Was ist der Unterschied zwischen Freiheit und Befreiung? Teil 2

Was ist der Unterschied zwischen Freiheit und Befreiung?

Teil 2

05.04.2018

Wir haben über Erfahrungen gesprochen und darüber das DIES, die Singularität, nicht direkt wahrgenommen werden kann.

DIES, die Singularität, was wir wirklich sind, kann offensichtlich nur über Aspekte, die die Singularität repräsentieren, erfahren werden. Genauer gesagt durch Erfahrungen die wir diesen Aspekten zuordnen.

All das ist in dem Lauf von Jahrhunderte oder vielleicht auch Jahrtausenden der spirituellen Forschung systematisch kategorisiert wurden und kann in vielfältiger Form in vielen Abhandlungen in unterschiedlichen Religionsformen gefunden werden.

Nochmal, das ist ein wichtiger Punkt, die Singularität, wird in Aspekten beschrieben um sie mitteilbar zu machen. Wir benutzen unseren Verstand und zeigen mit unserem geistigen Finger in eine „Richtung“ um zu sagen … das ist es … so ist es… oder …. das ist es nicht.  Wir zerlegen das Unzerlegbare in Teile. So funktionieren wir Menschen scheinbar.

Doch das Zerlegen bringt uns der Ganzheit nicht näher. Wir befriedigen damit nur den analytischen Trieb unseres Verstandes.

Während des Befriedigungsvorganges des Verstandes kann die Intelligenz, die wir tatsächlich sind, frei wirken und die Unzerlegbarkeit der Ganzheit „sehen“.

Das könnte man als ein Akt der Befreiung beschreiben, wenn man mag.

Das „Sehen“ bleibt allerdings bei den schon erwähnten Aspekten hängen. Darüber haben wir schon gesprochen.

Unmanifestierte Potenzialität, NICHTS, manifestierte Potenzialität, ALLES, Nicht-Zeit, Nicht-Raum, Raum und Zeit usw. versuchen diese Aspekte mit Wörtern, also mit Bedeutung, zu belegen.

Wer versucht diese Aspekte mit Wörtern und Bedeutung zu belegen? Unser analytischer Verstand versucht das Unbeschreibare mit einem Wert, der mit etwas verglichen werden kann, zu belegen.

Gut – Böse

Raum – Nicht-Raum

Groß – Klein

Manifest – Unmanifest

Unendlich – Begrenzt

Schön – Widerlich

Falsch – Richtig

Dem Verstand kann hier kein Vorwurf gemacht werden. Er macht einfach seinen Job. Er legt unermüdlich Bibliotheken an und das auf jeder nur vorstellbaren Ebene und zu jedem möglichen Objekt.

Das ist bis dahin allerdings völlig unproblematisch und kann darüber hinaus sowieso nicht dauerhaft in einem lebendigen funktionierenden Wesen unterbunden werden.

Übrigens die Methoden, die versuchen diesen automatischen Vorgang des Verstandes dauerhaft zu unterbinden, sind zum Scheitern verurteilt. Statt zur Freiheit führt der dauerhafte Versuch der Unterbindung dieses Prozesses nur zu weiteren heftigen Problemen unserer Existenz.

Aus der Sicht der Freiheit sind die Meditationmethoden, die die Zielsetzung beinhalten die Gedanken anzuhalten, nicht erfolgsversprechend. Natürlich erzeugen diese Methoden Erfahrungen, wie temporäre Gedankenlosigkeit oder die Erfahrung der one-pointedness usw. Doch verändern sich die Umstände so verändern sich auch die Erfahrungen und es ist geschehen um die Gedankenlosigkeit.

Was ist also der Wert der Methoden?

Methoden erzeugen Erfahrungen, die ihrerseits die Aspekte der Singularität vermitteln können. Das Ziel ist Nondualität. Also das was wir schon ursachlos und anfangslos sind.

Erinnerst du dich. Die Basis, der Pfad und die Frucht ist das Selbe. Nur unsere Unwissenheit macht es zu Objekten.

Die fundamentale Erfahrung des Geistes ist Leerheit. Die des Körpers ist Empfindung und auf der Energieebene ist es Klarheit. Das sind die drei Tore die uns Menschen auf der Suche nach Freiheit zur Verfügung stehen. Diese müssen wir beschreiten, wenn uns die Sehnsucht nach Freiheit zwingt unsere Bequemlichkeit und Faulheit aufzugeben.

Doch eine Garantie auf Erfüllung gibt es nicht.

Verspricht Dir jemand, bei der Anwendung einer Methode, eines Pfades usw., die Garantie auf Freiheit ist die Wahrscheinlichkeit extrem groß das er/sie ein Schwindler und Scharlatan ist.

Was verstärkt zu beobachten ist die Zunahme der Entwicklung von Erleuchtungs-Businessmodellen.

„Lehrer“, „Erleuchtete“, „Erwachte“, „Wisssende“, „Gurus“ schießen wie Pilze, nach einem schönen warmen Sommerregen, aus dem Boden.

Sie bieten Methoden zur Erleuchtung an.

Was bestenfalls tatsächlich passiert ist das Methoden angeboten werden die Erfahrungen erzeugen, wie zum Beispiel die Erfahrung von Leerheit. Diese Erfahrung der Leerheit wird dann als das zu erreichende Ziel postuliert und im schlimmsten Fall als erleuchteter Zustand bezeichnet. Das Ego bläst sich zum Super-Ego auf und heftet sich den säkularen Orden der Erleuchtung an die stolzgeschwellten Brust.

Das ist nicht korrekt.

Jeder Pfad der nicht die Zerstörung des Egos beinhaltet, also die Demontage und Demaskierung des persönlichen Glaubens und unhinterfragten Verständnisses ein unabhängiges Leben zu besitzen, vorantreibt, ist letztlich nur eine Shoppingtour durch das esoterische Disneyland dieses Zeitalters.

Mit Finden von absoluter Freiheit hat das alles nichts zu tun.

Die Erfahrung von Traurigkeit erscheint hier während das mitgeteilt wird.

Wird, während die Erfahrung der Traurigkeit erscheint, gesehen das Traurigkeit erscheint? Ja.

Wird, während die Erfahrung der Traurigkeit erscheint, gesehen, dass das was die Traurigkeit erfährt und die Traurigkeit die erscheint, das Selbe ist? Ja.

Wird, während die Erfahrung der Traurigkeit erscheint, gesehen das dieses Erscheinen ursachlos ist und letztlich keine entstehende Basis hat. Ja.

Ist das Erleuchtung? Nein.

Was ist es dann? Unabgelenkte Präsenz eines Wesens das Befreiung erfährt.

Was ist dann Freiheit?

Die absolute Abwesenheit der Kenntnis darüber das Konzepte von solchen Fragen überhaupt existieren können.

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