Fragmente, ein Gespräch über Non-Dualismus und andere Aussagen
Januar 13, 2019

Fragmente, ein Gespräch über Non-Dualismus und andere Aussagen

Dezember 2018

Wir habe letztens über solche Aussagen wie „absolute Freiheit“ besonders im Kontext zu „Befreiung oder Erfahrung der Befreiung“ gesprochen. Weiterhin ob diese und andere Aussagen dazu wahr sind und besonders warum überhaupt solche Sätze benutzt werden…. „da ist niemand der etwas tut oder lässt, bewirken könnte… die Quelle drückt sich als du aus und du bist schon Wirkung… usw.“

Nun direkt gesagt ist die Aussage da ist „niemand“ genauso falsch wie die Aussage da ist „jemand“, da sie sich aufeinander beziehen und somit von einander abhängig sind. Gegenseitige Abhängigkeit repräsentiert aber relative Umstände und ist dualer Natur. Die absolute Wahrheit jedoch ist sogar jenseits von Non-Dualität da sie keinerlei Qualitäten aufweist.

Insofern ist diese Aussage zu…  niemand ist… prinzipiell unwahr bzw. Nicht-Wahrheit.

Hier wird allerdings trotzdem die Aussage  „da ist niemand… “ bevorzugt, da sie scheinbar in eine Richtung weist die gerne als Wahrheit benannt wird. Diese Aussage scheint also in eine bestimmte Richtung, die Befreiung und Freiheit genannt werden könnte, zu zeigen. Das wird hier als „richtiger“ gesehen. Wenn du jetzt nachfragst und wissen möchtest für „wen“ wenn es doch „niemanden“ gibt, wird das ganze Paradox sichtbar. Dann sind wir genau am Punkt.

So kann durch Sprache und prinzipiell unwahre Aussagen, z.B. die Unwahrheit „der unhinterfragten Annahme eine feste unabhängige Existenz zu haben“ sichtbar gemacht werden.

Das Instrument Sprache, welches ein Ausdrucksmittel des analytischen Verstandes ist, wird so gegen das gewohnheitsmäßige Muster der üblichen Wahrnehmung … ich und du, Objekt und Subjekt, hier und dort etc…. gerichtet.

Das Ergebnis kann sein, dass dieses gewohnheitsmäßige Muster zu funktionieren aufhört, temporär oder dauerhaft. Dann tauchen vielleicht andere Erfahrungen auf als die bisherigen Erfahrungen, die dir bis gerade eben noch das Bild einer festen Welt vermittelt haben.

Warum ist die Aussage „da ist niemand…oder da ist Nichts“ aber nicht wirklich wahr? Weil es eine extreme und paradoxe Aussage ist. Sie ist genauso extrem und paradox wie zu sagen „ich existiere, weil ich Schmerz spüre, wenn mein Fuß sich an einem Stein stößt und diese Erfahrung vermittelt, dass die Welt fest ist…“

Die Sicht vermittelt die Erfahrung das hier niemand schreibt. Die Erfahrung mit dem Kopf gegen die Wand zu stoßen vermittelt eindringlich eine physische Existenz.

Was ist also Wahrheit?

Beides gemeinsam drückt gleichzeitig Wahrheit und Nicht-Wahrheit aus. Es ist nur ein Paradox für den gewohnheitsmäßigen Denkvorgang. Berührt weder die Sicht noch das Gefühl die scheinbaren Gegensätze bist Du Wahrheit. Die Mitte manifestiert sich und damit offenbart sich der scheinbare Gegensatz von Befreit und Nicht-Befreit mühelos zu Freiheit.

Relativ gesehen können extrem und paradoxe Aussagen Instrumente sein um etwas in dem Frager zu bewegen oder hervorzubringen. Also etwas ins Licht zu bringen was er/sie schon wusste, sonst hätte die Frage nicht gestellt werden können. Der Frager bettelt um den Schlag der ihn von dem Rausch der Vernebelung aufwachen lassen soll.

Natürlich bettelt sich die Quelle in Form des Fragenden und des Antwortgebers selber an und gibt sich selber die Antwort und den Schlag.

Das jedoch ist nur die dürftige Beschreibung zu einem unbeschreiblichen Vorgang.

Was hier gesagt wird ist dass die Wesen die Befreiung erfahren regelmäßig in die „Falle des Sehens und der Klarheit“ tappen können weil sie „klarsehen“ und versuchen das „gesehene“ zu beschreiben. So wie die Wesen die keine Befreiung erfahren haben in der „Falle der Verdunkelung, Dumpfheit und Illusion“ gefangen sind, weil dort gar nicht erst der Versuch aufkommt sich mit Wahrheit, Sehen und Befreiung auseinanderzusetzen.

