotzdem Wahrnehmung geschah.

So kann nur gesagt werden, dass die Wahrnehmung einfach aus sich heraus erfolgte.

Die Wahrnehmung konnte unterschiedliche Intensitäten annehmen. Manchmal führte das Sehen Dessen zu Black-Outs.

Es fühlte sich dann so an, als ob der Körper der Intensität der Sicht Dessen manchmal nicht standhalten konnte.

Es fühlte sich dann an, wie ein Überfluten der Wahrnehmung, das dann zu ohnmachtsähnlichen Zuständen führte. Allerdings blieb selbst in diesen Zuständen Bewusstsein wach. Es wurde dann einfach nur nichts wahrgenommen. Allmählich hielt die Wahrnehmung dem Druck des Sehens stand und stabilisierte sich.

All das wurde von einem alles umschließenden Druck begleitet, der hauptsächlich im Kopf erfahren wurde. Das Gefühl, das diese Kraft auslöste, kann als ein Gefühl beschrieben werden, als ob das Hirn einfror und den gesamten Körper fixierte.

Dann war keinerlei Regung irgendeiner inneren Bewegung mehr möglich. Dann verschwand das Gefühl eines Körpers total und alles war nur noch pure Wahrnehmung von allem was auftauchte.

Die gewohnte Art zu Denken funktionierte nicht mehr. Der Verstand erschien völlig still. Trotzdem stiegen gelegentlich Gedanken aus diesem stillen Zentrum auf und manchmal entleerten sie ihren Inhalt mit einer einzigen Bewegung.

Doch das führte nicht zu einem Darüber-Nachdenken der möglichen Bedeutung des entleerten Inhalts.

Die Inhalte lösten sich einfach in Stille auf, ohne irgendetwas zu berühren.

Manchmal erschienen Gedanken, ohne ihre Inhalte preiszugeben und oft erschienen keine Gedanken.

Das Sehen in der Stille offenbarte Einsichten und Erfahrungen. Diese gingen und kamen. Doch die Stille blieb und es manifestierten sich in dieser leuchtenden Fülle Verse und Notizen.

Dann offenbarte sich, dass die Stille in dem Alles erschien, sowohl die Erscheinung ist und gleichzeitig auch Dies, in dem die Erscheinung erscheint.

Das leuchtende Zentrum der Wahrnehmung offenbarte sich als leuchtendes Nichts das als lebendiges Alles erschien.

Die Suche war beendet.

Dies erscheint als die Suche in der Stille.

Stille erscheint als Dies des Findens.

Nichts erscheint als Alles der potenziellen Möglichkeit.

Alles IST Nichts.

Somit hat es nie eine Suche gegeben.

Ein Lächeln erscheint.

Lebendig Stille

Dein glühend Kuss

verbrennt die Dunkelheit

zu leuchtend Sternenstaub

reine Liebe entfaltet ihre Feuerschwingen

und offenbart die Dimension der Ewigkeit

  ও

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