Was ist absolute Freiheit?
Mai 2, 2012

Fragen eines Freundes

19.04.2012

Was ist absolute Freiheit?

Die absolute Freiheit ist so gewöhnlich,
dass sie normalerweise einfach übersehen wird.

Wird absolute Freiheit erfahren, ist es fast ein Schock
die Außergewöhnlichkeit der Normalität zu sehen.

Oft werden diese Schocks des Sehens vom konzeptuellen Denken
vereinnahmt und so zu einer spirituellen Erfahrung verarbeitet.

Das Erfahren von absoluter Freiheit ist Wirklichkeit.
Das Rekapitulieren darüber eine Kopie des Verstandes.

So kommt es zwangsläufig zu Aussagen über Leerheit.
So kommt es zwangsläufig zu einem konzeptuellen Verständnis über Leerheit.

Das ist nicht absolute Freiheit.
Das ist Wissen von oder über Etwas.

So geschieht es dann, dass Gefangenschaft
im Wissen über Freiheit ist.

Hier der Wissende, dort die Leerheit.
Hier der Sehende, dort das aufscheinende Licht der Unendlichkeit.
Hier der Fragende, dort die absolute Freiheit.

So sieht spirituelle Gefangenschaft aus.
So sieht absolute Freiheit in der Form des Dualismus aus.

Doch auch diese Manifestation an sich,
ist die Potenzialität als Ausdruck der Essenz in sich selbst.

Dies gerade sich ausdrückend, ist Leerheit,
die sich ausdrückt als Formhaftigkeit
des ewig ungeborenen Einen Unbewegten
in Bewegung.

Auf was wartest du?
Es wird kein Licht der Erleuchtung in dein Innerstes fallen,
um dir die absolute Freiheit aufzuzeigen!

Dein Blick nach außen gerichtet, wird von den phänomenalen Erscheinungen, die nur Ausdruck der unendlichen Potenzialität der Essenz sind, verwirrt.

Dein Blick nach innen gerichtet, wird von deinem Verlangen nach etwas, das schon anfangslos als Alles erscheint, verzerrt.

Das Ungeborene spielt sich selbst den Streich, in dem es sich in der Form dieses fragenden Menschen für suchend und unwissend hält.

Das Ungeborene spielt sich selbst den Streich, in dem es sich in der Form dieses fragenden Menschen für findend und wissend hält.

Jedes Wort, natürlich auch dies, ist somit nur Brennstoff für das gespielte Verlangen in der Unwissenheit des Fragens und in der gespielten Verwirrung des Verstehens der Antwort zu verweilen.

Das ist also das Spiel des Versteckens,
vor der absoluten Freiheit des Einfach-So-Seins.

Doch nun wird dir kein Brennstoff mehr angeboten.

Schau nirgendwo hin und lass den Blick einfach in sich ruhen.
Und unabgelenkt scheint das So-Sein selbstbefreit auf.

Sieh!

Nennst du das jetzt absolute Freiheit, müssen wir von vorne beginnen.
Selbst dein Schweigen ist hier so laut wie ein donnernder Wasserfall.

Sieh, diese blühende Kirsche.
Sieh, wie diese Pracht einfach in dem leeren blauen Himmel erscheinen kann.
Hörst du den Ruf des Pfau‘s dort unten aus dem Garten?

Das ist es!

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Wie kann es sein, dass bestimme Verstrickungen überhaupt zustande kommen?
März 23, 2012

Fragen eines Freundes

31.01.2012

Wie kann es sein, dass bestimme Verstrickungen überhaupt zustande kommen?
Warum verschwinden sie scheinbar und kommen dann doch wieder ans Licht, um erkannt und gelöst zu werden?

Wenn wir von Verstrickungen in unserem Leben sprechen, haben wir oft die Angelegenheiten und Abläufe unseres Lebens vor den Augen, die unserer Meinung nach nicht funktionieren, nicht gerecht oder irgendwie nicht richtig zu sein scheinen. Diese Ereignisse sind unerwünscht, werden abgelehnt, bereut und bekämpft. Das ist ein so automatisierter Ablauf des Kämpfens mit der aktuellen Situation, dass es die allermeisten Menschen nicht einmal bemerken. Ein Reflex der Ablehnung gegen den Ausdruck des Lebendigen, wie es sich gerade als dieser Moment manifestiert. Ein Reflex des Nicht-Erkennens der Wahrheit, ein Reflex der Ignoranz, der natürlich auch sehr subtil sein kann.

Da diese Frage gestellt wurde, bedeutet es, dass etwas zutiefst Intelligentes aufgewacht ist, sich die Dimension des Erkennens aufgetan hat. In dieser Dimension kann zwischen Menschen ein wahrhaftiges Begegnen stattfinden, zum Beispiel dieses Gespräch.

Das Öffnen dieser Dimension des Erkennens bedeutet nicht, dass dort jemand getroffen werden kann der auf alle Fragen eine Antwort hat oder eine übermenschliche Fähigkeit errungen hätte, nein überhaupt nicht. Es bedeutet eher das Gegenteil davon. Es ist gewissermaßen gewöhnlich und unspektakulär.

Die Dimension der Ignoranz jedoch ist das außerordentlich Besondere und es bedarf eine bedeutende Anstrengung in diesem Zustand zu verharren. Es scheint als ob wir Menschen unser Leben so lange mühselig auf Zehenspitzen tippelnd umherirrend verbringen, bis uns vielleicht mal auffällt, dass man auch einfach gehen kann. Entspannt. Entkontrahiert.

Die Dimension des Erkennens ist Ausdruck des Lebens in menschlicher Form, gekennzeichnet durch Hingabe, Harmonie und natürlicher Intelligenz. Sie ist ein Einfließen in Ausdrucksform der vibrierenden Lebendigkeit jenseits von Bedingtheit. Sie ist die formgewebte unpersönliche Lichtgestalt der einen anfangslosen ungeschaffenen Liebe.

Ein Zusammentreffen hier bedeutet also, dass sich einfach die gewöhnlichsten Menschen treffen. Frei von der Last jemand sein zu müssen, kann die schmale Brücke des bürdenlosen Lebens leichten Fußes überquert werden.

Nun da du hier bist, siehst du, dass deine Fragen nur Teil des Zehenspitzentanzes auf dem Parkett der Ignoranz gewesen sind. Ein Tanz der Formen, scheinbar fester Wesen, in der Aufführung eines Theaterstückes mit dem Titel:

„Ich, mein Leben und wie schwierig alles war, ist und sein wird.“

Leuchtende Potenzialität kann sich eben auch, im funkelnden Kleid der menschlichen Form, als Vergessen erheben.
Tanzend, klagend, fordernd und vergehend.

So kann vielleicht gesagt werden, dass Verstrickt-Sein an sich die Wahrnehmungsperspektive eines Tänzers ist, der vergessen hat, dass durch ihn nur eine Rolle gespielt wird, in einem Theaterstückes Namens Leben. Und so ist da immer die Sehnsucht nach dem ersten Preis, der Anerkennung, des Beifalls und die Kapelle des Begehrens spielt dazu die süße Melodie der Vergessenheit.

Sicher, es scheint so bedeutungsvoll die Herausforderungen dieser Welt zu bezwingen. Doch wenn die Zeit gekommen ist, wird selbst die Asche des erfolgreichsten Bezwingers, mit dem Staub der anderen ehemals sich bedeutungsvoll fühlenden Menschen, einfach den Fluss hinunter in den Ozean der Wesenslosigkeit gespült werden und sich auflösend in den Tiefen der Unendlichkeit versinken.

Spurlos, vergessen, ewig ungekannt.
Zu spät.

Nun da du es selber siehst, kann erkannt werden, dass alle Verwicklungen, alles Ablehnen und Greifen, alle Hoffnungen und Wünsche, alle Ängste und Sehnsüchte nur der vibrierende Ausdruck der einen Lebendigkeit ist, die sich, durch diese Form die einen Namen bekommen hat, in die Welt ergießt.

