Fragen, Antworten, Gespräche … Teil 3

Januar 30, 2020 - Kommentare deaktiviert für Fragen, Antworten, Gespräche … Teil 3

Fragen, Antworten, Gespräche … Teil 3

30.01.2020

Da wurde kürzlich die Frage gestellt Wer bist du? Und vielleicht könnte die Antwort meine Frage Wer bin ich?! beantworten.

Die wirkliche Forschung nach Antworten ist einer der intensivsten Angelegenheit, die uns Menschen widerfahren kann. Wir müssen verletzlich und ungeschützt sein, damit uns Antwort erreichen kann. Und das wahrhaftige Erkennen der tatsächlichen Natur der Realität ist der intimste Moment in der Existenz als fühlendes Wesen.

Der Drang nach Wahrheit zu forschen, die wahren Natur der Dinge erfahren zu wollen, nach Freiheit von Kondition zu begehren, die Fesseln abstreifen zu wollen, die einem die Luft zum Atmen zu nehmen scheinen, das ist ein leidenschaftliches Leben, ein tiefgehender intensiver Ausdruck des Mensch-seins.

Am Ende dieses Weges bleibt nichts Gewohntes übrig.

Der Kuss der Stille lässt alles Bekannte verglühen und der Preis ist die Auslöschung dessen was du glauben musstest zu sein.

Wenn der Drang des Wissen-Wollens alles Erträgliche zu übersteigen scheint, wenn deine Erschöpfung auf dem Pfad der Suche scheinbar unermesslich wird und kein Ende der Tristesse in Sicht ist, nun… das ist ein gutes Zeichen.

Denn ICH hält das nicht lange aus. Die wahrhaftige Einsicht in Ausweglosigkeit ist das Ende vom Ich. Es stirbt dann allerdings nur etwas was nie wirklich existiert hat.

Doch wer will das wirklich? Wir wollen uns gewöhnlich durchmogeln und stellen eine Frage mit der Hoffnung, dass die Antwort eine Chance aufzeigt wie ICH bestand haben kann.

Wir sind so verwöhnt und so bequem. Wir wollen alles sofort und in rosa Geschenkpapier eingewickelt bekommen. Stellen wir eine Frage, erwarten wir eine Antwort… mit Schleifchen drum.

Wir wollen nicht verletzlich und ungeschützt sein. Wir wollen Antworten empfangen, während uns unsere Rüstung der vertrauten Gewohnheiten und konditionierten Ansichten sichert.

Wir hängen uns an Menschen, Religionen, spirituellen Pfaden, Übungen, Bücher, alles in der Hoffnung auf eine Antwort. Eine Antwort, die uns keine Sicherheit kostet, die ICH nicht gefährdet.

Wir wollen DIE Antwort empfangen, wir wollen DER Erwählte sein, DER die Antworten verdient, weil er/sie so beflissen gewesen sind die Wahrheit zu finden, weil ICH so gelitten habe oder immer noch leide, natürlich mit dem Anrecht darauf die Antworten dann weiterverbreiten zu dürfen. Das ist alles Ich, Ich, Ich…

Das ist Dualismus.

Dort der Fragende hier der Antwortende.

Das ist unser Gefängnis. Das ist Leiden.

Ein Antwortender wäre nur ein weiterer Wärter, von dessen Gnädigkeit zu antworten du scheinbar abhängig sein würdest.

Doch hier ist kein Antwortender

Keine Antwort

Kein Wärter

Kein Gefängnis

Hier bist nur DU was schon anfangslos ALLES IST.

Fragen, Antworten, Gespräche … Teil 2

Januar 27, 2020 - Kommentare deaktiviert für Fragen, Antworten, Gespräche … Teil 2

Fragen, Antworten, Gespräche … Teil 2

27.01.2010

Einige Gespräche der letzten Monate drehten sich um die Frage wie es sich so lebt, ohne das Empfinden einer persönlichen Geschichte, oder oft auch anders gefragt, ohne das Gefühl persönlich involviert zu sein versus die scheinbar übliche ich-zentrierte Wahrnehmung.

Gleichermaßen wird danach gefragt ob sich besondere Fähigkeiten manifestieren oder außergewöhnliche Erfahrungen/Wahrnehmungen auftreten.

Fragen zu erstem Punkt sind schnell beantwortet… es ist einfach unbekannt.

Hier kann einfach keine Antwort darauf gegeben werden. Dazu müsste ein Vergleich zwischen zwei scheinbar unterschiedlichen Erlebens-Erfahrungen möglich sein. Persönlich versus Unpersönlich. Das ist hier aber nicht möglich.

Zum einem ist es nur eine Beschreibung, wenn hier davon berichtet wird, dass die Erfahrung eines persönlichen Lebens geendet hat und auch nicht wiedergekehrt ist. Davon abgesehen, dass es eine unbeholfene Beschreibung ist, geschieht das Beschreiben ausschließlich zu Kommunikationszwecken, z. B. um eine Frage zu beantworten.

Niemals kommt eine Beschreibung über die Erfahrung des Lebendig-Seins aus sich selbst heraus zustande. Es gibt keinen Impuls dazu. So wie auch keine Fragen aus sich selbst heraus entstehen.

Es ist einfach nur still. Manchmal formt sich Stille zu Antworten, kommuniziert sich und ruht wieder.

Es lebt einfach, sieht, atmet, isst, schläft, träumt, schreibt, antwortet, geht und sitzt.

Einmal kam die Frage was dann der Unterschied zu einer Erfahrung des Lebens eines Hundes wäre.

Keine Ahnung, außer dass die Fähigkeit zum Bellen offensichtlich hier nicht so gut entwickelt ist.

All diese Fragen kommen aus der Sucht des Denken-müssen. Hier wird oft beobachtet, dass es dem Fragenden nicht wirklich um die Antwort geht, es geht in erster Linie um Befriedigung.

Was wird da befriedigt bzw. sucht nach Befriedigung?

Forsche einfach nach. Wenn Du die Frage formulieren kannst, liegt es im Bereich der Möglichkeiten ebenfalls die Antwort zu sehen. Es ist letztlich nur Bequemlichkeit Antworten „außerhalb“ zu suchen.

Die Erfahrung von Klarheit ist der Ausdruck der energetischen Natur aller Menschen.

Die Erfahrung von Ursachlosigkeit ist der Ausdruck der geistigen Natur aller Menschen.

Die Erfahrung von Empfindung ist der Ausdruck der körperlichen Natur aller Menschen.

Damit ist die Basis für alle Antworten in jedem menschlichen Wesen vollständig, uranfänglich und unzerstörbar existent.

Tatsächlich ist das menschliche Muster, also so wie wir uns als Lebewesen erfahren, die Summe dieser Erfahrungen.

Die Erfahrung der Ursachlosigkeit als Ausdruck der geistigen Natur, man könnte auch Leerheit dazu sagen, ist der dominierende Aspekt. Kommt es zu Ablenkung der Wahrnehmung und daraus folgend zum Nicht-Erkennen, wird der Aspekt der Klarheit oft als Verwirrung erfahren. Doch die Basis der energetischen Natur ist immer Klarheit, sie ist unveränderbar. Klarheit kann und muss demzufolge nicht hergestellt werden, sie IST einfach.

Endet Ablenkung, verschwindet Verwirrung und in Klarheit gibt es keine Fragen, da alles schon Antwort ist.

Zum zweiten Teil der üblichen Fragen… nun was nutzt es, wenn hier von Erfahrungen der Klarsichtigkeit, spontaner Heilung und der Erfahrung von Sehen berichtet wird. Es folgen letztlich nur zwei Reaktionen … Unglaube, das letztlich Unwissenheit repräsentiert oder Greifen…will ich auch haben… also das Nichterkennen unserer anfangslosen perfekten unzerstörbaren Basis als Ausdruck des menschlicheren Wesens.

Das ist das Wirken eines Verstandes, nach außen gerichtetes Verlangen kombiniert mit innerer Blindheit.

