Was ist das Mirakel des Erwachens?
September 11, 2012

Fragen eines Freundes

 10.09.2012

Was ist das Mirakel am Erkennen des Formlosen und das Erwachen im Körper?
Wie weiß die Formlosigkeit/Bewusstsein in welchem Körper es erwacht?

Das ist eine ziemlich ungewöhnliche Frage. Es ist doch schon erstaunlich, was wir Menschen alles wissen möchten. Wir suchen immer jenseits, um das Wunder der Existenz zu begreifen, dabei liegt die Antwort genau hier in dieser Welt, quasi vor unserer Nase.

Da die Frage nun mal gestellt wurde, wird auch eine Antwort erscheinen. Ob diese Antwort wirklich die Frage beantworten kann, liegt ausschließlich an der Motivation des Fragestellers. Somit ist jede Frage immer nur der Spiegel für den Fragenden und verweist ausschließlich auf die verborgensten  Grenzen im eigenen Geist. Die Antwort ist nur der Putzlappen, der den Spiegel poliert.

Mehr nicht.

Die reinste Motivation ist, wenn keine Motivation mehr erscheinen muss. Dann kann Wahrheit unvermittelt aufscheinen und es kann gesehen werden, dass die Frage schon immer die Antwort war.

Die Fragen beinhalten einige Formulierungen, die geklärt werden sollten. Da wird das Wort Mirakel verwendet. Oft werden Worte verwendet, die unbewusst etwas ausdrücken, so dass die Quelle des Leidens aufdeckt wird und sichtbar werden kann. Leiden hat immer etwas mit Greifen oder Ablehnung zu tun.

Greifen und Ablehnung liegt der gleiche Impuls zugrunde. Wir fühlen uns nicht vollständig oder unvollkommen. Wir wollen etwas haben, wollen uns also etwas hinzufügen oder wir weisen etwas zurück, das uns, in unserer Vorstellung von uns selbst, als unpassend und störend erscheint.

Beide Bewegungsformen implizieren, dass wir Menschen unvollständig sind und dann wünschen wir uns dieses oder jenes um Vollständigkeit zu erlangen. Oder wir weisen etwas zurück um Vollständigkeit zu behalten. Beides sind Gedankenkonzepte unseres Verstandes und haben nichts mit Wahrheit zu tun.

Kannst du das Muster sehen?

Das ist die Gefangenschaft. Das sind die Gitterstäbe unseres Käfigs.

Das Wort Mirakel bedeutet in der deutschen Sprache Wunder und in einer sehr ursprünglichen Bedeutung des Wortstammes ist der Begriff Wunsch oder wünschen verborgen.

Das Wort Formlosigkeit verweist auf einen Zustand jenseits der Form, jenseits der bekannten und vertrauten Festigkeit des Körpers und damit dieser Welt.

Hier kann darauf hingewiesen werden, dass die Festigkeit dieser Formenwelt nur erfahren wird und somit nicht IST. Erfahrungen können sich ändern. Erfahrungen kommen und gehen, doch sie sind immer ein Hinweis darauf, dass Erfahrung in etwas auftaucht. Dieser Hinweis wird gewöhnlich übersehen, da sich Wahrnehmung an die auftauchende Erfahrung fixiert und den Urgrund, der das Auftauchen ermöglicht, ausblendet.

Wir sind da gewöhnlicher weise nicht besser dran als eine Katze, die mit dem Blick der Schwalbe folgt und dabei den endlos leeren Himmel übersieht.

Es können Erfahrungen auftauchen, die uns völlig andere Visionen, von der uns gewöhnlich vertrauten Beschaffenheit der Welt und den Eigenschaften der Materie vermitteln.

Na und.

Das mag vielleicht spektakulär erscheinen, doch geschieht ein Greifen danach, so wird nur die nächste Runde des Gefangensein eingeläutet. Unser Verstand ist darauf abgerichtet Kopien von Erfahrungen anzulegen und aus diesen Kopien Konzepte abzuleiten. So leben wir gewöhnlicherweise immer aus der Vergangenheit heraus. So stinkt unser gewöhnliches Leben immer nach Verwesung und wir überdecken den Gestank des Todes mit dem Parfüm der sinnentleerten Aktivität.