Unablässig, leuchtend, betörend und in sich bedeutungslos.

Nun da du es selber siehst, kann erkannt werden was sich jenseits des Bekannten an Unbeschreiblichem manifestieren kann, wenn der Tänzer schon vor dem letzten Lied gehen kann.

Nun da du es selber siehst, erhebt sich jedoch die Frage, ob du von der Süße der Verstrickung lassen kannst.

Vielleicht ist das die einzige Frage, die in diesem scheinbaren Leben entscheidend ist.

Bedenke klug die Antwort.
Denn es kann tatsächlich geschehen, dass Verstrickungen nur noch als das erscheinen können, was sie schon immer sind, Ereignisse die einfach geschehen. Das Ende der Verstrickungen bedeutet dann also auch, dass der Verstricker hinein schmilzt in dieses ewig Unbekannte.

Bedenke klug!
Denn mein Freund, dann ist der Tanz von Bedeutung endgültig aus. Dann fallen alle Schleier der Hoffnung auf Etwas für immer und dann fällst auch du.

Deine Frage ist also die Frage nach
Freiheit vom Verstrickt-Sein-Müssen.

Tatsächlich ist es die Frage nach Freiheit vom Vergessen-Müssen.

Letztlich jedoch ist es die Frage nach
Freiheit vom Mensch-Sein-Müssen.

Wie also wird die Antwort sein?

Muss ich das Ego loswerden um die Stille zu finden? Teil 1
Februar 21, 2012

Fragen eines Freundes

11.01.2012

Muss ich das Ego loswerden um die Stille zu finden? Teil 1
Ist das Ego schuld an dieser kranken Welt? Teil 2
Ich fühle mich innerlich so zerrissen. Was soll ich tun um endlich Ruhe zu haben?

Teil 1

Warum stellen wir eigentlich diese Fragen? Ist es die Hoffnung, dass die Antwort die Lösung unserer Probleme bedeuten könnte? Das die Antwort die Fähigkeit in sich trägt, unsere innere Zerrissenheit und unseren Schmerz auszulöschen? Oder das die Antwort die Welt rettet? Wenn das so wäre, dann wäre unsere Freiheit von Antworten abhängig. Doch Antworten erscheinen hier in Sprache, sie sind also Objekte.

Die Lebensdauer von Objekten ist immer von Umständen abhängig und irgendwann zerfallen alle Objekte. Auch die perfekteste Antwort wird zerfallen, spätestens wenn die Sprache, in der sie erscheint, von niemand mehr gesprochen und verstanden wird. Wenn Freiheit von Objekten abhängen würde, dann müsste die gesamte Menschheit schon lange im Paradies leben, denn Objekte, ob geistiger oder stofflicher Natur, erscheinen ständig.

Doch wenn wir die Welt und unser Leben als Menschen betrachten, müssen wir realistisch feststellen, dass der Schmerz und die Zerrissenheit nicht weniger geworden ist. Wir schauen heute auf eine Welt, die geradezu im Wahnsinn zu versinken scheint. Angeführt von blinden Narren, gefolgt von einer Menschenmenge, gleich einer Schafsherde, die das Lied von Angst, Neid und Gier singen, als ob es das Hohelied der Erlösung wäre. Immer auf der Suche nach beständiger Sicherheit durch die Welt stampfend und dabei alles zerstörend was dabei im Weg steht.

Das ist keine Theorie. Schau dich um in der Welt, der nächste Krieg, die nächste Krise, die nächste Unmenschlichkeit ist schon im Anmarsch.

Wir sollten also unseren Blick über die Antwort hinaus erheben, über das Verstehen hinaus, um zu sehen, auf was die Antwort hinweist.

Dann ist vielleicht Erkennen möglich.

Muss ich das Ego loswerden um die Stille zu finden, ist deine Frage. Wenn du bereit bist, können wir zusammen nach der Antwort forschen. Vielleicht findest du dabei in dir die Antwort auf alle deine Fragen.

Möchtest du finden, liebster Mensch?

Dann lass uns gemeinsam forschen. Doch vielleicht noch das, hier geht es nicht um Glauben oder um Nicht-Glauben. Stelle alles auf den Prüfstand, was hier gesagt wird und finde selbst heraus, ob es die Wahrheit ist. Dein Herz verneigt sich still in Demut vor der Wahrheit. Dein Herz kann durch nichts getäuscht werden. Also forschen wir mit Herz, denn in diesem Licht hat nur Wahrheit bestand.

Alle deine Fragen scheinen auf eine wesentliche Kernfrage hinzudeuten.

Gibt es eine Möglichkeit der menschlichen Existenz, die jenseits von dieser Zerrissenheit, dieser Rastlosigkeit und dieses Zerstörungswahns liegt?

Gibt es eine Existenzmöglichkeit der Menschen, die nicht dem Ausdruck dieser Dynamik des Beherrschens und des Beherrscht-werdens unterworfen ist, mit all seinen Ängsten, Grausamkeiten, Vereinsamung und der verzweifelten, vergeblichen Suche nach dauerhafter Sicherheit?

Müssen wir wieder zu Kindern werden, zurück in Unschuld und Unwissenheit fliehen, zurück in das Mutterleib kriechen, um das verlorene Paradies zu finden?

Kann Flucht zur Freiheit führen?

Also schauen wir doch erst einmal genau hin, vor was wir fliehen.

Was ist das Ego überhaupt? Nein, es geht hier nicht um psychologische Definitionen. Wir betrachten das Ego direkt. Wir betrachten uns direkt. Keine Analyse, sonst würden wir in diesem Leben zu keinem Ergebnis kommen. Analyse ist ein Instrument des Egos, es ist Gedanke. Hier wird nur ein Beobachten vorgeschlagen. Das Beobachten dessen, was in der Suche erscheint, ohne Verurteilung, ohne Verteidigung, kein Ignorieren. Keine Flucht in Selbstbetäubung. Keine Flucht in Analyse.

Beobachten wir einfach wie sich da dieser Gedankenstrom unablässig erhebt. Kreisend und wirbelnd die Bruchstücken von Gedanken verwebt, auseinanderfällt und sich wieder verbindet. Immer in Bewegung. Ruhelos. Wie gespeicherte Erfahrungen in diesem Gedankenwirbelsturm einer rastlosen Begutachtung unterzogen werden. Wie sie zu Glaubenssätzen emporsteigen, wie sie die Begutachtung als wichtig passieren dürfen oder wie sie achtlos fallen gelassen werden, wenn sie als bedeutungslos eingestuft werden.

Beobachte genau und frage dich selbst, hast du irgendeinen Anteil an diesem Vorgang? Hast du irgendeine Möglichkeit diesen Prozess zu beeinflussen oder sogar zu stoppen? Ganz direkt. Jetzt.

Also du kannst es nicht. Das ist die Wahrheit. Seltsam, oder?

Wenn wir über uns Menschen reden, meinen wir dann diesen mechanischen, sich wie ein irrer Kreisel, drehenden Vorgang in unserem Kopf? Das sollen wir also sein, dieser Gedankenmechanismus, den wir als Ego, ich oder das Selbst bezeichnen?

Oder müssten wir ehrlicherweise sagen, da er scheinbar in einer offensichtlich unbeeinflussbaren Art und Weise in uns wirkt, dass dieser Mechanismus inzwischen unser Menschsein definiert?

Doch wie kann so ein rastloser, mechanischer, sich jeder Kontrolle entziehender Gedankenwirbeln diese Aufwertung erfahren, sich für dich auszugeben?

Gehen wir doch noch etwas näher heran, vielleicht finden wir die Lösung, wenn wir tiefer in dieses Rätsel eindringen.

Was finden wir vor, wenn wir die Arbeitsweise dieses Prozesses beobachten? Nach welchen Grundsätzen und Regeln arbeitet dieser Mechanismus. Mit welchem Recht glauben wir Ego zu sein, oder erlauben wir Ego sich als du auszugeben?

