Was ist mit dem Tod? Was bleibt, was geht?
März 6, 2012

Fragen eines Freundes

02.03.2012

Was ist mit dem Tod? Was bleibt, was geht? Was ist denn nun Leben und was ist nun Tod?

Ich lag gestern im Bett und hatte so eine dieser Angstattacken die man (ich) so manchmal hat. Ich war gerade bei so einer Stelle in einem Buch in der stand:

“Es muss dunkler sein als dunkel, denn jemand, der diese Dunkelheit hätte wahrnehmen können, ist nicht da. Es ist das pure Nichts. Unvorstellbar.”

Dann hab ich Panik bekommen… es hat eine Stunde gedauert bis ich wieder normal denken konnte und die Angst nachließ.

 Also, was ist Tod?

 

Vielleicht fragen wir erst einmal warum diese Frage gestellt wird.
Was ist die Motivation?
Ist es die Suche nach ewiger Beständigkeit?
Ist es ein Greifen nach Dauerhaftigkeit, nach einem persönlichen Leben der Unzerstörbarkeit?

Wenn diese Motivation die Grundlage für deine Frage ist, besteht keine Hoffnung auf ein wahrhaftiges Gespräch. Dann besteht keine Chance, dass sich Wahrheit manifestiert. Denn dann fordern wir von der Wahrheit etwas. Wir bestehen also auf ein messbares Ergebnis und wir zerschlagen die Wahrheit in kleine Stücke und untersuchen sie mit unserem Verstand und unserem Denken. Dabei kommt nichts heraus, außer noch mehr Angst. Denn auch zerlegt macht die Wahrheit keinen Sinn für unseren Verstand.

Doch der Verstand kann nichts dafür. Er ist schuldlos, denn es ist seine Natur die Dinge auf diese Art und Weise zu untersuchen, Objekte zu zerlegen, zu analysieren, zu wiegen und zu messen. Es sollte klar sein, dass die Wahrheit dich so nicht erreichen kann. Der Verstand ist nicht das geeignete Instrument der Wahrheit zu begegnen. Wahrheit ist nicht die Summe ihrer Teile, sondern das unteilbare Eine offenbart sich anfangslos als Wahrheit. Es ist also nicht zu erfassen, zu messen, zu vergleichen, aber es kann gesehen werden in seiner Ganzheit. Die Intelligenz, die wir wirklich sind, ist das Sehen Dessen als Gesamtheit. Falls es möglich ist die Hoffnung auf das Verstehen nur für diesen Moment ruhen zu lassen, kann die Antwort ein Fingerzeig, ein Hinweis auf die Wahrheit sein. Möglicherweise bist du so für Wahrheit zu erreichen und durch dich sieht sich die Wahrheit plötzlich unvermittelt selbst.

Weniger ist nicht genug, doch mehr ist nicht nötig.

Die grundlose Forschung ohne Greifen nach Resultaten, das tiefe Eintauchen in Stille, das Stillstehen des Verstandes durch Abwesenheit des Denken-Müssens, ist das fraglose Sehen aller Antworten. So geschieht das mühelose Aufgedeckt-Sein aller Geheimnisse durch sich selbst. Und so wird auch gesehen, dass Verstehen an sich bedeutungslos bleibt, da es nicht über sich hinaus reichen kann.

Also tauchen wir tief nach Wahrheit. Wir tauchen ohne das Beatmungsgerät der fragenden Person, ohne das Denken-müssen. Wir zerlegen nichts, wir analysieren nichts, kein Ablehnen und kein Annehmen. Wir schauen fraglos auf das Unfassbare und in diesem fraglosen Geist erscheint Staunen. Doch auch dieses Staunen bleibt unberührt. So sinken wir still dem Grund von Allem entgegen und im Sehen Dessen erscheint unermessliche Tiefe, bewegungslos, zeitlos, ewig. So ist diese Forschung nach dem Tod nur ein winziger Wirbel, eine ursachlose Bewegung der unendlichen raumlosen Unbewegtheit. So erscheint Dies in Unbewegtheit, leuchtend, klar, intelligent, als Bewegung in sich selbst.

Leuchtende ungeschaffene Unbewegtheit weist keine Qualitäten auf, auch nicht die Qualität des Todes oder des Lebens. Ursachlos als Bewegung manifest, kann es in sich auch wieder ursachlos ruhen. Doch auch das ist kein Tod. Einfach Bewegung bewegt und Bewegung ruhend, absolute Intelligenz. Unendliche Quelle seiner selbst. Bewegung der Lebendigkeit, unsterblich jenseits von Form und ungeboren jenseits von Formlosigkeit.