So simulieren wir also Leben. Wir bauen das Leben nach und bleiben auf der Größe einer Landschaft in Modelleisenbahnabmessungen beschränkt, da uns die Unermesslichkeit und Weite Furcht einjagt.

Die Frage ist doch, kann das alles enden?

Kann sich der Mensch, obwohl er vor Angst vor dem Unbekannten zittern mag, aufrichten und seiner grotesken Kleinmütigkeit und seiner absurden hysterischen Geschäftigkeit, die zur Zerstörung seiner natürlichen Lebensgrundlage führt, direkt ins Auge blicken? Ohne Ausweichen oder Entschuldigungen über seine angebliche Unzulänglichkeit?

Find es heraus, wenn du magst.

Desweiteren wird das Wort Bewusstsein im Zusammenhang mit dem Wort Formlosigkeit verwendet. Vielleicht sollten wir uns erst einmal der Frage nachgehen was Bewusstsein bedeuten könnte.

Also was ist Bewusstsein? Lassen wir all diese bekannten Definitionen beiseite, sie sind jetzt nicht hilfreich, sie sind jetzt totes Wissen.

Schauen wir nur darauf was nun unvermittelt auftaucht, auf was das Wort versucht hinzuweisen.

Wir könnten sagen, dass alles was erscheint Bewusstsein ist. Doch das ist nicht die ganze Wahrheit, es ist auch Bewusstsein in dem das Alles erscheinen kann. Doch es ist immer noch nicht vollständig geklärt. Es ist auch Bewusstsein das sieht, dass das Alles auftaucht und dass alles in diesem auftaucht.

Also wenn Bewusstsein das Alles ist, ist somit Bewusstsein und Inhalt das Selbe, es ist Eins.

Das könnte bedeuten, dass das menschliche Bewusstsein der Inhalt seiner selbst ist.

Wenn Inhalt und Bewusstsein dasselbe ist, dann ist der Mensch als Inhalt, nichts anders als Bewusstsein selbst. Inhalt ist alles was hier aufscheint und drückt somit Menschsein aus.

Somit kann Bewusstsein nicht in einem Körper erwachen, wie es die Frage vermuten lässt, sondern Bewusstsein erscheint als Körper. Die Frage, die dazu erschienen ist, ist ebenfalls Inhalt und somit Bewusstsein.

Das Gefühl, das erscheinen kann, wenn Morgens der Körper erwacht und die Frage darüber wie das überhaupt möglich ist, ist das Nicht-Bemerken das Bewusstsein als Körper erscheint.

Wenn der Geist ganz ruhig ist und wach, kann es geschehen, dass gesehen wird, dass Körper morgens erscheint und mit diesem Erscheinen die gesamte Vision der Welt. Dann kann auch ein Gedanke erscheinen, wie es möglich ist, dass Bewusstsein in diesen speziellen Körper erwacht. Doch das ist alles immer Bewusstsein als beliebiger Inhalt und somit als beliege Form und somit auch als beliebige Formlosigkeit.

Wenn schon einige Erfahrungen mit der Natur des Geistes aufgetaucht sind, wenn Wahrheit schon gesehen wurde, dann taucht manchmal ein Konzept auf, das als die Flucht in die Formlosigkeit genannt werden kann.

Es ist tatsächliche eine mühselige Angelegenheit als Körper mit seinen Limitationen, Krankheiten und Schwächen zu existieren. Der Schwung der Wahrnehmungsfixierung geht sehr tief, Gefangenschaft in Materie kann sehr schmerzhaft sein. Auch das Sehen des Traumes beendet nicht unbedingt die Bindung, die Fixierung. Doch die Flucht in Formlosigkeit ist immer noch Gefangenschaft, da sie als Pendant zur Form an sich existieren muss.

