Wie kann es sein, dass bestimme Verstrickungen überhaupt zustande kommen?
März 23, 2012

Fragen eines Freundes

31.01.2012

Wie kann es sein, dass bestimme Verstrickungen überhaupt zustande kommen?
Warum verschwinden sie scheinbar und kommen dann doch wieder ans Licht, um erkannt und gelöst zu werden?

Wenn wir von Verstrickungen in unserem Leben sprechen, haben wir oft die Angelegenheiten und Abläufe unseres Lebens vor den Augen, die unserer Meinung nach nicht funktionieren, nicht gerecht oder irgendwie nicht richtig zu sein scheinen. Diese Ereignisse sind unerwünscht, werden abgelehnt, bereut und bekämpft. Das ist ein so automatisierter Ablauf des Kämpfens mit der aktuellen Situation, dass es die allermeisten Menschen nicht einmal bemerken. Ein Reflex der Ablehnung gegen den Ausdruck des Lebendigen, wie es sich gerade als dieser Moment manifestiert. Ein Reflex des Nicht-Erkennens der Wahrheit, ein Reflex der Ignoranz, der natürlich auch sehr subtil sein kann.

Da diese Frage gestellt wurde, bedeutet es, dass etwas zutiefst Intelligentes aufgewacht ist, sich die Dimension des Erkennens aufgetan hat. In dieser Dimension kann zwischen Menschen ein wahrhaftiges Begegnen stattfinden, zum Beispiel dieses Gespräch.

Das Öffnen dieser Dimension des Erkennens bedeutet nicht, dass dort jemand getroffen werden kann der auf alle Fragen eine Antwort hat oder eine übermenschliche Fähigkeit errungen hätte, nein überhaupt nicht. Es bedeutet eher das Gegenteil davon. Es ist gewissermaßen gewöhnlich und unspektakulär.

Die Dimension der Ignoranz jedoch ist das außerordentlich Besondere und es bedarf eine bedeutende Anstrengung in diesem Zustand zu verharren. Es scheint als ob wir Menschen unser Leben so lange mühselig auf Zehenspitzen tippelnd umherirrend verbringen, bis uns vielleicht mal auffällt, dass man auch einfach gehen kann. Entspannt. Entkontrahiert.

Die Dimension des Erkennens ist Ausdruck des Lebens in menschlicher Form, gekennzeichnet durch Hingabe, Harmonie und natürlicher Intelligenz. Sie ist ein Einfließen in Ausdrucksform der vibrierenden Lebendigkeit jenseits von Bedingtheit. Sie ist die formgewebte unpersönliche Lichtgestalt der einen anfangslosen ungeschaffenen Liebe.

Ein Zusammentreffen hier bedeutet also, dass sich einfach die gewöhnlichsten Menschen treffen. Frei von der Last jemand sein zu müssen, kann die schmale Brücke des bürdenlosen Lebens leichten Fußes überquert werden.

Nun da du hier bist, siehst du, dass deine Fragen nur Teil des Zehenspitzentanzes auf dem Parkett der Ignoranz gewesen sind. Ein Tanz der Formen, scheinbar fester Wesen, in der Aufführung eines Theaterstückes mit dem Titel:

„Ich, mein Leben und wie schwierig alles war, ist und sein wird.“

Leuchtende Potenzialität kann sich eben auch, im funkelnden Kleid der menschlichen Form, als Vergessen erheben.
Tanzend, klagend, fordernd und vergehend.

So kann vielleicht gesagt werden, dass Verstrickt-Sein an sich die Wahrnehmungsperspektive eines Tänzers ist, der vergessen hat, dass durch ihn nur eine Rolle gespielt wird, in einem Theaterstückes Namens Leben. Und so ist da immer die Sehnsucht nach dem ersten Preis, der Anerkennung, des Beifalls und die Kapelle des Begehrens spielt dazu die süße Melodie der Vergessenheit.

Sicher, es scheint so bedeutungsvoll die Herausforderungen dieser Welt zu bezwingen. Doch wenn die Zeit gekommen ist, wird selbst die Asche des erfolgreichsten Bezwingers, mit dem Staub der anderen ehemals sich bedeutungsvoll fühlenden Menschen, einfach den Fluss hinunter in den Ozean der Wesenslosigkeit gespült werden und sich auflösend in den Tiefen der Unendlichkeit versinken.

Spurlos, vergessen, ewig ungekannt.
Zu spät.