Beobachte dieses Wirken des Verstandes einfach so wie Du das Spielen Deines lieben Kindes beobachtest. Manchmal ist das Spiel chaotisch und zerstörerisch. Manchmal überraschend kreativ und aufbauend. Beobachte es einfach als ein Nebeneffekt des Lebendig-Seins.

Dann manifestiert sich Freiheit über das Beurteilen-müssen.

Das ist die Befreiung von der Konditionierung, zu glauben die Welt ist das was dir beigebracht wurde, und die Wahrnehmung hebt frei den Blick und sieht das was IST.

Bleibt diese Erfahrung stabil IST Freiheit.

Dafür wirst Du dann vielleicht Fragen beantworten müssen.

Aber das ist dann nur ein kleiner Preis für die Unermesslichkeit dessen was wahrgenommen wird.

Zumindest wird es hier so gesehen.

Fragen, Antworten, Gespräche…

August 10, 2019 - Kommentare deaktiviert für Fragen, Antworten, Gespräche…

Fragen, Antworten, Gespräche…

10.8.2019

Es gab in letzter Zeit einige Fragen und einige Gespräche zu dem Thema des „richtigen Weges“. Ein paar Fragen nach spezifischen Methoden in Verbindung mit der eigentlichen Motivation der Suche und dem was gehofft wird zu finden. Fragen nach dem eigentlichen Ziel, dass diese ganze Mühsal sowie dem Aufwand der Suche gerecht werden soll.

Der Aufwand der Suche soll sich also rechnen… so so..

Da es offensichtlich schwierig war das Ziel, dass so aufwändig zu erreichen und so fern zu sein scheint, und nach dem so mühsam gesucht wird, tatsächlich zu benennen, ohne in allgemeine Phrasen und Metaphern abzudriften, haben wir uns, der Kommunikation halber, auf die allgemeinste und üblichste Metapher geeinigt.

Wir haben das Ziel der spirituellen Suche als Suche nach „Freiheit“ benennen müssen, da wir uns auf keine bessere Bezeichnung einigen konnten.

Dass das was gesucht wird schon anfangs-los da ist, konnte offensichtlich durch den Fragenden nicht gesehen werden.

Dass dies was schon anfangslos da ist nicht mit Worten beschrieben werden kann, ist ebenso offensichtlich.

Und doch finden Gespräche darüber statt. Das wird hier als das eigentliche Mysterium gesehen, da gesehen werden muss, dass wenn diese „Freiheit“ für den Sucher erfahrbar wird als erste Reaktion ein Zurückschrecken, ein Abweisen, ein „Das habe ich mir so nicht vorgestellt“ erfolgt.

Ja, Freiheit hat keine Gnade mit unseren üblichen verstandeskonditionierten romantischen Vorstellungen von Glück, Harmonie und Bedeutung.

Das tatsächliche Erfahren von Freiheit löscht den Erfahrenen völlig und radikal aus. Wenn das nicht geschieht ist das, was du als Erfahrung von Freiheit bezeichnest, nur eine eigenproduzierte Erfahrung deines aufgeblasenen Verstandes. Ein Mindfuck unter vielen anderen Mindfucks.

Im Zusammenhang mit dem Versuch über deine Fragen, zu Methoden, Suche und Finden, zu sprechen haben wir auch über die Verse aus „Menschenkind“ gesprochen. Hier sind einige Auszüge der Kommentare dazu:

Spüre die Verzweiflung. Kannst du sie fühlen? Dann spüre die Energie, die sie antreibt. Gut!

Die erste Strophe ist sehr einfach zu verstehen. Jedes Wesen, dass sich auf den Weg nach Freiheit machen muss, oder ein anderes Wort mit selber Bedeutung… nach Wahrheit suchen muss, spürt diese Verzweiflung. Egal wie die Lebensumstände sind, wir müssen uns auf den Weg machen. Der Druck, der diese Energie ausübt und uns dazu antreibt die Suche zu beginnen, ist unabweisbar.

Tatsächlich aber geht es nicht darum wie ein Irrer durch die Welt zu reisen und jedes mögliche spirituelle Event mitzunehmen.

Tatsächlich fordert dich dieser immense Druck eigentlich nur auf nach „innen“ zu schauen und wahrzunehmen was schon ist.

Da Suche, besonders spirituelle Suche, aber ein Ausweichen ist, fährst du lieber nach Peru zu einer Ayahuasca Zeremonie um die Erfahrung von liebevoller weiblicher Energie zu machen und somit deine romantischen Vorstellungen von Freiheit zu befriedigen.

Das ist natürlich völlig in Ordnung, hat allerdings in Verbindung mit deiner romantischen Motivation und Vorstellung nur wenig mit Finden der Wahrheit zu tun. Das ist unter den besprochenen Bedingungen einfach nur spirituelles Entertainment.

 Dann gehe hinein in diese dunkle Wolke.

Hier wird der Weg nach „innen“ angesprochen. Unsere Verblendung, unserer Verwirrtheit, unsere Dumpfheit und die Grausamkeit, die daraus erwächst, direkt anzuschauen ist purer Horror und doch unabdingbar. Bis wir es wagen soweit zu gehen, jetten wir üblicherweise ein paar Jahre durch die Welt und nehmen an den abenteuerlichsten spirituellen Events teil, führen zweifelhafte Praktiken aus und begeben uns freiwillig in die Hände von fragwürdigen Menschen, die vorgeben dir die Freiheit geben zu können. Das ist ziemlich absurd, oder?

Nun mach keine der drei üblichen Bewegungen. Hin-Weg-Dagegen. Bleib still und rühr Dich nicht!

Das Erscheinen als Mensch-sein ist nur ein Ausdruck, ein Muster. Innerhalb dieses übergeordneten Musters des Menschsein-an-sich, drücken wir uns als Individuen mit drei grundlegen Bewegungen aus. Diese Bewegungen sind energetische Basisbewegungen und entfesseln, in unserer üblichen Dumpfheit, ihre Wirkung als Neid, Angst und Zorn. Das ist die simple Basis unseres üblichen Tuns und wenn das nicht gesehen werden kann, ist es das die Basis für unsere rastlose Suche nach Frieden. Auf der Suche nach Frieden, Freiheit, Wahrheit gehen wir ohne zu zögern über Leichen.

Bleib still und rühr dich nicht… das ist ein schwieriger Moment für uns Menschen. Wir sind so voller Leidenschaft und das Muster des Tuns ist so überwältigend tief der gewöhnliche Ausdruck des Menschseins, das wir das Stillsein an diesem Punkt unserer Reise nur imitieren können. Bestenfalls bedeutet hier „still bleiben und nicht rühren“ dem zu folgen was unser Verstand für Stille und Bewegungslosigkeit hält. Das ist aber auch ein Tun und hat nichts mit Stille zu tun. Doch was anderes als Imitation haben wir an dem Punkt nicht zur Verfügung.

Die Kraft, die alles antreibt, wird auch alles stoppen. Nun ist die Verzweiflung Dein bester Freund, sie gibt Dir alles, um nun für immer anzuhalten.

Das Anhalten, das wir so ersehnen, liegt außerhalb unseres Zugriffs. Genau so wenig wie der Antrieb zur Suche und Tun von dir kommt. Die gewohnheitsmäßige Annahme das du ein festes unabhängig existierendes Wesen bist, führt zu einer Verschiebung der Wahrnehmung, in der du der Mittelpunkt des gesamten Universums zu sein scheinst. Das ist ein Irrtum und an diesem Punkt deines Weges dämmert dir das so langsam. Du bist nicht mehr so sicher was wirklich und was unwirklich ist. Das ist ein gewaltiger Schlag gegen deine Dumpfheit.

Sie ist die Treppe zu Deinem Tempel, der in deinem Herzen auf Dich wartet.

Tatsächlich ist die Treppe ein Symbol dafür, dass es keinen Weg zurückgibt. Du bist nie fortgewesen. Du träumst einen Traum, in dem du Mensch bist und einen Weg zu gehen hast um wieder DU zu sein. Ein ziemlich hirnrissiger Traum, das sich ein kleines gallertähnliche Stück Hirn zusammengesponnen hat. So wie sich kleine Kinder unheimliche Geschichten erzählen, um sich schaurig schön zu gruseln. Dann aber bei dem kleinsten Geräusch in Panik verfallen, da sie vergessen haben, dass sie sich diesen ganzen Unsinn selbst ausgedacht haben.