Die wahre Frage lautet doch, kann Bewusstsein völlig inhaltsfrei sein und das obwohl diese Frage im Widerspruch zu der Aussage zu stehen scheint, dass menschliches Bewusstsein gleichbedeutend mit dem erscheinenden Inhalt ist?

Kann also Bewusstsein bestehen obwohl sich kein Inhalt ausdrückt?

Verstehst du die Dimension dieser Frage?

Kann Bewusstsein frei von menschlichen Inhalten oder frei von jeglichen Inhalten, völlig unberührt von jeglicher Bewegung bestehen, ohne dass Wahrnehmung zusammen bricht?

Hier wird gesagt, dass das möglich ist.

Doch was bedeutet das für den Fragesteller?

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Wie kann es sein, dass bestimme Verstrickungen überhaupt zustande kommen?
März 23, 2012

Fragen eines Freundes

31.01.2012

Wie kann es sein, dass bestimme Verstrickungen überhaupt zustande kommen?
Warum verschwinden sie scheinbar und kommen dann doch wieder ans Licht, um erkannt und gelöst zu werden?

Wenn wir von Verstrickungen in unserem Leben sprechen, haben wir oft die Angelegenheiten und Abläufe unseres Lebens vor den Augen, die unserer Meinung nach nicht funktionieren, nicht gerecht oder irgendwie nicht richtig zu sein scheinen. Diese Ereignisse sind unerwünscht, werden abgelehnt, bereut und bekämpft. Das ist ein so automatisierter Ablauf des Kämpfens mit der aktuellen Situation, dass es die allermeisten Menschen nicht einmal bemerken. Ein Reflex der Ablehnung gegen den Ausdruck des Lebendigen, wie es sich gerade als dieser Moment manifestiert. Ein Reflex des Nicht-Erkennens der Wahrheit, ein Reflex der Ignoranz, der natürlich auch sehr subtil sein kann.

Da diese Frage gestellt wurde, bedeutet es, dass etwas zutiefst Intelligentes aufgewacht ist, sich die Dimension des Erkennens aufgetan hat. In dieser Dimension kann zwischen Menschen ein wahrhaftiges Begegnen stattfinden, zum Beispiel dieses Gespräch.

Das Öffnen dieser Dimension des Erkennens bedeutet nicht, dass dort jemand getroffen werden kann der auf alle Fragen eine Antwort hat oder eine übermenschliche Fähigkeit errungen hätte, nein überhaupt nicht. Es bedeutet eher das Gegenteil davon. Es ist gewissermaßen gewöhnlich und unspektakulär.

Die Dimension der Ignoranz jedoch ist das außerordentlich Besondere und es bedarf eine bedeutende Anstrengung in diesem Zustand zu verharren. Es scheint als ob wir Menschen unser Leben so lange mühselig auf Zehenspitzen tippelnd umherirrend verbringen, bis uns vielleicht mal auffällt, dass man auch einfach gehen kann. Entspannt. Entkontrahiert.

Die Dimension des Erkennens ist Ausdruck des Lebens in menschlicher Form, gekennzeichnet durch Hingabe, Harmonie und natürlicher Intelligenz. Sie ist ein Einfließen in Ausdrucksform der vibrierenden Lebendigkeit jenseits von Bedingtheit. Sie ist die formgewebte unpersönliche Lichtgestalt der einen anfangslosen ungeschaffenen Liebe.

Ein Zusammentreffen hier bedeutet also, dass sich einfach die gewöhnlichsten Menschen treffen. Frei von der Last jemand sein zu müssen, kann die schmale Brücke des bürdenlosen Lebens leichten Fußes überquert werden.

Nun da du hier bist, siehst du, dass deine Fragen nur Teil des Zehenspitzentanzes auf dem Parkett der Ignoranz gewesen sind. Ein Tanz der Formen, scheinbar fester Wesen, in der Aufführung eines Theaterstückes mit dem Titel:

„Ich, mein Leben und wie schwierig alles war, ist und sein wird.“

Leuchtende Potenzialität kann sich eben auch, im funkelnden Kleid der menschlichen Form, als Vergessen erheben.
Tanzend, klagend, fordernd und vergehend.