Wir stellen fest, dass die Inhalte der Grundsätze, wie zum Beispiel moralische oder ethische Vorstellungen, schon von Mensch zu Mensch, geschweige dann zwischen Kulturen, unterschiedlich sind.

Es scheint keine allgemeingültige Inhalte zu geben, die Variationsbreite ist sehr groß, es scheint einfach alles sein zu können.

Aber doch wird von jedem Menschen, egal welcher Kultur, Gesellschaft oder Epoche, Ego als Ausdruck des Menschenseins fraglos akzeptiert. Dieses fraglose Akzeptieren scheint die Hauptübereinstimmung zu sein. Es scheint das verbindende Merkmal, über alle Unterschiede der Menschen, Kulturen und Epochen hinweg.

Nach welchen Regeln arbeitet dieser Gedankenwirbel, was finden wir hier vor? Wenn wir tief genug vordringen, finden wir unter allem Gedankennebel nur eine Hauptregel und das ist der Befehl zur Bewegung an sich. Der Befehl zur Funktionalität. Wir finden also bei unserer Forschung ein sich aberwitzig, permanent drehendes Gedankenkarussell, das prinzipiell frei von beschränkenden Grundsätzen, inhaltlich alles aufnehmen kann, es betrachtet, archiviert, verknüpft, verwirft usw. und als Hauptregel den Grundsatzbefehl des Funktionieren seiner selbst, sozusagen fest verdrahtet in der Hauptsteuerung, aufweist.

Wir müssen weiter feststellen, dass wir anscheinend keine Macht über diesen Mechanismus haben, um ihn z.B. zu stoppen. Die Inhalte, mit denen sich dieser Mechanismus beschäftigt, scheinen in Abhängigkeit von kulturellen Kontexten, sozialen Konditionierungsvorgängen und von genetischen bedingten Gegebenheiten definiert zu sein. Auf diese Umstände hatten wir also ebenfalls nie Einfluss.

Wir müssen feststellen, dass wir diesen Mechanismus nicht geschaffen haben können, es übersteigt bei weitem unsere Fähigkeit. Wir haben keinen Schlüssel zum Kontrollzentrum und wir haben keine Macht über ihn.

Und doch können wir diesen Mechanismus untersuchen. Wir können sogar bei genug Mut in seinen Kern eindringen. Wenn Wahrnehmung dorthin vordringt, finden wir etwas sehr Seltsames vor. Im Kern, im Zentrum des Gedankenwirbels herrscht absolute Ruhe, wie in dem Auge eines Wirbelsturms. Hier dreht sich kein Gedanke, kein Lüftchen bewegt sich.

Das kannst du selber nachprüfen, es braucht nur ein bisschen Courage und Forschungsdrang. Dein Leid könnte Antrieb genug sein, dieser Angelegenheit auf den Grund zu gehen. Denn hier finden wir tatsächlich den bewegungslosen Bodensatz des Denkmechanismus. Diese Ruhe hier ist ein wenig dumpf, man kann hier nicht lange bleiben.

Die Gravitationsauswirkungen des Denken-müssen beeinflusst hier die Reinheit der Wahrnehmung. Aus dieser Perspektive scheint die inhärente Aufgabe von Denken-müssen die Untersuchung durch unterscheidungsloses Zerlegen des Untersuchten zu sein, um schließlich unterscheidungsfähige Erkenntnisse zu gewinnen und zu speichern. Jede Methode, jedes Wort über eine auf diese Art gewonnene Erkenntnis, jede bekannte Definition, jede Schlussfolgerung und wirkt sie noch so scharfsinnig, jede philosophische Betrachtungsweise, ist von hier geborgt.

Auch diese Beschreibung, die gerade stattfindet.

Wir können uns hier nicht lange aufhalten. Die Betrachtung dieses mechanischen Zerlegungsdrangs führt recht schnell zu einer Niedergeschlagenheit, die zu einer ausgewachsenen Depression mit nihilistischen Ausprägungen anwachsen kann.

Diese Ruhe, diese Art Stille besitzt also Eigenschaften, weist Qualitäten auf. Es kann also nicht STILLE sein. STILLE IST schon ewig, jenseits von allen Eigenschaften, von allen Qualitäten. Jedoch in STILLE können alle Qualitäten, Eigenschaften erscheinen.

Doch für einen kurzen Blick, aus dem ruhigen Zentrum des Gedankensturmes auf die Struktur des Wirbels, reicht es. Was nehmen wir hier wahr? Was nimmst du von hier wahr?

Nichts.

Genau, auch das ist die Wahrheit.

Von hier wird gesehen, dass das, was von „außen“ betrachtet mächtig und beherrschend erscheint, sich als Nichts aus Nichts erhebt und auch darin wieder versinkt.

Ein dynamischer blinder Prozess, ein Abtasten der Erscheinungen, ein Aufsammeln von Ereignissen, ein Abspeichern von Geschichten, ein Zerlegen von Objekten,  ein ständiges Messen, Wiegen und Beurteilen durch das Raum und Zeit auftaucht.

Das kannst Du nicht sein, denn Du stehst gerade im Zentrum dieser Maschine und nimmst wahr.

Also wer bist Du dann, wenn Du dieser mechanische Vorgang nicht sein kannst?

Vielleicht kannst Du jetzt erkennen, dass alle Fragen nur dazu dienen, diese eine Qualität zu enthüllen. Dies was Du tatsächlich bist. Diese Qualität können wir gerne auch Intelligenz nennen. Gerne auch intelligente Wahrnehmung.

Beweglich, lebendig, leuchtend, durchdringend.

Das Verhüllen, oder das Vergessen von Intelligenz selbst, führt anscheinend zu einer Identifikation mit Etwas. Es führt zu dem großen Vergessen. Da Vergessen stattgefunden hat, führt nun ein blindes mechanisches Etwas.

Doch du kannst dieses Etwas nicht zerstören, du hast es auch nicht erschaffen. Aber es kann zum Erliegen kommen, völlig spontan und jenseits aller Vorstellungen.

Wie, fragst du?

Aber schau doch genau hin. Ist gerade Denken-müssen da? Nein, na also.

Völlige Stille, absolute Intelligenz.

Frag nicht wie Dies bleiben kann, bleib einfach ohne Greifen.

Dies kann nicht bleiben, weil es schon IST.

Hier ist kein Raum für Etwas, hier ist keine Grundlage für Ego. Hier ist nur Sehen DESSEN. Hier ist nur Hineinschmelzen in sich selbst, in den Urgrund.

Jetzt, völlig jenseits von Bewegungslosigkeit, erscheint Bewegung und Intelligenz. Schau genau hin, hat jetzt dieser verrückt rotierende Mechanismus bestand?

Schau genau hin, du strahlst höchste Lebendigkeit aus und bist nicht zu Gemüse geworden oder zu einem unwissenden Fötus.

Jetzt kann es geschehen, dass die äußere Form als Mensch zu einem leuchtenden Gefäß der Intelligenz aufscheint. Dann erkennst Du, dass Menschsein das ist, was es schon immer IST, eine Manifestation der Liebe, der Intelligenz, der unterscheidungsfähigen Wahrnehmung.

In dieser Glut schmilzt alles und Selbstlosigkeit erkennt sich als Wesen der Intelligenz.

Doch das ist nicht das Ende, das ist erst der Beginn der Reise.

weiterlesen  Teil 2

Ich habe diese Stille schon erfahren. Doch es scheint als ob sie immer wieder entgleitet. Wie kann ich Stille dauerhaft erfahren?
Februar 15, 2012

Fragen eines Freundes

09.01.2012

 

Ich habe diese Stille, diese Ruhe im Kopf, schon erfahren. Doch es scheint so als ob sie mir immer wieder entgleitet, als ob sie verschwindet. Wie kann ich diese Stille dauerhaft erfahren?