Dort opfere Dein Leben, das Du nie besessen hast.

Wenn das alles gesehen werden kann, keine Zweifel bestehen und Hingabe als einzige Möglichkeit verbleibt, so erfolgt die größtmögliche Geste, zu der das Ego in der Lage ist. Es gibt sich hin.

Tatsächlich hofft das Ego mit diesem Manöver der Großmütigkeit mit „hinüber“ genommen zu werden. Diese Hoffnung ist völlig unbegründet.

Hinauf geht ein Mensch, der sich als Gott fühlt, und herunter kommt das Göttliche, was sich verloren hatte-im Spiel ein Mensch zu sein.

Diese Zeilen stehen für sich selbst und jegliche Erklärung sollte unnötig sein. Falls doch noch Fragen aufkommen, so fange einfach wieder bei Zeile eins an zu lesen.

Nun da Du siehst, von allem verlassen, es war nie real.

An diesem Punkt hört jegliche Suche auf. Sie hat nie existiert. Die Erfahrung des Mensch-sein-müssen löst sich auf. Das liest sich vielleicht einfach, allerdings ist das eine Erfahrung, die es in sich hat. Die vollständige Integration der Erfahrung des Auflösens des Mensch-seins geschieht als das Leben was wahrgenommen wird. Die Muster, die unsere gefühlte körperliche Existenz ausmachen, fangen an sich aufzulösen. Das ist vielleicht noch irgendwie beschreibbar, allerdings wenn dort diese Erfahrungen auftauchen, sind auch alle Fähigkeiten präsent diese Erfahrungen zu integrieren. Das ist absolut ausreichend.

Nun da keine Hoffnung auf irgendwas besteht, lodert die Liebe im Herzen und wird die Sonne sein.

Das IST was die restliche Zeit deiner Existenz, DU als Ausdruck der Unendlichkeit, deine Begleiterin sein wird. Das ist mehr als du jemals zu erhoffen gewagt hast.

Das ist die Wahrheit über den Weg Jesu zu Christus.

Das kann nicht kommentiert werden, da hier überhaupt kein christlicher Background vorhanden ist.  Das ist eine abschließende Bemerkung eines Freundes, der sehr christlich aufgewachsen ist, und für den sich diese Zeilen, auf seine Frage hin, manifestiert haben.

Fragmente, ein Gespräch über Non-Dualismus und andere Aussagen

Januar 13, 2019 - Kommentare deaktiviert für Fragmente, ein Gespräch über Non-Dualismus und andere Aussagen

Fragmente, ein Gespräch über Non-Dualismus und andere Aussagen

Dezember 2018

Wir habe letztens über solche Aussagen wie „absolute Freiheit“ besonders im Kontext zu „Befreiung oder Erfahrung der Befreiung“ gesprochen. Weiterhin ob diese und andere Aussagen dazu wahr sind und besonders warum überhaupt solche Sätze benutzt werden…. „da ist niemand der etwas tut oder lässt, bewirken könnte… die Quelle drückt sich als du aus und du bist schon Wirkung… usw.“

Nun direkt gesagt ist die Aussage da ist „niemand“ genauso falsch wie die Aussage da ist „jemand“, da sie sich aufeinander beziehen und somit von einander abhängig sind. Gegenseitige Abhängigkeit repräsentiert aber relative Umstände und ist dualer Natur. Die absolute Wahrheit jedoch ist sogar jenseits von Non-Dualität da sie keinerlei Qualitäten aufweist.

Insofern ist diese Aussage zu…  niemand ist… prinzipiell unwahr bzw. Nicht-Wahrheit.

Hier wird allerdings trotzdem die Aussage  „da ist niemand… “ bevorzugt, da sie scheinbar in eine Richtung weist die gerne als Wahrheit benannt wird. Diese Aussage scheint also in eine bestimmte Richtung, die Befreiung und Freiheit genannt werden könnte, zu zeigen. Das wird hier als „richtiger“ gesehen. Wenn du jetzt nachfragst und wissen möchtest für „wen“ wenn es doch „niemanden“ gibt, wird das ganze Paradox sichtbar. Dann sind wir genau am Punkt.

So kann durch Sprache und prinzipiell unwahre Aussagen, z.B. die Unwahrheit „der unhinterfragten Annahme eine feste unabhängige Existenz zu haben“ sichtbar gemacht werden.

Das Instrument Sprache, welches ein Ausdrucksmittel des analytischen Verstandes ist, wird so gegen das gewohnheitsmäßige Muster der üblichen Wahrnehmung … ich und du, Objekt und Subjekt, hier und dort etc…. gerichtet.

Das Ergebnis kann sein, dass dieses gewohnheitsmäßige Muster zu funktionieren aufhört, temporär oder dauerhaft. Dann tauchen vielleicht andere Erfahrungen auf als die bisherigen Erfahrungen, die dir bis gerade eben noch das Bild einer festen Welt vermittelt haben.

Warum ist die Aussage „da ist niemand…oder da ist Nichts“ aber nicht wirklich wahr? Weil es eine extreme und paradoxe Aussage ist. Sie ist genauso extrem und paradox wie zu sagen „ich existiere, weil ich Schmerz spüre, wenn mein Fuß sich an einem Stein stößt und diese Erfahrung vermittelt, dass die Welt fest ist…“

Die Sicht vermittelt die Erfahrung das hier niemand schreibt. Die Erfahrung mit dem Kopf gegen die Wand zu stoßen vermittelt eindringlich eine physische Existenz.

Was ist also Wahrheit?

Beides gemeinsam drückt gleichzeitig Wahrheit und Nicht-Wahrheit aus. Es ist nur ein Paradox für den gewohnheitsmäßigen Denkvorgang. Berührt weder die Sicht noch das Gefühl die scheinbaren Gegensätze bist Du Wahrheit. Die Mitte manifestiert sich und damit offenbart sich der scheinbare Gegensatz von Befreit und Nicht-Befreit mühelos zu Freiheit.

Relativ gesehen können extrem und paradoxe Aussagen Instrumente sein um etwas in dem Frager zu bewegen oder hervorzubringen. Also etwas ins Licht zu bringen was er/sie schon wusste, sonst hätte die Frage nicht gestellt werden können. Der Frager bettelt um den Schlag der ihn von dem Rausch der Vernebelung aufwachen lassen soll.

Natürlich bettelt sich die Quelle in Form des Fragenden und des Antwortgebers selber an und gibt sich selber die Antwort und den Schlag.

Das jedoch ist nur die dürftige Beschreibung zu einem unbeschreiblichen Vorgang.

Was hier gesagt wird ist dass die Wesen die Befreiung erfahren regelmäßig in die „Falle des Sehens und der Klarheit“ tappen können weil sie „klarsehen“ und versuchen das „gesehene“ zu beschreiben. So wie die Wesen die keine Befreiung erfahren haben in der „Falle der Verdunkelung, Dumpfheit und Illusion“ gefangen sind, weil dort gar nicht erst der Versuch aufkommt sich mit Wahrheit, Sehen und Befreiung auseinanderzusetzen.

Es sind beides Fallen, allerdings scheint es so zu sein, dass dem Wesen das Befreiung erfahren hat, die inhärent vorhandene Klarheit den Aus-Weg, aus diesen und anderen „Fallen der Befreiung“, aus sich selbst heraus zu weisen scheint.

Das konnte bei den in tiefer Dumpfheit und Illusion gefangenen Wesen so bisher noch nicht beobachtet werden.

Was ist die „Falle des Sehens und der Klarheit“?

Das Sehen und die Klarheit vermittelt Einsichten und Wahrheit. Es sieht dann so aus als ob es tatsächlich so ist, doch es sind ebenfalls nur Erfahrungen die vermittelt wahrgenommen werden. Wenn nicht gesehen werden kann, dass dies auch nur Erfahrungen sind, weil vielleicht gerade die Faszination über die Einsichten und Wahrheit überwiegt, dann ist das ein Fallstrick auf dem Weg zur Freiheit.