So kann vielleicht gesagt werden, dass Verstrickt-Sein an sich die Wahrnehmungsperspektive eines Tänzers ist, der vergessen hat, dass durch ihn nur eine Rolle gespielt wird, in einem Theaterstückes Namens Leben. Und so ist da immer die Sehnsucht nach dem ersten Preis, der Anerkennung, des Beifalls und die Kapelle des Begehrens spielt dazu die süße Melodie der Vergessenheit.

Sicher, es scheint so bedeutungsvoll die Herausforderungen dieser Welt zu bezwingen. Doch wenn die Zeit gekommen ist, wird selbst die Asche des erfolgreichsten Bezwingers, mit dem Staub der anderen ehemals sich bedeutungsvoll fühlenden Menschen, einfach den Fluss hinunter in den Ozean der Wesenslosigkeit gespült werden und sich auflösend in den Tiefen der Unendlichkeit versinken.

Spurlos, vergessen, ewig ungekannt.
Zu spät.

Nun da du es selber siehst, kann erkannt werden, dass alle Verwicklungen, alles Ablehnen und Greifen, alle Hoffnungen und Wünsche, alle Ängste und Sehnsüchte nur der vibrierende Ausdruck der einen Lebendigkeit ist, die sich, durch diese Form die einen Namen bekommen hat, in die Welt ergießt.

Unablässig, leuchtend, betörend und in sich bedeutungslos.

Nun da du es selber siehst, kann erkannt werden was sich jenseits des Bekannten an Unbeschreiblichem manifestieren kann, wenn der Tänzer schon vor dem letzten Lied gehen kann.

Nun da du es selber siehst, erhebt sich jedoch die Frage, ob du von der Süße der Verstrickung lassen kannst.

Vielleicht ist das die einzige Frage, die in diesem scheinbaren Leben entscheidend ist.

Bedenke klug die Antwort.
Denn es kann tatsächlich geschehen, dass Verstrickungen nur noch als das erscheinen können, was sie schon immer sind, Ereignisse die einfach geschehen. Das Ende der Verstrickungen bedeutet dann also auch, dass der Verstricker hinein schmilzt in dieses ewig Unbekannte.

Bedenke klug!
Denn mein Freund, dann ist der Tanz von Bedeutung endgültig aus. Dann fallen alle Schleier der Hoffnung auf Etwas für immer und dann fällst auch du.

Deine Frage ist also die Frage nach
Freiheit vom Verstrickt-Sein-Müssen.

Tatsächlich ist es die Frage nach Freiheit vom Vergessen-Müssen.

Letztlich jedoch ist es die Frage nach
Freiheit vom Mensch-Sein-Müssen.

Wie also wird die Antwort sein?

Was ist diese Stille die ständig gesucht wird? Brauchen wir nun Gurus oder Meister um Stille zu erfahren? Brauchen wir Meditationstechniken?
Februar 2, 2012

Fragen eines Freundes

06.01.2012

Was ist diese Stille die ständig gesucht wird? Brauchen wir nun Gurus oder Meister um Stille zu erfahren? Brauchen wir Meditationstechniken?

 

Wird diese Frage gestellt um Antworten anzuhäufen, sie zu archivieren, zu diskutieren oder um Argumente für oder wider deiner Überzeugungen zu sammeln? Dann hat die Antwort keinen Wert für dich, außer dass du noch mehr Ballast mit dir herumschleppst. Überprüfe doch bitte deine Motivation. Möchtest du mehr Ballast oder Freiheit. Beides zusammen geht nicht. Das ist eine Tatsache. Doch glaube nichts, überprüfe selber ob das die Wahrheit ist. Schau dir still dein Leben an und finde es selbst heraus. Nur eine Bitte, folge der Antwort, die hier hervortritt für diesen Moment einfach ganz still. Keine Ablehnung, keine Zustimmung, nur stille Achtsamkeit. Vielleicht gelingt es dir so nicht noch mehr Müll zu deinem Ballast hinzu zufügen. Du gehst schon ganz krumm unter dem ganzen Gewicht deiner Müllbeutel.