Nun da du es selber siehst, kann erkannt werden, dass alle Verwicklungen, alles Ablehnen und Greifen, alle Hoffnungen und Wünsche, alle Ängste und Sehnsüchte nur der vibrierende Ausdruck der einen Lebendigkeit ist, die sich, durch diese Form die einen Namen bekommen hat, in die Welt ergießt.

Unablässig, leuchtend, betörend und in sich bedeutungslos.

Nun da du es selber siehst, kann erkannt werden was sich jenseits des Bekannten an Unbeschreiblichem manifestieren kann, wenn der Tänzer schon vor dem letzten Lied gehen kann.

Nun da du es selber siehst, erhebt sich jedoch die Frage, ob du von der Süße der Verstrickung lassen kannst.

Vielleicht ist das die einzige Frage, die in diesem scheinbaren Leben entscheidend ist.

Bedenke klug die Antwort.
Denn es kann tatsächlich geschehen, dass Verstrickungen nur noch als das erscheinen können, was sie schon immer sind, Ereignisse die einfach geschehen. Das Ende der Verstrickungen bedeutet dann also auch, dass der Verstricker hinein schmilzt in dieses ewig Unbekannte.

Bedenke klug!
Denn mein Freund, dann ist der Tanz von Bedeutung endgültig aus. Dann fallen alle Schleier der Hoffnung auf Etwas für immer und dann fällst auch du.

Deine Frage ist also die Frage nach
Freiheit vom Verstrickt-Sein-Müssen.

Tatsächlich ist es die Frage nach Freiheit vom Vergessen-Müssen.

Letztlich jedoch ist es die Frage nach
Freiheit vom Mensch-Sein-Müssen.

Wie also wird die Antwort sein?

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Muss ich das Ego loswerden um Stille zu finden?Teil 3
März 15, 2012

Fragen eines Freundes

11.01.2012

Muss ich das Ego loswerden um die Stille zu finden? Teil 1

Ist das Ego schuld an dieser kranken Welt? Teil 2

Ich fühle mich innerlich so zerrissen. Was soll ich tun um endlich Ruhe zu haben?

Teil 3

Wenn du einem fühlendem Wesen, nehmen wir einfach mal einen Menschen, in die Augen schaust, was siehst du?

Kannst du in dieser Dimension der Tiefe die Unendlichkeit der Stille, die absichtslose Liebe, die Manifestation der bedingungslosen Hingabe sehen? Oder spiegelt sich an der Oberfläche nur dein Abbild wieder? Ein Abbild von Zerrissenheit und Angst, verzweifelter Suche nach Ruhe und Sicherheit.

Wieso nimmst du eigentlich an, dass diese Zerrissenheit in dir sein könnte? Vielleicht weil du es irgendwo gelesen hast, oder es jemand gesagt hat und du sprichst es nun einfach ungeprüft nach? Oder weil es bequem ist Vorstellungen, Konzepte, Glaubenssätze und Behauptungen zu übernehmen und zu wiederholen? Seltsam, sonst zweifelst du an allem. Doch dieses Konzept nun übernimmst du einfach ungeprüft und nur allzu bereitwillig. Es wird vielleicht noch so weit kommen, dass du behauptest die Zerrissenheit zu sein und wir müssen auch noch ein Gespräch darüber führen, dass du offensichtlich nur der Ausdruck der anfangslosen Ganzheit sein kannst, jenseits von Ursache und Wirkung.

Lass das doch einfach gehen und entspann dich. Es kann dir keine Ganzheit geschenkt, verliehen oder erweckt werden. Deine Zerrissenheit ist eine Illusion, möglicherweise eine schmerzhafte, aber eben eine Täuschung. Ganzheit ist Realität. Die Suche nach Ganzheit, das Weglaufen von dem Gefühl der Zerrissenheit wird das Leid nicht beenden. Es wird die Täuschung nicht beenden, da du, erst durch die Suche nach Ganzheit, der Täuschung der Zerrissenheit einen gewissen Wert gibst.

Wenn der innige verzweifelte Wunsch besteht Ganzheit zu erfahren, so schau doch deine Zerrissenheit genau an. Schau genau hin und forsche nach was sich da so zerrissen fühlt. Diese Forschung kann niemand für dich machen, es ist deine Aufgabe. Dafür brauchst du keinen anderen Menschen. Deine inhärente Qualität ist völlig ausreichend und du musst nur aufrichtig sein, das zu akzeptieren was bei deiner Forschung zu tage kommt. Hier kannst du deinen Verstand einsetzen, deine Klugheit, deinen Willen und deine Entschlossenheit dein Leiden zu beenden.