Und entschuldige, wenn dich das jetzt noch weiter verwirrt… diesen Weg in die Freiheit gibt es natürlich nicht…. allerdings muss hinzugefügt werden…. Befreiung und Freiheit sind auch nicht nur Metaphern…

Es besteht hier grundsätzlich die Tendenz, auf dem nicht-vorhandenen Weg in die Freiheit, in alle möglichen Löcher zu fallen, über alle möglichen Fallstricke zu stolpern und sich in die offensichtlichen Fallen zu verheddern, hier wird also aus reichlich individueller Erfahrung berichtet.

Die Wahrheit die gesehen wird, kann nicht in Sprache ausgedrückt werden, also ist, sobald Sprache benutzt wird, der „Besitzer der Sprache“ also der Verstand mit im Boot und mit dem Verstand unweigerlich die Subroutinen die „früher“ die Erfahrung einer unabhängigen festen Existenz vorgespielt haben.

Es ist letztlich immer der Versuch absolute Wahrheit mit relativen Erkenntnissen und Erfahrungen zu beschreiben. Das geht natürlich regelmäßig schief und ist somit offensichtlich unvermeidbar.

Solange über das Sehen gedacht, gesprochen, berichtet etc. werden muss, wird es zu etwas Gesehenem und somit zu einem Objekt.

Wenn jedoch dieser Prozess, des zu-Objekts-werdens, während des Sprechens, Berichtens, Denkens gesehen werden kann, ist das selbst-befreiend und Fallen-los.

Wenn allerdings von der Erfahrung berichtet werden muss „da ist niemand der das erfahren kann oder etwas tun kann oder tun konnte oder tun können wird…etc.…“ als etwas das geglaubt-werden-muss, als etwas das eine absolut wahre Aussage ist, ist das eine Falle.

Es gibt einige non-dualistische Strömungen die betonen diesen Aspekt der Erfahrung besonders stark und benutzen ihn als non-dualistische Kernaussage. So kann es passieren das eine wahre non-duale Erfahrung zur Religion wird und somit die Illusion der Dualität gestärkt statt schwächer wird.

Es kann immer nur der vergebliche Versuch sein das Unausdrückbare auszudrücken. Insofern muss das scheitern und in dieser Vergeblichkeit leuchtet die sich entfaltenden Schönheit der unvermittelbaren Wahrheit… die Wahrheit dass Du schon immer Freiheit bist.

Aus dieser Perspektive kann man durchaus sagen, dass Buddha pausenlos gelogen hat um die Wahrheit auszudrücken.

Warum wird dann überhaupt ständig der Versuch unternommen Wahrheit auszudrücken?

Das ist unbekannt.

Was für eine “Rolle“ spielt die Angst?

Dezember 26, 2018 - Kommentare deaktiviert für Was für eine “Rolle“ spielt die Angst?

Was für eine “Rolle“ spielt die Angst?
„Sie erscheint immer wieder mal und Gedanken kreieren eine Geschichte dazu.“

Hier wurde diese Frage gestellt und die Worte die dazu erscheinen sind nicht die Antwort selbst, sondern die Aufforderung deiner inhärenten Weisheit zu vertrauen:

Wir Menschen neigen grundsätzlich dazu alles zu einem Objekt zu machen.

Dieses Muster ist gewissermaßen das eigentliche Fundament des Mensch-seins, so wie wir uns sehen und erfahren müssen, bis dies auf die eine oder anderes Weise endet.

Das ist die Basis unseres Leidens und doch zugleich die Chance auf Befreiung.

Angst ist aus dieser Perspektive ein Aspekt, ein Objekt unserer Existenz als menschliches Wesen. Möglicherweise sogar der dominanteste Aspekt. Sie begleitet uns vom ersten bis zum letzten Atemzug.

Auf mehr direkt erfahrbarer Ebene ist es die „Angst-vor-etwas“ zum Beispiel vor dem Tod.

Dieser Ausdruck von Angst tritt üblicherweise mit seinem Begleiter Hoffnung auf, zum Beispiel auf Erleuchtung, in der Hoffnung so dem Tod entgehen zu können.

So spielen die Angst und die Hoffnung das Schauspiel der unabhängigen Existenz auf der Bühne des Lebens, mit dir als Haupt- & Nebendarsteller, Beleuchter, Maskenbildnerin, Regisseur und Publikum. Alles du.

Haben wir die Tendenz dieses Schauspiel ernst zu nehmen sind wir so fasziniert von der Darstellung als uns Selbst in diesem Reigen aus bunten Lichtern, dass wir alles vermeiden das die Illusion zerstören könnte.

Wir haben also Angst, dass das Spiel der bunten Lichter enden könnte und da wir gleichzeitig wissen das es letztlich enden wird, greifen wir nach der Hoffnung auf Verlängerung und suchen vielleicht einen spirituellen Pfad der uns die Ewigkeit verspricht oder betrinken uns regelmäßig um in der Dumpfheit Zuflucht zu finden oder suchen in wechselnden Partnerschaften Beständigkeit.

Oder wir kreieren eine Geschichte dazu.

All das funktioniert natürlich…vorübergehend.

Und die Erfahrung des Vorübergehens ist eine Chance auf Befreiung. So kann die Angst zum Pfad werden auf dem wir uns zur Quelle des ursprünglichen Entstehens tasten können.

Dort siehst du möglichweise, dass mit der Manifestation des Urgrundes als Existenz-an-sich ebenso die Furcht vor der Unwissbarkeit des Lebendig-seins geboren wird.

Dort stehst Du dann atemlos und erkennst das DU es schon Anfangslos bist.

DU bist die Angst.

DU bist die Angstlosigkeit

DU bist die Quelle Dessen.

 

Doch das ist kein Grund besonders übermütig zu werden.

Gespräche zu „Die letzte Nacht“

September 2, 2018 - Kommentare deaktiviert für Gespräche zu „Die letzte Nacht“

Gespräche zu „Die letzte Nacht

02.09.2018

Einige kürzlich zurückliegende Fragen und Gespräche haben deutlich hervorgehoben dass die Kommunikation  zwischen uns Menschen in einem großen Umfang von Missverständnisse geprägt ist. Dieses „aneinander vorbeireden“  hat sicher eine Vielzahl von Ursachen aber eine davon ist besonders auffällig und durchdringt beinahe jedes Gespräch. Jeder Mensch existiert in seiner „eigenen“ Wahrnehmungssphäre und projiziert seinen spezifischen Ereignishorizont.

Um es nicht unnötig komplex zu machen lassen wir mal außer Betracht das hier die Sicht besteht dass dieser „jeder Mensch“ auch schon Projektion ist.

Die spezifischen Projektionen weisen allerdings eben auch Überlappungen mit anderen spezifischen Projektionen auf und da ist dann die Chance auf eine Verständigung bzw. auf ein gemeinsames Verständnis über ein jeweiliges Thema.

Bedingung ist allerdings dass sich die Kommunizierenden wenigstens auf eine minimale Übereinkunft der Bedeutung der Begrifflichkeiten, die hier verwendet werden, verständigen können. Ansonsten wird dieses Gespräch nur ein Austausch von bedeutungslosen Worthülsen.

Allerdings ist nicht auszuschließen dass das sowieso so ist.

Also für dieses Gespräch hier gilt hier zumindest die Übereinkunft dass derjenige Mensch welcher fragt und derjenige Mensch der hier die Antworten hervorbringt aus der Sicht heraus nicht verschieden ist.

Es ist das Selbe. DIES flüstert sich die Antworten selbst zu.

Kein Fragender, kein Antwortender.

Kein Blinder, kein Sehender.

Kein Unwissender, kein Wissender.

Kein Suchender, kein Finder.

Warum ist das so wichtig? Weil festgestellt wurde dass den Worten hier „geglaubt“ wird.

Das ist das Allerletzte was hier gewollt wird und trotzdem geschieht es. Diese Worte sollen einzig dazu dienen den Impuls der Suche nach Wahrheit zu übertragen, besser allerdings noch dass dort gesehen werden kann das Finden schon immer ist.