Manifestationen des einen Klangs, der die Qualität der Lichtheit offenbart. Lichtheit strahlend, scheinend, verwebend zu formlosen Lichtuniversen, lebendig pulsierend, auflodernd, ineinander verschlungen und in sich verwindend erscheint der Dimensionssturz in Festigkeit. So also IST der Sturz in Form, in Verdichtung des Lichts zu Schatten der Erscheinungen. Du erscheinst in Form und damit erscheint das Vergessen der Unsterblichkeit. Unsterblich da DU nie geboren werden konntest.

Da DU schon immer ursachlos bist, kannst DU nur erscheinen.

Das Vergessen was Du wirklich bist, dieses Sich- Nicht-Erinnern, ist Angst. Und Angst,verdichtet zur persönlichen Existenz, klammert sich an einen Namen und einer persönlichen Geschichte.

Der Name wird vergehen, die persönliche Geschichte wird vergessen, sowieso sind es nur Buchstaben mit Rauch in den Nachthimmel geschrieben. Das alles wird sterben, vergehen und ausgelöscht. Andere Namen und Geschichten kommen und verlöschen wieder. Eine Sternschnuppe der Form am Himmel der Formenwelt kurz auflodernd und verglühen. Die verdichtete Lichtheit als scheinbar feste Form zerfällt unweigerlich zu dem was es schon immer IST, zu Elementen der Ewigkeit, um sich aufs Neue zu Form zu verdichten.

Um zu sehen was bleibt und was geht, muss gesehen werden was IST. Du bist Dies als Vergessenheit des So-Seins, in sich unsterblich, da ungeboren. Die Vergessenheit Deiner wahren Natur erzeugt den Glauben an die Sterblichkeit der Lebendigkeit.

Du hältst dich für den Körper in der Erscheinungswelt.
Du hältst dich für den Namen, den du von anderen Vergessenen bekommen hast.
Du hältst dich für die persönlichen Geschichten, die sich durch dich ereignet haben sollen.

So hältst du dich für real in diesem Traum aus dünner Energie, die sich durch deine Augen auf die Leinwand der Unendlichkeit als ein Leben projiziert.

Das alles wird verlöschen und in unserer Unwissenheit nennen wir das Tod, da wir gleichzeitig in unserer Ignoranz darauf bestehen, diese aufscheinende Existenzform als mein Leben zu bezeichnen.

So erscheinen deine Angstattacken auf der Grundlage von Vergessenheit deiner leuchtenden unsterblichen Natur und auf der Basis der unhinterfragten Annahme der endgültigen festen Realität dieser Welt.

So bindet sich die gesamte Wahrnehmung, dieser individuellen Erscheinungsform, an den Glauben der festen Existenz einer Person, mit ihrer Geschichte und ihrem Namen. Und so wird auch diese individuelle Wahrnehmung, mit dem Zerfallen der Form und dem Verglimmen ihrer scheinbar persönlichen Geschichte, erlöschen müssen.

Von allem Inhalt des Glauben-Müssens befreit sinkt Bewusstsein in das ewig ungeborene Unbewegbare zurück, um als Bewegung des inhaltsfreien Bewusstseins erneut als Gefäß für Inhalte zu erscheinen.

Das IST das ewige zeitlose, atemlose Gezeitenspiel des leuchtenden Ozeans der Liebe.

Der Tod in dieser Existenz ist somit nur das Nichterkennen, in einer scheinbaren persönlichen Form als eine Ausprägung der unsterblichen Bewusstheit, durch sich selbst.

Das Leben als eine Person ist somit auch nur das Nichterkennen seiner wahren Natur, in einer scheinbaren persönlichen Form als Ausprägung der unsterblichen Bewusstheit, durch sich selbst.

Doch scheinbar kann es geschehen, dass Wahrnehmung sich von der Fixierung auf die Inhalte lösen kann, bevor der Körper zerfallen muss.

Dann sieht sich leuchtende Bewusstheit selber als individuelles Gefäß, erscheinend in dem großem Leuchten der liebenden Lebendigkeit. Unzerstörbar, da die ewig ungeborene Grundlichtheit des Seins als Alles erscheint.

Somit auch als du, der scheinbar alles vergessen hat und nun um ein Leben zittert, obwohl du das Leben bist.
Doch auch das Erkennen kann erscheinen, da Dies als Alles erscheinen kann.
Unendliche Potenzialität.

Dieses Erkennen lässt das Leben, wie es nun auch erscheinen mag, völlig unberührt und so kann Leben einfach nur erblühen und der Duft der Liebe nimmt durch Dich Gestalt an.

Immer wieder.
Ewig Todlos, Angstlos.
Anfangslose Lebendigkeit.

Atme tief den Duft der Rose im frischen leuchtenden Morgenlicht.
Siehst DU wie sich die Strahlen der Liebe in dem Tautropfen der Nacht spiegeln?

Das bist DU, mein unsterblicher liebster Freund.