Wie sollen Übungen und Methoden dabei helfen Erleuchtung zu erlangen?
Dezember 30, 2017

Wie sollen die Übungen, Praktiken und Methoden dabei  helfen Erleuchtung zu erlangen? Woher soll ich wissen dass es die richtigen Übungen sind? Ich möchte einfach frei und glücklich sein. Es heißt doch wenn man Erleuchtung erlangt  ist man frei und glücklich. Doch andererseits heißt es >du bist schon frei<, also was bringt es?

30.12.2017

Es bringt dir gar nichts und doch hat es seinen Wert. Es kann geschehen dass etwas sehr Vertrautes doch höchst Überflüssiges wegfällt.

Führt dich deine Suche zu einem wahrhaftigen Weg mit seinen Übungen, Praktiken und Methoden, und wendest du diese gewissenhaft und intelligent an, kann irgendwann erkannt werden dass alle Übungen nicht dazu dienen deine Erleuchtung, Buddhaschaft, oder wie auch immer wir das nennen wollen, zu erzeugen. Das ist unmöglich.

Sie dienen hauptsächlich dazu dich auf deine Hindernisse hinzuweisen.

Es sind die Hindernisse die es gewöhnlich verhindern dass wir eine einfache Wahrheit erkennen.

Es geht jedoch in dieser Existenz nur darum diese einzige wichtige Entdeckung zu machen.

Du bist schon komplett und vollständig. Es gibt nichts hinzuzufügen oder zu korrigieren. Es geht nur darum deine wahre Natur zu erkennen und voller Gewissheit und unabgelenkt zu sein, so wie du schon anfangslos bist.

Das kannst du nennen wie du willst, Erleuchtung, Buddhaschaft, Realisierung… völlig egal…. und völlig unwichtig. Wenn du willst kannst du mal in dir nachforschen was da so gerne dem Un-Beschreibbaren allerdings Erlebbaren unbedingt ein  Label aufdrücken muss.

Wenn dir das jetzt zu einfach war, ist die schlechte Nachricht… komplizierter wird es hier nicht. Wenn es dir zu kompliziert war, Entschuldigung, einfacher geht es eben auch nicht.

Die Hindernisse von denen die Rede ist sind ausschließlich Wahrnehmungsstörungen unseres gewöhnlichen Geistes.

Da sind die großen Erwartungen die uns unser Verstand suggeriert und denen wir hoffnungsvoll hinterherhecheln.

Da ist die Ignoranz die uns blind macht oder unseren Blick nach außen zwingt während wir unseren Forschergeist doch eigentlich nach innen richten sollten.

Da ist die Angst die uns stoppt wenn wir gehen sollten und gehen lässt wenn Innehalten die förderlichere Handlung wäre.

Da ist die Bequemlichkeit die uns verführt leeren Worten zu folgen statt in uns selber nach der Wahrheit zu forschen.

Da ist diese immense  Zerstörungswut die sich gegen die eigene Existenz richtet, da wir zu feige sind uns der Verlogenheit, dem Dominanzstreben und der Dummheit unseres Verstandes gewahr zu werden.

In manchen Traditionen werden diese Wahrnehmungsstörungen oder Hindernisse auch Verblendungen genannt. Doch es geht nicht darum diese Hindernisse zu bekämpfen. Du kannst sie sowieso nicht besiegen, da sie Ergebnisse sind und nicht die eigentliche Ursache.

Die Ursache ist schlicht und ergreifend Unwissenheit über unsere wahre Natur.

Unsere wahre Natur wahrzunehmen ist das Gewöhnlichste was uns Menschen geschehen kann.

Sie nicht wahrzunehmen ist extrem anstrengend und erfordert komplexe Rituale. Wir werden lebenslang in diesen Ritualen ausgebildet und bilden uns mit großer Eigeninitiative selber weiter. Unsere Eltern, unsere Freunde und die ganze Gesellschaft helfen uns die Rituale des Nicht-Sehens zu erlernen und ständig auszuüben.

Wenn wir schließlich darin Meisterschaft erlangt haben nennen wir das dann üblicherweise  >Mein Leben<  und sind unglücklich.

Wenn wir dann selber zu nicht-sehende  Experten geworden sind bilden wir wiederum unsere Kinder aus ein Leben in Blindheit zu führen und helfen ihnen somit auch unglücklich zu werden.

Doch sobald wir nicht mehr genügend Energie aufbringen die aufwändigen ständigen Rituale des Nicht-Sehens durchzuführen, ordnet sich unsere Wahrnehmung von selbst und es schimmert das klare Licht unserer wahren Natur durch die Wolken der Verblendung.