Wenn das nicht möglich ist, gilt zumindest die zweite Übereinkunft für dieses Gespräch, versuche mal das Nicht des Glauben-wollens anzuwenden. Stimme nicht zu, lehne nicht ab und ziehe keine Vergleiche.

Versuchen wir es also.

Die Zeilen „Die letzte Nacht“ sind im Juni 2011 spontan auf die Frage eines Freundes niedergeschrieben worden. Die begleitende Erfahrung der Spontanität ist hier immer in gewisser Weise ein Hinweis darauf dass das, was zum Vorschein kommen kann, ein Fingerzeig in Richtung „Wahrheit“ sein könnte. Als persönliche Leistung kann es sowieso nie gesehen werden. Also nun zum Text:

„In der Nacht wenn Du einsam bist“

Diese Zeile leitet jede der 10 Strophen ein. Es beinhaltet somit mehrere Bedeutungen. Nacht steht in dieser Strophe nicht für die Zeit des jeweiligen Tages in der es dunkel ist. Es deutet auf deine Erfahrung des Zustandes der inneren Verdunklung hin. Deine Suche, deine Verzweiflung, dein Scheitern, hat diese Erfahrung der Dunkelheit, der Abgeschnittenheit, der Einsamkeit hervorgehoben. Es wird als ein „innere Zustand“ erlebt. Doch auch das ist nur eine Erfahrung, so wie vorher alles als „real und außen“ gesehen wird erscheint es nun als „real und innen“. An diesem Punkt hilft aber die Erklärung das es „nur“ eine Erfahrung ist überhaupt nicht. Auch wenn es die absolute Wahrheit ist. Die Erfahrung ist oft einfach noch zu überwältigend.

„…wenn Du einsam bis“

„einsam“ steht in dieser Strophe noch für Alleinsein oder Zurückgezogen-sein. Wie ein verwundetes Tier suchst du die Einsamkeit, dass Alleinsein und ziehst dich von den anderen Menschen zurück. Ein Impuls der sehr stark werden kann… Abwendung von der Masse, der Gesellschaft, dem Gewöhnlichen und Hinwendung zu dem Göttlichem, Erhabenen, dem Außergewöhnlichen. Das ist eine Basisbewegung des Egos. Denn wer oder was sucht wohl nach Erlösung  und nach mehr als das was IST?

„Spüre die Zweifel auf Deinen Lippen“

Der Zweifel der hier angesprochen wird ist eine wichtige Komponente der wahrhaftigen Suche. Hier ist nicht der übliche Zweifel gemeint, wo wir heute dies anzweifeln, morgen etwas anderes  und das gestrig Angezweifelte nicht mehr anzweifeln. Es ist einfach mangelnde Klarheit wenn wir ständig irgendwas bewerten und beurteilen. Dieses Verhaltensmuster ist eine gewichtige Komponente warum sich die Erfahrung von Dualität so stabil manifestiert kann.

Dieser „richtige“ Zweifel ist ein Bewusstheitszustand wo es beginnen kann dass die sogenannte Realität hinterfragt wird. Doch es fehlen oft die Worte die Fragen auszudrücken, deine Lippen können die Frage (noch) nicht formulieren. Doch dieses unbestimmte Gefühl gewinnt an Gewicht, die Fähigkeit sich zu äußern und zu hinterfragen wächst.

„Spüre die Angst in Deinen Augen“

Die Angst ist unser gewöhnlichster Begleiter. Forsche mal nach was da wirklich Angst hat und besonders vor was. Klar, wir Menschen haben Angst davor zu leiden. Allerdings haben wir genauso intensiv Angst vor dem Enden des Leidens. Es ist uns doch so vertraut. Eigentlich wollen wir doch dass alles so bleibt, nur eben irgendwie besser. Doch du hast dich auf dem Weg gemacht die Wahrheit zu suchen und nun spürst du dass das Finden kein Stein auf dem Anderen lassen wird.

An diesem Punkt der Erkenntnis kannst du zwar anhalten oder langsamer werden, aber ein Zurück gibt es nicht mehr. Du steckst fest. Jetzt bleibt dir nur übrig die Angst als Werkzeug zu nutzen, ihr Wesen zu erforschen und ihre Wirkung zu beobachten. Freiheit will also verdient werden…mhm… Das ist doch deine Überzeugung, oder? Dann diene der Freiheit eben bis sich deine Überzeugungen auflösen dürfen. Schließlich wird sich die Erfahrung der Furchtlosigkeit manifestieren. Diese Erfahrung ist nicht das Gegenteil von Furcht.

„Spüre den Zorn in Deinem Herzen“

An diesem Punkt deiner Reise fühlst du dich vom Leben völlig verarscht. Die Erfahrungen die sich mit der Methode des Zweifelns und der Erforschung der Furcht manifestieren konnten, stellen dein gesamtes Weltbild und Überzeugungen auf den Kopf. Klar bist du wütend. Irgendwas würde nicht mit dir stimmen  wenn diese Erfahrung nicht hochkommt. Wenn der Zorn der hochkommt dann abklingt erscheint die Erfahrung von Desillusionierung und Ratlosigkeit. Das ist ein gutes Zeichen. Besonders Ratlosigkeit ist Gold wert. Wenn die Erfahrung von Ratlosigkeit ganz tief akzeptiert werden kann und nicht angerührt werden muss ist der Raum für Sicht entstanden.

Das ist dann der erste ernsthafte Schlag gegen deine gewöhnliche konditionierte Annahme über die Natur der erscheinende Realität. Diesem folgen weitere, doch dieser Schlag drischt eine erste wichtige Schneise in das Dickicht der Verblendung. Alles was du davor geglaubt hast für die Freiheit unternommen zu haben war, aus rückblickender Perspektive, nur Firlefanz. Allerdings notwendig. Scheinbar.

„In der Nacht wenn Du einsam bist“

In dieser Strophe wandelt sich die Bedeutung  „Nacht“. Es repräsentiert nicht mehr ausschließlich diese „verzweifelte inneren Verdunklung“. Wann kannst du Licht am besten sehen? Genau in der Dunkelheit. Die Dunkelheit dieser Nacht ist nun willkommen, denn dadurch besteht jetzt die Möglichkeit der unterscheidungsfähigen Wahrnehmung. Eine notwendige Erkenntnis, da du diese Unterscheidungsfähigkeit für deine weitere Reise dringend benötigen wirst, doch das wirst du selber noch herausbekommen. Letztlich wirst du die Fähigkeit der unterscheidungsfähigen Wahrnehmung benötigen um feststellen zu können dass alles das was IST das Selbe ist. Wenn diese Aussage jetzt als Paradox aufgefasst wird ist das an diesem Punkt völlig in Ordnung.

„…wenn Du einsam bist“

Auch hier wandelt sich die Bedeutung. Nun bist du nicht mehr in dem …verwundetes Tier-Modus und suchst die Einsamkeit nicht mehr als Abwendung von dem was IST sondern du nutzt die seltenen Gelegenheiten des Alleinseins um über das was du über das Göttliche, Erhabene, dem Außergewöhnlichen sammeln konntest zu kontemplieren um rauszubekommen was du alles sein kannst.

Da du genug gelitten hast, so glaubst du, keimt die Hoffnung auf Erleuchtung als das ultimative Enden des Leidens auf. Bist du auf deinem jeweiligen spirituellen Pfad gut trainiert worden erfährst du dich als altruistisch und dehnst diese Hoffnung auf alle fühlenden Wesen aus. Das IST ist also scheinbar immer noch nicht ausreichend. So, so … das ist allerdings immer noch eine Bewegung des Egos, da die Aussicht auf Resultate, auf ein Ergebnis die treibende Motivation darstellt.