Die gewöhnliche Reaktion von uns Menschen ist grundsätzlich extrem. Entweder wir lehnen etwas ab, in der Extremform hassen wir es dann. Oder wir greifen danach und verteidigen es mit allem was uns an Mitteln zur Verfügung steht. Dann hassen wir, wieder in seiner Extremausprägung, diejenigen die das ablehnen, an was wir glauben. Wir beginnen unseren Glauben zu verteidigen. Eine dritte gewöhnliche Reaktion ist Ignoranz. Doch in seinem Kern ist Ignoranz keine Reaktion, sondern Nichterkennen oder Nichtwahrnehmen. Es ist also eher Dummheit oder Dumpfheit und beinhaltet keinerlei Intelligenz. Während in den erstgenannten beiden Reaktionsformen eine Art von Intelligenz wahrgenommen werden kann. Hier ist ein Rest von Lebendigkeit erkennbar.

Was ist also diese Stille und können wir Mediationsmethoden gebrauchen um die Natur dieser Stille zu erfahren? Bitte forsche still in dir mit, folge nicht den Worten, sondern schau in was diese Worte erscheinen, auf was sie hinweisen. Wir haben einen Deal ausgemacht, keine Diskussion in dir.

Grundsätzlich sind alle Methoden eine Art und Weise Erfahrungen zu überprüfen. Da gibt es zum Beispiel eine Methode um aus Trauben ein alkoholhaltiges Getränk herzustellen. Doch zuerst war da die Erfahrung, dass irgendwie aus Trauben eine berauschende Substanz entstehen konnte. Durch unbekannte Umstände, vielleicht Wärme und bestimmte Einflüsse ist da etwas entstanden. Du kostest von dieser Substanz. Du bist berauscht. Das gefällt dir. Du denkst dir eine Methode aus um diese Erfahrung zu wiederholen. Du hast Erfolg und denkst dir eine Methode aus, wie diese Erfahrung dauerhaft wiederholt werden kann. Du hast Erfolg und du denkst dir eine Methode aus, einfacher und mehr von dieser Substanz herzustellen. Du hast Erfolg und so hast du dir eine funktionierende Technologie erdacht. Du produzierst jetzt eine Menge davon und benennst das Ergebnis. Es heißt ab jetzt Wein. Die Menschen um dich herum möchten das auch haben. Du gibst es ihnen. Es gefällt ihnen. Sie lieben dich. Du bist ein Wunder. Du bist ein Meister. Du bist Gott. Du glaubst es selber. Du bist ein Narr.

Die Erfahrung war also plötzlich da und das Denken hat eine Methode erdacht, diese Erfahrung noch einmal hervor zu bringen, zu wiederholen, zu sichern.

Da ist also eine Erfahrung der Stille und du denkst dir eine Methode aus um diese Erfahrung zu wiederholen. Du hast die besten Absichten. Du wendest diese Methode an. Das Erfahrene erkennt sich wieder.  Die Menschen um dich herum möchten auch diese Erfahrung haben. Du gibst ihnen die Methode. Du begehst das Gute*. Sie wenden die Methode an. Doch sie hatten nicht diese Erfahrung. Was soll denn nun eigentlich erfahren werden? Wie soll also ein Wiedererkennen erfolgen, wenn die Erfahrung dort nicht erfolgt ist? Sie fragen dich. Du erklärst die unerklärliche Erfahrung, die unabweisbar erfolgt ist. Du erklärst die Stille mit Worten. Du erklärst die undenkbare Stille mit Sprache, die ein Instrument des Denkens ist. Du erklärst Stille mit Denken. Die Menschen verstehen nicht. Die Menschen wenden die Methode an. Eine Erfahrung taucht auf. Mit der Erfahrung taucht der Gedanke auf: das könnte gemeint sein, jetzt habe ich es. Sie kommen zu dir und legen dir den Gedanken der Erfahrung zu deinen Füssen. Eine Trophäe der Jagd nach Stille. Ein Objekt. Du musst sagen, dass es das nicht ist.