Es sind beides Fallen, allerdings scheint es so zu sein, dass dem Wesen das Befreiung erfahren hat, die inhärent vorhandene Klarheit den Aus-Weg, aus diesen und anderen „Fallen der Befreiung“, aus sich selbst heraus zu weisen scheint.

Das konnte bei den in tiefer Dumpfheit und Illusion gefangenen Wesen so bisher noch nicht beobachtet werden.

Was ist die „Falle des Sehens und der Klarheit“?

Das Sehen und die Klarheit vermittelt Einsichten und Wahrheit. Es sieht dann so aus als ob es tatsächlich so ist, doch es sind ebenfalls nur Erfahrungen die vermittelt wahrgenommen werden. Wenn nicht gesehen werden kann, dass dies auch nur Erfahrungen sind, weil vielleicht gerade die Faszination über die Einsichten und Wahrheit überwiegt, dann ist das ein Fallstrick auf dem Weg zur Freiheit.

Und entschuldige, wenn dich das jetzt noch weiter verwirrt… diesen Weg in die Freiheit gibt es natürlich nicht…. allerdings muss hinzugefügt werden…. Befreiung und Freiheit sind auch nicht nur Metaphern…

Es besteht hier grundsätzlich die Tendenz, auf dem nicht-vorhandenen Weg in die Freiheit, in alle möglichen Löcher zu fallen, über alle möglichen Fallstricke zu stolpern und sich in die offensichtlichen Fallen zu verheddern, hier wird also aus reichlich individueller Erfahrung berichtet.

Die Wahrheit die gesehen wird, kann nicht in Sprache ausgedrückt werden, also ist, sobald Sprache benutzt wird, der „Besitzer der Sprache“ also der Verstand mit im Boot und mit dem Verstand unweigerlich die Subroutinen die „früher“ die Erfahrung einer unabhängigen festen Existenz vorgespielt haben.

Es ist letztlich immer der Versuch absolute Wahrheit mit relativen Erkenntnissen und Erfahrungen zu beschreiben. Das geht natürlich regelmäßig schief und ist somit offensichtlich unvermeidbar.

Solange über das Sehen gedacht, gesprochen, berichtet etc. werden muss, wird es zu etwas Gesehenem und somit zu einem Objekt.

Wenn jedoch dieser Prozess, des zu-Objekts-werdens, während des Sprechens, Berichtens, Denkens gesehen werden kann, ist das selbst-befreiend und Fallen-los.

Wenn allerdings von der Erfahrung berichtet werden muss „da ist niemand der das erfahren kann oder etwas tun kann oder tun konnte oder tun können wird…etc.…“ als etwas das geglaubt-werden-muss, als etwas das eine absolut wahre Aussage ist, ist das eine Falle.

Es gibt einige non-dualistische Strömungen die betonen diesen Aspekt der Erfahrung besonders stark und benutzen ihn als non-dualistische Kernaussage. So kann es passieren das eine wahre non-duale Erfahrung zur Religion wird und somit die Illusion der Dualität gestärkt statt schwächer wird.

Es kann immer nur der vergebliche Versuch sein das Unausdrückbare auszudrücken. Insofern muss das scheitern und in dieser Vergeblichkeit leuchtet die sich entfaltenden Schönheit der unvermittelbaren Wahrheit… die Wahrheit dass Du schon immer Freiheit bist.

Aus dieser Perspektive kann man durchaus sagen, dass Buddha pausenlos gelogen hat um die Wahrheit auszudrücken.

Warum wird dann überhaupt ständig der Versuch unternommen Wahrheit auszudrücken?

Das ist unbekannt.

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Was ist der Unterschied zwischen Freiheit und Befreiung?
Februar 27, 2018

Im Zusammenhang mit meiner Suche nach Freiheit  lese ich immer wieder von den Begriffen >Leerheit< oder auch >Das Nichts<. Was hat das mit Freiheit oder Befreiung zu tun?

25.02.2018

Worte führen sehr schnell in die Irre. Wir hören sie und verstehen oder verstehen nicht.

An diesem Punkt ist der Irrtum schon geschehen.

Denn wenn wir >verstehen< oder >nicht verstehen<  benutzen wir unseren Verstand und dieser kann nur innerhalb der ihm bekannten faktischen Bibliothek agieren. Der Verstand verarbeitet, vergleicht, misst, wiegt, beurteilt usw. Die gesammelten und gespeicherten Informationen in dieser Verstandes-Bibliothek nennen wir unser Wissen. Die daraus konstruierten Zusammenhänge bilden die Basis unserer Überzeugungen und diese stützen das Fundament des Selbstverständnisses  >eine Person zu sein und ein Leben zu haben<.

