Eins
Januar 17, 2012

Eins

Mit der Geburt scheint auch die Suche geboren zu werden. Mit der Trennung vom Mutterleib beginnt die unstillbare Sehnsucht nach der ungeteilten Einheit.

Auch wenn da das Vergessen war, was das eigentlich ist.

Die Geburt in diese Welt erfolgte mit einer Zange.

Die daraus resultierenden Kopfverformungen haben sich schnell zurück gebildet, doch insgeheim waren sie für meine Mutter immer eine grundsätzliche Erklärung für das seltsame Verhalten ihres Kindes.

Mit etwas über zwei Jahren hatte ich scheinbar genug von dieser Welt. Eines schönen Sommerabends trieb mich ein Impuls aus dem Bett und ich kletterte aus dem Fenster unserer Wohnung auf das Flachdach eines angrenzenden Gebäudes.

In einiger Entfernung standen Holzmasten und auf den durchhängenden Kabeln zwischen ihnen sonnten sich einige Vögel in der Abendsonne. Einige von ihnen flogen auf, drehten ein paar Runden und gesellten sich wieder zu den Anderen.

Ich wollte fliegen wie diese Vögel.

Ich stieg auf die freistehende Umrandung des Daches, breitete die Arme und stieß mich ab.

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Das letzte Kapitel
Januar 17, 2012

ও Das letzte Kapitel

Für viele Menschen scheint die vermeintlich persönliche Geschichte von Bedeutung zu sein.

Sie möchten erfahren wer man ist und wie alles gekommen ist.

Es ist klar, dass diese Fragen angesichts der Unerklärlichkeit des Lebens kaum eine befriedigende Antwort erhalten können.

Doch ist auch Verständnis und Bereitschaft da dieses Bedürfnis zu erfüllen.

Außerdem kann gesehen werden aus welchem Impuls dieses Bedürfnis gespeist wird.

Gleichwohl kann die Beschreibung irgendeines Lebens nur eine dürftige Skizze sein, die angesichts der unbeschreibbaren Stille vollkommen in Bedeutungslosigkeit versinken muss.

So kann diese Skizze auch nur die Beschreibung der Suche nach Diesem enthalten und natürlich das Ende der Suche, alles andere wäre über die Bedeutungslosigkeit hinaus auch noch wertlos.

Beschreibungen sind natürlich nie das Ereignis an sich, sondern immer nur ein Hinweis, der in eine bestimmte Richtung weist.

So ist dies hier der Versuch das Ereignis des Überganges zu beschreiben. Es ist ein Versuch das Sterben des Egos in Worte zu fassen und was nach diesem Sterben erscheint. Es wird klar gesehen, dass das ein Unterfangen ist, das zum Scheitern verurteilt ist.

Denn jenseits der Worte scheint Dies auf – unbeschreibbares Sein.

Da aber der Impuls Dies zu beschreiben unabweisbar ist, bleibt nur der reine Wunsch übrig, dass diese Beschreibungen von Nutzen sein mögen.

Einleitung
Januar 17, 2012

ও Einleitung

Da ist normalerweise eine gewisse Schüchternheit wahrzunehmen, die man vielleicht auch Scheu nennen könnte, über Dieses zu schreiben. Doch da ist auch diese unbändige unabweisbare Aufforderung, Dies was sich manifestiert hat anderen mitzuteilen.

Dies ist ganz gewiss nicht auf einen persönlichen Wunsch zurückzuführen, sondern wird scheinbar von etwas getragen, das weit über persönliche Wünsche und Vorstellungen hinausgeht.

Nach dem eines Nachts die persönliche Welt wie mit einem Paukenschlag ausgelöscht wurde, trat an der Stelle des persönlichen Erlebens der Welt, ein unpersönliches Sehen dessen was IST.

In dem Sehen Dessen erschienen Wörter, die sich zu Sätzen und Versen formten.