Die eine Hälfte ist wütend. So viele Jahre der Methode, völlig umsonst. Sie schreien dich an und beschuldigen dich der Scharlatanerie. Sie gründen eine eigene Bewegung mit einer besseren Methode.

Einige gehen nach Hause und betrinken sich mit Wein für den Rest ihres Lebens.

Die andere Hälfte denkt sich: wenn ich nur lange genug die Methode anwende, dann werde ich diese Erfahrung schon irgendwann mal haben. Ich muss nur härter meditieren. Du sagst ihnen, dass sie die Erfahrung nicht haben können, weil sie schon das Erfahrene sind. Du sagst ihnen, dass sie die Erfahrung nicht zu einem Objekt machen dürfen. Du sagst ihnen, dass sie sich die Stille nicht erdenken können. Du sagst ihnen, dass sie schon Stille sind. Es geht um das Wiedererkennen deiner wahren Natur. Du sagst ihnen, entspannt euch.

Sie verstehen dich nicht. Sie wenden die Methode noch härter an.

Du gehst in den Wald und in der Stille, die du bist, erscheint Trauer.

Die Natur des Denkens ist grundsätzlich mechanisch. Mechanik ist nicht intelligent. Mechanik produziert Stückwerk, Bruchstücke, Splitter, doch es kann sie nicht zu einem Gesamtbild zusammensetzten, dazu brauchte es Intelligenz. Schau dich einfach in der Welt um, jede Menge Fragmente, kein funktionierendes Gesamtbild und dazwischen verwirrte Menschen die Unsinn reden und glauben alles im Griff zu haben. Narren.

Jede Methode, die das Denken erdenken kann, ist somit ein Fragment, eine Scherbe. Jede Meditationsmethode, die das Denken erdacht hat, ist der fragmentarische Versuch über sein eigenes Denkuniversum hinaus zu schauen, um einen Blick auf das Gesamtbild erhaschen zu können. Das Denken kann ganz schön schlau sein. Es weiß von seiner fragmentarischen Natur und versucht sich umzuschauen nach Ganzheit, ohne aber seine mechanische Natur aufgeben zu wollen. Du bist ganz schon schlau, du möchtest dein Ballast behalten und dich mit Gepäck in die Freiheit mogeln. Aus Sicherheitsgründen, denn man weiß ja nie, oder?

Doch Schlauheit ist nicht Intelligenz. Stille ist Intelligenz. Stille ist leuchtende intelligente Lebendigkeit. Stille ist knisterndes Potenzial. Stille ist Gesamtheit, ist Einheit. In der Stille erscheint diese Welt mit seinem Denken. Du bist Stille, die in Stille als Denker erscheint, der denkt nicht in Stille zu sein.

Geht’s noch deutlicher? Natürlich. Sieh doch selbst.

Ein Mensch, in dem die Mechanik des Denkens angehalten hat, ist Stille. Stille das sich wiedererkennt, dass es Stille ist, in einer menschlichen Form, nennt man Meister auf dieser Erde. Eigentlich müsste es einfach Mensch heißen, doch diesen Titel hat sich schon der Denker geraubt.

Da jeder Mensch Stille ist, kann er nicht mechanisches Denken sein. Das ist erfahrbar und wahrnehmbar. Hier ist die Aufforderung das selber herauszufinden, sonst machst du diese Antworten zu einem Objekt. Wenn du eine Methode anwendest, berühre die Erfahrung nicht und die Stille fließt durch die Scherbe der Erfahrung zu dem Gesamtbild zusammen, zu dem Spiegel in dem alles erscheint.

Das bist ewig DU.

