Worte

Kuss der Stille/Tagebuchnotizen 2011

Worte

09.7.2011

 

Erklärungen sind nie das Erklärte. Worte sind nie die Bedeutung an sich. Manchmal deutet Sprache als Instrument auf Dies hin. Wird Sprache nur verstanden, verhindert das Verstehen die Sicht auf Das, aus dem die Sprache kommt, das was Ist, in dem Dies als Sprache erscheint. Manche Wörter scheinen den Verstand besonders zu verwirren und er verstrickt sich in Begriffen.

Der Begriff Unendlichkeit oder Ewigkeit scheint im Verstehen immer mit subtilen Zeitvorstellungen befüllt zu werden.

So scheint „seit Ewigkeit“ oder „in Ewigkeit“ oder „in alle Ewigkeit“ die Zeitvorstellungen von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in der Beschreibung von Zeitlosigkeit als Verstehen von Zeitlosigkeit mitzuschwingen.“ Seit Ewigkeit“ impliziert, dass es eine ewige Vergangenheit gibt oder „in alle Ewigkeit“ erscheint als die Zukunft, die ewig wäre.

So Ist Dies aber nicht.

Genau wie „in Ewigkeit“ gerne eine endlose Gegenwart projiziert wird, quasi ein immerwährender jetziger Moment. Doch es ist immer nur eine Beschreibung, die auf das Unbeschreibbare hinweist. Der Verstand kann Dies nicht verstehen. Der Verstand erscheint als Dies und Dies erscheint als verstehen wollen.

Dies IST zeitlos, ohne Bewegung in der Bewegung scheinbar erscheint und scheinbar wieder verschwindet.

„Jetzt“ oder „dieser Moment“ werden somit von Jemand, der glaubt zu verstehen, im Verstand mit Bedeutung verknüpft und dessen Gedanken formt Nicht-Zeit in den Begriff einer Zeitform, die „Jetzt“ genannt wird.

Sie bleibt eine Nicht-Zeit, von Niemand, dessen Lippen scheinbar ein Wort formuliert, dass das Unerklärliche transportiert, also leer Ist.

So ist das Wort „Jetzt“ einfach Dies als Wort erscheinend, rein und unberührt.

Jedoch versteht Jemand dieses Wort, so schaut er in die entgegengesetzte Richtung und Dies zu Sehen scheint dann nicht möglich.

Worte sind in sich bedeutungslose Laute und erst durch Befüllung von Jemand für Jemanden wird Bedeutung erfahren. An dieser Bedeutung richtet sich Jemand auf und bekommt die erwünschte Festigkeit um Jemand zu bleiben.

So ist jedes Wort der ewig vergebliche Versuch Dies zu beschreiben, Dies, das zeitlos bewegungslos IST.

Doch kommen immer wieder Worte und Dies erscheint sich beschreibend.

Immer wieder, trotz der Vergeblichkeit.

Doch Dies kann sich erfahren.

Scheinbar.

 

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