Du kennst schon die einzige Bedingung, während wir hier dieses Gespräch über Stille führen, oder? Diese Bedingung ist notwendig, damit überhaupt ein Gespräch stattfinden kann, damit beim Frager dies ankommt, dies was mittels des Sprechers ausgedrückt wurde. Die Bedingung ist ein vorurteilsfreies Zuhören dessen, was bei der Antwort ausgedrückt wird. Kein Annehmen, kein Ablehnen, kein Ignorieren, einfach nur still zuhören. Das scheint recht einfach und ist gleichzeitig die schwierigste Aufgabe, die wir von unserem zersplitterten ruhelosen Verstand verlangen können.

Wie du selbst bemerkst, kämpfst du schon mit dieser kleinen Bedingung. Wie wird es dann erst mit der Antwort sein? Vielleicht gefällt dir die Antwort und sie passt in dein Konzept von Wahrheit und Wirklichkeit. Dann wirst du zustimmen und die Antwort als weise preisen. Dann speicherst du sie ab unter „gute Antwort“. Oder, du lehnst sie kategorisch ab, ja sie macht dich sogar wütend. So sollte die Antwort nicht sein, sagst du. Du empfindest die Antwort als nutzlos, denn sie bringt dich nicht weiter. Vielleicht sagt du einfach, das verstehe ich nicht und wendest dich irgendeiner anderen Beschäftigung zu und vergisst sogar deine Frage vollständig. All das ist eine mögliche Reaktionsform.

Du kennst all diese Reaktionsformen genau. Es ist die Art wie wir Menschen ständig reagieren. Es ist unser mechanischer Reaktionsautomatismus, er unterstützt die Blase in der wir gewöhnlich bis zum Tod eingehüllt bleiben. Wenn wir sterben reißt diese Hülle auf und wir erhaschen ein Blick auf das Unvorstellbare, auf das Undenkbare.

Die Blase sollte eigentlich unserer Sicherheit dienen, doch nun ist es ein Gefängnis geworden und wir drohen darin zu ersticken. Deine Frage ist ein Ausbruchversuch aus dem Gefängnis. Die Antwort kann die Strickleiter sein, die dir hilft ein Blick über die Mauern zu werfen, doch klettern musst du selber. Die Frage ist doch ob du den Mut hast die paar Sprossen hochzuklettern. Bist du mutig genug?

Also gut, dann klettern wir ein paar Sprossen gemeinsam empor.

Stille an sich ist kein Objekt was erlangt wird und von jemand erfahren werden kann. Erkennt sich Stille als Stille in Form, zum Beispiel in der Form eines Menschen, so verschwindet dieser Jemand. Es verschwindet die gedachte und gefühlte Person augenblicklich, da diese psychologische Person das eigentliche Hindernis für dieses Erkennen darstellt.

Für eine Person ist diese Wahrheit ein schwerer Schlag, da sie ja davon ausgegangen ist, wenn sie nach Erkenntnis fragt auch als Lohn Erkenntnis bekommt. Für den Verstand ist das die größte Niederlage, die er zur Kenntnis nehmen muss. Es folgen die drei bekannten Reaktionsformen in unterschiedlichen Heftigkeiten und ihren jeweiligen Ausprägungen. Zwischen heller Wut und tiefer Depression ist alles möglich. Diese Reaktionen kennst du genau. Es ist dieser Reaktionsmechanismus, der uns Menschen das Leben ständig schwieriger erscheinen lässt. Alles wird komplizierter und wir fühlen uns tiefer und tiefer verstrickt in die Angelegenheiten des Lebens. Wir sind unglücklich, oder wir bemerken sogar unser unglücklich-sein nicht einmal mehr. Dann scheint alles in einer Art von Dumpfheit, von Betäubung, zu versinken.

Und plötzlich taucht da eine Erfahrung der Stille auf, eine Erfahrung der Ruhe im Kopf. Nun schau doch einfach mal genau hin. Hat Jemand, eine Person, Anteil an dieser Erfahrung gehabt oder ist die Erfahrung einfach aufgetaucht? Genau, du konntest zum Auftauchen der Erfahrung nichts beitragen. Das ist die Wahrheit. Jetzt greifst du nach dieser Erfahrung, weil es schön war endlich Ruhe zu haben und möchtest diese Erfahrung wieder haben. Du bist ein kluger Mensch mit einem scharfen Verstand und doch kannst du diese Erfahrung nicht replizieren. Das ist eine Tatsache. Das hast du selber herausgefunden. Kannst du diese Tatsache einfach sehen, ohne ein begriffliches denkbares Objekt daraus zu kreieren?

Gut, jetzt haben wir eine Basis für dieses Gespräch.

Bei diesem Gespräch geht es um das wichtigste Thema für die Menschen überhaupt. Es geht um Freiheit. Es geht um deine Freiheit. Jedes fühlende Wesen sucht letztlich Freiheit. Freiheit von Schmerz, von Unsicherheit, von Armut, von Unglück und vom Leiden.

Die Suche nach Ganzheit ist die Suche nach Freiheit von der inneren Zerrissenheit, von der inneren Zersplitterung.

Wenn du jetzt wieder deine Klugheit benutzt, kannst du vielleicht entdecken, wer oder was sich da in unserem Leben so zerrissen und zersplittert empfindet?

Aha, du bist es selber. Und was ist dieses du? Nein, bitte keine psychologische Definition! Zeig doch einfach mit der Hand auf das>du<. Nun, das ist der Körper, da ist kein du zu sehen.

Ok. Also das>du< können wir nicht finden, aber es ist irgendwie scheinbar doch da. Es erscheint jetzt allerdings nun etwas substanzloser, nicht mehr so fest, während unserer Forschung. Gut, bleibe einfach so, greife nicht nach der Erfahrung von Substanzlosigkeit.

Dann kannst du als nächsten Schritt forschen ob in der Erfahrung der Stille, die erfolgt ist, diese Zersplittertheit ebenfalls erfahren wurde. Genau, dort war diese Zersplittertheit abwesend. Was also genau war dann abwesend, wenn die Erfahrung von Stille erfahren wurde?

Es wurde also die gleiche Substanzlosigkeit des >du< erfahren, die es ermöglichte die Erfahrung der Abwesenheit von Zerplittertheit zu erfahren. Es war also plötzlich Raum vorhanden in der Stille leuchten konnte.

Für einen Bruchteil warst du scheinbar nicht so fest, so dass sich die wahre Natur offenbaren konnte. Und hast du aufgehört zu existieren oder bist du wahnsinnig geworden? Nein. Also wo vor hast du Angst? Wenn du willst, finde doch heraus was da eigentlich Angst hat. Denn du hast ja bei dieser Erfahrung der Stille keinerlei Schaden genommen. Finde doch selber heraus was sich da so sehr fürchtet und gleichzeitig so entsetzlich sehnt.

Vielleicht stößt du bei deiner Forschung auf die Wahrheit. Nur wenn du selber darauf stößt, ist es von Bedeutung, von dauerhafter Natur. Dann zerfällt es auch nicht mehr bei jeder kleinsten Bewegung im Leben. Dann endet Suche, dann ist sogar Finden bedeutungslos. Dann erwacht Menschsein. Dann leuchtet bedingungslose Liebe auf.

Dann kann sich das Eine endlich auch durch zwei Menschen umarmen. Dann können wir zusammen eine Tasse Tee trinken und lachen.

Forsche mutig.

Das Teewasser kocht schon.

Sturm der Stille
Februar 11, 2012

Kuss der Stille/Tagebuchnotizen 2011

Sturm der Stille

06.7.2011

Gehen ohne Ziel, der Blick ein paar Meter voraus auf den Boden gerichtet, der Kopf gleichzeitig voll und leer. Jede einzelne Zelle im Körper scheint zu brennen, die Wahrnehmung überflutet, Gedanken entleeren explosionsartig ihren Inhalt. Alles gleichzeitig brutal direkt, unvermittelt und gleichzeitig wie ein flüchtiger Kuss einer unbekannten Liebe.