Befinden sich in unserer Verstandes- Bibliothek eventuell Informationsfragmente zum Thema >Leerheit< in Verbindung mit den Begriffen  >Freiheit< und >Suche<  sagen wir „ich verstehen“ oder „ich weiß“. Werden keine abgespeicherten Informationen gefunden, sagen wir „ich verstehe nicht“ oder „ich weiß nicht“.

Haben wir vielleicht noch ein paar oder auch viele buddhistische Bücher, in denen der Begriff >Leerheit< vorkommt, gelesen oder waren auf einem Seminar/Retreat wo ein Mensch darüber referiert hat, so haben wir möglicherweise mehr Informationen gesammelt als der Durchschnitt. Dann glauben wir dass wir klüger sind als andere. Sind wir gut erzogen sprechen wir das natürlich nicht laut aus, aber selbstverständlich sind wir davon fest überzeugt und denken: „der/die ist dümmer als ich…ich bin wirklich klug“

Haben wir wesentlich mehr Informationen als der Durchschnitt gesammelt, so halten wir uns für Experten.

Glauben wir das wirklich von uns, sind wir weiter entfernt von Freiheit als es der größte Idiot jemals sein könnte.

Wenn du nur für dieses eine Gespräch mal aufhören würdest Informationen zu sammeln, könnte dein Verstand mal ein bisschen verweilen und das Ruhen der Funktionen  >sammeln, bewerten, speichern oder verwerfen, etc.<   gibt dir vielleicht die Energie über das Verstehen hinaus selbst zu Sehen. Du könntest ein Eindruck von dem erhalten was wirklich IST.

Nur „dein“  Sehen kann dir Wahrheit direkt vermitteln. Das Gespräch hier kann bestenfalls ein Impuls dazu sein. Was hier als „Sehen“ bezeichnet wird ist schon etliche Male beschrieben worden.

Also Sehen wir einfach mal zusammen. Kein Sprechender und kein Zuhörender, nur DIES, die Quelle welche sich selbst ins Ohr flüstert.

Wenn wir die Existenzbasis von Objekte, die in unserer Wahrnehmung erscheinen,  wie diese Vase dort oder wie der Gedanke der dazu erscheint „ die Vase ist sehr schön“  gründlich untersuchen, müssen wir feststellen dass wir nicht herausbekommen können woher sie eigentlich kommen. Oder anders ausgedrückt wir finden keinen existenziellen Quelle dem die Vase und der Gedanke dazu ursächlich entsprungen sein könnte.

Bei dem Objekt Gedanke ist es recht einfach, forsche einfach der Energiespur des gerade noch bestehenden Gedankens entlang und versuche den Ursprungsort zu lokalisieren.

Bei der Vase gehe einfach den ganzen Fabrikationsprozess zurück, dann weiter zu der Entstehung der entsprechenden Roh-und Hilfsstoffe bis hin zur atomaren und subatomaren Ebene und dann darüber hinaus.

Forsche selber nach! Es ist nichts zu finden. Es gibt letztlich keine zu lokalisierenden ursächliche Quelle der Entstehung. ALLES erscheint offensichtlich ursachlos.

Die nicht-auffindbare Basis der Entstehung von ALLEM kann Leerheit genannt werden oder auch NICHTS.

Doch sieh jetzt aufmerksam hin. Wenn das Wort Leerheit benutzt wird, entsteht gewöhnlicher Weise in unserem Verstand sofort ein Konstrukt das sich etwa so wie ein „Unendlicher leerer  schwarzer Raum der Nichts enthält“ erklärt. In diesem  „Unendlicher leerer  schwarzer Raum der Nichts enthält entstehen  aus dem Nichts zwar auf unerklärlicher Weise aber eben irgendwie Irgendetwas“. Zum Beispiel eine Vase oder der Gedanke dazu.

Hast Du es bemerkt? Es passiert etwas ziemlich absurdes.

Der Verstand hat jetzt einfach das „ ich weiß oder weiß nicht“ durch „ich glaube oder ich glaube nicht“ ersetzt. Als Nebeneffekt unseres gemeinsamen „Sehens“ hast du gerade bemerken können dass du dem Verstand nicht trauen kannst. Der Verstand ändert einfach die Regeln und präsentiert das als ganz selbstverständlich.

Einem Menschen, der sich so verhält, würden wir mindestens als fragwürdig  bezeichnen, aber unter keinen Umständen würden wir ihm besonders großes Vertrauen entgegenbringen.

Dem Verstand folgen wir gewöhnlich absolut blind. Was für ein absurdes widersprüchliches Verhalten von uns Menschen.

Der „Unendlicher leerer schwarzer Raum der Nichts enthält und in dem auf unerklärlicher Weise irgendwie Irgendetwas entstehen soll“ ist also offensichtlich ein Glaubensakt des Verstandes. Es ist der gleiche Glaubensakt der dich glaubend machen möchte eine separate Person zu sein. Also dort der unendliche (leere) Raum und hier die separate (einsame) Person. Das wird Dualismus genannt.