„Spüre was Du wirklich bist“

Die größte Geste, zu der das Ego fähig ist, ist zu Erlauben darüber nachzudenken dass das Ego selbst und seine Mechanismen des Greifens, Ablehnens und des Ignorierens das Hindernis zur angestrebten Erleuchtung sein könnten. Das Ego macht dann eine Bewegung des Hingebens seiner selbst. Möglicherweise wird das sogar ganz tief geglaubt und als wahrhaftig erfahren. Wenn diese Erfahrung auftaucht kommt langsam etwas in Bewegung. Natürlich wird sich das Ego nicht hingeben, es kann nicht, es ist eine Illusion, ein Mind-Fuck. Was nicht existiert kann sich nicht hingeben… und doch kann die Geste des Hingebens in die Erfahrung des Annehmens münden.

Es könnte hier noch mehr darüber berichtet werden aber für diejenigen wo diese Erfahrung des Annehmens nicht geschehen ist würden diese Beschreibungen wohl nur Fantastereien beschwören. Für diejenigen wo es geschehen zu sein scheint würde das nur kalter Kaffee sein. Letztlich passiert nicht mehr als das Du Dich als das erfährst was Du schon bist. Wenn du glaubst das war es dann, nun…. hier geht’s eigentlich erst richtig los.

„In der Nacht wenn Du einsam bist“

Die Bedeutung von „Nacht“ und „einsam“ in dieser Strophe haben von nun an eine völlig andere Bedeutung. Nacht ist nun vielleicht besser mit der Erfahrung von Lichtlosigkeit  oder jenseits des Lichtes zu beschreiben, wenn wir bei einem weltlichen Termini bleiben wollen. Es bedeutet dass die Basis Allens erfahrbar erscheint. Das ist hinter allen Möglichkeiten des Beschreibens. Denn das Wort „Leerheit“ wird nur zu schnell und gerne benutzt um etwas völlig unbeschreibliches Auszudrücken. Vielleicht tut es das Wort Lichtlosigkeit auch nicht besser, aber tatsächlich kann nun das ewig Unbewegte als Bewegung „gesehen“ werden.

„Einsam“ hat nun überhaupt nicht mehr die Bedeutung von Alleinsein oder Zurückgezogenheit. Im Gegenteil ..Vereint was nie getrennt… und da spielt es keine Rolle ob du dich in der Menge auf dem Marktplatz oder alleine auf der Wanderung durch die Berge befindest. Du bist Dies und siehst dass Du Dies bist, das ist unabweisbar. Doch gib acht, das ist auch nur eine Erfahrung.

„Siehst Du
kein Zweifel, Angst und Zorn
ist jemals dort gewesen“

Man könnte als Ergebnis dieses „Sehens“ ausdrücken dass die Erfahrung erscheint dass niemand da ist und niemals jemand da war. Wenn nie jemand war, wie könnten da die Emotionen die uns scheinbar so gebeutelt haben eine inhärente Wirklichkeit haben? Wie könnte also, wenn sie keine inhärente Wirklichkeit haben, die Realität, die wir doch als so faktisch erfahren haben, eine eigenständige Existenz besitzen? Hat sie nicht, doch sieh selbst.

„Siehst Du
In der Dunkelheit die leuchtenden Sterne
Und der Mondschein lächelt sein Licht in die endlose Tiefe“

Diese Strophe deutet auf eine Erfahrung hin die mehrere Ebenen der Erkenntnis beinhaltet. Dunkelheit steht hier tatsächlich für Leerheit, NICHTS, Darmakaya, Basis, Quelle. Es ist NICHTS das unkonditionierte  Potenzialität ALLES IST. „leuchtenden Sterne“ stehen für die manifestierte Potenzialität. ALLES und NICHTS sind nicht zwei Zustände. Es ist Nondual und zeitlos gleichzeitig. Da hier schon kläglich regelmäßig daran gescheitert wurde es zu beschreiben lassen wir das besser. Doch es kann als Erfahrung „gesehen“ werden und darauf weist die die Zeile „….. Und der Mondschein lächelt sein Licht in die endlose Tiefe“ hin. Zum Beispiel kann sich in einem Darkretreat diesbezüglich eine eindeutige Erfahrung manifestieren und einen Hinweis liefern was wir wirklich sind.

Ist jedoch das Nicht-Greifen (nach auftauchenden Erfahrungen) noch nicht stabil genug und muss nach dieser oder ähnlichen Erfahrungen gegriffen werden, so sind die Reflexe und Subroutinen unseres gewohnheitsmäßigen Menschseins noch aktiv. Dann ist es besser es zu unterlassen Methoden anzuwenden die diese oder ähnliche Erfahrungen erzeugen. Die laufenden Subroutinen bilden automatisiert Konzepte über die entsprechende Erfahrung und macht daraus etwas Erfahrenes. Das kann dann wie ein Filter wirken und letztlich kann es zu einem Hindernis werden, das jegliches „Sehen“ blockieren kann. Das bezieht sich nicht nur auf die Methoden der Dunkelheit sondern auch auf die Methoden des Lichts.

„Siehst Du was DU immer warst“

Das ist einerseits eine Vertiefung der vorherigen Strophe, geht allerdings auch darüber hinaus. Das „Sehen“ kann ungeahnte Tiefe annehmen. Es kann sich in jede Richtung ausdehnen. Was da wahrgenommen wird kann selten wirklich verständlich beschrieben werden. Oft stellt sich hier auch die Frage warum es beschrieben werden sollte, denn letztlich führt es zu Missverständnissen und zu Gesprächen wie diesen und diese Gespräche wiederum zu weiteren Missverständnissen.  Da jedes menschliche Wesen die Fähigkeit hat zu „sehen“ so sieh doch selbst!

Vielleicht noch mal zu dem was in der Wahrnehmung beim „Sehen“ auftaucht und unseren menschlichen Reflex der dazu erscheint. Es ist offensichtlich notwendig es so oft wie möglich zu wiederholen: Das was auftaucht ist eine Erfahrung z.B. von Leerheit, von der Natur des Geistes, von natürlich klarem Licht usw.

Der übliche Reflex ist bei solch einer Erfahrung davon zu sprechen „Das bist Du“.  Das ist nicht korrekt und fahrlässiger Weise viel zu „früh“. Da gibt es nämlich immer noch etwas was erfährt und etwas was erfahren wird. Das ist Dualität, wenn auch subtil.

Dann ist es hoffnungslos, fragst Du? Doch, das was erfährt und das was erfahren wird kann „verschmelzen“… tatsächlich allerdings verschwindet das was erfährt, da es nie bestanden hat…..vereint was nie getrennt… Wir sind jetzt hier weit über die Grenze des sinnvoll beschreibbaren gegangen und es ist genug gesagt dazu.

„Sitz nun still in Deinem Haus“

Mit „Sitz nun still…“ist keine Achtsamkeitsmeditation oder tatsächlich stillsitzen gemeint. Hier bezieht sich diese Aufforderung auf die gesamten Ebenen deiner menschlichen Existenz. Also auf die Erscheinung als Körper, Energie und Geist. „….Deinem Haus“ Haus bedeutet hier Dimension und weist auf die Erfahrung hin dass sich deine Erscheinung (Existenz) als „Ausdehnung“ oder „so sein“ oder „ursachlos aus sich heraus erscheinend“ erfahren hat und diese Erfahrung vollständig in die Wahrnehmung integriert ist. Wie sprachen schon über diesen Punkt… das was wahrnimmt und das wahrgenommene „verschmilzt“ da es nie getrennt war…

„In dieser Stille lös Dich auf“

Das ist keine Aufforderung aktiv etwas zu unternehmen oder eine Methode anzuwenden. Stille löst sich in Stille. Gibt es hier noch ansatzweise einen Impuls etwas anzuwenden ist dein Weg bis hier hin reine Fantasterei gewesen.

„Kannst Du endlich gehen und niemand kommt zurück“

Die tiefsitzenden menschlichen Konditionierungen und verdeckt operierenden Subroutinen der menschlichen Erscheinung hören erst an diesem Punkt auf zu funktionieren. „…niemand…“referiert von nun an nicht mehr auf einen (scheinbar ehemals) vorhandenen jemand.

Das könnte man als den endgültigen Übergang von Befreiung zur Freiheit bezeichnen.

Freiheit hat überhaupt nichts damit zu tun was wir uns vorstellen können.