In diesem Feuer setzt der Körper längst vergessene Erlebnisse frei, die intensiver erscheinen als zum Zeitpunkt des Erlebens.

Geräusche, Gerüche, Gefühle entfalten sich dazu wie der Duft einer wunderschönen Blume. Projizierte Bilder, Sehnsüchte und Verzweiflung erscheinen besitzergreifend und lösen sich bei der nächsten Regung rückstandslos auf. Um dann mit aller Kraft wieder zu erscheinen und wieder zu verschwinden.

Der Geist ist unbewegt, das Hirn stumm und Schweigen ist die Antwort auf den Sturm. Gehen ist wie eine Meditation und die Gespräche der Menschen umher verhelfen der Stille sich zu zeigen, der Stille in der Alles erscheint.

Auch Dieses.

Die Sonne strahlt über das Dach gegenüber des kleinen Cafés, zu dem die Füße wie von selber gingen.

Schreiben mildert den Druck im Kopf und kühlt die brennenden Zellen des müden Körpers.

Alles ist ohne Mühe perfekt an seinem Platz.

Die Welt fügt sich immer wieder aufs Neue zur anbetungswürdigen Schönheit zusammen.

Aus der Stille gebiert sie sich selbst, nur um für sich selbst zu blühen und um im gleichen Moment in sich zu sterben.

Welch zwecklose Schönheit ohne Absicht zu gefallen, lieg ich DIR zu Füssen und DEIN Herz küsst meine Stirn mit glühenden Lippen.

Ein Trompeter bläst vom Turm auf dem Platz und die Töne verklingen im Abendhimmel. Ein Taxi fährt vorbei.
Das Ist ALLES.

Dieser ständige innere Dialog, wie kann ich das stoppen?
Februar 8, 2012

Fragen eines Freundes

08.01.2012

Dieser ständige innere Dialog, diese Gedankenmühle, wie kann ich das stoppen?            

Wie ist es in Stille sein und wie erkenne ich die Stille? (Teil 2)

 Teil 1

Lass uns doch erst einmal ein eventuelles Missverständnis klären. Hier ist keine Antwortmaschine, oder okkultischer Mittler, oder Orakel wo eine Frage eingeworfen werden kann und die Antwort wie ein Goldstück der Stille und Wahrheit heraus purzelt. Toll, die absolute Wahrheit in einem Satz und danach gibt es Kaffee mit Apfelkuchen.

Es wäre grotesk anzunehmen, dass Antworten die Wahrheit sein könnten. Sie sind immer nur ein Hinweis, bestenfalls ein Wink in die Richtung der Wahrheit. Schon das Medium mit dem Antworten vermittelt werden müssen, in dem Fall Sprache, bedingt, dass Antworten zu Objekten werden. Objekte gehören nun mal aber zu der Welt des Denkens, der Dualität. Denken kann niemals, wirklich niemals die wahre Natur erfahren. Denken kann nur Kopien anlegen. Kopien von Erfahrungen. Denken ist immer Vergangenheit oder Zukunft. Doch Stille ist sogar jenseits vom Jetzt. Wie soll das Denken Dies verstehen, geschweige dann erfahren? Unmöglich!

Das hier ist eine Forschung. Es ist deine Forschung. Es ist die Forschung von allen die weiter gehen müssen, als nur bis zur Erfahrung der Glückseligkeit. Diese Erfahrung wird wieder vergehen und die Verzweiflung wird dann stärker sein als vorher. Wenn du nicht bis zum Finale gehen willst, dann fang besser gar nicht erst mit der Suche an, doch wenn du begonnen hast, bringe es besser zu Ende. Allerdings ist die Wahrheit, dass beides nicht in deiner Hand liegt.

Forschen wir also. Die Frage ist, wie kann ich den inneren Dialog stoppen. Bitte, folgen wir einfach, ohne innere Bewegung, der Spur die die Worte hinterlassen, denn die Worte sind nicht die Antwort. Auch nicht, wenn sie zu einem verständlichen Satz zusammengesetzt sind. Möglicherweise gerade dann nicht.

Die Antwort hast du doch schon selber erfahren. Den inneren Dialog kannst du nicht stoppen. Das Gerede in deinem Kopf, die ständigen Urteile und Kommentare, das ständige Benennen-müssen von allem was angeschaut wird, das Nachdenken-müssen über die Vergangenheit und die sorgenvollen Gedanken über die Zukunft, das alles ist ein pausenloses Tun. Jetzt möchtest du diesen ständigen inneren Dialog also stoppen.

Das Stoppen-wollen ist aber auch ein Tun.

Du sagst zu dir: >Ich sollte still sein und keine Gedanken haben, dann ist endlich Stille.<
Doch das ist nur ein weiterer Gedanke über das Still-sein.

Du sagst zu dir: >Wenn ich keinen inneren Dialog mehr habe, dann bin ich erleuchtet.<
Doch auch das ist nur ein Gedanke über Erleuchtung.

Es ist ein gedankliches Konzept über Stille und Erleuchtung und die möglichen Voraussetzungen und richtigen Schritte um sie zu erreichen.

Wie soll ein gedankliches Konzept zu Stille führen, wenn genau dieses gedankliche Konzept selbst die Stille zu verschleiern scheint?
Wie willst du also mit einem vergänglichen Tun ein anderes vergängliches Tun dauerhaft beenden? Die beste Technik oder Methode kann das nicht erreichen. Es sei denn, du lässt dein Gehirn entfernen und das scheint eine nicht besonders vielversprechende Methode zu sein. Also möchtest du Konzeptlosigkeit erreichen. Doch das wäre nur ein weiterer Gedanke über ein konzeptloses Erreichen der Stille.

Aber Stille ist schon, jenseits von Konzeptlosigkeit.

Doch das mechanische Denken kann enden.
Aber deine Frage nach dem Wie, ist wieder eine Frage nach einer Methode.
Eine Methode ist immer ein vergängliches Tun, das zu vergänglichen Resultaten führen muss und so drehst du dich im Kreis, endlos, schon ewig.
Das ist unintelligent, allerdings verständlich.

Die Gedanken sind doch nicht das Problem, sondern das Greifen nach ihnen, die Identifikation mit ihren Inhalten.
Das Resultat irgendeiner Methode kann eine Erfahrung sein. Die Erfahrung ist nicht das Erfahrene selbst, da es sofort in der Vergangenheitsform abgespeichert wird. Fasse die Erfahrung nicht an, hole sie nicht aus dem Speicher der Vergangenheit. So ist das Sehen der Stille, in dem jede Erfahrung erscheint, immer frisch. Sie erscheint in sich selbst.
Das zu erkennen ist intelligent, allerdings unverständlich.

Das Kämpfen mit dem Denken, das Ablehnen der Gedanken und ihrer Inhalte führt nur zu einer Spaltung innerhalb der Spaltung. Die Angelegenheit wird nur noch komplizierter. Das Denken kämpft mit sich selber. Gedanke gegen Gedanke. Das führt dich entweder in ein Irrenhaus oder in ein Wirtshaus. Es führt dich also in diese Welt.

Statt die Gedanken zu bekämpfen oder nach ihnen zu greifen, kann da auch nur ein Beobachten ihres Entstehens sein? Beobachten, wie sie aus dem Nichts erscheinen, wie das gewohnheitsmäßige Greifen geschieht, wie begierig die Inhalten aufgesaugt werden, wie die Augen leer werden, wenn diese Gedankenwelt die gesamte Aufmerksamkeit absorbiert, wie der erste Gedanke zum nächsten führt, wie in diesem Gedankenuniversum das Vergessen geschieht, schließlich wie du glaubst Gedanke zu sein. Schließlich wie du fraglos akzeptiert der Denker zu sein. Schließlich wie der Denker aus dem Beobachten ein Konzept entwickelt und wie aus dem Konzept eine Methode wird. Beobachte still genau das.

Befreiung erfolgt durch das Erkennen, was da abläuft. Die Intelligenz, die Stille erkennt was da abläuft. Du bist die Intelligenz, Du bist schon die Stille, jenseits von Beobachtung.