Zu Glauben fängt der Verstand gewöhnlich dann an wenn er nicht mehr weiter weiß. Er kann ja nicht „Sehen“ er kann nur vergleichen, messen…etc.

Doch du kannst Sehen, denn du bist nicht der Verstand.  Obwohl du dir genau das aus Gewohnheit und Bequemlichkeit oft vordenken lässt.

Lass uns also „weiter“ Sehen.

Wenn wir aus der „Perspektive“ der Leerheit Sehen ist dort tatsächlich Nichts. Aus dieser Sicht gibt es keine unerleuchteten Wesen, keine erleuchteten Wesen, überhaupt keine Wesen, keine Suche, kein Finden, nichts zu verlieren und nichts zu gewinnen, keine Vase und kein Gedanke, kein du, kein ich, kein hier oder dort, kein Anfang, keine Ende, einfach gar nichts.

Doch die Leerheit ist nicht einfach die vollständige ewige Abwesenheit von Etwas. Das wäre wieder ein Gedanke über Leerheit und Ewigkeit und nur eine weitere Variante des schon erwähnten Glaubensaktes des Verstandes.

Die Leerheit ist absolute Nichtexistenz  von ALLEM. Sie ist kein grenzenloser leerer Raum. Es ist der Aspekt der Singularität als Nicht- Raum, Nicht- Zeit und unmanifestierter Potenzialität  jenseits von Ursache und Wirkung repräsentiert.

Ein anderer Aspekt ist die manifestierte Potenzialität der Singularität als ALLES. Doch über diesen Aspekt reden wir gerade nicht. Es gibt noch einen dritten Aspekt und jeder von diesen vermittelt DIES durch bestimmte Erfahrungen. Nur der vollständigkeitshalber, wir demontieren gerade das unteilbare Eine in verschiedene Aspekten um darüber sprechen zu können. Damit haben wir uns schon sehr weit vom Sehen entfernt.

Dieses DIES, die „Singularität“ IST die Existenz und Nicht-Existenz von ALLEM. Da sie immer existent und nicht-existent zur gleichen „Zeit“ IST, kann sie nur Nondual sein.

Es sind nicht zwei Zustände die gleichzeitig existieren. Es ist weder UND noch ODER. Es IST einfach.

Die Singularität ist prinzipiell undenkbar, ultimativ unbeschreibbar und unsehbar. Doch ist DIES in seinen Aspekten, jenseits des üblichen elektro-mechanischen Denkprozesses, erfahrbar,  da wir selbst diese Singularität als sein manifestiertes Potenzial sind und somit die Potenzialität der unkonditionierten Reflektionsfähigkeit verkörpern.

Wenn wir versuchen die Singularität direkt wahrzunehmen, erscheint die Erfahrung dass es nicht geht.

Sehen bleibt bei den erwähnten Aspekten hängen.

Bei dem Sehen von Leerheit nehmen wir oft „Die Schwarze Absolute Stille“ oder auch „schwarzes Licht“ wahr. Es ist eine Erfahrung von Leerheit.

Das ist ein wichtiger Punkt.

Die Erfahrung ist nicht das Erfahrene und schon gar nicht das Gesehene. Wir lassen uns allerdings schnell dazu verleiten etwas nachlässig zu sein und eine Erfahrung als das Gesehene zuzulassen. Das sind Subfunktionen des Verstandesmechanismus. Diese Subroutinen laufen auch noch lange weiter nachdem der ganze Wirkmechanismus  der Person auseinander geflogen ist. Bei Unachtsamkeit können diese Subroutinen von der Energie der Faszination des Sehens weiter gespeist werden. Wir dürfen uns hier nicht selber in die Falle gehen. Sehen (wie es hier beschrieben wurde) ist auch nach Verlöschen des persönlichen Gefühls einer separaten Existenz noch immer dual, wenn auch sehr subtil.

Verweilen in der Wahren Natur IST Nondualität.

Nondualität IST jenseits des Sehens.

Nondualität IST jenseits von Erfahrung.

Nondualität IST absolut unkonstruiert.

Nondualität IST unsere Wahre Natur.

Hier sind einige bekannt die mühelos ständig in Präsenz und Klarheit verweilen.

Hier ist allerdings niemand bekannt der unabgelenkt dauerhaft vierundzwanzig Stunden am Tag in der Wahren Natur verweilt.

Gleichwohl geschieht es ständig.

Es fühlt sich hier an wie ein Hineingleiten und Herausfallen aus der Wahren Natur. Das passiert ständig jedem Menschen. Der einzige Unterschied zwischen „erwachten“  Menschen und „nicht-erwachten“ Menschen ist dass die einen das Hineingleiten und Herausfallen durch Präsenz und Klarheit bemerken können und die anderen nicht. Wenn man zu denen gehört die es bemerken und nicht danach (als Erfahrung) greifen, verlängert sich das unabgelenkte Verweilen in der Wahren Natur. Zumindest wird es hier so erfahren.