Wird wirklich aufrichtig mit einem Forschergeist geforscht, wird nicht auf vorgefertigte Antworten zurückgegriffen, wird nicht vor dem Schmerz zurückgewichen, wird nicht vor der Liebe geflüchtet, ja dann kann da etwas geschehen das bisher nicht vorstellbar war.

Vielleicht findest du dann keine Worte um es auszudrücken, doch das ist völlig in Ordnung.
Vielleicht kommen ungeahnte Erfahrungen, auch das ist völlig in Ordnung.
Bleib ganz ruhig und greif nach nichts, was da auch immer in deiner Wahrnehmung erscheinen mag.

Da ist vielleicht nur eine stille leuchtende offene klare geistige Verfassung, die in sich ruht.
Gut.
Jetzt ruht der Verstand, und das ist auch völlig in Ordnung.

Doch keine Angst, der Verstand geht nicht weg, genau so wenig wie das Hören verschwindet oder die Fähigkeit des Riechens, Fühlens und Sehens.
Doch die Sinne können, befreit für einen Augenblick, wirklich frei wahrnehmen und das Wahrgenommene muss nicht durch den Filter von Konzepten und Verstandesarbeit durchgezogen werden.
Welch eine Last fällt da von den Schultern des Verstandes, entledigt von einer Aufgabe die viel zu groß für ihn ist, kann er in sich ruhen, wenn er nicht gebraucht wird.

Hier fällt jedes Gefühl von der Illusion der Zerrissenheit formlos in sich zusammen und es kann gesehen werden, dass Illusion einfach nur ein Nicht-Erkennen ist.

Erkennen zerstört jede Illusion und das Erkennen der Ganzheit, die du schon immer bist, vertreibt jeden Nebel der Täuschung.

Was bleibt ist ein einfaches nacktes Leben, wirklich recht simpel. Entspannt, ruhig, wahrnehmend, unterscheidungsfähig, unaufgeregt und aus sich heraus wissend.

In gewisser Hinsicht erscheint so ein Leben einfacher als das gewohnte Leben durch ein Selbst, unspektakulärer eben.

Es ist nüchtern und klar, doch scheinbar kann so die volle Ladung der Liebe, die durch die Form aufscheint, erlebt werden, ohne das Form sofort verglüht.

Das Selbst ist tatsächlich die einzige Verteidigungslinie vor dem bedingungslosen Aufglühen dieser unfassbaren Wahrnehmung, doch der Preis ist verflucht hoch dafür.

So schau doch in dir nach, ob du bereit bist den Preis noch zu bezahlen.
Wenn ja, ist es völlig in Ordnung.

Doch wenn du fühlst, für dein sogenanntes Leben genug bezahlt zu haben, dann musst du dich darauf einstellen, dass Freiheit völlig kostenlos ist.

Das wird vielleicht ein Schock sein.

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Was ist mit dem Tod? Was bleibt, was geht?
März 6, 2012

Fragen eines Freundes

02.03.2012

Was ist mit dem Tod? Was bleibt, was geht? Was ist denn nun Leben und was ist nun Tod?

Ich lag gestern im Bett und hatte so eine dieser Angstattacken die man (ich) so manchmal hat. Ich war gerade bei so einer Stelle in einem Buch in der stand:

“Es muss dunkler sein als dunkel, denn jemand, der diese Dunkelheit hätte wahrnehmen können, ist nicht da. Es ist das pure Nichts. Unvorstellbar.”

Dann hab ich Panik bekommen… es hat eine Stunde gedauert bis ich wieder normal denken konnte und die Angst nachließ.

 Also, was ist Tod?

 

Vielleicht fragen wir erst einmal warum diese Frage gestellt wird.
Was ist die Motivation?
Ist es die Suche nach ewiger Beständigkeit?
Ist es ein Greifen nach Dauerhaftigkeit, nach einem persönlichen Leben der Unzerstörbarkeit?

Wenn diese Motivation die Grundlage für deine Frage ist, besteht keine Hoffnung auf ein wahrhaftiges Gespräch. Dann besteht keine Chance, dass sich Wahrheit manifestiert. Denn dann fordern wir von der Wahrheit etwas. Wir bestehen also auf ein messbares Ergebnis und wir zerschlagen die Wahrheit in kleine Stücke und untersuchen sie mit unserem Verstand und unserem Denken. Dabei kommt nichts heraus, außer noch mehr Angst. Denn auch zerlegt macht die Wahrheit keinen Sinn für unseren Verstand.