Ist es nicht seltsam, dass wir immer gebettelt werden müssen unser Leiden zu beenden. Du brennst ab wie eine Fackel und hier kommt höflich, bittend, bettelnd der Hinweis; Eh, du brennst wie eine Scheune, wie wäre es denn mal mit einem Sprung ins Wasser? Ah, jetzt noch nicht, ok. Später vielleicht?

Der Mensch in Stille ist der lebendige Hinweis, dass du diese Stille ebenfalls bist. Machst du ihn zu einem Gott, bewirfst du ihn mit deinem Müll. Würde er diesen Müll annehmen, wäre er ein Idiot.

Wenn die Mechanik des Denkens aussetzt, ist spontan die Gesamtheit wieder da. Es wird gesehen, dass sie nie weg war, sondern nur überdeckt.

Von hier geht Lebendigkeit erst los. Hier ist alles möglich.

Lebendig Stille
Dein glühend Kuss
verbrennt die Dunkelheit
zu leuchtend Sternenstaub
reine Liebe entfaltet ihre Feuerschwingen
und offenbart die Dimension der Ewigkeit

*dieser Ausspruch stammt von einem unbekannten Schüler von Frau Míla Tomášová

Wie sehe ich oder jeder einzelne das man auf dem richtigen Weg ist?
Januar 23, 2012

22.07.2011

Fragen eines Freundes

Wie sehe ich oder jeder einzelne das man auf dem richtigen Weg ist?

Gibt es Zeichen?

Gibt es so etwas wie ein wirkliches Ziel für jeden Menschen?

Wenn ja wie kann es jeder erfahren oder in seiner Tiefe herausfinden?

Kann die Euphorie für manche Menschen zu viel sein?

Und da meine ich mit zu viel Kraft vorgetragen?

Ob es bewusst gewusst wird oder nur tief im Unbewussten verborgen wirkt, das wirkliche Ziel für jeden Menschen ist die Vereinigung mit dem, von dem er sich getrennt fühlt.

Alle Bewegungen, auch die scheinbar entgegengesetzten Bewegung, im Leben des Menschen sind diese Sehnsucht.

Natürlich betrifft diese Sehnsucht nicht nur die Menschen, sondern ist die Sehnsucht aller fühlenden Wesen.

Doch da hier nur nach Menschen gefragt wurde, so ist auch jetzt nur von diesen die Rede.

Vor dieser Vereinigung, mit dem von dem sich der Mensch getrennt fühlt, fürchtet er sich und gleichzeitig sehnt er nichts mehr herbei.

Aus diesem scheinbaren Widerspruch entsteht die Taumelbewegung, die im Allgemeinen das menschliche Leben genannt wird.

Die Angst und die Sehnsucht, die Ablehnung und das Begehren, der Hass und die Leidenschaft, die oft mit Liebe verwechselt wird, diesen Emotionen und Gefühlen ist der Mensch ausgeliefert, wie ein Fels der Naturgewalten ausgeliefert ist, spalten ihn die Hitze des Tages und die Kälte der Nacht bis nur noch Staub übrig ist.

Das Lebensgefühl jedes Menschen, der glaubt ein Selbst zu haben und dieses Selbst zu sein, ist mehr oder weniger von diesen Umständen geprägt.

Die Ausweichstrategien mögen verschieden sein, das Resultat ist ewig das Gleiche, endlose Suche nach Glück um Unglück zu vermeiden.

Das ist verzweifeltes Menschsein.

Von gelegentlichen glücklichen Momenten abgesehen, die in sich schon den Keim des Unglücks tragen, ist es wie das Leben gewöhnlich abzulaufen scheint.

Auf dieser Ebene, aus dieser Perspektive gibt es kein Entrinnen.

Hier gibt es kein Glück das nicht wieder zerfällt.

Hier gibt es keine Sicherheit das nicht potentielle Unsicherheit in sich trägt.

Hier gibt es keine Liebe, sondern nur Begegnungen zwischen verstörten Menschen, die nicht sehen und sich somit gegenseitig verletzen.

Dies ist der Weg des Egos, des Selbst und seine Zeichen sind die Zerstörung von allem was es berührt.