Auch das Gefühl des Hineingleitens und Herausfallens ist eine Erfahrung. Tatsächlich ist unsere Existenz die Wahre Natur. Wir sind diese Wahre Natur. Die Wahre Natur kann nicht aus sich selbst herausfallen oder hineingleiten.  Was tatsächlich passiert ist Abgelenktheit. Wahrnehmung hängt sich an eine erscheinende Erfahrung und Abgelenktheit erscheint als Erfahrung des Herausfallens.

Was ist der Unterschied zwischen Präsenz und dem Verweilen in der Wahren Natur?

Wenn das Gefühl der persönlichen eigenständigen Existenz erloschen ist, ist Präsenz möglich weil das Nicht-Befolgen-Müssen von konditionierten Wahrnehmungskonzepten erscheint und eine Menge Energie, die bis dahin in der Aufrechterhaltung der „Person“ gebunden war, freigesetzt  wird. Klarheit scheint auf.

Das Verweilen in der Wahren Natur IST die absolute Abwesenheit von jeglichen Konzepten.

Das Erstere ist Befreiung.

Das Zweite ist die Freiheit selbst.

Es ist hier völlig klar dass dies mangelhafte und dürftige Erklärungen sind. Aber es ist nun eben so dass das Leben hier so erscheint und sich so ausdrückt.

Warum ist das so?
Juli 9, 2015

Warum ist das so?

Die Frage nach WARUM weist immer darauf hin dass der Mind die Führung hat.

Da ist dieses Verstehen wollen.
Das ist völlig üblich. Es ist die übliche Krücke mit der wir durch das Leben humpeln. Du brauchst sie nicht. Doch das kannst Du selber herausfinden.
Hier erscheint nur die Antwort auf deine Frage.

Leerheit und Potenzialität sind nur zwei Wörter. Sie weisen auf etwas Unausdrückbares hin. Diese beiden Wörter sind ein Hinweis auf das anfangslos Unteilbare.

Wenn wir reden wollen, müssen wir es benennen. Sonst ist ein Gespräch nicht möglich. Wenn du noch glauben musst, dass dieses Benennen die Wirklichkeit beschreibt, bist du im Mind.

Bist du im Mind hörst du nicht zu.

Du bewertest.
Bitte lass das.

Also benennen wir.
Nennen wir doch dieses Unbeschreibbare einfach mal Quelle oder als Wirken der Quelle, die als alles erscheint.

Quelle drückt sich ständig aus. Völlig frei fließt die Quelle als Energie und ohne Hindernisse manifestiert sich so die Potenzialität der Leerheit.

Als Alles. Auch als du.

Die Energie fließt ohne Unterbrechung und somit drückt sich auch Leben ohne Unterbrechung aus.

Die menschliche Manifestation ist ebenso Ausdruck, wie dieses was in der Wahrnehmung derselben erscheint. Es ist hier noch nicht getrennt. Es ist nondual.

Die Inbesitznahme dessen was in der Wahrnehmung erscheint
führt zu dem Gefühl von Hier und Dort.
führt zu dem Gefühl von einem Außen und Innen.
führt zu dem Gefühl eines Wahrnehmenden und zu etwas Wahrgenommenem.

Der Mind spielt sein Spiel. Er analysiert und interpretiert.

Dualität.

Aus dem Gefühl wird ein Gedanke.
Aus dem Gedanke wird ein Fakt.
Aus dem Fakt wird die Welt.

Es entsteht Ich und Du.
Das Gefühl des Verlangens und des Ablehnens hält es am leben.

Es erscheint
ein separiertes Leben.
ein separiertes Sterben.

Scheinbar.

Der Mind spielt nur.
Es ist ein Kind.
Lächle und geh einfach weiter.

Deine Frage war: Warum ist das so?
Die Antwort ist einfach.
Weil es möglich ist.

Muss ich das Ego loswerden um die Stille zu finden? Teil 2
Februar 27, 2012

Fragen eines Freundes

11.01.2012

Muss ich das Ego loswerden um die Stille zu finden? Teil 1

Ist das Ego schuld an dieser kranken Welt? Teil 2

Ich fühle mich innerlich so zerrissen. Was soll ich tun um endlich Ruhe zu haben? Teil 3

Teil 2

Da ist dann diese Frage nach der Schuld des Egos an dieser kranken Welt, an der Zerrissenheit in der wir Menschen leben. Wir haben bei unserer Forschung versucht uns dem zu nähern, das was wir allgemein als Ego bezeichnen. Wir haben das Mechanische in diesem festgestellt. Wir konnten die inhärente Substanzlosigkeit des Mechanismus beschreiben.