Wenn du die Chance findest zu wählen, überleg dir genau ob du Freiheit sein möchtest.

Ich necke dich nur ein bisschen… du hattest nie eine Chance irgendwas zu wählen.

Was ist der Unterschied zwischen Befreiung und Freiheit? Teil 3

Mai 5, 2018 - Kommentare deaktiviert für Was ist der Unterschied zwischen Befreiung und Freiheit? Teil 3

Was ist der Unterschied zwischen Befreiung und Freiheit? Teil 3

 05.05.2018

Hier ist ein ganz gewöhnliches menschliches Wesen.  Nichts Besonderes, eher mit durchschnittlich Fähigkeiten ausgestattet, so wie die meisten der sieben Milliarden  menschlichen Erscheinungen die inzwischen in dieser Dimension herumwandeln.

Der einzige Unterschied scheint zu sein dass es hier unabweisbar so  ist dass keine unabhängige, getrennte, auf  Objekt-Subjekt bezogene Existenz gelebt werden kann.

In aller Nüchternheit wird dies so gesehen und die Lebendigkeit verprobt diese Sicht und Seinsweise bei jeder sich bietender Gelegenheit.

Alles verändert sich, alles fällt auseinander, alles setzt sich aufs Neue zusammen,  alles wird zerstört und entsteht wieder, alles erscheint und alles verschwindet, ein endloser Strom der sich verändernden  Erscheinungen.

Doch die Sicht IST.

Natürlicherweise tauchen in der Sicht die unterschiedlichsten Phänomene auf, die unterschiedliche Erfahrungen projizieren, jedoch ist das vergleichbar  mit Wassertropfen im Sonnenlicht. Das Sonnenlicht wird nicht ein einzigen Moment von den Wassertropfen berührt.

Die Eigenschaft der Wassertropfen und die Eigenschaften des Sonnenlichtes führen zu den Ereignissen die wir als Reflexionen, Beugung des Lichts, Spiegelungen etc. erfahren.

Unsere Wahrnehmung wird gewöhnlicher Weise von diesem Lichtspiel eingefangen und fixiert. Aus der allumfassenden Sicht, die unsere natürliche Veranlagung ist, wird ein schmales Band der Wahrnehmung. Das bezeichnen wir dann als meine Welt.

Das alles ist jedem bewussten  und fühlenden Wesen grundsätzlich bekannt und kann durch eigene Forschung verifiziert werden. Der Unterschied ist nur ob Interesse besteht diese Forschung durchzuführen oder nicht.

Forschung bedeutet hier seinen Blick auf die erscheinenden Ereignisse zu richten und sich nicht von der äußeren Form der Phänomene  ablenken zu lassen.

Mit Ereignissen sind hier sowohl  die Gedanken, Emotionen und Empfindungen gemeint die „innen“ zu sein scheinen, als auch das Zwitschern eines Vogels, das Nörgeln deines Partners oder  die Schönheit des Sonnenaufganges das üblicherweise als „außen“  erscheinend wahrgenommen wird.

Was bedeutet „sich nicht ablenken“ zu lassen?

Unser normales Verhalten ist durchdrungen von Beurteilen, Ablehnen, Annehmen, Beschreiben, Greifen usw.

Selbst eine winzige Unterbrechung unserer üblichen Verhaltensmuster genügt und diese Ereignisse offenbaren ihre wahre Natur, damit offenbart sich auch die Wahre Natur selbst und es offenbart sich das Du diese wahre Natur ebenfalls bist, als Erscheinung  die in dieser Dimension >Mensch< genannt wird.

Stabilisiert sich diese Sicht öffnet sich Wahrnehmung auf die Struktur der Existenz an sich und wird die Bestätigung der Reinheit des Sehens.

Blinzele mal aus dieser reinen Sicht in eine Lichtquelle, zum Beispiel in das Licht einer brennenden Kerze oder in das Licht eines  Sonnenaufganges bzw. Sonnenunterganges. Die verschieden Erscheinungen wie Kreise mit einem kleinem Punkt in der Mitte(wie Fischaugen), über regenbogenfarbige Sphären die in unterschiedlichsten Strukturen ineinander verwoben sein können, sind keine Augenfehler oder werden gar durch das Licht erzeugt. Nein, es sind Abbilder der energetischen Struktur der Existenz. Musst Du sie als ein externes oder internes Phänomen beurteilen und fängst an danach zu greifen, so laufen möglicherweise  die Subroutinen des Verstandes  zu heftig. Ist die Erfahrung des Greifens noch zu mächtig so übe nicht weiter. Statt Freiheit wird dann nur ein Muster des Begehrens nach Freiheit  oder Faszination aufgebaut  und kann zu einem mächtigen Hindernis werden.

Die Übungen, um diese Subroutinen zu beruhigen, sind die gleichen wie die zuvor als Du die groben Muster des Verstandes ausgerichtet hast. Du hast dann vielleicht nur aus der Faszination des Sehens etwas zu früh damit aufgehört.

Um in dieser Erfahrung „des Sehens der energetischen Struktur der erscheinenden Existenz“ zu bestehen, ist die absolute Abwesenheit von Greifen oder Ablehnung die ultimative  Bedingung. Selbst „Niemand“,  mit seiner subtilen Referenz  zu dem „verschwundenen Jemand“,  kann hier noch eine schwere Last sein.

Doch ist die Sicht frei von all dem, offenbart sich im Wechselspiel mit dem Licht so die Strukturen dessen wie Du tatsächlich zu sein scheinst. Ist Stabilität der Sicht erlangt, so offenbart sich das genauso auch im Zusammenspiel mit dem „schwarzen Licht“. Da gibt es keinen Unterschied.

Erscheint dabei die Annahme dass Du das Licht und/oder diese Strukturen bist, ist das eine Falle.

Du BIST die Potenzialität die sich als „Licht“ und „Strukturen“ entfalten kann. Das „Licht“ und die „Strukturen“ sind der erfahrbare Ausdruck als fühlende Existenz bzw. als wahrnehmende  Erscheinung.

Die Reise der Wahrnehmung ist damit noch nicht vollendet. Doch ist diese Sicht vollumfänglich, unverrückbar manifest so kennzeichnet sie den Übergang von Befreiung zur Freiheit.

Dieter Vollmuth – Spirituelle Entwicklung muss man sich verdienen

April 9, 2018 - Kommentare deaktiviert für Dieter Vollmuth – Spirituelle Entwicklung muss man sich verdienen

Normalerweise werden hier keine Links zu anderen Beiträgen veröffentlicht. Doch diese beiden untenstehende Beiträge sind einfach perfekt und Regeln sind dafür da gebrochen zu werden.

Kurz und knapp zeigt Dieter Vollmuth um was es wirklich geht. Es ist zu sehen dass diese Texte aus Erfahrung gespeist sind.

Wunderbar!

Link: Dieter Vollmuth – spirituelle Entwicklung muss man sich verdienen

Link: Dieter Vollmuth – Worum geht es wirklich

Wunderbare Beiträge. Jedes Wort sitzt. Perfekt!

Was ist der Unterschied zwischen Freiheit und Befreiung? Teil 2

April 5, 2018 - Kommentare deaktiviert für Was ist der Unterschied zwischen Freiheit und Befreiung? Teil 2

Was ist der Unterschied zwischen Freiheit und Befreiung?

Teil 2

05.04.2018

Wir haben über Erfahrungen gesprochen und darüber das DIES, die Singularität, nicht direkt wahrgenommen werden kann.

DIES, die Singularität, was wir wirklich sind, kann offensichtlich nur über Aspekte, die die Singularität repräsentieren, erfahren werden. Genauer gesagt durch Erfahrungen die wir diesen Aspekten zuordnen.

All das ist in dem Lauf von Jahrhunderte oder vielleicht auch Jahrtausenden der spirituellen Forschung systematisch kategorisiert wurden und kann in vielfältiger Form in vielen Abhandlungen in unterschiedlichen Religionsformen gefunden werden.