Der Augenblick des Erkennens ist Befreiung. Das mechanische Denken stockt.Stille.

STILLE

Dann kommt ziemlich bald der nächste Gedanke. >Was war denn das?< lautet er vielleicht und der innere Dialog beginnt von vorne.

Na und.

Beobachte ohne Urteil oder innerer Regung eben diesen inneren Dialog.

Das Wiedererkennen ist konzeptlos, methodenlos.
Wenn du einen vertrauten lieben Menschen vom Bahnhof abholst, brauchst du doch kein Konzept oder Methode um ihn zu erkennen. Du beobachtest doch die Menge an Menschen nur um diesen lieben Menschen nicht zu verpassen. Du bist der Liebe wegen hier.
Wenn du abgelenkt bist verpasst du ihn.
Dann plötzlich leuchtet dieser Mensch in der Menge auf und du fällst ihm um den Hals und küsst ihn. Völlig spontan.

Wiedererkennen ist zeitlos, es geschieht einfach.
Beobachte einfach ruhig die Menge deiner Gedanken, auf dem Bahnhof deines Lebens. Benenne nichts, egal was erscheint und dann plötzlich packt die Stille zu und küsst dich mitten in dein Herz.

Ah, Erkennen.

Was erkennt sich? Stille erkennt sich als Du in Stille. Als Stille das in Gedanken versunken war, im Traum ein Leben zu haben.

Du bist das Leben und das kannst Du ziemlich wörtlich nehmen, wenn du möchtest.

Wie kann das Leben ein Leben haben, wenn es schon anfangslos Alles ist?

weiterlesen  Teil 2

Erscheinungen
Februar 3, 2012

Kuss der Stille / Tagebuchnotizen 2011

Erscheinungen

04.7.2011

Die Stille ist grenzenlos, unendlich tief und alles ist in Stille, immer.
Sprache ist Stille und erscheint als gesprochene Stille.
Stille schwingt leer als Sprache und ist gleichzeitig erfüllt mit dem Gesprochenen. Sprechende Stille ist Stille gefüllt mit sich selbst als Inhalt dessen, was sich ausspricht.
Ist das zu Sprechende ausgesprochen, verschwindet Sprache ohne noch etwas zu berühren.
Sprache löst sich in dem Ausgesprochenen und somit in sich selber auf.
Es bleiben keine Rückstände weder von Sprache, weder von den ausgesprochenen Worten, noch von dem Inhalt als Bedeutung.

Stille.

Kein Sprecher.
Kein Schreiber.
Worte in den Sturm der Stille geflüstert.

Wird das Gesprochene nicht sofort fixiert, in Schrift zum Beispiel, so scheint es zu verschwinden, ohne dass eine Möglichkeit zu bestehen scheint, es je wiederzufinden.
So erscheint Sprechen in der Stille immer frisch, nie alt und nie abgekaut.
Mit einer Frage erhebt sich gleichzeitig Antwort und gleichzeitig damit Ausdruck. Das kann vielleicht Sprechen oder Schreiben sein, aber natürlich gibt es unendliche Formen des Ausdrucks mit unendlichen Facetten.
Diese Welt Ist Frage, Antwort und Ausdruck in einem.
Sie ist das scheinbar auseinandergefaltete Eine.
Jetzt in Zeitlosigkeit entfaltet wird Stille als Frage-Antwort-Ausdruck gesehen.
Der Ausdruck Dessen als unendliche Form, endlos sich ausdrückend und endlos sterbend.
So manifestiert sich Nichts in Form aus dem Unmanifesten.
Welch lebendiges Spiel, unendlich tief, unendlich lebendig, unendlich unerkennbar.

Der Verstand kann das nicht begreifen.
Er ist ganz still und das Gehirn scheint wie eingefroren.

Die Stille kommt nicht irgendwo her, alles Ist Stille. Und in Stille scheint etwas zu geschehen und es kommt auch scheinbar wieder etwas zur Ruhe. Gedanken steigen in der Stille auf, denken sich oder auch nicht, und verbrennen an sich selbst, völlig lautlos.

Das Gehirn scheint am Denken, wenn es auftaucht, nicht beteiligt zu sein.
Es sieht so aus, als ob der Gedanke das Potenzial zu denken und gedacht zu werden in sich selbst trägt.

Das Gehirn erscheint aus dieser Perspektive nur wie ein Spiegel, in dem sich die Gedanken spiegeln.
Der Spiegel ist unbeeindruckbar von dem, was er reflektiert.

Das Gehirn erscheint in Diesem nicht mehr wie ein Denkapparat.
Und in der Sicht sieht es eher so aus, als ob dieser Apparat allerdings nie Denken konnte. Es scheint eher wie ein Aufzeichnungsmechanismus, der etwas speichert, weiterverarbeitet, vervielfältigt, kopiert und wiederholt.
Ohne jede eigene Kreativität, nur funktionell mechanisch.
Dieser Mechanismus scheint nun nicht mehr zu funktionieren.

Ein Gedanke steigt auf, entleert sich in einer einzigen Bewegung, leer ist der Gedanke, Leerheit in sich selbst, und sinkt darin zurück.
Dies ist kein Prozess, der einen Ablauf in sich trägt. Nur die Beschreibung dessen erzeugt scheinbar diesen Anschein.
In Stille geschieht Dies als eine Bewegung, in keiner Zeit, ohne Bemühen.

Ist das Gehirn „eingefroren“, so wird der Inhalt überhaupt nicht verarbeitet.
Da bleibt nur der Moment, in dem sich der Gedanke entleert hat, der entleerte Inhalt in der Sicht erscheint und wieder versinkt.
Oft entleert sich der Gedanke nicht und sinkt zurück in Leerheit. Der Inhalt wird dann Nicht-Gewusst. Oft kommt kein Gedanke.

Nichts stört in der Stille. Da alle Formen in Stille sind, sind sie nicht aus Stille gemacht, sondern Stille, die sich formt.
So erhebt sich Stille als Form in Ausdruck und Inhalt.
So wird gesehen und gewusst ohne eigene Bewegung.
So-Sein ist Leben als Energie geformt, wie es jetzt erscheint.

Diese Energie ist der Ausdruck der Form, der sich ausgeformt selbst beinhaltet und der Inhalt beinhaltet das Sehen dessen ebenso.
Mit der Erkenntnis über die endlose Tiefe der Stille verschwindet die Sicht, dass jetzt gesehen wird.

Es bleibt nur Sicht in Stille.
Sprache in Stille.
Ausdruck in Stille.
Form in Stille.
Es bleibt Nichts.

So kommt der Eindruck zustande, dass dort Niemand ist und dass Niemand dies schreibt.
Natürlich ist das auch die Wahrheit.

Der Wind weht.
Stille windend wehend.
Stille schreibend formt Sätze.

Nichts ist Stille in Alles als potenzielle Abwesenheit von Allem.
Alles ist Stille in Nichts als Form oder Formlosigkeit, manifestiert oder unmanifestiert, existent oder nicht existent.

NICHTS und ALLES sind keine Gegensätze, sondern das Eine in sich selbst gefaltet.

ALLES erscheint scheinbar in gegensätzlichen Paaren, in Stille mit Bedeutung.

NICHTS in Stille ist scheinbar die Abwesenheit von Erscheinung und somit die Abwesenheit von Bedeutung, für die es aber kein Gegenstück geben kann, sonst würde Stille die Stille stillen.

Tatsächlich ist das auch so.

Stille verschwindet in Stille, also in sich selbst, und ist immer nicht-existent.
Um gleichzeitig in Zeitlosigkeit immer als Stille zu erscheinen.
Da nicht-existent Nicht-Ist, ist die Möglichkeit existent-Sein unendlich.
Das geschieht gleichzeitig nie und immer.

Das könnte man als jetzigen Moment umschreiben.