Wie kann also etwas Mechanisches an irgendetwas eine Schuld haben? Wie kann Schuld als solche überhaupt bestehen. Weisen wir etwas oder jemandem eine Schuld zu, verleihen wir dem Schuldigen Macht. Wir positionieren uns also als Opfer und das Beschuldigte oder den Beschuldigten als Täter. Das ist es, was derzeit auf dieser Welt in einem ungeheuren Umfang und professionaler Selbstverständlichkeit geschieht. Das ist es, was das Gefängnis in dem wir zu stecken scheinen noch realer macht, dem Gefängnis des Nicht-Erkennens.

Und das ist es auch, was fast kein Mensch wissen möchte.

Doch es ist einfach die Wahrheit. Es gibt keine Schuld, es gibt auch keine Schuldigen und so gibt es auch keine Opfer. Es erscheinen Tatsachen, Geschehnisse, Ereignisse und Vorkommnisse, aber Taten geschehen und Ereignisse ereignen sich einfach. Möglicherweise erscheinen sie dir furchtbar oder möglicherweise wunderschön. Vielleicht spielen fühlende Wesen darin eine Rolle. Sie leben, sterben, sind glücklich oder unglücklich in dieser Rolle.

Ein hauchfeines Gewebe aus Nichts formt sich zu Etwas, um sich schließlich wieder aufzulösen und um sich aufs Neue zu einem Gebilde zu formen, nur um sich wieder aufzulösen. Ununterbrochen, endlos, ewig, zwecklos, schuldlos, opferlos, illusorische Manifestationen unserer scheinbaren festen Realität. Phänomene, Schattenspiele die wie Wolken im leeren Himmel ziehen.

So wird es aus Stille wahrgenommen und so wird mit tiefstem Mitgefühl gesehen, dass alle Schuldzuweisungen und Anklagen nur Nicht-Sehen ist.

Doch Nicht-Sehen ist auch nur eine Illusion von Jemand, der wie durch Hypnose bewegungslos zu Eis erstarrt, fasziniert auf ein Spiegelbild, auf eine Reflexion, auf eine Wolke starrt und diese Erscheinung für sich und real hält. Diese Fixierung kann aufbrechen und alles fällt an seinen Platz, mühelos, zeitlos.

Erkennen der wahren Natur ist jenseits von Zeit. Doch es braucht scheinbar Zeit bis befreite Wahrnehmung an diese menschliche Form gewöhnt ist. Der Körper und Geist muss das Überfluten mit Wahrnehmung aushalten können. Die Irrenhäuser sind voll mit Menschen die Sehen, doch die Intensität hat sie ausgebrannt. Die Intensität hat ihre feinstoffliche Struktur durchgeröstet und  für eine nüchterne Wahrnehmung der Unermesslichkeit untauglich zurück gelassen.

Doch dafür ist niemand verantwortlich oder schuldig. Es geschieht einfach und es muss korrekt noch dazu gefügt werden, dass es auch nur scheinbar geschieht.

Bitte vergessen wir nicht, dass hier Geschichten von etwas Unberichtbarem erzählt werden. Doch es ist wahrnehmbar und dann hören alle Fragen auf. Die scheinbaren Wiedersprüche klären sich selbstbefreit im Sehen Dessen. Freiheit von fixiert sein müssen erscheint als befreite Wahrnehmung, die sich einfach auf alles richten kann.

Doch Dualität endet nicht mit dem Auflösen der Person. Das die Dualität endet, ist eine Story über Erleuchtung, die sich jemand ausgedacht hat. Es endet definitiv das tiefsitzende Gefühl und die konditionierte gedankliche Annahme eines persönlichen Erlebens der Welt. Wir können dies gerne das Sterben der Person nennen, doch es trifft nicht den Kern. Denn tatsächlich ist es mehr ein Auslöschen einer nichthinterfragten Annahme, dass da etwas Festes wie eine Person existiert.

Verschwindet diese Annahme, geschieht Wahrnehmung einfach aus sich heraus und insofern ist alles wie immer und doch ist es völlig anders.

Es geschieht also unpersönliche Wahrnehmung und etwas wird wahrgenommen, aber es wird nicht das gefunden was wahrnimmt. Objekte erscheinen weiterhin und in der Wahrnehmung erscheint Unterscheidungsfähigkeit. Es erfolgt weiterhin die Unterscheidung zwischen einer Wand und einer Tür. Es ist für den Körper immer noch besser durch die Tür zu gehen.

Doch das was da wahrnimmt und das was wahrgenommen wird, ist nicht gleich. Dualität bricht nicht zusammen. Bricht Wahrnehmung zusammen, wird bewusst Nichts wahrgenommen. Aber auch hier ist unbekannt was da Nichts wahrnimmt und Spekulationen darüber, was da unbekannt ist, sind nicht möglich.