Doch der Verstand kann nichts dafür. Er ist schuldlos, denn es ist seine Natur die Dinge auf diese Art und Weise zu untersuchen, Objekte zu zerlegen, zu analysieren, zu wiegen und zu messen. Es sollte klar sein, dass die Wahrheit dich so nicht erreichen kann. Der Verstand ist nicht das geeignete Instrument der Wahrheit zu begegnen. Wahrheit ist nicht die Summe ihrer Teile, sondern das unteilbare Eine offenbart sich anfangslos als Wahrheit. Es ist also nicht zu erfassen, zu messen, zu vergleichen, aber es kann gesehen werden in seiner Ganzheit. Die Intelligenz, die wir wirklich sind, ist das Sehen Dessen als Gesamtheit. Falls es möglich ist die Hoffnung auf das Verstehen nur für diesen Moment ruhen zu lassen, kann die Antwort ein Fingerzeig, ein Hinweis auf die Wahrheit sein. Möglicherweise bist du so für Wahrheit zu erreichen und durch dich sieht sich die Wahrheit plötzlich unvermittelt selbst.

Weniger ist nicht genug, doch mehr ist nicht nötig.

Die grundlose Forschung ohne Greifen nach Resultaten, das tiefe Eintauchen in Stille, das Stillstehen des Verstandes durch Abwesenheit des Denken-Müssens, ist das fraglose Sehen aller Antworten. So geschieht das mühelose Aufgedeckt-Sein aller Geheimnisse durch sich selbst. Und so wird auch gesehen, dass Verstehen an sich bedeutungslos bleibt, da es nicht über sich hinaus reichen kann.

Also tauchen wir tief nach Wahrheit. Wir tauchen ohne das Beatmungsgerät der fragenden Person, ohne das Denken-müssen. Wir zerlegen nichts, wir analysieren nichts, kein Ablehnen und kein Annehmen. Wir schauen fraglos auf das Unfassbare und in diesem fraglosen Geist erscheint Staunen. Doch auch dieses Staunen bleibt unberührt. So sinken wir still dem Grund von Allem entgegen und im Sehen Dessen erscheint unermessliche Tiefe, bewegungslos, zeitlos, ewig. So ist diese Forschung nach dem Tod nur ein winziger Wirbel, eine ursachlose Bewegung der unendlichen raumlosen Unbewegtheit. So erscheint Dies in Unbewegtheit, leuchtend, klar, intelligent, als Bewegung in sich selbst.

Leuchtende ungeschaffene Unbewegtheit weist keine Qualitäten auf, auch nicht die Qualität des Todes oder des Lebens. Ursachlos als Bewegung manifest, kann es in sich auch wieder ursachlos ruhen. Doch auch das ist kein Tod. Einfach Bewegung bewegt und Bewegung ruhend, absolute Intelligenz. Unendliche Quelle seiner selbst. Bewegung der Lebendigkeit, unsterblich jenseits von Form und ungeboren jenseits von Formlosigkeit.

Manifestationen des einen Klangs, der die Qualität der Lichtheit offenbart. Lichtheit strahlend, scheinend, verwebend zu formlosen Lichtuniversen, lebendig pulsierend, auflodernd, ineinander verschlungen und in sich verwindend erscheint der Dimensionssturz in Festigkeit. So also IST der Sturz in Form, in Verdichtung des Lichts zu Schatten der Erscheinungen. Du erscheinst in Form und damit erscheint das Vergessen der Unsterblichkeit. Unsterblich da DU nie geboren werden konntest.

Da DU schon immer ursachlos bist, kannst DU nur erscheinen.

Das Vergessen was Du wirklich bist, dieses Sich- Nicht-Erinnern, ist Angst. Und Angst,verdichtet zur persönlichen Existenz, klammert sich an einen Namen und einer persönlichen Geschichte.

Der Name wird vergehen, die persönliche Geschichte wird vergessen, sowieso sind es nur Buchstaben mit Rauch in den Nachthimmel geschrieben. Das alles wird sterben, vergehen und ausgelöscht. Andere Namen und Geschichten kommen und verlöschen wieder. Eine Sternschnuppe der Form am Himmel der Formenwelt kurz auflodernd und verglühen. Die verdichtete Lichtheit als scheinbar feste Form zerfällt unweigerlich zu dem was es schon immer IST, zu Elementen der Ewigkeit, um sich aufs Neue zu Form zu verdichten.