Nochmal, das ist ein wichtiger Punkt, die Singularität, wird in Aspekten beschrieben um sie mitteilbar zu machen. Wir benutzen unseren Verstand und zeigen mit unserem geistigen Finger in eine „Richtung“ um zu sagen … das ist es … so ist es… oder …. das ist es nicht.  Wir zerlegen das Unzerlegbare in Teile. So funktionieren wir Menschen scheinbar.

Doch das Zerlegen bringt uns der Ganzheit nicht näher. Wir befriedigen damit nur den analytischen Trieb unseres Verstandes.

Während des Befriedigungsvorganges des Verstandes kann die Intelligenz, die wir tatsächlich sind, frei wirken und die Unzerlegbarkeit der Ganzheit „sehen“.

Das könnte man als ein Akt der Befreiung beschreiben, wenn man mag.

Das „Sehen“ bleibt allerdings bei den schon erwähnten Aspekten hängen. Darüber haben wir schon gesprochen.

Unmanifestierte Potenzialität, NICHTS, manifestierte Potenzialität, ALLES, Nicht-Zeit, Nicht-Raum, Raum und Zeit usw. versuchen diese Aspekte mit Wörtern, also mit Bedeutung, zu belegen.

Wer versucht diese Aspekte mit Wörtern und Bedeutung zu belegen? Unser analytischer Verstand versucht das Unbeschreibare mit einem Wert, der mit etwas verglichen werden kann, zu belegen.

Gut – Böse

Raum – Nicht-Raum

Groß – Klein

Manifest – Unmanifest

Unendlich – Begrenzt

Schön – Widerlich

Falsch – Richtig

Dem Verstand kann hier kein Vorwurf gemacht werden. Er macht einfach seinen Job. Er legt unermüdlich Bibliotheken an und das auf jeder nur vorstellbaren Ebene und zu jedem möglichen Objekt.

Das ist bis dahin allerdings völlig unproblematisch und kann darüber hinaus sowieso nicht dauerhaft in einem lebendigen funktionierenden Wesen unterbunden werden.

Übrigens die Methoden, die versuchen diesen automatischen Vorgang des Verstandes dauerhaft zu unterbinden, sind zum Scheitern verurteilt. Statt zur Freiheit führt der dauerhafte Versuch der Unterbindung dieses Prozesses nur zu weiteren heftigen Problemen unserer Existenz.

Aus der Sicht der Freiheit sind die Meditationmethoden, die die Zielsetzung beinhalten die Gedanken anzuhalten, nicht erfolgsversprechend. Natürlich erzeugen diese Methoden Erfahrungen, wie temporäre Gedankenlosigkeit oder die Erfahrung der one-pointedness usw. Doch verändern sich die Umstände so verändern sich auch die Erfahrungen und es ist geschehen um die Gedankenlosigkeit.

Was ist also der Wert der Methoden?

Methoden erzeugen Erfahrungen, die ihrerseits die Aspekte der Singularität vermitteln können. Das Ziel ist Nondualität. Also das was wir schon ursachlos und anfangslos sind.

Erinnerst du dich. Die Basis, der Pfad und die Frucht ist das Selbe. Nur unsere Unwissenheit macht es zu Objekten.

Die fundamentale Erfahrung des Geistes ist Leerheit. Die des Körpers ist Empfindung und auf der Energieebene ist es Klarheit. Das sind die drei Tore die uns Menschen auf der Suche nach Freiheit zur Verfügung stehen. Diese müssen wir beschreiten, wenn uns die Sehnsucht nach Freiheit zwingt unsere Bequemlichkeit und Faulheit aufzugeben.

Doch eine Garantie auf Erfüllung gibt es nicht.

Verspricht Dir jemand, bei der Anwendung einer Methode, eines Pfades usw., die Garantie auf Freiheit ist die Wahrscheinlichkeit extrem groß das er/sie ein Schwindler und Scharlatan ist.

Was verstärkt zu beobachten ist die Zunahme der Entwicklung von Erleuchtungs-Businessmodellen.

„Lehrer“, „Erleuchtete“, „Erwachte“, „Wisssende“, „Gurus“ schießen wie Pilze, nach einem schönen warmen Sommerregen, aus dem Boden.

Sie bieten Methoden zur Erleuchtung an.

Was bestenfalls tatsächlich passiert ist das Methoden angeboten werden die Erfahrungen erzeugen, wie zum Beispiel die Erfahrung von Leerheit. Diese Erfahrung der Leerheit wird dann als das zu erreichende Ziel postuliert und im schlimmsten Fall als erleuchteter Zustand bezeichnet. Das Ego bläst sich zum Super-Ego auf und heftet sich den säkularen Orden der Erleuchtung an die stolzgeschwellten Brust.

Das ist nicht korrekt.

Jeder Pfad der nicht die Zerstörung des Egos beinhaltet, also die Demontage und Demaskierung des persönlichen Glaubens und unhinterfragten Verständnisses ein unabhängiges Leben zu besitzen, vorantreibt, ist letztlich nur eine Shoppingtour durch das esoterische Disneyland dieses Zeitalters.

Mit Finden von absoluter Freiheit hat das alles nichts zu tun.

Die Erfahrung von Traurigkeit erscheint hier während das mitgeteilt wird.

Wird, während die Erfahrung der Traurigkeit erscheint, gesehen das Traurigkeit erscheint? Ja.

Wird, während die Erfahrung der Traurigkeit erscheint, gesehen, dass das was die Traurigkeit erfährt und die Traurigkeit die erscheint, das Selbe ist? Ja.

Wird, während die Erfahrung der Traurigkeit erscheint, gesehen das dieses Erscheinen ursachlos ist und letztlich keine entstehende Basis hat. Ja.

Ist das Erleuchtung? Nein.

Was ist es dann? Unabgelenkte Präsenz eines Wesens das Befreiung erfährt.

Was ist dann Freiheit?

Die absolute Abwesenheit der Kenntnis darüber das Konzepte von solchen Fragen überhaupt existieren können.

Um was geht’s.

März 30, 2018 - Kommentare deaktiviert für Um was geht’s.

03.09.2011

Um was geht’s.

Teil 1

Dies ist ein Bericht über das Ende einer spirituellen Suche nach Erleuchtung.
Somit ist es ein Bericht über das Finden.

Die vielleicht überraschende Erkenntnis war das Finden schon immer da ist und die Suche selbst das Hindernis.
Doch das ist keine persönliche Erkenntnis, denn die psychologische Person ist dabei abhanden gekommen.
Diese Person ist bis heute nicht zurück gekehrt.

Somit lebt sich das Leben jetzt selbst.

Das ist sicher nicht zu erklären und noch weniger zu verstehen. Trotzdem wurden Worte auf das Papier geschrieben und haben diesen scheinbaren Übergang beschrieben.

Rückblickend kann gesagt werden, dass dabei aus einer völlig unbekannten Perspektive die Themen beleuchtet wurden, die bei der Suche eine Rolle zu spielen schienen.

Es ist wie ein Blick zurück von einer ewig unbekannten Dimension auf das Land der sehnsuchtsvollen Suche.
Es ist ein Blick zurück, über die scheinbar unüberwindliche Grenze von der der Sucher immer wieder abprallte.

Es wurde aufgeschrieben, bevor die Erinnerungen an die spirituelle Reise verblasste angesichts der unbeschreiblichen Wahrnehmung der Wunder die uns Menschen ständig umgeben.

Über die Bedeutung der Worte hinaus haben die Verse die Kraft durch ihren eigenen Rhythmus die gewohnten Mechanismen des Verstandes zu unterbrechen und sich der Perspektive der Stille zu ergeben.

Die Worte offenbarten sich mit einer unabweisbaren Dringlichkeit und der Körper als Werkzeug schrieb es einfach auf.
Doch vielleicht zur Klärung. Es fand kein Dialog oder Diktat statt, sondern es kann eher beschrieben werden, als ob sich Stille in Worte formte.

Persönlich gesehen ist die Suche beendet, da die Person endete. Doch die Reise der Wahrnehmung geht erst jetzt los. Vielleicht helfen diese Verse und die Tagebuchnotizen den Menschen, die noch auf der Suche sein müssen, als Orientierungspunkte.

Viel Glück!