Dieses erschien unabweisbar und eine Kraft, die weit über die bekannten eigenen Möglichkeiten ging, forderte seinen Ausdruck und hat auch, im wahrsten Sinne des Wortes, die Feder in die Hand genommen.

Dies betraf sowohl die schon erwähnten Verse als auch Tagebuchnotizen dieser Wochen.

Angesichts dieser Unabweisbarkeit verblieb als einzige Möglichkeit still zu sein und den Dingen ihren Lauf zu lassen.

Die Kraft, die sich über einen Zeitraum von etwa sechs Wochen offenbarte, kann man nur als reine Liebe bezeichnen. Es erhob sich aus der Stille ein Sturm der Wahrnehmung wie es nie zuvor gekannt wurde und doch schien es so vertraut.

Das sich Offenbarte ist in sich perfekt und immer vollkommen.

Alle eventuellen Fehler und Unvollkommenheiten gehen allein auf mein Konto und sind meiner Ignoranz, Unwissenheit und mangelnder Klarheit zu verdanken.

Begleitet wurden diese Wochen von einem intensiven Gefühl, das man vielleicht als ein alles umschließenden Druck beschreiben könnte.

Einzig allein Schreiben hat diesen Druck zeitweise mindern können.

Den Druck hat größtenteils der Körper zu tragen gehabt, denn in einem psychologischen Sinne war die Person verschwunden.

Die verschwundene Person ließ ein Gefühl von Leerheit zurück, das mit nichts anderem aufzufüllen war.

Die Person ist bis heute nicht zurückgekommen.

Nun da der Sturm der Stille etwas abgeebbt ist, erhebt sich in Stille ein Leben das sich selber lebt.

Wie wunderbar.

Mögen alle fühlenden Wesen aus diesem Traum erwachen und frei sein.

Um was geht’s?
Januar 16, 2012

Um was geht’s?

Dies ist ein Bericht über das Ende einer spirituellen Suche nach Erleuchtung.

Somit ist es ein Bericht über das Finden.

Die vielleicht überraschende Erkenntnis war das Finden schon immer da ist und die Suche selbst das Hindernis.

Doch das ist keine persönliche Erkenntnis, denn die psychologische Person ist dabei abhanden gekommen.

Diese Person ist bis heute nicht zurück gekehrt.

Somit lebt sich das Leben jetzt selbst.

Das ist sicher nicht zu erklären und noch weniger zu verstehen. Trotzdem wurden Worte auf das Papier geschrieben und haben diesen scheinbaren Übergang beschrieben.

Rückblickend kann gesagt werden, dass dabei aus einer völlig unbekannten Perspektive die Themen beleuchtet wurden, die bei der Suche eine Rolle zu spielen schienen.

Es ist wie ein Blick zurück von einer ewig unbekannten Dimension auf das Land der sehnsuchtsvollen Suche.

Es ist ein Blick zurück, über die scheinbar unüberwindliche Grenze von der der Sucher immer wieder abprallte.

Es wurde aufgeschrieben, bevor die Erinnerungen an die spirituelle Reise verblasste angesichts der unbeschreiblichen Wahrnehmung der Wunder die uns Menschen ständig umgeben.

Über die Bedeutung der Worte hinaus haben die Verse die Kraft durch ihren eigenen Rhythmus die gewohnten Mechanismen des Verstandes zu unterbrechen und sich der Perspektive der Stille zu ergeben.

Die Worte offenbarten sich mit einer unabweisbaren Dringlichkeit und der Körper als Werkzeug schrieb es einfach auf.

Doch vielleicht zur Klärung. Es fand kein Dialog oder Diktat statt, sondern es kann eher beschrieben werden, als ob sich Stille in Worte formte.

Persönlich gesehen ist die Suche beendet, da die Person endete. Doch die Reise der Wahrnehmung geht erst jetzt los. Vielleicht helfen diese Verse und die Tagebuchnotizen den Menschen die noch auf der Suche sind als Orientierungspunkte.

Viel Glück!