Um zu sehen was bleibt und was geht, muss gesehen werden was IST. Du bist Dies als Vergessenheit des So-Seins, in sich unsterblich, da ungeboren. Die Vergessenheit Deiner wahren Natur erzeugt den Glauben an die Sterblichkeit der Lebendigkeit.

Du hältst dich für den Körper in der Erscheinungswelt.
Du hältst dich für den Namen, den du von anderen Vergessenen bekommen hast.
Du hältst dich für die persönlichen Geschichten, die sich durch dich ereignet haben sollen.

So hältst du dich für real in diesem Traum aus dünner Energie, die sich durch deine Augen auf die Leinwand der Unendlichkeit als ein Leben projiziert.

Das alles wird verlöschen und in unserer Unwissenheit nennen wir das Tod, da wir gleichzeitig in unserer Ignoranz darauf bestehen, diese aufscheinende Existenzform als mein Leben zu bezeichnen.

So erscheinen deine Angstattacken auf der Grundlage von Vergessenheit deiner leuchtenden unsterblichen Natur und auf der Basis der unhinterfragten Annahme der endgültigen festen Realität dieser Welt.

So bindet sich die gesamte Wahrnehmung, dieser individuellen Erscheinungsform, an den Glauben der festen Existenz einer Person, mit ihrer Geschichte und ihrem Namen. Und so wird auch diese individuelle Wahrnehmung, mit dem Zerfallen der Form und dem Verglimmen ihrer scheinbar persönlichen Geschichte, erlöschen müssen.

Von allem Inhalt des Glauben-Müssens befreit sinkt Bewusstsein in das ewig ungeborene Unbewegbare zurück, um als Bewegung des inhaltsfreien Bewusstseins erneut als Gefäß für Inhalte zu erscheinen.

Das IST das ewige zeitlose, atemlose Gezeitenspiel des leuchtenden Ozeans der Liebe.

Der Tod in dieser Existenz ist somit nur das Nichterkennen, in einer scheinbaren persönlichen Form als eine Ausprägung der unsterblichen Bewusstheit, durch sich selbst.

Das Leben als eine Person ist somit auch nur das Nichterkennen seiner wahren Natur, in einer scheinbaren persönlichen Form als Ausprägung der unsterblichen Bewusstheit, durch sich selbst.

Doch scheinbar kann es geschehen, dass Wahrnehmung sich von der Fixierung auf die Inhalte lösen kann, bevor der Körper zerfallen muss.

Dann sieht sich leuchtende Bewusstheit selber als individuelles Gefäß, erscheinend in dem großem Leuchten der liebenden Lebendigkeit. Unzerstörbar, da die ewig ungeborene Grundlichtheit des Seins als Alles erscheint.

Somit auch als du, der scheinbar alles vergessen hat und nun um ein Leben zittert, obwohl du das Leben bist.
Doch auch das Erkennen kann erscheinen, da Dies als Alles erscheinen kann.
Unendliche Potenzialität.

Dieses Erkennen lässt das Leben, wie es nun auch erscheinen mag, völlig unberührt und so kann Leben einfach nur erblühen und der Duft der Liebe nimmt durch Dich Gestalt an.

Immer wieder.
Ewig Todlos, Angstlos.
Anfangslose Lebendigkeit.

Atme tief den Duft der Rose im frischen leuchtenden Morgenlicht.
Siehst DU wie sich die Strahlen der Liebe in dem Tautropfen der Nacht spiegeln?

Das bist DU, mein unsterblicher liebster Freund.

Muss ich das Ego loswerden um die Stille zu finden? Teil 1
Februar 21, 2012

Fragen eines Freundes

11.01.2012

Muss ich das Ego loswerden um die Stille zu finden? Teil 1
Ist das Ego schuld an dieser kranken Welt? Teil 2
Ich fühle mich innerlich so zerrissen. Was soll ich tun um endlich Ruhe zu haben?

Teil 1

Warum stellen wir eigentlich diese Fragen? Ist es die Hoffnung, dass die Antwort die Lösung unserer Probleme bedeuten könnte? Das die Antwort die Fähigkeit in sich trägt, unsere innere Zerrissenheit und unseren Schmerz auszulöschen? Oder das die Antwort die Welt rettet? Wenn das so wäre, dann wäre unsere Freiheit von Antworten abhängig. Doch Antworten erscheinen hier in Sprache, sie sind also Objekte.