Das ist kein Metapher, wir können tatsächlich das klare Licht >Dies was wir wirklich sind< wahrnehmen.

Wir haben doch alle als Kinder, wenn der Dreck der Konditionierung uns noch nicht vollständig bedeckt hatte, diese Erfahrung machen können. Es ist möglich dass du dich daran erinnerst, denn du hast es vielleicht nur vergessen. Aber auch als Erwachsene machen wir diese Erfahrung ab und zu, besonders beim Einschlafen bevor wir in die Tiefschlafphase sinken.

Alle wahrhaftigen Pfade, Übungen, Methoden, Praxen und Menschen unterstützen dich den angesammelten Müll zu erkennen. Die Intelligenz, die du tatsächlich bist, ist die Müllabfuhr und übergibt den Dreck den klaren Flammen der Verbrennungsstätte der Erkenntnis, die übrigens mit deiner freigewordenen Energie gespeist wird.

Falls du irgendwann erkennst dass die unabdingbare Wahrhaftigkeit des Pfades, oder der Menschen denen du vielleicht folgst, nicht bestehen sollte, so verschwende keine Zeit, winsele nicht herum und geh einfach weiter. Sammle nicht noch zusätzlichen Müll auf.

Das ist alles was hier dazu gesagt werden kann. Alles Gute.

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Allwissenheit
Januar 30, 2012

Kuss der Stille/Tagebuchnotizen 2011

Allwissenheit

01.7.2011

Alles ist schon anfangslos leuchtend und vollkommen.

So lange Etwas, insbesondere Jemand, erleuchtet werden möchte, also eine Form, die sich verdunkelt fühlt, in der mit verlangender Sehnsucht etwas beleuchtet werden soll, also die Form Er-leuchtet werden soll, wird es endlose Suche geben und Finden kann nie stattfinden.

Finden ist das Sehen durch niemanden, dass die Form keine inhärente Existenz hat, die Er-leuchtet werden könnte, weil schon alles leuchtet.

Bringt eine Kerze in die Sonne um die Sonne zu erleuchten.

Das ist die Suche der Form nach mehr, als schon Ist.

Wenn all dieser Unsinn fällt, dann fällt auch das du.

Und anfangslos strahlst DU als Sonne, die Du immer Ist.

Das Sehen ist klar und einfach. Atem geschieht, Kaffee kochen geschieht, Kaffeetrinken geschieht, alles voller Lebendigkeit, ohne Greifen, ohne Urteil.

Der Kaffee ist zu heiß, wenn er zu heiß ist, aus sich selbst heraus, nur Worte, keine andere Bedeutung außer eben Dies.

Ein blauer Himmel, wenig Wolken, die goldene Turmuhr, die Kirche – fällt der Blick darauf, gibt der Blick das Wissen preis, was gewusst wird. Fällt der Blick auf etwas anderes, wird das Nicht-Wissen der Kirche, Uhr, Himmel gewusst.

Ganz leicht und wunderbar.

Werden die Augen geschlossen, so ist das Nicht-Wissen des Körpers da und der Körper, das Gefühl von der Realität des Körpers, verschwindet. Keine Geschichte.

So verbraucht es keine Energie.

Die Allwissenheit, die das Ego durch das Sehen erwartet, ist vorhanden. Doch nicht so, wie sich das das Ego vorstellt, als Gott des Wissens über Gott zu stehen. Das Wissen, was zu wissen gilt über etwas, auf das der Blick fällt, ist das, was es zu wissen gilt und das ist perfekt, so wie es Ist.

Das Ego fordert mehr, als nur das, was das Sehen offenbart, doch das ist ein Konstrukt des Verstandes.

So stellt sich das Ego das Sehen vor mit Aussicht auf Gewinn und Macht – mit einer Absicht.

Nur Sehen ist schon Alles – es ist alles leuchtend klar und die vollständige Abwesenheit von irgendetwas, wie eine Absicht von irgendjemand oder irgendetwas.

Das Sehen ist Absicht als Sehen und Ist genügend als Sehen selbst.

Die Stille ist tief und geheimnisvoll, die sofort die Geheimnisse preisgibt, sobald das Sehen von niemanden, der kein jemand ist, der niemand sein möchte, darauf fällt.

Ein Vogelgezwitscher auf dem Baum im Park vor der alten Kirche.

Die Blätter der Pflanzen auf dem Balkon der Wohnung wiegen sich im leichten Morgenwind – wie wunderbar.