Jeden Weg das das Selbst wählt führt von der Lösung weg, da es Auflösung bedeutet.

Jedes Ziel das es anstrebt lenkt vom Ziel der brennenden Sehnsucht ab.

Jedes Zeichen das hoffnungsvoll als Zeichen des richtigen Weges betrachtet wird, ist der Wegweiser in den Sumpf der Gedankenwelt, aus der die Angst niemand mehr entkommen lässt.

So scheint es.

Und auch die Ablehnung von alldem, die Rebellion dagegen, ist nur die Strategie des Selbst zu bleiben und zwar unter allen Umständen.

In dieser Dimension unterstützt jede Bewegung die Existenz des Selbst und macht die Welt scheinbar realer und fester.

Damit wächst die Ablehnung und damit das Anhaftenden, das in sich die gleiche Bewegung ist, und verdichtet die Welt zu einem noch bedrohlicheren Ort in dem der Mensch auf Leben und Tod ausgeliefert ist.

Eine Kreisbewegung, die durch den Ausbruchsversuch den Kreis nur noch größer werden lässt.

Das perfekte Gefängnis das seine Mauern bei Bedarf selbst versetzt, mit der Zustimmung des Insassen.

Ein Entkommen scheint nicht möglich. Tatsächlich ist ein Einkommen nicht möglich, da bei Entkommen das Ende droht, das Auslöschen zu bedeuten scheint.

Dies alles wäre sehr furchtbar bedrückend, wenn es wahr wäre.

Doch es ist gelogen.

Es ist die Lebenslüge des Selbst.

Es ist das Beatmungsgerät des Egos.

Es ist die Droge das Gefühl ein selbstständiges unabhängiges menschliches Wesen zu sein.

Es ist die Sucht größer als Gott zu sein.

Doch schau.

Der Mensch ist die Bewegung des Lebens selbst, weder sein Ausgangspunkt noch sein Endpunkt.

Einfach eine Bewegung sich aus Bewegung erhebend und darin wieder versinkend.

Die Welle die aus dem Ozean erhoben wird, umschaut und wieder im Ozean versinkt um erneut erhoben zu werden.

Geschaffen einzig um den Jubel der Herrlichkeit zu sehen und diesen zu bezeugen.

Dieses aus dem Alles Ist.

Jede Bewegung die von sich selbst glaubt Dieses nicht zu sein, ist Dies das das nicht glaubt.

Das Selbst das glaubt unabhängig und losgelöst von Diesem zu sein, ist Dies das als Selbst das glaubt.

Es gibt keine Trennung, da es nichts zu trennen gibt.

So ist der wahre Weg die Bewegung selbst und seine Zeichen ist die nächste Bewegung, die sich erhebt wenn die Vorherige ausläuft, fließend, endlos und anfangslos.

Das wahre Ziel ist staunend mit dieser Bewegung zu fließen, sehend das Element der Bewegung sein, dass alles Dies ist.

Herausfinden aus der Tiefe kann das ein Jemand nie, vielleicht eine Ahnung davon haben, wie den Duft einer Blume riechen aber die Blume niemals sehen.

Doch Dies geschieht niemanden, da niemand Nichts ist das Alles IST.

Die Kraft die Dies offenbart und offen zur Schau stellt, erschreckt alle Selbst-Bewussten Menschen und lässt ihren Blick in Angst abwenden.

Das Leben ist Euphorie und tote Menschen sterben in diesem Licht.

Das Selbst stirbt in diesem Licht. Erst stirbt das Selbst das von sich denkt das es Ist. Das ist einfach. Das kann kommen und gehen.

So wie Stille kommen kann und gehen kann.

Doch dann stirbt das Selbst das sich lebendig fühlt.

Dies zerschmettert alles bis zum Grund des menschlichen Lebens.

Hier wird die Sicht befreit und Sehen breitet sich aus.

Mit dem Sehen kommt das Staunen über Alles.

Die Welle der Bewegung entfaltet sich ungebremst und niemand wird je wissen wohin sie geht.

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