Die Lebensdauer von Objekten ist immer von Umständen abhängig und irgendwann zerfallen alle Objekte. Auch die perfekteste Antwort wird zerfallen, spätestens wenn die Sprache, in der sie erscheint, von niemand mehr gesprochen und verstanden wird. Wenn Freiheit von Objekten abhängen würde, dann müsste die gesamte Menschheit schon lange im Paradies leben, denn Objekte, ob geistiger oder stofflicher Natur, erscheinen ständig.

Doch wenn wir die Welt und unser Leben als Menschen betrachten, müssen wir realistisch feststellen, dass der Schmerz und die Zerrissenheit nicht weniger geworden ist. Wir schauen heute auf eine Welt, die geradezu im Wahnsinn zu versinken scheint. Angeführt von blinden Narren, gefolgt von einer Menschenmenge, gleich einer Schafsherde, die das Lied von Angst, Neid und Gier singen, als ob es das Hohelied der Erlösung wäre. Immer auf der Suche nach beständiger Sicherheit durch die Welt stampfend und dabei alles zerstörend was dabei im Weg steht.

Das ist keine Theorie. Schau dich um in der Welt, der nächste Krieg, die nächste Krise, die nächste Unmenschlichkeit ist schon im Anmarsch.

Wir sollten also unseren Blick über die Antwort hinaus erheben, über das Verstehen hinaus, um zu sehen, auf was die Antwort hinweist.

Dann ist vielleicht Erkennen möglich.

Muss ich das Ego loswerden um die Stille zu finden, ist deine Frage. Wenn du bereit bist, können wir zusammen nach der Antwort forschen. Vielleicht findest du dabei in dir die Antwort auf alle deine Fragen.

Möchtest du finden, liebster Mensch?

Dann lass uns gemeinsam forschen. Doch vielleicht noch das, hier geht es nicht um Glauben oder um Nicht-Glauben. Stelle alles auf den Prüfstand, was hier gesagt wird und finde selbst heraus, ob es die Wahrheit ist. Dein Herz verneigt sich still in Demut vor der Wahrheit. Dein Herz kann durch nichts getäuscht werden. Also forschen wir mit Herz, denn in diesem Licht hat nur Wahrheit bestand.

Alle deine Fragen scheinen auf eine wesentliche Kernfrage hinzudeuten.

Gibt es eine Möglichkeit der menschlichen Existenz, die jenseits von dieser Zerrissenheit, dieser Rastlosigkeit und dieses Zerstörungswahns liegt?

Gibt es eine Existenzmöglichkeit der Menschen, die nicht dem Ausdruck dieser Dynamik des Beherrschens und des Beherrscht-werdens unterworfen ist, mit all seinen Ängsten, Grausamkeiten, Vereinsamung und der verzweifelten, vergeblichen Suche nach dauerhafter Sicherheit?

Müssen wir wieder zu Kindern werden, zurück in Unschuld und Unwissenheit fliehen, zurück in das Mutterleib kriechen, um das verlorene Paradies zu finden?

Kann Flucht zur Freiheit führen?

Also schauen wir doch erst einmal genau hin, vor was wir fliehen.

Was ist das Ego überhaupt? Nein, es geht hier nicht um psychologische Definitionen. Wir betrachten das Ego direkt. Wir betrachten uns direkt. Keine Analyse, sonst würden wir in diesem Leben zu keinem Ergebnis kommen. Analyse ist ein Instrument des Egos, es ist Gedanke. Hier wird nur ein Beobachten vorgeschlagen. Das Beobachten dessen, was in der Suche erscheint, ohne Verurteilung, ohne Verteidigung, kein Ignorieren. Keine Flucht in Selbstbetäubung. Keine Flucht in Analyse.

Beobachten wir einfach wie sich da dieser Gedankenstrom unablässig erhebt. Kreisend und wirbelnd die Bruchstücken von Gedanken verwebt, auseinanderfällt und sich wieder verbindet. Immer in Bewegung. Ruhelos. Wie gespeicherte Erfahrungen in diesem Gedankenwirbelsturm einer rastlosen Begutachtung unterzogen werden. Wie sie zu Glaubenssätzen emporsteigen, wie sie die Begutachtung als wichtig passieren dürfen oder wie sie achtlos fallen gelassen werden, wenn sie als bedeutungslos eingestuft werden.