Natürlich sind alle Worte, die für Dies benutzt werden, paradoxer Ausdruck des Unsagbaren.
Jetzt pulst Dies nicht messbar und nicht beschreibbar, und doch erfahrbar, also bar jeder Erfahrung offenbart es sich selbst.
Der große Knall ist immer.
Stille ist als Dies immer und immer nicht.

Würde Dies nicht So-Sein, würde Dies (Unbenennbare) nicht pulsen also auch nicht Nichtpulsen und so endlos in Nichts nicht erscheinen.
So könnte Nichts auch nicht als Alles, als unendliche Möglichkeit in Stille erscheinen.

In der Sicht scheint es so, als ob das Ereignis seine eigene Ursache für das Erscheinen schafft, um das Erscheinen überhaupt möglich zu machen.

In der Sicht scheint es so, dass das Ereignis seinen eigenen Horizont erschafft, um in diesem Horizont sichtbar werden zu können. Dafür bricht das Ereignis zusammen, bevor es überhaupt entstanden ist und provoziert so den Zusammenbruch des Ereignishorizonts, um entstehen zu können.

Alles kann sich manifestieren.

Auch Dies.

Was ist diese Stille die ständig gesucht wird? Brauchen wir nun Gurus oder Meister um Stille zu erfahren? Brauchen wir Meditationstechniken?
Februar 2, 2012

Fragen eines Freundes

06.01.2012

Was ist diese Stille die ständig gesucht wird? Brauchen wir nun Gurus oder Meister um Stille zu erfahren? Brauchen wir Meditationstechniken?

 

Wird diese Frage gestellt um Antworten anzuhäufen, sie zu archivieren, zu diskutieren oder um Argumente für oder wider deiner Überzeugungen zu sammeln? Dann hat die Antwort keinen Wert für dich, außer dass du noch mehr Ballast mit dir herumschleppst. Überprüfe doch bitte deine Motivation. Möchtest du mehr Ballast oder Freiheit. Beides zusammen geht nicht. Das ist eine Tatsache. Doch glaube nichts, überprüfe selber ob das die Wahrheit ist. Schau dir still dein Leben an und finde es selbst heraus. Nur eine Bitte, folge der Antwort, die hier hervortritt für diesen Moment einfach ganz still. Keine Ablehnung, keine Zustimmung, nur stille Achtsamkeit. Vielleicht gelingt es dir so nicht noch mehr Müll zu deinem Ballast hinzu zufügen. Du gehst schon ganz krumm unter dem ganzen Gewicht deiner Müllbeutel.

Die gewöhnliche Reaktion von uns Menschen ist grundsätzlich extrem. Entweder wir lehnen etwas ab, in der Extremform hassen wir es dann. Oder wir greifen danach und verteidigen es mit allem was uns an Mitteln zur Verfügung steht. Dann hassen wir, wieder in seiner Extremausprägung, diejenigen die das ablehnen, an was wir glauben. Wir beginnen unseren Glauben zu verteidigen. Eine dritte gewöhnliche Reaktion ist Ignoranz. Doch in seinem Kern ist Ignoranz keine Reaktion, sondern Nichterkennen oder Nichtwahrnehmen. Es ist also eher Dummheit oder Dumpfheit und beinhaltet keinerlei Intelligenz. Während in den erstgenannten beiden Reaktionsformen eine Art von Intelligenz wahrgenommen werden kann. Hier ist ein Rest von Lebendigkeit erkennbar.

Was ist also diese Stille und können wir Mediationsmethoden gebrauchen um die Natur dieser Stille zu erfahren? Bitte forsche still in dir mit, folge nicht den Worten, sondern schau in was diese Worte erscheinen, auf was sie hinweisen. Wir haben einen Deal ausgemacht, keine Diskussion in dir.

Grundsätzlich sind alle Methoden eine Art und Weise Erfahrungen zu überprüfen. Da gibt es zum Beispiel eine Methode um aus Trauben ein alkoholhaltiges Getränk herzustellen. Doch zuerst war da die Erfahrung, dass irgendwie aus Trauben eine berauschende Substanz entstehen konnte. Durch unbekannte Umstände, vielleicht Wärme und bestimmte Einflüsse ist da etwas entstanden. Du kostest von dieser Substanz. Du bist berauscht. Das gefällt dir. Du denkst dir eine Methode aus um diese Erfahrung zu wiederholen. Du hast Erfolg und denkst dir eine Methode aus, wie diese Erfahrung dauerhaft wiederholt werden kann. Du hast Erfolg und du denkst dir eine Methode aus, einfacher und mehr von dieser Substanz herzustellen. Du hast Erfolg und so hast du dir eine funktionierende Technologie erdacht. Du produzierst jetzt eine Menge davon und benennst das Ergebnis. Es heißt ab jetzt Wein. Die Menschen um dich herum möchten das auch haben. Du gibst es ihnen. Es gefällt ihnen. Sie lieben dich. Du bist ein Wunder. Du bist ein Meister. Du bist Gott. Du glaubst es selber. Du bist ein Narr.

Die Erfahrung war also plötzlich da und das Denken hat eine Methode erdacht, diese Erfahrung noch einmal hervor zu bringen, zu wiederholen, zu sichern.

Da ist also eine Erfahrung der Stille und du denkst dir eine Methode aus um diese Erfahrung zu wiederholen. Du hast die besten Absichten. Du wendest diese Methode an. Das Erfahrene erkennt sich wieder.  Die Menschen um dich herum möchten auch diese Erfahrung haben. Du gibst ihnen die Methode. Du begehst das Gute*. Sie wenden die Methode an. Doch sie hatten nicht diese Erfahrung. Was soll denn nun eigentlich erfahren werden? Wie soll also ein Wiedererkennen erfolgen, wenn die Erfahrung dort nicht erfolgt ist? Sie fragen dich. Du erklärst die unerklärliche Erfahrung, die unabweisbar erfolgt ist. Du erklärst die Stille mit Worten. Du erklärst die undenkbare Stille mit Sprache, die ein Instrument des Denkens ist. Du erklärst Stille mit Denken. Die Menschen verstehen nicht. Die Menschen wenden die Methode an. Eine Erfahrung taucht auf. Mit der Erfahrung taucht der Gedanke auf: das könnte gemeint sein, jetzt habe ich es. Sie kommen zu dir und legen dir den Gedanken der Erfahrung zu deinen Füssen. Eine Trophäe der Jagd nach Stille. Ein Objekt. Du musst sagen, dass es das nicht ist.

Die eine Hälfte ist wütend. So viele Jahre der Methode, völlig umsonst. Sie schreien dich an und beschuldigen dich der Scharlatanerie. Sie gründen eine eigene Bewegung mit einer besseren Methode.

Einige gehen nach Hause und betrinken sich mit Wein für den Rest ihres Lebens.

Die andere Hälfte denkt sich: wenn ich nur lange genug die Methode anwende, dann werde ich diese Erfahrung schon irgendwann mal haben. Ich muss nur härter meditieren. Du sagst ihnen, dass sie die Erfahrung nicht haben können, weil sie schon das Erfahrene sind. Du sagst ihnen, dass sie die Erfahrung nicht zu einem Objekt machen dürfen. Du sagst ihnen, dass sie sich die Stille nicht erdenken können. Du sagst ihnen, dass sie schon Stille sind. Es geht um das Wiedererkennen deiner wahren Natur. Du sagst ihnen, entspannt euch.

Sie verstehen dich nicht. Sie wenden die Methode noch härter an.

Du gehst in den Wald und in der Stille, die du bist, erscheint Trauer.

Die Natur des Denkens ist grundsätzlich mechanisch. Mechanik ist nicht intelligent. Mechanik produziert Stückwerk, Bruchstücke, Splitter, doch es kann sie nicht zu einem Gesamtbild zusammensetzten, dazu brauchte es Intelligenz. Schau dich einfach in der Welt um, jede Menge Fragmente, kein funktionierendes Gesamtbild und dazwischen verwirrte Menschen die Unsinn reden und glauben alles im Griff zu haben. Narren.