Es ist möglich, dass das was wahrgenommen wird und das was wahrnimmt verschmilzt. Ob dann noch Dualität besteht ist unbekannt, da das als ein Ereignis rekonstruiert werden muss und somit beim Beschreiben in Objekte zerfällt. Doch auch diese Rekonstruktion wird nicht von einer Person durchgeführt, sondern es geschieht einfach. Die Reise der Wahrnehmung geht also nach dem Verlöschen der Person weiter. Tatsächlich beginnt die Reise erst hier.

Da du es ertragen konntest bis hier mit Aufmerksamkeit zuzuhören, können wir gerne die Frage wiederholen, wer oder was also sollte schuld an der Zerrissenheit dieser Welt sein?

Und wer sollte Opfer sein in diesem Schattenspiel in Nichts und Alles?

Das was hier steht ist Wahrheit und gleichzeitig ist da Gewissheit, dass keine Beschreibung zum Sehen und zur Freiheit führen kann. Also wird sich dein Verstand mit den Wörtern beschäftigen und die Intelligenz kann ihre Arbeit unbemerkt verrichten.

Der intensive Wunsch der bleibt ist, dass DU bald von der Krankheit der Person befreit sein mögest.

zu Teil 1 springen  oder weiterlesen Teil3

Dieser ständige innere Dialog, wie kann ich das stoppen?
Februar 8, 2012

Fragen eines Freundes

08.01.2012

Dieser ständige innere Dialog, diese Gedankenmühle, wie kann ich das stoppen?   (Audio)

Wie ist es in Stille sein und wie erkenne ich die Stille? (Teil 2)

 Teil 1

Lass uns doch erst einmal ein eventuelles Missverständnis klären. Hier ist keine Antwortmaschine, oder okkultischer Mittler, oder Orakel wo eine Frage eingeworfen werden kann und die Antwort wie ein Goldstück der Stille und Wahrheit heraus purzelt. Toll, die absolute Wahrheit in einem Satz und danach gibt es Kaffee mit Apfelkuchen.

Es wäre grotesk anzunehmen, dass Antworten die Wahrheit sein könnten. Sie sind immer nur ein Hinweis, bestenfalls ein Wink in die Richtung der Wahrheit. Schon das Medium mit dem Antworten vermittelt werden müssen, in dem Fall Sprache, bedingt, dass Antworten zu Objekten werden. Objekte gehören nun mal aber zu der Welt des Denkens, der Dualität. Denken kann niemals, wirklich niemals die wahre Natur erfahren. Denken kann nur Kopien anlegen. Kopien von Erfahrungen. Denken ist immer Vergangenheit oder Zukunft. Doch Stille ist sogar jenseits vom Jetzt. Wie soll das Denken Dies verstehen, geschweige dann erfahren? Unmöglich!

Das hier ist eine Forschung. Es ist deine Forschung. Es ist die Forschung von allen die weiter gehen müssen, als nur bis zur Erfahrung der Glückseligkeit. Diese Erfahrung wird wieder vergehen und die Verzweiflung wird dann stärker sein als vorher. Wenn du nicht bis zum Finale gehen willst, dann fang besser gar nicht erst mit der Suche an, doch wenn du begonnen hast, bringe es besser zu Ende. Allerdings ist die Wahrheit, dass beides nicht in deiner Hand liegt.

Forschen wir also. Die Frage ist, wie kann ich den inneren Dialog stoppen. Bitte, folgen wir einfach, ohne innere Bewegung, der Spur die die Worte hinterlassen, denn die Worte sind nicht die Antwort. Auch nicht, wenn sie zu einem verständlichen Satz zusammengesetzt sind. Möglicherweise gerade dann nicht.

Die Antwort hast du doch schon selber erfahren. Den inneren Dialog kannst du nicht stoppen. Das Gerede in deinem Kopf, die ständigen Urteile und Kommentare, das ständige Benennen-müssen von allem was angeschaut wird, das Nachdenken-müssen über die Vergangenheit und die sorgenvollen Gedanken über die Zukunft, das alles ist ein pausenloses Tun. Jetzt möchtest du diesen ständigen inneren Dialog also stoppen.

Das Stoppen-wollen ist aber auch ein Tun.

Du sagst zu dir: >Ich sollte still sein und keine Gedanken haben, dann ist endlich Stille.<
Doch das ist nur ein weiterer Gedanke über das Still-sein.

Du sagst zu dir: >Wenn ich keinen inneren Dialog mehr habe, dann bin ich erleuchtet.<
Doch auch das ist nur ein Gedanke über Erleuchtung.