Beobachte genau und frage dich selbst, hast du irgendeinen Anteil an diesem Vorgang? Hast du irgendeine Möglichkeit diesen Prozess zu beeinflussen oder sogar zu stoppen? Ganz direkt. Jetzt.

Also du kannst es nicht. Das ist die Wahrheit. Seltsam, oder?

Wenn wir über uns Menschen reden, meinen wir dann diesen mechanischen, sich wie ein irrer Kreisel, drehenden Vorgang in unserem Kopf? Das sollen wir also sein, dieser Gedankenmechanismus, den wir als Ego, ich oder das Selbst bezeichnen?

Oder müssten wir ehrlicherweise sagen, da er scheinbar in einer offensichtlich unbeeinflussbaren Art und Weise in uns wirkt, dass dieser Mechanismus inzwischen unser Menschsein definiert?

Doch wie kann so ein rastloser, mechanischer, sich jeder Kontrolle entziehender Gedankenwirbeln diese Aufwertung erfahren, sich für dich auszugeben?

Gehen wir doch noch etwas näher heran, vielleicht finden wir die Lösung, wenn wir tiefer in dieses Rätsel eindringen.

Was finden wir vor, wenn wir die Arbeitsweise dieses Prozesses beobachten? Nach welchen Grundsätzen und Regeln arbeitet dieser Mechanismus. Mit welchem Recht glauben wir Ego zu sein, oder erlauben wir Ego sich als du auszugeben?

Wir stellen fest, dass die Inhalte der Grundsätze, wie zum Beispiel moralische oder ethische Vorstellungen, schon von Mensch zu Mensch, geschweige dann zwischen Kulturen, unterschiedlich sind.

Es scheint keine allgemeingültige Inhalte zu geben, die Variationsbreite ist sehr groß, es scheint einfach alles sein zu können.

Aber doch wird von jedem Menschen, egal welcher Kultur, Gesellschaft oder Epoche, Ego als Ausdruck des Menschenseins fraglos akzeptiert. Dieses fraglose Akzeptieren scheint die Hauptübereinstimmung zu sein. Es scheint das verbindende Merkmal, über alle Unterschiede der Menschen, Kulturen und Epochen hinweg.

Nach welchen Regeln arbeitet dieser Gedankenwirbel, was finden wir hier vor? Wenn wir tief genug vordringen, finden wir unter allem Gedankennebel nur eine Hauptregel und das ist der Befehl zur Bewegung an sich. Der Befehl zur Funktionalität. Wir finden also bei unserer Forschung ein sich aberwitzig, permanent drehendes Gedankenkarussell, das prinzipiell frei von beschränkenden Grundsätzen, inhaltlich alles aufnehmen kann, es betrachtet, archiviert, verknüpft, verwirft usw. und als Hauptregel den Grundsatzbefehl des Funktionieren seiner selbst, sozusagen fest verdrahtet in der Hauptsteuerung, aufweist.

Wir müssen weiter feststellen, dass wir anscheinend keine Macht über diesen Mechanismus haben, um ihn z.B. zu stoppen. Die Inhalte, mit denen sich dieser Mechanismus beschäftigt, scheinen in Abhängigkeit von kulturellen Kontexten, sozialen Konditionierungsvorgängen und von genetischen bedingten Gegebenheiten definiert zu sein. Auf diese Umstände hatten wir also ebenfalls nie Einfluss.

Wir müssen feststellen, dass wir diesen Mechanismus nicht geschaffen haben können, es übersteigt bei weitem unsere Fähigkeit. Wir haben keinen Schlüssel zum Kontrollzentrum und wir haben keine Macht über ihn.

Und doch können wir diesen Mechanismus untersuchen. Wir können sogar bei genug Mut in seinen Kern eindringen. Wenn Wahrnehmung dorthin vordringt, finden wir etwas sehr Seltsames vor. Im Kern, im Zentrum des Gedankenwirbels herrscht absolute Ruhe, wie in dem Auge eines Wirbelsturms. Hier dreht sich kein Gedanke, kein Lüftchen bewegt sich.

Das kannst du selber nachprüfen, es braucht nur ein bisschen Courage und Forschungsdrang. Dein Leid könnte Antrieb genug sein, dieser Angelegenheit auf den Grund zu gehen. Denn hier finden wir tatsächlich den bewegungslosen Bodensatz des Denkmechanismus. Diese Ruhe hier ist ein wenig dumpf, man kann hier nicht lange bleiben.