Jede Methode, die das Denken erdenken kann, ist somit ein Fragment, eine Scherbe. Jede Meditationsmethode, die das Denken erdacht hat, ist der fragmentarische Versuch über sein eigenes Denkuniversum hinaus zu schauen, um einen Blick auf das Gesamtbild erhaschen zu können. Das Denken kann ganz schön schlau sein. Es weiß von seiner fragmentarischen Natur und versucht sich umzuschauen nach Ganzheit, ohne aber seine mechanische Natur aufgeben zu wollen. Du bist ganz schon schlau, du möchtest dein Ballast behalten und dich mit Gepäck in die Freiheit mogeln. Aus Sicherheitsgründen, denn man weiß ja nie, oder?

Doch Schlauheit ist nicht Intelligenz. Stille ist Intelligenz. Stille ist leuchtende intelligente Lebendigkeit. Stille ist knisterndes Potenzial. Stille ist Gesamtheit, ist Einheit. In der Stille erscheint diese Welt mit seinem Denken. Du bist Stille, die in Stille als Denker erscheint, der denkt nicht in Stille zu sein.

Geht’s noch deutlicher? Natürlich. Sieh doch selbst.

Ein Mensch, in dem die Mechanik des Denkens angehalten hat, ist Stille. Stille das sich wiedererkennt, dass es Stille ist, in einer menschlichen Form, nennt man Meister auf dieser Erde. Eigentlich müsste es einfach Mensch heißen, doch diesen Titel hat sich schon der Denker geraubt.

Da jeder Mensch Stille ist, kann er nicht mechanisches Denken sein. Das ist erfahrbar und wahrnehmbar. Hier ist die Aufforderung das selber herauszufinden, sonst machst du diese Antworten zu einem Objekt. Wenn du eine Methode anwendest, berühre die Erfahrung nicht und die Stille fließt durch die Scherbe der Erfahrung zu dem Gesamtbild zusammen, zu dem Spiegel in dem alles erscheint.

Das bist ewig DU.

Ist es nicht seltsam, dass wir immer gebettelt werden müssen unser Leiden zu beenden. Du brennst ab wie eine Fackel und hier kommt höflich, bittend, bettelnd der Hinweis; Eh, du brennst wie eine Scheune, wie wäre es denn mal mit einem Sprung ins Wasser? Ah, jetzt noch nicht, ok. Später vielleicht?

Der Mensch in Stille ist der lebendige Hinweis, dass du diese Stille ebenfalls bist. Machst du ihn zu einem Gott, bewirfst du ihn mit deinem Müll. Würde er diesen Müll annehmen, wäre er ein Idiot.

Wenn die Mechanik des Denkens aussetzt, ist spontan die Gesamtheit wieder da. Es wird gesehen, dass sie nie weg war, sondern nur überdeckt.

Von hier geht Lebendigkeit erst los. Hier ist alles möglich.

Lebendig Stille
Dein glühend Kuss
verbrennt die Dunkelheit
zu leuchtend Sternenstaub
reine Liebe entfaltet ihre Feuerschwingen
und offenbart die Dimension der Ewigkeit

*dieser Ausspruch stammt von einem unbekannten Schüler von Frau Míla Tomášová

Noch mal eine Frage zur Meditation und zur spirituellen Suche.
Februar 1, 2012

Fragen eines Freundes

05.01.2012

Noch mal eine Frage zur Meditation und zur spirituellen Suche.
Es beruhigt mich ungemein, wenn ich mich hinsetzte und meine Meditationspraxis mache. Dieser Frieden und die Glücksmomente die ich dabei erfahre, bringen mich durch den Tag. Warum sollte ich das aufgeben? Was bleibt mir dann noch?

Niemand gibt hier irgendwelche Ratschläge und fordert dich auf etwas aufzugeben. Es gibt auch keine Vorschläge, dieses zu tun oder jenes zu lassen. Soweit sollte das klar sein.

Hier wird lediglich darauf hingewiesen, dass spirituelle Suche genauso zu einer Sucht werden kann, wie Kaffeetrinken oder Selbstbefriedigung. Sucht ist nicht Freiheit. Süchtige sind nicht frei. Sucht ist Flucht. Also wenn Freiheit gesucht wird, kann die Sucht nicht das Mittel sein Freiheit zu erfahren. Vielleicht kann die Sucht aufzeigen, dass du nicht frei bist. Aber das weißt du doch sowieso schon, sonst würdest du ja nicht auf der Suche nach Freiheit sein müssen.

Abhängige sagen immer: Eines Tages werde ich nicht mehr süchtig sein, dann bin ich frei.
Warum eines Tages? Wann ist irgendwann?
Willst du frei sein? Jetzt?

Finde doch selbst die Antwort in dir. Willst du wirklich frei sein, ohne jetzt zu wissen was das tatsächlich bedeutet? Jenseits deines Klammerns an dein Meditationskissen? Jenseits deiner Angst und Sehnsucht? Wirklich frei sein, jenseits deiner Vorstellungen und deiner Konzepte von Frieden und Freiheit? Kannst du jetzt in Stille und Klarheit nach innen schauen und das Suchtmuster erkennen? Kannst du das ertragen, ohne es zu berühren, ohne es verändern oder transformieren zu müssen? Kannst du dein Klammern an Etwas, um Jemand sein zu können, erkennen? Vielleicht glaubt du auch noch etwas Besonderes, etwas Besseres als dein Nachbar, Lebenspartner oder deine Freundin zu sein? Kannst du deine Flucht erkennen?

So verwandelt dich deine Meditationspraxis in etwas Monströses. Kannst du das krankhafte an diesen Konzepten von >Ich bin spirituell< und >Ich werde erleuchtet< erkennen? Kannst du das sehen? Jetzt?

So jetzt besteht vielleicht die Möglichkeit für ein gesundes Gespräch.

So wie es jetzt aussieht, sitzt du eine halbe Stunde auf dein Kissen und machst diese Erfahrung von Frieden. Diese Erfahrung bringt dich also durch den Tag. Das bedeutet am Abend ist die Erfahrung aufgebraucht, dein Glückseligkeitstank ist leer. Du schleppst dich auf dein Meditationskissen um aufzutanken, doch deine Kinder lassen dich nicht in Ruhe, deine Mutter ruft schon zum fünften Mal an und auf dem Küchentisch liegen die unbezahlten Rechnungen. Die Rechnungen wissen nichts von deinem leeren Konto, doch du weißt davon und du weißt auch, dass verdammt viel Monat noch vor dir liegt.

Das ist die Realität. Du bist nicht alleine damit in dieser verrückten Welt.

Nun, wenn du jetzt den Mut hast, schau dir deine Verzweiflung an, die deine Erfahrung des Friedens ausgelöscht hat. Wie ist das möglich, nach all deinen positiven Erfahrungen und des jahrelangen Trainings in den verschiedensten Methoden? Ist vielleicht etwas falsch mit den Methoden? Suchst du jetzt eine andere bessere Methode, denn die Bisherigen haben es ja nicht gebracht?

Oder ist das Ende der Flucht erreicht? Vielleicht schaust du dir deine Verzweiflung nun an? Kannst du das? Kannst du dir diesen Kummer, diese Einsamkeit anschauen, ohne auf dein Meditationskissen zu flüchten? Es ist der Kummer und die Einsamkeit der ganzen Welt, der gesamten Menschheit. Kannst du dich der Wucht der Trauer dieses Menschseins in dieser irren kalten Welt stellen, nackt, völlig entblößt von jeglicher Methode, verletzlich, ohne auszuweichen, ohne Hoffnung auf Rettung?
Kannst du das mein liebstes Menschenkind?
Kannst du, obwohl du zitterst vor Angst, deine Augen heben und schauen in den anfangslosen Raum der dich umgibt.

Spürst du den Kuss der Stille auf deinen Lippen? Dies kann nie wieder vergessen werden. Du bist schon frei.

Willkommen meine Liebste.

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