Es ist ein gedankliches Konzept über Stille und Erleuchtung und die möglichen Voraussetzungen und richtigen Schritte um sie zu erreichen.

Wie soll ein gedankliches Konzept zu Stille führen, wenn genau dieses gedankliche Konzept selbst die Stille zu verschleiern scheint?
Wie willst du also mit einem vergänglichen Tun ein anderes vergängliches Tun dauerhaft beenden? Die beste Technik oder Methode kann das nicht erreichen. Es sei denn, du lässt dein Gehirn entfernen und das scheint eine nicht besonders vielversprechende Methode zu sein. Also möchtest du Konzeptlosigkeit erreichen. Doch das wäre nur ein weiterer Gedanke über ein konzeptloses Erreichen der Stille.

Aber Stille ist schon, jenseits von Konzeptlosigkeit.

Doch das mechanische Denken kann enden.
Aber deine Frage nach dem Wie, ist wieder eine Frage nach einer Methode.
Eine Methode ist immer ein vergängliches Tun, das zu vergänglichen Resultaten führen muss und so drehst du dich im Kreis, endlos, schon ewig.
Das ist unintelligent, allerdings verständlich.

Die Gedanken sind doch nicht das Problem, sondern das Greifen nach ihnen, die Identifikation mit ihren Inhalten.
Das Resultat irgendeiner Methode kann eine Erfahrung sein. Die Erfahrung ist nicht das Erfahrene selbst, da es sofort in der Vergangenheitsform abgespeichert wird. Fasse die Erfahrung nicht an, hole sie nicht aus dem Speicher der Vergangenheit. So ist das Sehen der Stille, in dem jede Erfahrung erscheint, immer frisch. Sie erscheint in sich selbst.
Das zu erkennen ist intelligent, allerdings unverständlich.

Das Kämpfen mit dem Denken, das Ablehnen der Gedanken und ihrer Inhalte führt nur zu einer Spaltung innerhalb der Spaltung. Die Angelegenheit wird nur noch komplizierter. Das Denken kämpft mit sich selber. Gedanke gegen Gedanke. Das führt dich entweder in ein Irrenhaus oder in ein Wirtshaus. Es führt dich also in diese Welt.

Statt die Gedanken zu bekämpfen oder nach ihnen zu greifen, kann da auch nur ein Beobachten ihres Entstehens sein? Beobachten, wie sie aus dem Nichts erscheinen, wie das gewohnheitsmäßige Greifen geschieht, wie begierig die Inhalten aufgesaugt werden, wie die Augen leer werden, wenn diese Gedankenwelt die gesamte Aufmerksamkeit absorbiert, wie der erste Gedanke zum nächsten führt, wie in diesem Gedankenuniversum das Vergessen geschieht, schließlich wie du glaubst Gedanke zu sein. Schließlich wie du fraglos akzeptiert der Denker zu sein. Schließlich wie der Denker aus dem Beobachten ein Konzept entwickelt und wie aus dem Konzept eine Methode wird. Beobachte still genau das.

Befreiung erfolgt durch das Erkennen, was da abläuft. Die Intelligenz, die Stille erkennt was da abläuft. Du bist die Intelligenz, Du bist schon die Stille, jenseits von Beobachtung.

Der Augenblick des Erkennens ist Befreiung. Das mechanische Denken stockt.Stille.

STILLE

Dann kommt ziemlich bald der nächste Gedanke. >Was war denn das?< lautet er vielleicht und der innere Dialog beginnt von vorne.

Na und.

Beobachte ohne Urteil oder innerer Regung eben diesen inneren Dialog.

Das Wiedererkennen ist konzeptlos, methodenlos.
Wenn du einen vertrauten lieben Menschen vom Bahnhof abholst, brauchst du doch kein Konzept oder Methode um ihn zu erkennen. Du beobachtest doch die Menge an Menschen nur um diesen lieben Menschen nicht zu verpassen. Du bist der Liebe wegen hier.
Wenn du abgelenkt bist verpasst du ihn.
Dann plötzlich leuchtet dieser Mensch in der Menge auf und du fällst ihm um den Hals und küsst ihn. Völlig spontan.

Wiedererkennen ist zeitlos, es geschieht einfach.
Beobachte einfach ruhig die Menge deiner Gedanken, auf dem Bahnhof deines Lebens. Benenne nichts, egal was erscheint und dann plötzlich packt die Stille zu und küsst dich mitten in dein Herz.

Ah, Erkennen.

Was erkennt sich? Stille erkennt sich als Du in Stille. Als Stille das in Gedanken versunken war, im Traum ein Leben zu haben.

Du bist das Leben und das kannst Du ziemlich wörtlich nehmen, wenn du möchtest.

Wie kann das Leben ein Leben haben, wenn es schon anfangslos Alles ist?

weiterlesen  Teil 2