Die Gravitationsauswirkungen des Denken-müssen beeinflusst hier die Reinheit der Wahrnehmung. Aus dieser Perspektive scheint die inhärente Aufgabe von Denken-müssen die Untersuchung durch unterscheidungsloses Zerlegen des Untersuchten zu sein, um schließlich unterscheidungsfähige Erkenntnisse zu gewinnen und zu speichern. Jede Methode, jedes Wort über eine auf diese Art gewonnene Erkenntnis, jede bekannte Definition, jede Schlussfolgerung und wirkt sie noch so scharfsinnig, jede philosophische Betrachtungsweise, ist von hier geborgt.

Auch diese Beschreibung, die gerade stattfindet.

Wir können uns hier nicht lange aufhalten. Die Betrachtung dieses mechanischen Zerlegungsdrangs führt recht schnell zu einer Niedergeschlagenheit, die zu einer ausgewachsenen Depression mit nihilistischen Ausprägungen anwachsen kann.

Diese Ruhe, diese Art Stille besitzt also Eigenschaften, weist Qualitäten auf. Es kann also nicht STILLE sein. STILLE IST schon ewig, jenseits von allen Eigenschaften, von allen Qualitäten. Jedoch in STILLE können alle Qualitäten, Eigenschaften erscheinen.

Doch für einen kurzen Blick, aus dem ruhigen Zentrum des Gedankensturmes auf die Struktur des Wirbels, reicht es. Was nehmen wir hier wahr? Was nimmst du von hier wahr?

Nichts.

Genau, auch das ist die Wahrheit.

Von hier wird gesehen, dass das, was von „außen“ betrachtet mächtig und beherrschend erscheint, sich als Nichts aus Nichts erhebt und auch darin wieder versinkt.

Ein dynamischer blinder Prozess, ein Abtasten der Erscheinungen, ein Aufsammeln von Ereignissen, ein Abspeichern von Geschichten, ein Zerlegen von Objekten,  ein ständiges Messen, Wiegen und Beurteilen durch das Raum und Zeit auftaucht.

Das kannst Du nicht sein, denn Du stehst gerade im Zentrum dieser Maschine und nimmst wahr.

Also wer bist Du dann, wenn Du dieser mechanische Vorgang nicht sein kannst?

Vielleicht kannst Du jetzt erkennen, dass alle Fragen nur dazu dienen, diese eine Qualität zu enthüllen. Dies was Du tatsächlich bist. Diese Qualität können wir gerne auch Intelligenz nennen. Gerne auch intelligente Wahrnehmung.

Beweglich, lebendig, leuchtend, durchdringend.

Das Verhüllen, oder das Vergessen von Intelligenz selbst, führt anscheinend zu einer Identifikation mit Etwas. Es führt zu dem großen Vergessen. Da Vergessen stattgefunden hat, führt nun ein blindes mechanisches Etwas.

Doch du kannst dieses Etwas nicht zerstören, du hast es auch nicht erschaffen. Aber es kann zum Erliegen kommen, völlig spontan und jenseits aller Vorstellungen.

Wie, fragst du?

Aber schau doch genau hin. Ist gerade Denken-müssen da? Nein, na also.

Völlige Stille, absolute Intelligenz.

Frag nicht wie Dies bleiben kann, bleib einfach ohne Greifen.

Dies kann nicht bleiben, weil es schon IST.

Hier ist kein Raum für Etwas, hier ist keine Grundlage für Ego. Hier ist nur Sehen DESSEN. Hier ist nur Hineinschmelzen in sich selbst, in den Urgrund.

Jetzt, völlig jenseits von Bewegungslosigkeit, erscheint Bewegung und Intelligenz. Schau genau hin, hat jetzt dieser verrückt rotierende Mechanismus bestand?

Schau genau hin, du strahlst höchste Lebendigkeit aus und bist nicht zu Gemüse geworden oder zu einem unwissenden Fötus.

Jetzt kann es geschehen, dass die äußere Form als Mensch zu einem leuchtenden Gefäß der Intelligenz aufscheint. Dann erkennst Du, dass Menschsein das ist, was es schon immer IST, eine Manifestation der Liebe, der Intelligenz, der unterscheidungsfähigen Wahrnehmung.

In dieser Glut schmilzt alles und Selbstlosigkeit erkennt sich als Wesen der Intelligenz.

Doch das ist nicht das Ende, das ist erst der Beginn der Reise.

weiterlesen  Teil 2

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